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Thema: (Sprech-)Angst ohne Symptome der Angst zu haben?

  1. #1
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    Frage (Sprech-)Angst ohne Symptome der Angst zu haben?

    Hallo, ich bin in den letzten Jahren durchs Studium oft in Stress geraten. Die Probleme waren ziemlich arg (körperlich, geistig, emotional). Bisher hatte ich aber quasi alles überstanden, bin bis auf wenige Ausnahmen überall durchgekommen und habe auch andere Aufgaben geschafft. Ich neige sehr zum Aufschieben. Mittlerweile weiß ich, dass kommt durch Wissensmangel und daraus resultierender Sorge über die Zukunft.

    Eine Zeit lang war ich sehr nervös. Jetzt halbwegs ruhig. Was mich nur durchgehend gewundert hatte, war v.a. das Sprechproblem. Ich habe oft gestottert oder undeutlich gesprochen. Ganz schlimm war anfangs auch, dass ich die verschiedenen Sprachen nicht mehr trennen konnte. Ich habe verschiedene Experten dazu befragt und alle dachten immer, bei mir sei das so eine Art soziale Angst. Ich bin sozial schon sehr reserviert, aber mein Körper blieb bei fast allen Gelegenheiten ruhig. Heißt: Kein Herzklopfen, keine feuchten Hände, kein Schwindelgefühl, keine rasenden Gedanken, keine Blackouts, keine plötzlichen Gefühlsausbrüche, etc. Aber das Sprechen war kaum möglich. Außerdem sprach ich oft, ohne es zu planen (also impulsives Reden).

    An sich mag ich schon ein sorgsamer Mensch sein, aber ohne zumindest körperliche Reaktionen fühle ich mich von meinem Ich irgendwie veräppelt. Habt ihr mal solche Erfahrungen gemacht, wo euer Kopf quasi aussetzte, aber der Rest jedes Mal total ruhig blieb und ihr nicht sagen konntet, was los ist? Wie oft kommt es vor, dass man bei Ängsten oder extremen Stress keine oder untypische Symptome hat, aber weiß/ glaubt, dass man irgendwie davon betroffen ist?
    aufwachen, träumerle...!


  2. #2
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    Bist Du auch sonst eher ein kontrollierter Mensch, der seine Gefühle "beherrschen" kann?
    Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht zu Ende.

  3. #3
    Yule
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    aber mein Körper blieb bei fast allen Gelegenheiten ruhig. Heißt: Kein Herzklopfen, keine feuchten Hände, kein Schwindelgefühl, keine rasenden Gedanken, keine Blackouts, keine plötzlichen Gefühlsausbrüche
    hallo Fernsehtum,

    bist du in den Situationen wirklich ruhig oder spürst du dich nur nicht? Es gibt auch eine Art Ruhigwerden im Stress. Ich kenne das bei mir selbst von gefährichen Situationen, z.B. Autounfall. Da bin ich komplett ruhig und klar. Aber im Prinzip ist das ein Automatismus, um die Situation zu meistern. Ich könnte in dem Moment gar nix anderes sein. Nach der Anspannung geht dann dafür um so heftiger die Post ab, zitternde Knie usw. Kennst du das?

    Wenn es mal wieder so weit ist, beobachte dann mal deinen Atem, was der macht. Über den könntest du den Stressabbau auch zielgerichtet steuern, solltest du aber regelmäßig üben, um die Technik dann abrufbereit zu haben, wenn es darum geht, zu entspannen.

    Du kannst bezüglich des Sprechens zu einem Atem- und Stimmtherapeuten gehen (gar nicht so teuer, wie man denkt). Da lernst du nicht nur Handwerkszeug und trainierst die entsprechende Muskulatur und Technik, sondern auch das ist dann so eingeübt, dass es automatisch abrufbar ist, wenn Stress ist.

    Ausserdem kannst du bevorstehende Situationen wie Vorträge, Vorstellungsgespräche etc, mit Autosuggestion vorüben und dadurch gelassener werden. Das ist im Prinzip Mentaltraining. Als Basistechniken eigenen sich hierfür u.a. auch Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung. Du kannst unter den Stichpunkten ja mal weiter forschen, wenn dich das interessiert.

  4. #4
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    @ Traumakind: Ich bin vor anderen eher beherrscht. Dies könnte erklären, warum ich nichts merke oder nur gedämpft emotional reagiere.

    @ Yule: Ich bin eigentlich sehr aufmerksam gegenüber meinem Körper und Geist. In der Situation merke ich aber trotzdem nichts, weswegen ich noch immer etwas verwirrt bin. Die Situationen, die du beschreibst, kenne ich. Das war aber anders. Ich bleibe sonst immer ruhig und merke nichts. Wenn andere mich allerdings auf soziale Ängste ansprechen, muss ich ja ängstlich aussehen...
    aufwachen, träumerle...!


  5. #5
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    Ich will jetzt nicht blind im Trüben fischen aber diese Trennung von Geist und Körper hat was dissoziatives, finde ich.

    Meine Frage nach der Beherrschung Deiner Gefühle meinte: Kannst Du Gefühle unterdrücken, auch wenn sie eigentlich stark im Vordergrund stehen müssten? Oder kommen sie erst gar nicht so weit? Wenn Du Angst hast oder Stress, wo fühlst Du den? Was passiert in Dir? Kontrollierst Du, wie Du nach außen wirkst oder ist das Unterdrücken ein Mechanismus in Dir, der ohne Dein bewusstes Zutun wirkt?
    Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht zu Ende.

  6. #6
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    In anderen Situationen schon. Da kommt es auch zu körperlichen Reaktionen. Es kommt aber vielleicht auch auf die Gefühle an. Scham kann man mir oft nicht anmerken. Enttäuschung schon eher. Wenn ich so nachdenke, fällt mir auf, dass ich selten extrem aufgeregt bin. Vielleicht, weil da häufig eher weniger Angst als Vorfreude oder so etwas eine Rolle spielt. Ich habe eher weniger Angst davor, ausgelacht zu werden oder etwas zu vergessen. Trotzdem war die Hypothese einiger Leute, dass ich bei den Gesprächen vor allem nervös werde, weil ich ängstlich bin.
    aufwachen, träumerle...!


  7. #7
    Schreiberling
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    Standard Nervositätslevel, aufgeregt sein, innere Unruhe

    Ich glaube, es ist nicht unbedingt das Sprechen. Es zeigt sich nur irgendwie eher in den kognitiven Bereichen. Mittlerweile bin ich wieder etwas wirrer im Kopf, könnte man sagen. Mir fällt auf, dass ich in Gesprächen manchmal einfachste soziale Konventionen außer Acht lasse. Dabei bin ich dann entweder auf etwas konzentriert, was ich bloß nicht vergessen darf bzw. darf mich nicht davon abbringen lassen. Oder ich bin von der Außenwelt abgelenkt bzw. von ihrer Information überwältigt. Hinzu kommt, dass ich häufig impulsiv vorgehe und von daher schon während meiner Handlungen ins Straucheln komme, weil ich merke, wie die Dinge noch gar nicht richtig organisiert sind... oftmals trotz guter Planung.

    Vor einigen Tagen z.B. versuchte ich mehrmals einen Bekannten zu erreichen. Nach dem x-ten Mal wurde ich von jemand anderes angerufen. Danach wählte ich sofort noch einmal die Nummer und des Bekannten und kam plötzlich durch. Überraschung. Ich fing sofort an, über einen wichtigen Gefallen zu plappern.
    (Jetzt glaube ich, dass das unbewusst die Angst war, er könnte auflegen. In der Vergangenheit gab es öfter Probleme.)
    Ich hatte die Sache vorgetragen und es stellte sich heraus, dass es keine Probleme gibt. Irgendwann fiel mir dann ein, dass wir seit Jahren kaum mit einander gesprochen hatten. Ich kam dann erst nach etwa 5 min. mit: "Ach, wie geht es dir eigentlich?". Erst dann kam er richtig zu Wort. Wir redeten ein Weilchen, bis mir nebenbei und vor allem danach auffiel, dass es in der Planung erhebliche Lücken gibt. Daraufhin schossen mir wieder viele Gedanken durch den Kopf.

    In einem direkten Gespräch mit Augenkontakt bin ich oft von Blicken abgelenkt. Außerdem fällt es mir schwer, micht zu unterhalten, wenn sich um mich herum viele Leute bewegen oder irgendwie lebhafte Stimmung ist. Ich kann den Gesprächen zwar folgen, aber gucke dann schon durch die Gegend. Wenn ich aber in die Augen gucke, komme ich wieder sprachlich durcheinander.

    Ich bin zu schnell aufgeregt (allerdings nicht bei Angst oder Wut). So auch bei dem Telefonat. Danach konnte ich mich schwer konzentrieren. Dieses aufgeregt sein ist wie bei einem Kind, egal ob Vorfreude, Ungeduld oder etwas anderes. Dennoch wieder keine körperlichen Symptome. Denke ich an zu vieles gleichzeitig? Bin ich von Natur aus ein nervöser Typ und hab's nur nicht gemerkt? Kann ich schwerer Informationen filtern als andere?
    aufwachen, träumerle...!


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