Hallo Community,
ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin. Ich habe erst überlegt mein Problem in der Trennungskategorie zu erläutern, aber ich glaube es ist viel allgemeiner und inzwischen bin ich mir auch bewusst, was ich in der vergangenen Beziehung falsch gemacht habe (seit ca. 4 Wochen ist es jetzt vorbei).
Vielleicht dazu erst mal etwas zu mir:
Schon seit meiner Kindheit bin ich (inzwischen 21) ein sehr kreativer Mensch. Ich habe oft den Drang etwas eigenes zu kreieren, literarisch oder musikalisch, oder auf schauspielerischer Ebene (z.B. im Schultheater). Das gehört schon seit ich ein Kind bin zu mir, ich mag es halt in andere Rollen zu schlüpfen oder auch mal in eine eigene Welt einzutauchen.
Nicht falsch verstehen: Ich bin jetzt kein introvertierter Stubenhocker. Nach außen hin bin ich ein geselliger und beliebter Mensch, habe viele gute Freunde und gehe auch feiern. Nur es gibt auch immer wieder Tage, da bin ich lieber für mich.
Nun zu meinem Problem:
Schon seit einiger Zeit neige ich dazu Sachen oder Menschen, die mir sehr viel bedeuten, in allen möglichen Aspekten zu hinterfragen oder anzuzweifeln. Ich weiß, das klingt komisch, aber ich kann es selber nicht anders erklären. Wenn ich z.B. etwas geschrieben habe, dann frage ich mich andauernd “Ist das wirklich gut?“ oder wenn ich vor der Kamera stehe und eine Rolle spiele frag ich mich “War ich wirklich gut genug?“. Im Hinterkopf habe ich dann die ganze Zeit den Wunsch oder den Drang mich zu bestätigen. Ich will praktisch auf Teufel komm raus, dass es gut ist, aber zweifele es auf der anderen Seite immer wieder an oder hinterfrage es, um es mir dann am Ende wieder mit allen möglichen Argumenten “schön zu reden“. Wenn das dann erst mal geschafft ist, braucht es nicht lange und ich springe wieder auf Anfang - eine Art ewiges Grübeln sozusagen (ich hoffe ihr werdet daraus schlau). Es macht mich einerseits fertig, andererseits weiß ich gar nicht mehr wie es vorher war. Auf eine bekloppte Weise brauche ich das also, um meinen Kopf “auf Trab zu halten“.
Ich schätze mich selber auch als sehr unruhigen und nervösen Menschen ein. Nach außen hin verberge ich das meist und verhalte mich lässig, aber eigentlich bin ich jemand, der ständig neue Ideen ausgrübelt oder über andere Sachen nachdenkt.
Jetzt noch zu meiner vergangenen Beziehung:
Sie ist ein sehr hübsches Mädchen. Sie hat in ihren vorigen Beziehungen schlechte Erfahrungen gemacht und wurde meist vom Partner verlassen, weil sie zu anhänglich war. Das hat halt sehr an ihrem Selbstbewusstsein genagt. Die Beziehung mit mir, hat sie immer gesagt, ist etwas sehr besonderes und sie sei noch nie so glücklich gewesen. Ich habe mit der Zeit ebenfalls so empfunden. Wir hatten auch gemeinsame Interessen, z.B. liebt sie es auch Texte zu schreiben. Irgendwann haben mich aber auch hier Zweifel übermannt und ich habe immer wieder hinterfragt, ob das alles wirklich so perfekt sein kann. Ich habe mich gefragt, ob sie die Richtige ist oder wie meine Freunde meine Freundin sehen (was total banal ist, denn sie ist ein sehr attraktives Mädchen). Oder manchmal auch umgekehrt: Was so ein toller Mensch von mir will. Ich habe praktisch nach Sachen gesucht und mich damit ständig zum grübeln gebracht.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich wurde in den letzten Wochen unserer Beziehung gewissermaßen abhängig, hab mein restliches Leben vernachlässigt. Ich habe Forderungen gestellt und wollte sie verändern, aus heutiger Sicht das Dümmste und Egoistischste überhaupt. Sie hat sich mehr und mehr unter Druck gesetzt gefühlt und distanziert. Ich war unglücklich und habe zwischendurch mit dem Gedanken gespielt dem ganzen ein Ende zu setzen (was ich ihr dummerweise auch gesagt habe). Schließlich war sie es aber, die die Beziehung in Freundschaft beendet hat...bevor ich mich so richtig daran gewöhnen konnte mein schier endloses Single-Leben (meine letzte richtige Beziehung vor ihr ist auch schon 3 Jahre her) Gott sei Dank wieder an den Nagel zu hängen.
Na ja mittlerweile habe ich ja erkannt, was schief gelaufen ist. Ich habe ihr meine Erkenntnisse in einem Brief mitgeteilt und ihr gesagt, dass es mir leid tut und ich sie jetzt erst mal in Ruhe lasse. Im Moment halte ich Kontaktsperre, um mich selbst aufzubauen - ich will sie aber definitiv nicht abschreiben (sie hat gesagt, dass sie das bei mir auch nicht tun will), weil es wirklich was ganz besonderes war und ich immer noch viel für sie empfinde. Aber bei jeder einzelnen Kontaktandeutung von ihr fange ich halt auch wieder an in mein Muster zu verfallen, zu Interpretieren und mir Hoffnungen auf eine Versöhnung oder Befürchtungen auf ein endgültiges Aus zu machen. Das ist mittlerweile wesentlich besser geworden, aber es ist halt immer noch vorhanden.
Und es war für mich vor allem der Anreiz noch mal über mein komplettes Verhalten in der letzten Zeit nachzudenken, nicht nur auf die Beziehung bezogen. Ich will das auf jeden Fall ändern. Damit meine ich jetzt nicht, dass ich nicht mehr kreativ sein will oder auch mal Tage für mich haben will. Sondern ich will ruhiger werden, mehr zu mir kommen und im hier und jetzt leben und denken. Nicht so viel interpretieren oder hinterfragen. Ich denke es hat auch irgendwo mit fehlendem Selbstbewusstsein zu tun. Dadurch, dass ich momentan wieder etwas mehr Sport mache spüre ich, dass es etwas besser wird. Aber vielleicht habt ihr noch Ideen oder Einschätzungen.
Ich weiß, mein Problem kommt im ersten Moment sehr komplex rüber, aber ich wollte wirklich nichts auslassen.
Danke schon mal im voraus.
Viele Grüße


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