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Thema: Ständiger Wunsch nach Sicherheit+Kontrolle

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ständiger Wunsch nach Sicherheit+Kontrolle

    Hallo!
    Ich hab die "Angewohnheit" mir ständig um alles mögliche Sorgen und Gedanken zu machen. Meist sind es unrealistische Dinge, Dinge die ich ohnehin nicht beeinflussen könnte oder Dinge, die noch soweit in der Zukunft liegen, dass ich sie von meinem Standort im "Jetzt" auch noch nicht lenken könnte. Trotzdem kann ich irgendwie nicht aufhören nachzudenken und mir Sorgen zu machen.
    Sobald irgendetwas in meinem Leben nicht so verläuft, wie ich es mir in dem Moment wünschen würde, sobald sich jemand Wichtiges in meinem Leben nicht so verhält wie ich es für "richtig" halte, sobald ich merke, dass ich etwas nicht planen kann, mach ich mir Sorgen, die sich immer weiter hochschaukeln und unrealistischer werden, bis sie mit dem, was sie "ausgelöst" hat, kaum mehr was gemeinsam haben.
    Für mich ist das aber dann real, ich werd panisch, mal den Teufel an die Wand und kann mitunter Tage brauchen, bis ich die Dinge wieder "vom Boden" aus betrachten kann. Dann seh ich auch ein, dass ich mir total unnötiger Weise Sorgen gemacht habe.


    Wieso tu ich das? Warum brauch ich soviel Sicherheit/Kontrolle über alles was in meinem Leben passiert, wieso kann ich die Dinge nicht einfach auf mich zu kommen lassen?
    Und vorallem, was kann ich tun, um mir diese "Angewohnheit" abzugewöhnen, lockerer zu sein, mehr zu vertrauen?

    LG
    GreenDream


    Nachtrag:
    Wenn ich in diesem Sorgenkreis" gefangen" bin, kommt es oft vor, dass mir bewusst wird, was ich da grad mache, aber durchbrechen kann ichs dann nicht. Diese Machtlosigkeit macht mich dann sauer, sauer auf mich selbst. Das zusammen mit der Tatsache, dass die Dinge über die ich mir Sorgen mache mir irgendwie auch wehtun, bewirkt dass ich leicht reizbar/aggressiv werde und wenn dann jemand mit mir spricht werde ich pampig, beleidigend und hab das Bedürfnis ihn mit meiner Wortwahl zu verletzen, wenn ich kann. Damit er sich vielleicht auch so schlecht fühlt wie ich.
    Das trifft besonders oft meinen Freund, um den (und um die Beziehung und überhaupt) sich auch immer wieder ein Großteil meiner Sorgen dreht, der auch am häufigsten mitbekommt, wenn ich in dieser Gedankenmühle feststecke und nicht rauskomme.
    Er weiß, wie es mir dann geht und dass auf das was ich in solchen Momenten sage und tue nicht zu 100% Verlass ist und dass man mir da auch nicht zu 100% glauben sollte, aber er weiß nicht so recht, wie er damit umgehn soll und verstehen tut ers schon mal gar nicht. Ich ja auch nicht.
    Geändert von xXGreenDreamXx (27.10.2011 um 20:58 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Green Dream.
    Kannst Du vielleicht ein konkretes Beispiel nennen? Damit ich genau verstehen kann, in wiefern sich das Ganze bei Dir hochschaukelt.

    Eine gewisse Angst vor der Zukunft, vor dem Ungewissen, was man eben nicht beeinflussen kann hat, so denke ich, jeder irgendwie.
    Ich denke wichtig ist es nur, dass man mit einem "engen" Vertrauten darüber sprechen kann.
    Dass die Person Dich vielleicht beruhigen kann bzw versucht Dir klar zu machen, dass es nicht nötig ist.

    Wenn man immer wüsste, was für eine Konsequenz eine Handlung hat...selbst dann denke ich ist es unrealistisch zu glauben, dass man es "unter Kontrolle" hat.

    Der Wunsch nach Sicherheit bzw Kontrolle, so denke ich, kommt wohl daher, dass Du Angst hast Dich zu blamieren, Dich selbst nicht "im Griff" zu haben, die Ohnmächtigkeit zu vermeiden.

    Ist es vielleicht das?
    Was Du tun kannst um das zu verhindern, in dieses Karusell zu geraten...dass Du es selbst siehst und verhindern willst ist wohl der erste Schritt.
    Vielleicht genau in den Momenten, wo es bei Dir anfängt bewusst gegenzusteuern indem Du zB. Dich verabredest mit ner guten Freundin, Dich einfach ablenken, spazieren gehen (nicht alleine, sonst denkt man dabei wohl auch noch mehr nach), einem Hobby nachgehen....

    Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen.
    Ich wünsch Dir alles Gute!

  3. #3
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    Ich kenne das Phänomen, was du da beschreibst sehr gut. Das beste dabei ist einfach, lass dich in den Arm nehmen, mach dir gute Laune und mache dir dann klar, dass deine Sorgen unbegründet sind.
    Vielleicht hilft es dir ein gewisses Selbstbewusstsein zu wecken. Ich weiß, dass Leute wie du, zwar ziemlich anstrengend sein können, dafür nehmen sie aber in den meisten aller Fälle große Rücksicht auf andere und sind sehr einfühlsam. Dir fallen eventuell Dinge auf, bevor du etwas tust, die andere eventuell verletzen könnten und bist vorsichtig. Ich weiß natürlich nicht, ob das genau auf dich zutrifft. Aber ich denke, jede Macke die man hat, hat genauso etwas Gutes. Dann musst du nur noch lernen mit dem Negativem umzugehen.
    Oder frag dich in den Situationen, ob du gern jemand anders wärst und versuch dabei ehrlich zu dir selbst zu sein (oft ist man nämlich eher gern im eigenen Körper).
    Was auch immer ganz gut helfen kann ist eine kalte Dusche

    Das Problem ist, du musst natürlich für dich selbst herausfinden, was dich aus deinem "Film" rausholt.

    Achso und noch eine Vermutung meinerseits: Sind das vielleicht Verlustängste? Wenn ja, wo könnten die herkommen?

  4. #4
    Neuling
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    Hm, ein genaues Beispiel zu finden ist irgendwie schwierig...

    Zum Beispiel mach ich mir viele Gedanken um die Zukunft. Generell um die Zukunft. Ich frage mich, ob ich wohl nen Studienplatz kriegen werde; das dürfte in meinem Alter wohl jeder tun, der studieren will. Nur dann gleiten meine Gedanken ins negative ab, ich bin überzeugt, dass ich keinen Platz finden werde, dass ich einen Job kriege, der mir keinen Spaß macht, dass ich vielleicht gar keinen Job kriege. Irgendwann kommt die Sorge dazu, dass ich in einer neuen Stadt niemanden kenne, dann kommt die Frage, ob ich dann wohl noch mit meinem Freund zusammen bin und plötzlich seh ich mich völlig allein in einer neuen Stadt, ohne Job oder Studienplatz. Dann mach ich mir Vorwürfe, wieso mein Abi nicht besser gewesen ist und diese Selbstvorwürfe wechseln sich mit der Vorstellung, dass alles Negativ ausgeht ab, bis ich mir irgendwann wünsche, gar keine Zukunft mehr zu haben.

    Ich krieg ständig gesagt "Mach dir nicht so nen Kopf!" Interessant ist auch noch meine Beobachtung, dass ich offenbar nicht einfach zufrieden sein kann.
    Sobald eigentlich alles gut ist, Arbeit gut, in der Familie gut, Beziehung gut und ich könnte glücklich sein, such ich mir, irgendwie willkürlich etwas aus, worüber ich mich Sorgen machen kann, die dann für mich real werden, bis ich mich komisch verhalte und aus meinem "neuen, komischen" verhalten ein Problem resultiert. So lief das immer, wenn eigentlich keine Schwierigkeiten da waren. Irgendwie bin mein einziges Problem ich selbst.

    Wenn ich in so eine Sorgenmachphase komme, hab ich meist niemanden der mich da raus holen kann. Einziger Bestandteil meines Freundes"kreises" ist mein Freund. Ich hatte nie viele Freunde, die wenigen die ich hatte sind nach dem Abi ins Ausland oder sonstige Studienstädte gezogen. Und irgendwie baut sich der Kontaklt langsam ab, jetzt wo man sich nicht mehr täglich sieht hat man sich auch irgendwie nichts mehr zu sagen und merkt, wie wenig man eigentlich gemeinsam hatte. Ich hatte für diese Leute auch irgendwie immer mehr die Zuhörer Rolle, wenn es ihnen schlecht ging, redeten sie mit mir darüber, sonst wars eher oberflächlich. Wirklich "gute" Freundinnen hatte ich nie.
    Auch das ist irgendwie blöd zur Zeit, sonst hatte ich wenigstens noch mal Leute mit denen ich weggehen konnte, auch wenns für meinen geschmack etwas zu oberflächlich war, witzig wars meist trotzdem. Jetzt hab ich "nur" meinen Freund und bin sonst allein. Und da ich weiß, dass es nicht grade förderlich ist, wenn ich jetzt doppelt soviel bei ihm bin, versuche ich auch mich sonst allein zu beschäftigen, trotzdem fehlt mir unglaublich oft Gesellschaft. Und zwar idealerweise die einer Freundin.

  5. #5
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    Hallo
    Mir ist da eine Aussage aufgefallen:
    ...sobald ich merke, dass ich etwas nicht planen kann, mach ich mir Sorgen,...
    Dabei könnte es vielleicht in Deinem Interesse sein, dass Du mit der Planung Kontrolle über die künftige Entwicklung einer Situation erreichen kannst/möchtest? Ich tendiere auch eher in Richtung von Träumende Augen, was die Ursache angehen könnte.
    Gruß Sonnenkraut

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