Hoi zäme
Ich werde in zwei verschiedenen Situationen fast täglich Manipulationen ausgesetzt.
Da ich darunter leide, möchte ich nun anfangen etwas dagegen zu tun.
man kann mir Literaturvorschläge machen oder anderweitig Tipps geben.
Noch einige Infos über mich: ich war zwölf Jahre lang als einfühlsamen Therapeutin mit Kindern tätig.
Nun merke ich dass ich in Sachen Kommunikationsstrategien noch kein Handwerk besitze: wie gehe ich damit um, wenn ich mit verbalen Durchsetzungsstrategien konfrontiert werden. Wie wende ich sie geschickt ab und lass mich nicht gleich mitreissen, vom Willen der anderen?
In folgenden Situationen fällt mir meine Schwäche auf:
Meine Mieterin ist Sozialbezügerin und jammert bei mir wegen Geldproblemen: Ich lade sie zum essen ein. Ich habe nichts mehr zu essen, ich habe nur noch 5 CHF für den ganzen Monat. Ich überlege ob ich das Sozialamt anfragen kann, ob das wirklich sein kann, dass jemand der neu zugezogen ist, sein Existenzminimum im ersten Monat tatsächlich nicht gesichert bekommt. Ihr Fragen scheint mir sehr dominant und selbstbewusst hält sie die Hand auf. Wenn es sich wirklich nur um eine befristete Notlage handelt, dann will ich der Frau helfen. doch irgendwo läuten bei mir die Alarmglocken. Diese Gefühle und den Zweifel muss ich ernst nehmen.
Diese Mieterin zieht in eine Bergregion mit nur stündlich fahrenden Bussen (habe sie vor Vertragsabschluss darauf hingewiesen und gesagt, sie solle es sich nochmals überlegen. Die Fakten waren ihr klar. Doch kommt sie nun, hat kein Auto, kein Mofa und scheint nun ganz selbverständlich die Mitfahrgelegenheit bei mir zu beanspruchen: Stand z.B. am Samstag Morgen vor der Tür und klingelte. Mein Mann öffnete im Pyjama: Sie sagte, sie habe sich den Nerv eingeklemmt, möchte ans Geburtstagsfest der Oma, fragte ob wir sie zum Bahnhof fahren können, der Bus sei abgefahren. Mein Mann sagte: dann nimm den nächsten Bus! Wir können jetzt nicht. Mein Mann fand korrekterweise, dass er gefahren wäre, wenn es sich um einen Notfall gehandelt hätte. Er kann sich abgrenzen.
Ich selber schlage mich derweil mit Schuldgefühlen und auch ärgerlichen Gefühlen rum und fühle mich nicht schlagfertig genug, ich fühle mich schwach. Weshalb? Ist das normal, dass man sich so fühlt? Sollte ich in einer Therapie mal daran arbeiten?
Immer wieder fühle ich mich schlecht, wenn ich wieder dazu bewogen, etwas zu tun, das ich gar nicht will. (z.B. du kannst mein Altpapier haben, zum anfeuern, ich bringe es dir. Du könntest dein Auto mit mir teilen, wir könnten gemeinsam ein Mofa kaufen. Ich sage dann z.B. in Bezug auf die Situation "Altpapier": Nein, danke, das ist nett von dir, aber sonst habe ich dann zuviel davon. Lass mich fragen kommen, wenn ich davon was brauche". Meine Antworten sind vielleicht nicht schlecht, aber trotzdem FÜHLE ich mich dabei jeweils total schlecht! Und hier liegt mein Problem. Ich mag es nicht dominiert zu werden, ich fühle, dass ich es "frech" finde und dass es mir nicht liegt, mich ständig abzugrenzen im Gespräch.
Mein Schuldgefühl und mein Helferinstinkt stellt mir da ein Bein.
Für meine Situation scheint sie keine Antennen zu haben, ich muss mich immer mit soviel Kraft Ich merke, wie ich mit Schuldgefühlen zu kämpfen habe und es mir schwer fällt einem Menschen, der sagt, er habe Schmerzen und kein Geld "nein", zu sagen.
Ich will helfen, bin aber misstrauisch, ob diese Frau wirklich in diesem Masse Hilfe braucht. Das macht es so schwierig
LG
möckli


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