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Thema: Stehe mir selbst im Weg

  1. #1
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    Standard Stehe mir selbst im Weg

    Moin Leute,

    Ich heule mich jetzt in dem Thread mal aus. Und zwar bin ich irgendwie stinkfaul. Ein kleines Beispiel wäre mein Berufswunsch des Informatikers und was ich dafür tue, oder ebend nicht tue. Ich hab vor im nächsten Jahr studieren zu gehen, und wollte Krankheitsbedingt die Zeit die ich habe nutzen, um Mathematik zu lernen, aber blockier mich selbst. Anstatt wie es sich gehört Aufgaben zu lösen, und diese anzugehen, beschränke ich mich nur auf das ansehen, von Videos wo die Themen angesprochen werden. Ich mein, es ist ja schön und gut, sich das anzuschauen, aber lernt man dadurch Mathematik? Nein, natürlich nicht! Und anstatt was zu änder, mach ich einfach weiter wie bisher, und irgendwann studiere ich, kriege es nicht gebacken Arbeitsblätter zu bearbeiten und versage in der Klausur! Ich hasse mich wirklich dafür, dass ich Dinge besser weiß, aber es einfach nicht umsetze. Am liebsten würde ich täglich einige Stunden Mathematik Aufgaben bearbeiten sowie die Videovorlesung ansehen, und ich wär mit mir zufrieden. Stattdessen beschwere ich mich hier, weil ich mich selbst blockiere, und mir im Weg stehe!!! Vor allem das schlimme ist ja, dass ich eigentlich Recht Intelligent sein soll, aber die Faulheit macht diesen schönen Vorteil total kaputt. Leute bitte motiviert mich, wascht mir den Kopf. Ich brauch da glaub ich ein paar Meinungen von außen.

    Lg
    Tiptop

  2. #2
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    Hallo TipTop,

    hat das Ausheulen geholfen?

    Bist du dir sicher, dass Mathematik aktuell das Richtige für dich ist? Scheinbar fällt es dir ja schwer dich dafür zu motivieren. Ich meine fürs Informatikstudium braucht man neben Mathe auch andere Inhalte wie z.B. Logik, Datenstrukturen oder Computertechnik.

    Warum fängst du nicht mit was anderem an?
    Woher kommt der Wunsch zu studieren?
    Wie hast du dich früher motiviert?

    VG Coach

  3. #3
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    Als kleiner Junge wollte ich schon Informatiker werden. Die Arbeit am Computer hat mir schon immer Spaß gemacht. Ich war schon Informatik Student und bin kläglich am Fach gescheitert. Damals wußte ich noch nicht das ich Kryptopyrrolurie habe. Diese Störung macht unter anderem Psychotisch, Depressiv, und führt zur Lernstörungen.

    Ich ließ mich vor Monaten auf KPU testen, und siehe da, mein Test war positiv. Seitdem weiß ich woher meine Probleme herrühren.(Die Kpu behandel ich jetzt, so dass die Folgeerkrankungen geheilt sind) Jetzt habe ich aufgrund der rückliegenden Erkrankungen die sich aus der KPU entwickelten sehr viel Zeit. Diese Zeit nutze ich um mich aktiv wieder auf ein Informatikstudium vorzubereiten. Ich schaue täglich Vorlesungsvideos und rezitiere diese aktiv im Kopf. Ich finde aber, dass ich mehr machen könnte. Und zwar wünsche ich mir von mir, dass ich mir einen Schreibblock nehme, und Beispiele durchrechne. Mir die Definitionen abschreibe, mich damit beschäftige, vielleicht für einzelne Defintionsbausteine auch mal konkrete Werte einsetze und damit spiele. Allerdings blockier ich mich in dem Punkt selbst.

    Die Bereiche Programmieren, Datenstrukturen usw. kann ich mehr oder weniger. Es hängt alles eigentlich an der Mathematik. Diese ist super Wichtig. Ich hasse es jedenfalls, dass ich nicht mehr tue. Die Zeit ist da, und ich finde, diese sollte ich nutzen.

  4. #4
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    Hallo,

    oh, das kenne ich zu gut - das nennt man "Selbstsabotage".

    Eigentlich hat man doch etwas in der Birne und "sollte" das nutzen, man selbst
    hat den Anspruch an sich, keine Zeit zu verplempern, sondern etwas aus sich zu machen. Stattdessen bleibt man weit unter dem, was man sich vorgenommen hat, und hat das Gefühl, man hat nichts effektiv geschafft.

    Vielleicht überlegst Du mal, warum Du das machst. Ist der Druck zu groß, den Du Dir selbst machst? Oder "willst" Du sogar unterbewusst versagen (weil das eine 1a Bestätigung wäre)? Oder haben vielleicht Deine Lernschwierigkeiten damit zu tun? Kannst Du Deinen Plan etwas auflockern, z.B. 6 Tage in der Woche übe ich je 2 Stunden und 1 Tag nehme ich mir frei (oder so ähnlich)?

    Zweifle nicht an Deiner Studienwahl! Wenn das Dein Ding ist, Dich das interessiert und Du auf dem Gebiet Bescheid weißt, dann zieh das durch. Lieber stell hinterher fest, dass es evtl. doch in eine etwas andere Richtung geht (dann kannst Du aber auf Deinem fertigen Studium aufbauen), als perspektivlos zu Hause herumzusitzen.

    Liebe Grüße,
    Jorinde

  5. #5
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    Es könnte an der Versagensangst liegen. Ich studiere seit fast zwei Wochen Vorlesungsvideos. Wenn ich selbstständig Dinge in Gedanken löse und dabei falsch liege, dann fühle ich mich extrem schlecht. Vor einigen Tagen hörte ich in mich herein, weil ich wissen wollte woher dieses Gefühl kommt.

    Ich erinnerte mich an eine kleine Geschichte die sich zwischen mir und meinem Vater abspielte. Um es kurz zu machen. Wir waren beim Angeln und er konnte nicht von der Angelroute. Ich war ungefähr vier oder fünf Jahre. Und er wollte von mir das Netz haben um einen Fisch zu fangen. Ich wußte bis dato noch nicht was das ist. Zeigte also mit dem Finger auf Dinge, und fragte das? Er hat sich nach einer Weile extrem aufgeregt und ist laut geworden, und am Ende war ich der Schuldige, weil der Fisch weg war.

    Die Folge von dem Ereignis war, dass ich mich nie mehr getraut habe Fragen zu stellen. In der Schule tat ich meistens als wüßte ich worum es geht, obwohl ich am liebsten gefragt hätte. Ich vermute es hängt damit zusammen. Das Problem ist auch in der Familie läßt sich sowas nicht ansprechen. Vor Jahren brachte ich das Thema mal ein, weil ich eine Entschuldigung erwartete, und erntete nur lauten Spott, und er hat sich wieder aufgeregt, dass ich es gewagt habe, seine Ruhe zu stören.

    Wenn es daran nicht liegen sollte, dann muss es was anderes sein.

  6. #6
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    Hi,

    ich bin leider kein Psychologe und kann Deine Familiensituation nicht deuten.
    Aber wenn Du sagst, Du hast Angst davor, Fragen zu stellen, geht das ja schon mit einer ziemlich hohen Erwartungshaltung an sich selbst einher: "Das musst Du doch wissen/können (sonst bist Du dumm/Schuld)!"

    Versuch mal, Dir einen realistischen (!) Überblick zu verschaffen, was Du gut kannst und was nicht. Ich bin... z.B. sehr gut in Mathematik, mittelmäßig gut in Programmiersprachen, nicht so gut im Organisieren, usw.
    Ohne die Meinung anderer (auch nicht der Eltern!) zu berücksichtigen. Wenn Dein Vater meint, Du bist eine Mathe-Null, aber Du denkst, Du kannst das ziemlich gut, dann zählt nur Deine Meinung.
    Du kannst am Besten lernen, wenn Du Dich selbst gut kennst und reflektieren kannst und weißt, wo Deine Schwächen liegen. Dann stimmst Du Deinen "Lernplan" darauf ab.


    LG

  7. #7
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    Hallo TipTop,

    Versagensängste spielen dabei eine Rolle, in jedem Fall. Die Situation die du aus deiner Kindheit beschreibst, kann durchaus eine Rolle spielen, zumal ich vermute es war nicht die einzige dieser Art. Wir werden sehr stark während unserer Kindheit geprägt. Fakt ist aber, dass wir als erwachsene Menschen immer die Wahl haben uns davon unterkriegen zu lassen oder nicht.

    Wenn du die KPU im Griff hast, sollte da ja erstmal kein größeres Problem darstellen. Das ist doch sehr positiv.

    Ansonsten sehe ich auch einen unheimlichen Druck den du dir selbst aufbaust. Du bist einmal gescheitert und vermutest nun, nachdem du Schwierigkeiten erkennst, genau das wieder zu tun. Von daher geb ich Jorinde Recht. Du schreibst dir hat die Arbeit am Computer immer Spaß gemacht. Andererseits bist du grade dabei diesen Spaß zu verlieren, weil du dich so quälst.

    Also, genau wie Jorinde vorgeschlagen hat: Mach dir einen Lernplan. Versuch mal strukturierter vorzugehen. Und mindestens einen Tag pro Woche ohne Unikram, da ist wichtig, um den Kopf auch wieder mal frei zu bekommen. An eins solltest du immer denken: Du bereitest dich vor, du lernst ... da darf man auch Fehler machen, etwas nicht verstehen oder mal straucheln (gilt übrigens fürs ganze Leben). Wir sind Menschen und nur wer nix macht, kann auch keine Fehler machen. Wir müssen sogar Fehler machen um daraus zu lernen wie es besser geht. Also scheu dich nicht davor auch mal nicht weiter zu kommen. Das ist ok und es passiert gar nix. Du wolltest die Zeit bis zum Studium doch nutzen, also trau dich auch was falsch zu machen :-).

    Eine Frage hast du nicht beantwortet:
    Wie hast du dich früher motiviert? bzw. Wie motivierst du dich heute, wenn es um andere Dinge geht, die du machen möchtest?

    VG Coach

  8. #8
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    Als ich jünger war, hab ich es einfach gemacht. Vor allem beim Programmieren und in der Computerwelt war ich sehr zufrieden, weil ich dort meine eigenen Erfahrungen machen konnte, und mich keiner anschrie, wenn mal ein Fehler gemacht wurde. Da gab mir der Compiler, dieses und jenes war falsch. Ich korrigierte es, lernte darauß, und freute mich, wenn das Programm lief.

    Allerdings merkte ich vor einien Jahren, dass Programmieren nicht alles ist. Der Hauptteil ist einfach das Mathematische Verständnis. Und sogesehen habe ich schon einen theoretischen Lehrplan. Morgens nachdem Aufstehen ist das erste was ich tue, mir 6-7 Vorlesungsvideos reinzuziehen.

    Einen großen Fehler habe ich dabei abgelegt. Früher wollte ich alles was ich neu sah, sofort verstehen, und implizierte sofort bei Verständnisschwierigkeiten, dass ich Dumm sei. Dieser Gedanke hat mich wirklich sabotiert, weil ich dann viel zu lange an einem Thema hing, anstatt das große Ganze zu betrachten, und mich um die Details später zu kümmern.

    Jetzt habe ich mir angewöhnt, dem Tutor aufmerksam zu folgen und seine Worte Gedanklich zu wiederholen, so dass ich quasi sein Wissen und seine Aussagen imitiere, und damit habe ich je mehr Videos ich gesehen habe, bisher so knapp 140, größeres Verständnis für die Dinge die kommen.

    Ich werde mir einen Lernplan anfertigen in dem ich praktische Übungen einplane, in denen ich mit den gelernten Definitionen auf Zettel und Papier spielen werde. Die Frage ist, soll ich täglich feste Zeiten festlegen, oder soll ich nur festlegen, dass ich täglich eine Stunde mache, wann ich das mache, wäre dann egal...

    Ach ja, und das Verhältnis zu meinen Eltern ist klasse. Ich mein wir alle machen Fehler. Und mein Vater meinte früher zwar gelegentlich, ich hätte zwei Linke Hände, aber da wußte ich auch noch nicht das ich KPU habe, und jetzt wo ich das weiß, und mir auch bewußt ist, dass ich einfach nicht Fähig war Dinge zu tun wie ein Gesunder, seitdem bin ich sehr viel gnädiger mit mir.

    Ein kleiner Kindheitstraum den ich wahrscheinlich nicht aufgrund der KPU geschafft habe, war das programmieren von Grafikdemos. Der Kopf hat solche Dinge einfach nicht reinbekommen, dazu fragte ich mich auch immer, warum versteh ich das nicht. Ist halt die Folge der KPU gewesen, wo Vitamin B6 und Zinkmangel im Körper fürs neutralisieren von Pyrrolen benutzt wird, und dadurch ein chronischer Mangel an diesen beiden Stoffen im Körper auftaucht, was zu den besagten Lernstörungen führt.... Aber wie schon gesagt, die Probleme sind Vergangenheit, weil ich nun Vitamin B6 und Zink in großen Dosen einnehme, was mir sehr gut tut

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