Stern
O, unfassbar diese Ferne
und göttlich Eure Wärme,
süß ist Euer Antlitz.
Mich trifft's wie ein Blitz!
Welch' Geheimnis tragt wohl Ihr,
dass ich Euch nie verlier'
aus Augen, Verstand und Herz?
Seid Gift für meinen Schmerz!
Eure Planeten wie Engelsboten,
die Kometen wie Musiknoten
einer himmlischen Melodie:
das schönste Bild der Galerie!
Sie alle kommen und vergeh'n,
auch Ihr, Herr; kann's versteh'n,
doch was Euch ewig kreist,
ist ganz mein Herz und Geist.
Ihr lasst mich suchen auf der Erde
nach dem gold'nen Kalb der Herde,
mit so viel Liebe und Lust,
wie nur tragen kann die Brust.
Das Funkeln ist größte Wut,
die Schnuppen sind Euer Blut,
das mit jedem Puls, der schlägt,
meine Adern füllt und prägt.
Ohne Euch wär' nichts mehr denn Öd',
weit über'm Himmel seid Ihr erhöht,
kraft der Liebe bringt Ihr das Leben
und werdet Vieles noch hervorheben.
Ich will euch ein Schmaus sein
und diene nun als Bernstein,
der melodisches Sternlicht aufnimmt
und in schönste Farben zurechtstimmt.


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren

Lesezeichen