psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Stillstand. Soziale Phobie?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    17.09.2010
    Beiträge
    10
    Danke
    1
    2 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard Stillstand. Soziale Phobie?

    Hallöchen ihrs

    Also... ich bin unglücklich mit meiner derzeitigen Situation. Kein Job, kaum Geld. Es geht nichts voran und ich weiß, dass ich selbst verantwortlich (und mitschuldig) an dieser Situation bin.
    Ich kann nicht vor, nicht zurück. Es ist, als wäre ich versteinert. Habe keine Energie, irgendwas zu ändern oder zu tun.

    Ich bin das alles so leid, dass ich manchmal auch denke, vielleicht wäre es besser, nicht mehr zu sein. Ich hab manchmal so ein Bedürfnis, mir irgendwas ganz schlimmes anzutun, oder meine Gedanken kreisen darum, ob ich für meine Katzen ein neues Zuhause suchen sollte, damit sie versorgt sind wenn ich Zyankali schlucke.

    Soziale Phobie?
    Ich schreibe Bewerbungen, leide währenddessen aber auch total. Sitze oft stundenlang herum, fluche vor mich hin. Ich will die gar nicht abschicken. Denn das würde heißen, dass fremde Menschen etwas sehen und lesen, das ich geschrieben habe. Ich will nicht, dass fremde Menschen aus irgendwelchen Betrieben etwas sehen, das ich geschrieben habe... Und dann - oh Schreck!! - melden sie sich vielleicht sogar bei mir. Ich kriege eine Absage (=frustrierend!) oder noch schlimmer (??!!!), vielleicht sagen sie zu und rufen mich an (Oh gott!!!), oder ich muss zu einem Vorstellungsgespräch.
    Telefonieren kann ich nur mit Menschen, die ich wirklich lieb habe (Freund, Mutter). Wenn eine fremde Person anruft (bzw. ich die Nummer nicht kenne) habe ich ganz schlimm Panik und sitze regungslos da, bis das Handy nicht mehr klingelt...

    Wenn an meiner Tür geklingelt wird, versteinere ich. Kann nicht öffnen. Mir schlägt das Herz bis zum Hals, TODESPANIK, manchmal tagelang danach.

    Die "zweite Hälfte".
    Ich kann Dinge vor mir selbst verstecken und es dann tatsächlich nicht wissen. Sämtliche unangenehmen Briefe werden einfach unterschlagen, versteckt, runtergeschluckt, in Luft aufgelöst, keine Ahnung. Als hätte eine fremde Person oder ein Geist die Post vor mir abgefangen. Momentan hatte ich wieder so eine Situation, das ist mir aber zum Glück schon nach wenigen Wochen aufgefallen und ich kann jetzt (hoffentlich) mit der Anwältin dagegenlenken.
    Ich frage mich nur, wie ich das in Zukunft vermeiden könnte. Ich habe auch fürchterliche Angst vor dem Briefkasten (ja, vor diesem blöden Kasten!). Als ob da Tretmienen drin wären, oder Granaten, als ob ich schwer verletzt oder gar getötet werden würde, wenn ich den Briefkasten aufmache. Deshalb blende ich da komamäßig alles aus... glaube ich.
    Übrigens hab ich auch schon fertig verpackte, aber nicht verschickte Bewerbungen gefunden...

    Tja, was will ich nun eigentlich von euch?
    Also, das alles schreit ja nach ner ziemlichen Sozialphobie oder sowas. Jedenfalls scheint das momentan eins meiner größten Probleme zu sein. Ich werde panisch, wenn jemand "in mein Leben will" (telefonisch, Brief, Tür), und ich werde panisch, wenn ich "aus meinem Leben herausgehe". Also Bewerbungen schreibe, oder arbeiten muss (davor habe ich fürchterliche Angst, obwohl ich so gern Arbeit finden würde), Arztbesuche gehn momentan gar nicht mehr. Da ist eine Grenze, die auf keinen Fall überschritten werden darf - in keine Richtung.

    Uff, Respekt an alle, die das jetzt lesen.
    Ich bin völlig überfordert und wäre eigentlich für alles dankbar, was ihr schreibt, oder was euch dazu einfällt. Irgendwie musste ich das einfach mal irgendwem offenbaren. Ich brech jetzt auch ab, wird echt lange hier.
    Danke!

    Nachtrag:
    Achja, hab ganz vergessen zu erwähnen, in einer psych. Klinik in der ich vor drei Jahren mal für vier Monate war, hatte man bei mir eine generalisierte Angststörung diagnostiziert. Das scheint wohl wieder durchzubrechen...
    Geändert von Tagtraum (17.09.2010 um 04:12 Uhr)

  2. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Tagtraum für den sinnvollen Beitrag:

    tiborhenrik (20.09.2010)

  3. #2
    Gast5559
    Gast

    Standard

    Hallo Tagtraum!

    Das alles klingt nach sich gegenseitig verstärkenden Elementen eines Teufelskreises, in dem Du nicht nur feststeckst, sondern Dich immer mehr hineinschraubst.

    Dies hier:
    Ich kriege eine Absage (=frustrierend!) oder noch schlimmer (??!!!), vielleicht sagen sie zu und rufen mich an (Oh gott!!!), oder ich muss zu einem Vorstellungsgespräch
    kommt mir aus früherer Zeit sehr bekannt vor. Ich hab damals den (Aus-)Weg einer Therapie gewählt, weil es, wenn man erst einmal in einem solchen Loch sitzt, schwierig wird, diese Ängste allein zu überwinden; es braucht doch schon "ein bisschen mehr", um wieder Lebens-Mut zu fassen.

    Du hast zudem eine diagnostizierte Angsstörung; da wäre eine Therapie ohnehin angezeigt. Wenn ich es richtig verstehe, warst Du zwar in einer Klinik, hast aber noch keine alltagsbegleitende Therapie gehabt?
    Geändert von Gast5559 (17.09.2010 um 07:59 Uhr)

  4. #3
    Neuling
    Registriert seit
    10.09.2010
    Beiträge
    16
    Danke
    9
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Tagtraum,

    oh je, schon beim Lesen bekomme ich Beklemmungen. Das ist nicht böse gemeint, sondern ich fühle wie es dir geht.

    Du schreibst, daß du mit Freund und Mutter telefonieren kannst. Schön, daß es Menschen gibt, die du magst und sie dich auch. Sehen sie wie es dir geht? Was tun sie um dir zu helfen?

    Ich kann nicht verstehen wie du aus einer Klinik entlassen wirst, ohne begleitenden Maßnahmen an der Hand. Hättest du nicht weiterhin zu einer Therapie gehen müssen? Wenigestens zwei mal im Monat, so daß du nicht alleine bist und du dich austauschen kannst?

    Wahrscheinlich kannst du es drehen und wenden wie du magst. Alleine wirst du es nicht schaffen diesen Angstkreis zu durchbrechen. Es wird dich nur noch immer weiter runterziehen und dir dein Leben vermiesen. Schließlich hast du wenigstens erkannt wie es dir geht.

    Es wäre also hilfreich für dich, dir ganz schnell einen Therapeuten zu suchen. Kann dein Freund dir bei deinen Bewerbungen nicht zur Seite stehen? Mut von außen ist manchmal ja auch recht hilfreich.

    Die Welt da draußen ist manchmal gar nicht so böse wie man meint! Enjoy

  5. #4
    Neuling
    Registriert seit
    17.09.2010
    Beiträge
    10
    Danke
    1
    2 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo ihr beiden!
    Vielen Dank für Eure Antworten!

    Zitat Zitat von Sweetmama
    Du hast zudem eine diagnostizierte Angsstörung; da wäre eine Therapie ohnehin angezeigt. Wenn ich es richtig verstehe, warst Du zwar in einer Klinik, hast aber noch keine alltagsbegleitende Therapie gehabt?
    Zitat Zitat von Enjoy
    Ich kann nicht verstehen wie du aus einer Klinik entlassen wirst, ohne begleitenden Maßnahmen an der Hand. Hättest du nicht weiterhin zu einer Therapie gehen müssen? Wenigestens zwei mal im Monat, so daß du nicht alleine bist und du dich austauschen kannst?
    Schwierig.Nach meiner Entlassung war ein ziemliches hin- und her, ich war nicht mehr in dem bayerischen Ort, in dem die Klinik war, und ich fuhr ständig zwischen Bayern und Brandenburg hin- und her (Wohnungssuche, Jobsuche, fand dann auch in Berlin eine Arbeit und zog da hin). Rückblickend weiß ich, dass ich das alles hätte langsamer angehen, und vielleicht doch noch ein paar begleitende Sitzungen hätte haben sollen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.

    Dazu muss ich aber sagen, dass ich Ärzten gegenüber extrem misstrauisch bin. Hab auch nicht viel Vertrauen in die Schulmedizin.

    2008, ein paar Monate nach meiner Entlassung und dann auch schon in der neuen Stadt, hatte mein neuer Hausarzt mir einen Therapeuten empfohlen. Wir hatten genau drei Sitzungen. Bei der dritten hatte er mich so gekränkt/verletzt, dass ich einfach nicht mehr hingehen konnte. Dann hatte ich im September ja Arbeit und das alles verwässerte sich.

    Außerhalb der 4 Monate in der Klinik in Erlangen hatte ich immer nur schlechte Erfahrungen mit Therapeuten gemacht. Ich habe massive Hemmungen, mir einen Therapeuten zu suchen. Ich hab einfach keine Kraft, erst monatelang auf einen Termin zu warten, nur um dann zu erfahren, dass der Therapeut unsensibel und selbst total in sich gekehrt ist, bzw. mir gar nicht zuhören will und nur sein Programm nach Schema F durchzieht. Oder der mich wie ein Auto anguckt und mir schon bei der ersten Sitzung sagt "Ich weiß nicht, wie ich Ihnen helfen soll" (wirklich erlebt!). Und ich habe keine Kraft, das mehrere Male nacheinander durchzutesten...

    Und wenn ich mal bei Einrichtungen war, die einem angeblich in akuten Situationen helfen, dann bekam ich da nur eine Liste mit x Namen, und ja die sollte ich alle mal anrufen, abklappern, viel Glück...

    So, was will ich damit jetzt sagen?
    Ich bin absolut überfordert damit, mir jetzt einen Therapeuten zu suchen. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, wo ich suchen soll, wonach ich suchen soll. Es fällt mir so schwer, mich einem Therapeuten zu öffnen. Es erscheint mir unmöglich, einen zu finden, oder überhaupt erst anzufangen einen zu suchen... ich weiß echt nicht, was ich tun soll
    Und in meiner finanziellen Situation kann ich es mir auch nicht leisten, weiter weg zu fahren. Es müsste also einer in meiner Nähe sein.
    Was macht ein Mensch, der schon so fix und alle ist, dass er nichtmal mehr das auf die Reihe kriegt?


    oh je, schon beim Lesen bekomme ich Beklemmungen. Das ist nicht böse gemeint, sondern ich fühle wie es dir geht.

    Du schreibst, daß du mit Freund und Mutter telefonieren kannst. Schön, daß es Menschen gibt, die du magst und sie dich auch. Sehen sie wie es dir geht? Was tun sie um dir zu helfen?
    Dankeschön. Es tut schon gut, irgendwie verstanden zu werden.

    Schön ist es, Menschen zu haben, die einen lieben.
    Nein. Sie sehen es nicht. Sie verstehen es nicht. Meine Mutter kapiert das mit den Depressionen (hatte ich früher, jetzt eigentlich wenn dann nur ganz schwach) und vor allem das mit den Angstzuständen nicht. Sie versteht das nicht, kann sich nicht reinfühlen. Und genaugenommen überfährt sich mich immer wieder. Also, sagt oder tut etwas, weil sie es total gut meint und mir helfen will, bewirkt aber nur, dass es mir danach erstmal richtig mies geht.

    Mein Freund ist selbst psychisch eher schwach beinander. Sehr unsicher. Und er ist überfordert - weiß nicht, wie er mir helfen soll. Er liebt mich fürchterlich, aber er ist selbst sehr schwach und unsicher.
    Beim Bewerbungenschreiben kann er mir nicht helfen.
    Genaugenommen bin ich von uns beiden die "Starke", diejenige die noch irgendwie "raus" will, etwas "ändern" will. Er lebt so vor sich hin, in einer Situation, in der er das auch einfach tun kann. Ein moderner Peter Pan.

    Ich bin diejenige, die strampelt, kämpft, und träumt - von einem Leben, das besser ist. Ein Leben, das ich mir selbst hart erarbeiten werde - wenn ich die Angst davor überwunden habe, irgendwann. Hoffentlich bald. Ich bin dem allem so überdrüssig.

    Vielen Dank für eure Antworten, Sweetmama und Enjoy! Verzeiht mir mein Gesabbel. Ich habe zwei Leidenschaften - das Malen und das Schreiben - und letzteres tu ich gern sehr ausgiebig...

  6. #5
    Neuling Avatar von tiborhenrik
    Registriert seit
    10.05.2010
    Ort
    Mogyorod, Ungarn
    Beiträge
    50
    Danke
    4
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard Soziale Phobie

    Ich schreibe dazu, dass Du keineswegs allein in der Situation bist und denk lieber daran, hättest Du es besser gemacht, wäre es noch keine Garantie für Glück. Schaffst Du es der Klemme herauszukommen, denk nicht, dass die zurückgebliebenen ihre Situation verdient haben.
    T.H. Sebesta

  7. #6
    Neuling
    Registriert seit
    31.08.2010
    Beiträge
    10
    Danke
    1
    2 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zunächst einmal möchte Ich Dir ganz viel Kraft und Energie wünschen, dass Du aus dieser Krise wieder herauskommst. Ebenfalls hoffe ich, dass Du den Mut aufbringst, eine Therapie zu beginnen. Aus eigener Erfahrung kann Ich nur sagen, dass eine Therapie im hohen Maße zur Stabilisierung der Seele beiträgt.

    Was Du so schreibst ist mir absolut nicht fremd. Diese Erwartungsängste, die Du beschreibst, betrafen und betreffen mich zum Teil selber. Vor allem Deine Schilderung mit dem Briefkasten kann Ich sehr gut nachvollziehen. Inwiefern bei Dir Phobien oder andere Probleme vorliegen, kann Ich nur vermuten, aber erst ein Therapeut wird mit Dir die "Schuldigen" finden und bearbeiten.

    Wichtig ist, dass Du anfängst, eine gesunde Beziehung zu Dir selbst aufzubauen. Das fängt damit an, dass Du akzeptierst, wer Du bist, Selbstannahme ist sehr wichtig als erster Schritt.

    Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Gedanken. Du bist, was Du denkst, Du lebst wie Du denkst. Gedanken können runterreißen, wenn sie negativ sind. Wenn man dann erstmal in einem Kreislauf negativer Gedanken gefangen ist, kann es schon sehr zermürbend werden. Versuche an Deine Stärken zu Denken und lebe sie aus. Du schreibst gerne? Also fang an zu schreiben.....schreib Dir alles von der Seele. Falls Du der Auffassung sein solltest, dass Du keine Stärken hast, kann Ich Dich beruhigen : Du hast welche. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Musik eignet sich auch sehr gut, um die Gedanken zu beruhigen.

    Fang an, Dich für Dich und Deine Situation zu interessieren, höre auf Deine Träume, die wollen Dir nämlich was erzählen. Das Unterbewusstsein ist was sehr schönes, arbeite mit ihm zusammen und Du wirst Wunder sehen. Fang an, Literatur zu Deinen Problemen zu finden. In den Büchern von Dale Carnegie zum Beispiel sind sehr schöne Beispiele von Menschen, die Ihre Probleme auf ihre Art gelöst haben. Zudem sind die Werke von ihm sehr zugänglich geschrieben und nachvollziehbar.

    In diesem Sinne nochmal viel Kraft :-)
    Forward Ever, Backward Never

Ähnliche Themen

  1. Soziale Phobie
    Von Schmetterling64 im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 09.11.2010, 21:20
  2. Soziale Phobie ist ja richtig, aber Soziale Philie ???
    Von Grymm im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 02.07.2010, 10:48
  3. soziale Phobie
    Von Gast4175 im Forum Ängste
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 08.02.2010, 13:24
  4. Soziale Phobie /Soziale Ängste
    Von Greta im Forum Neu bei Psychologieforum.de?
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 02.03.2009, 21:31
  5. Ist das ne echte Soziale Phobie?
    Von Craven im Forum Ängste
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 10.01.2008, 19:27

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!