Hallo,
ich würde mir gern ein paar Tipps/ Infos zu meiner derzeitigen Lebensituation/ Verfassung holen...
Zu den "Rahmenbedingungen":
Ich bin Mitte 30, arbeite in der Forschung&Entwicklung und bin leider unterbezahlt (weit unter Tarif). Ich werde vom Arbeitgeber gar nicht gefördert, eher ausgebremst, obwohl ich sehr engagiert bin und es mir wichtig ist vorwärts zu kommen. Ich fühle mich im Job unterfordert und langweile mich. Mein Chef lässt mich meist seine Arbeit erledigen und gibt sie als "seine" weiter...Laut A-geber habe ich auch keinerlei Aufstiegschancen auf dieser Stelle...
Um diese Situation zu ändern, bewerbe ich mich seit fast 2,5Jahren, aber leider ohne Erfolg. Trotz sehr guter Noten und gutem Arbeitszeugnis.
Das frustriert alles sehr.
Seit Mitte letztens Jahres fehlt eine Kollegin, die letzte Woche nun doch nach langer Krankheit gekündigt hat. Ihre Arbeit musste ich immer auffangen. Dann fehlten 2 weitere Kollegen für je 4-6Wochen. Auch das habe ich versucht aufzufangen. War das vielleicht zuviel?
Ich frag mich immer mehr „WARUM?“.
Ich habe 2 Mädels (8+10). Die Kleine hat ADHS und die Große steckt schon in der Pubertät und liefert sich ständig harte Kämpfe mit mir.
Mein Partner (nicht der Vater der kids) flüchtet sich in seine Arbeit und ist von 10:30 bis 1:00 nachts unterwegs. Ich dagegen habe "normale" Arbeitszeiten von 7 bis 16Uhr. Wir sehen uns also nur schlafend. Da er in der Gastronomie arbeitet, hat er grundsätzlich am WE nicht frei. Wir sehen uns also so gut wie gar nicht mehr...
Ich fühle mich schon seit einer Weile mit allem alleingelassen und sehe meine Situation als sehr frustrierend und aussichtslos.
Dennoch bin ich nicht der Meinung dass ich depressiv bin.
Ich hatte schonmal eine Depression und da war mir u.a. alles egal und so.
Das ist jetzt nicht so.
Zu meinen "Symptomen":
Ich fühle mich frustriert und habe starke Probleme mich zu konzentrieren.
Ich kann mir nichtmal mehr nen Plan aufstellen, was ich noch alles erledigen muss.
Mir laufen die Gedanken weg, aber nicht bewusst, sondern eher so als würde ich anfangen zu träumen, sobald ich mich konzentrieren möchte.
Selbst Einkaufszettel muss ich mir schreiben, was ich sonst nie brauchte.
Es häufen sich in der letzten Zeit auch Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen und ich habe sehr oft Wortfindungsprobleme bei ganz einfachen Worten wie KAFFEE.
„Gibst du mir mal bitte den….ääähm…deeeen…ääähm, wie heißt das heiße Getränk nochmal?“
Meist fluche ich dann auch direkt oder schäme mich, weil ich öfters Probleme habe mich zu verständigen. Dann war ich in Rechtschreibung eigentlich immer sehr gut, aber in letzter Zeit muss ich häufiger nachschlagen wie ein Wort geschrieben wird.
Dann war es in den letzten 2 Tagen sehr peinlich!
Als ich mich auf der Arbeit nachmittags verabschieden wollte, habe ich :“Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende“ gesagt. Es hat ein paar Sekunden gebraucht, bis ich gemerkt hatte was ich da eigentlich gesagt hatte. Vermutlich vorallem wegen der ganzen verdutzten Gesichter.
Naja da denkt man, da war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken^^.
Nur als ich heute morgen zur Arbeit kam, wollte ich „einen schönen guten Morgen“ wünschen. Aber ich sagte tatsächlich:“tschüüüüüüss“. Die Kollegen waren sehr verdutzt und ich schämte mich.
Dann habe ich gelacht um meine Unsicherheit zu überdecken.
Langsam bekomme ich Angst.
Ich habe auch Probleme Nachts durchzuschlafen und wache morgens mit Kopf- und Nackenschmerzen auf.
Morgens komme ich kaum aus dem Bett und verschlafe häufiger und nachmittags schlafen ich fast im Sitzen ein.
Leichte Sachen wie aufräumen, überfordern mich irgendwie. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll.
Dann wollte ich meine Wohnung renovieren und neu streichen und hatte ne Woche frei, in der ich aber kaum was geschafft habe. Mehr Urlaub habe ich aber vor Weihnachten nicht mehr und jetzt leide ich unter dem Chaos was daheim herrscht. Und die halb fertige Wohnung.
Ich versuche mich immer wieder aufzuraffen und einer Depression entgegen zu wirken, vor der ich mich ja fast fürchte und merke, dass ich das eigentliche Problem gar nicht erkenne.
Ich hatte versucht einen Termin bei einem Psychologen zu bekommen, aber da soll ich 6-8 Monate warten…
Gibt es da Alternativen?
Denke auch über einen Kurantrag nach…
Für hilfreiche Kommentare wäre ich sehr dankbar.
Liebe Grüße
Saphi


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