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Thema: Stress, Burnout oder doch Depression?

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Stress, Burnout oder doch Depression?

    Hallo,

    ich würde mir gern ein paar Tipps/ Infos zu meiner derzeitigen Lebensituation/ Verfassung holen...

    Zu den "Rahmenbedingungen":

    Ich bin Mitte 30, arbeite in der Forschung&Entwicklung und bin leider unterbezahlt (weit unter Tarif). Ich werde vom Arbeitgeber gar nicht gefördert, eher ausgebremst, obwohl ich sehr engagiert bin und es mir wichtig ist vorwärts zu kommen. Ich fühle mich im Job unterfordert und langweile mich. Mein Chef lässt mich meist seine Arbeit erledigen und gibt sie als "seine" weiter...Laut A-geber habe ich auch keinerlei Aufstiegschancen auf dieser Stelle...
    Um diese Situation zu ändern, bewerbe ich mich seit fast 2,5Jahren, aber leider ohne Erfolg. Trotz sehr guter Noten und gutem Arbeitszeugnis.
    Das frustriert alles sehr.
    Seit Mitte letztens Jahres fehlt eine Kollegin, die letzte Woche nun doch nach langer Krankheit gekündigt hat. Ihre Arbeit musste ich immer auffangen. Dann fehlten 2 weitere Kollegen für je 4-6Wochen. Auch das habe ich versucht aufzufangen. War das vielleicht zuviel?
    Ich frag mich immer mehr „WARUM?“.

    Ich habe 2 Mädels (8+10). Die Kleine hat ADHS und die Große steckt schon in der Pubertät und liefert sich ständig harte Kämpfe mit mir.

    Mein Partner (nicht der Vater der kids) flüchtet sich in seine Arbeit und ist von 10:30 bis 1:00 nachts unterwegs. Ich dagegen habe "normale" Arbeitszeiten von 7 bis 16Uhr. Wir sehen uns also nur schlafend. Da er in der Gastronomie arbeitet, hat er grundsätzlich am WE nicht frei. Wir sehen uns also so gut wie gar nicht mehr...

    Ich fühle mich schon seit einer Weile mit allem alleingelassen und sehe meine Situation als sehr frustrierend und aussichtslos.
    Dennoch bin ich nicht der Meinung dass ich depressiv bin.
    Ich hatte schonmal eine Depression und da war mir u.a. alles egal und so.
    Das ist jetzt nicht so.

    Zu meinen "Symptomen":
    Ich fühle mich frustriert und habe starke Probleme mich zu konzentrieren.
    Ich kann mir nichtmal mehr nen Plan aufstellen, was ich noch alles erledigen muss.
    Mir laufen die Gedanken weg, aber nicht bewusst, sondern eher so als würde ich anfangen zu träumen, sobald ich mich konzentrieren möchte.
    Selbst Einkaufszettel muss ich mir schreiben, was ich sonst nie brauchte.

    Es häufen sich in der letzten Zeit auch Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen und ich habe sehr oft Wortfindungsprobleme bei ganz einfachen Worten wie KAFFEE.
    „Gibst du mir mal bitte den….ääähm…deeeen…ääähm, wie heißt das heiße Getränk nochmal?“
    Meist fluche ich dann auch direkt oder schäme mich, weil ich öfters Probleme habe mich zu verständigen. Dann war ich in Rechtschreibung eigentlich immer sehr gut, aber in letzter Zeit muss ich häufiger nachschlagen wie ein Wort geschrieben wird.

    Dann war es in den letzten 2 Tagen sehr peinlich!
    Als ich mich auf der Arbeit nachmittags verabschieden wollte, habe ich :“Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende“ gesagt. Es hat ein paar Sekunden gebraucht, bis ich gemerkt hatte was ich da eigentlich gesagt hatte. Vermutlich vorallem wegen der ganzen verdutzten Gesichter.
    Naja da denkt man, da war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken^^.
    Nur als ich heute morgen zur Arbeit kam, wollte ich „einen schönen guten Morgen“ wünschen. Aber ich sagte tatsächlich:“tschüüüüüüss“. Die Kollegen waren sehr verdutzt und ich schämte mich.
    Dann habe ich gelacht um meine Unsicherheit zu überdecken.

    Langsam bekomme ich Angst.
    Ich habe auch Probleme Nachts durchzuschlafen und wache morgens mit Kopf- und Nackenschmerzen auf.

    Morgens komme ich kaum aus dem Bett und verschlafe häufiger und nachmittags schlafen ich fast im Sitzen ein.

    Leichte Sachen wie aufräumen, überfordern mich irgendwie. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll.

    Dann wollte ich meine Wohnung renovieren und neu streichen und hatte ne Woche frei, in der ich aber kaum was geschafft habe. Mehr Urlaub habe ich aber vor Weihnachten nicht mehr und jetzt leide ich unter dem Chaos was daheim herrscht. Und die halb fertige Wohnung.

    Ich versuche mich immer wieder aufzuraffen und einer Depression entgegen zu wirken, vor der ich mich ja fast fürchte und merke, dass ich das eigentliche Problem gar nicht erkenne.

    Ich hatte versucht einen Termin bei einem Psychologen zu bekommen, aber da soll ich 6-8 Monate warten…

    Gibt es da Alternativen?
    Denke auch über einen Kurantrag nach…


    Für hilfreiche Kommentare wäre ich sehr dankbar.

    Liebe Grüße
    Saphi

  2. #2
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    Hallo Saphiera,

    Vielleicht solltest du einmal darüber nachdenken etwas komplett anderes zu machen. Eventuell solltest du dabei an die Unterstützung von deinem Partner appellieren, um dir einen gewissen Spielraum zu lassen.
    Manchmal können es kleine Dinge sein, die einem neue Kraft geben. Ein neues Hobby? Lebenslanges Lernen? Hast du schonmal an eine Weiterbildung, Umschulung der vll. sogar an ein Teilzeit-Studium gedacht?
    So wie du dein Problem beschreibst hört es sich an, als würde dein Job einen großen Anteil deines Lebens einnehmen. Wenn er allerdings nur noch dazu dient Geld zu verdienen und eher als Belastung wahrgenommen wird, solltest du weniger Gewicht darauf legen.
    Du erklärst, dass deine Leistungen nicht sonderlich anerkannt werden. Dann dreh den Spieß mal um. Wenn deine Bemühungen nichts bewirken, warum bemühst du dich dann noch? Das kostet unnötig Zeit und Kraft.
    Halte dir vielleicht auch die Möglichkeit offen etwas komplett anderes zu tun. Heutzutage ist es normal, wenn man nicht sein Leben lang in einem Beruf bleibt und oft wirken verschiedenste Tätigkeiten im Lebenslauf positiv, oder werden sogar vorrausgesetzt.

    Ich denke du wirst eine Möglichkeit finden mit der du glücklich werden kannst.
    Oft hilft sogar einfach etwas Neues anzufangen.
    Ich hoffe ich habe dir ein wenig helfen können und wünsche dir viel Glück.

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Saphiera...

    na bei den vielen Dingen, die Du tagtäglich leistest, wundert es nicht, dass Du erschöpft bist! Das ist ja ziemlich viel! Gibt es denn niemanden, der Dir mal zur Hand gehen könnte? Mal die Kinder mitnimmt (ein Wochenende) oder jmd, der die Wohnung fertigstellt? Vielleicht ja auch Handwerker...

    Ich finde gut, dass Du Deine Versprecher mit Humor und Selbstironie nimmst und Dich nicht zu sehr damit belastest. Ich würde sie am ehesten auf Deine Erschöpfung zurückführen. Sicherheitshalber könntest Du natürlich einen Neurologen aufsuchen, ihm die Probleme schildern und vielleicht auch mal ein paar Tage daheim bleiben, um Dich auszukurieren. Es wäre auch gut, mal die Ärzte zu konsultieren, wenn Du erwägst, eine Reha zu machen. Dazu musst Du ja auch erstmal "offiziell" krank sein, also vorstellig werden, eine Diagnose bekommen, damit Entsprechendes in die Wege geleitet werden kann.

    All Deine Angelegenheiten sind ja einzeln betrachtet schon wirklich große Herausforderungen, allein der Job plus Bewerbungen schreiben. Wow, woher nimmst Du nur all diese Kraft?! Ich glaube, ein Depressiver hätte diese Kräfte nicht...

    Wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg beim Bewerben!

    Rhea

    PS: Alternativen zur Psychotherapie: Frag mal bei Deiner Krankenkasse. Manche bieten auch Telefonprogramme an. Bei manchen Kassen funktioniert auch, belegen zu können, dass man viele Therapeuten (mit Kassenzulassung) angerufen hat, die aber keine Plätze frei haben. Mitunter bietet die Kasse dann an, eine Therapie bei einem Therapeuten ohne Kassenzulassung (zB Heilpraktiker) zu bezahlen.

  4. #4
    Neuling Avatar von Urlaubaer75
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    Hallo Saphiera,
    also für mich sieht das sehr nach Stress-Symptomen aus, die Hand in Hand gehen mit einer leichten Depression. Ich hatte vor kurzen auch zu viel Stress in der Arbeit.

    Irgendwann macht der Körper das nicht mehr mit. Bei mir äußerte sich der Stress:

    Schlechter hören/konzentrieren und schlechtes Erinnern an Gesagtes in/an emotional Anstrengenden Situationen. Abschweifen von Gedanken, Ruhelosigkeit beim Schlafengehen, nass geschwitzt am Morgen aufwachen, erhöhte Blutdruckwerte, gereizte Blase, Ohren sausen, Rückenverspannungen/Schmerzen, Durchfall.

    Als es ganz schlimm wurde:
    Erhöhter mittlerer Blutdruck, Geistig abwesend bei Stress fördernden Situationen. Gedanken die die ganze Nacht keine Ruhe geben.

    Mein Rat gehe dringend zum Hausarzt! Schilder Ihm deine Situation. Melde dich Arbeitsunfähig 1-2 Wochen.

    Nutze die Zeit Zuhause:
    -mit Autogenem Training (Migräne wird auch durch Stress begünstigt) http://[URL="www.aktivgegenmigraene.de/migraene-vorbeugen/home.html"]www.aktivgegenmigraene.de/migraene-vorbeugen/home.html[/URL] die Tipps auf der Seite sind Goldwert!

    -yoga, entspannende Musik, Wellness-Massagen, Sauna, Kneip-Güsse(heiß /kalt im Wechsel), Spazieren gehen im Grünen, Pilze suchen, keine Drogen nehmen, auf Ernährung achten, täglich lange Duschen oder lange Baden, Meditieren, Sport,

    -mein Geheimtipp: Lachen ist Gesund! lese dir gute Witze aus dem Internet, merk dir die 5, die dir am besten gefallen und erzähle sie guten Familie/Freunden/Arbeitskollegen. Wenn dein Gegenüber auch einen Witz macht, lach mit ihm und erzähl gleich den nächsten. Die Seite http://www.pcgames.de hat ganz ganz unten eine Rubrik: „Bilder“ und da findest du auch gute Witze die man mal zwischen durch erzählen kann.

    -versuch mit deinem Partner zu reden, wenn du etwas Ruhe gefunden hast und Schilder ihm deine Situation. Zwing ihn nicht zu etwas. Sonst zieht er sich noch weiter zurück in seinen Beruf. Versuch ihn an seinem Ego zu packen. Lob ihn, wenn er dich unterstützt. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Ich sag immer Kleinvieh macht auch Mist. Rede mit ihm über einen Haushaltsplan. Er kann dich ruhig bei der Hausarbeit unterstützen. Und wenn er nur das Bad und das Schlafzimmer in Ordnung hält.. .das ist schon mal 1-2 Sorgen weniger auf deinen Schultern. Lass Ihn Kochen, Einkaufen. Irgendwas kann er dir sicher abnehmen. Aber denk immer daran ihn nicht zu kritisieren, wenn er etwas übernommen hat, was sonst du gemacht hättest. Lob ihn für das, was er richtig gemacht hat.

    -wenn alle Stricke reißen, musst du dich von deinem Job trennen und erst dann wird es dir gelingen eine Bewerbung so zu schreiben, dass sie auch den gewünschten Erfolg hat. Nur wenn man einen klaren Kopf hat, kann man sich auch so äußern, dass es andere auch gut Verstehen. Also spare dir die Kraft für Bewerbungen, solange du noch mit Schlafstörungen etc. zu kämpfen hast.
    Lass dich nicht vom Stress gefangen nehmen! Ich hoffe ich konnte dir den einen oder anderen brauchbaren Tipp geben.

    Grüße
    Urlaubaer75

  5. #5
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    Hallo,

    wie wäre es mit einer Putzhilfe? Ihr geht beide arbeiten, da könnte sowas doch sicherlich zu finanzieren sein und es wäre schon mal ein Teil der leidigen Hausarbeit abgenommen?

    LG
    Thessa

    PS: Ja, und die Wohnung von einem Handwerker fertigstellen lassen. Gesundheit ist wichtiger, wie das Geld. Also wenn irgendwie finanzierbar, könne Dir das.

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