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Thema: Struktur im Leben?

  1. #1
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    Standard Struktur im Leben?

    Hallo Leute,

    ich habe da ein Problem, das mich schon eine Weile beschäftigt und das immer und immer wieder auftritt. Ich kriege es einfach nicht hin Struktur in mein Leben zu bringen. Es gibt Phasen, da schaffe ich es und dann bricht alles wieder zusammen. Und ich verstehe einfach nicht woran das liegt? Ich denke daran, dass andere es schaffen...
    Ich glaube ich habe mehrere Probleme, aber ich will da erst mal Schritt für Schritt rangehen. Mein erstes Problem ist wohl der innere Schweinehund. Das geht schon soweit, dass es meine Beziehung gefährdet.
    Ich kriege mein Leben einfach nicht auf die Reihe: Ich schaffe den Haushalt nicht, ich kann mich nicht dazu aufraffen einen neuen Job zu suchen, ich schaffe es nicht mit der Uni und ich habe das Gefühl in einer Sackgasse zu sein. Vor zwei Monaten ist der Vertrag für meinen Aushilfsjob ausgelaufen und er wurde nicht verlängert. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die mich auch nicht mehr wollten. In den letzten Tagen habe ich immer wieder mal Fehler auf der Arbeit gemacht und ich hatte das Gefühl, dass man unzufrieden mit mir ist. Dabei habe ich mir wirklich mühe gegeben schneller und effizienter zu arbeiten. Als man mir dann gesagt hat, dass der Vertrag nicht mehr verlängert wird, war ich irgendwie davon überzeugt, dass es an mir lag. Jedenfalls bin ich seit zwei Monaten ohne Job.
    Ich habe neue Bewerbungsfotos gemacht und auch Berwerbungen und Lebensläufe geschrieben und sie in ausgedruckter Form vor mir liegen. Sogar ein paar Adressen habe ich schon. Aber ich krieg es einfach nicht über mich dort hin zu gehen und die Bewerbungen abzugeben und mich richtig für einen neuen Job einzusetzen. Ich habe sogar richtig Schiss in einem Geschäft nachzufragen, ob sie derzeit Aushilfen brauchen.
    Mein Freund und meine Mutter fragen ständig nach, ob ich schon was getan habe, ob ich mal hier und da nachgefragt habe...und mir wird das immer unangenehmer. Außerdem weiß ich auch, dass es sehr wichtig ist, dass ich jetzt schnell was finde. Sonst kann ich nicht mehr die Miete zahlen.
    Ich bin die ganzen Tage zu Hause und habe unendlich viel Zeit etwas zu machen. Nur habe ich das Gefühl, dass die Zeit bei mir nur so davonrast, ohne dass ich irgendetwas mache. Wie schon erwähnt auch den Haushalt kriege ich nicht hin. Ab und zu habe ich dann einen Schub und fange mit dem Haushalt an. Aber auch dann mach ich hier und da etwas und am Ende ist doch nichts fertig gemacht. Ich weiß man soll mit einer Ecke anfangen und sich dann zur nächsten Arbeiten. Aber ich springe schon fast automatisch vom Bad ins Schlafzimmer zur Küche und dann ins Wohnzimmer und das irgendwie im Kreis und am Ende ist dann höchstens nur ein Zimmer richtig gemacht und alles andere ist unfertig. Das gibt mir das Gefühl so gut wie nichts gemacht zu haben, obwohl ich den ganzen Tag eigentlich was getan habe!
    Dass das auch meine Beziehung (ich wohne mit meinem Partner zusammen) ins Wanken bringt ist ja auch klar. Mein Partner kommt gar nicht mehr zur Ruhe. Er hat Stress auf der Arbeit und wenn er dann nach Hause kommt, dann Stress mit mir, weil ich zwar den ganzen Tag Zuhause war, aber nichts geschafft habt. Gestern Abend ist das ziemlich eskaliert und wir hatten Streit, wo ich prompt eine Panikattacke hatte. Ich bin vollkommen hysterisch geworden und war am hyperventilieren. Ich hasse mich selbst dafür, dass ich nichts auf die Reihe bekomme und jetzt habe ich auch noch Angst, dass die Beziehung kaputt geht. Ich hatte schon mal eine dreijährige Beziehung, die unter anderem daran gescheitert ist. Damals waren es verschiedene Gründe (wir hatten uns auseinander gelebt usw), aber damals brachte mein Ex auch das als "Scheidungsgrund". Weil er meinte, dass er sich ein Zusammenleben mit mir nicht vorstellen könnte, weil die kurze Zeit wo wir quasi zusammengelebt haben "nicht beziehungsfördernd" gewesen seien.
    Jedenfalls haben mein aktueller Freund und ich uns überlegt wie wir was ändern können, um Struktur in mein Leben zu bekommen und meine ewige Aufschieberei und meinen inneren Schweinehund in den Griff zu kriegen. Wir haben schon mal versuch To-Do Listen zu erstellen, was allerdings nicht wirklich funktioniert hat. Und ich verstehe einfach nicht was mit mir los ist und ich weiß einfach nicht weiter. Und deswegen wollte ich mir mal Hilfe von außerhalb holen. Nur weiß ich nicht, wen ich ansprechen soll und ich habe auch Angst mit jemandem darüber zu reden. Und hier bin ich nun...

  2. #2
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    Was war denn der Auslöser?
    aufwachen, träumerle...!


  3. #3
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    Auslöser wovon?

  4. #4
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    Zitat Zitat von Morgry Beitrag anzeigen
    Auslöser wovon?
    dem Ganzen.
    aufwachen, träumerle...!


  5. #5
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    Hallo Morgry,

    Du schreibst, Du schaffst es nicht mit der Uni. Also studierst Du. Wieso bist Du dann den ganzen Tag daheim - ist dies ein Fernstudium, oder hast Du Dein Studium bereits abgebrochen?
    Wenn Du Studentin bist, dann suchst Du nach einem Nebenjob, richtig? Ich wundere mich, dass Du Dich dafür mit allen Drum und Dran bewerben musst. Bei mir war das damals noch so, dass sich für studentische Aushilfsjobs recht formlos beworben wurde.
    Wieso hast Du Angst, die Miete nicht mehr zahlen zu können? Du schreibst, Du lebst mit Deinem Partner zusammen, der offenbar bereits beruftsätig ist. Ihr seid doch eine Lebenspartnerschaft. Weshalb zahlt er die Miete nicht, bis Du mit dem Studium fertig bist? Oder teilt ihr euch die Miete? Hm, da solltest Du Dir vielleicht überlegen, ob Du Dir als Studentin das Leben in einer Wohnung, die man eigentlich nur als Berufstätiger zahlen kann, leisten kannst.
    Persönlich sehe ich es so, dass entweder der finanziell gut gestellte Partner den Großteil der Miete zahlt, bis der andere finanziell ebenfalls gut gestellt ist, oder aber erst mal nicht zusammen gezogen wird. Eine Studentenbude im Wohnheim würde Dich finanziell sicher nicht so in die Enge treiben.

    Gruß,

    Physalis

  6. #6
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    Hallo Morgry,

    es ist zwar schon etwas her, seit du geschrieben hast, aber ich hoffe, dass du trotzdem nochmal reinschaust!

    Die Verhaltensweisen, die du beschreibst, kenne ich. Als ich deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich, du schreibst über mich!

    Die Examensklausuren habe ich geschrieben und warte jetzt auf den Bescheid, ob ich zur mündlichen Prüfung zugelassen werde. Bin den ganzen Tag zu Hause und müsste eigentlich für die letzte Prüfung lernen. Doch statt zu lernen verbringe ich den halben Tag im Internet (so wie jetzt gerade), habe tausend verschiedene Gedanken im Kopf. Davon bin ich dann mittags so erschöpft, dass ich mich meistens für ein "Nickerchen" hinlege, woraus dann so ca. 2 Stunden schlafen werden. Danach fühle ich mich zerschlagen und ärgere mich, dass ich den Tag über nichts Sinnvolles zustande bekommen habe.
    Dabei hätte ich auch neben dem Lernen genug zu tun, zum Beispiel den Haushalt.
    Ich weiß, für manche Leser hört sich das vielleicht an wie ein "Luxusproblem", aber ich leide sehr unter meiner Verhaltensweise!!! Diese lege ich auch nicht erst seit kurzem an den Tag, sondern schon seit Jahren.
    Wichtige Dinge schiebe ich solange vor mir her, bis ich schließlich nur noch reagiere, um drohende Nachteile abzuwenden.
    Diese extreme Aufschieberei bringt mich noch in Teufels Küche.
    Ich habe schon oft versucht, mich anders zu verhalten, mir Pläne bzw. To-do-Listen gemacht. Abends sage ich mir ständig, dass es so nicht weitergehen kann und ich morgen endlich aus dem Quark kommem muss. Doch wie ferngesteuert verhalte ich mich jeden Tag gleich, mit dem Ergebnis, dass ich total unzufrieden mit mir und meinem Leben bin.
    Von meiner Partnerschaft möchte ich gar nicht viel schreiben. Nur soviel: Mein Mann hält mich für faul und hält die Situation zu Hause kaum noch aus, was ich ja auch verstehen kann.

    Tja, was könnte wohl die Ursache für dieses, für viele unverständliche, Verhalten sein?
    Ängste?
    Aber wovor? Vor einem Versagen? Vor unangenehmen Situationen?
    (Obwohl es ja nach dem sinnlosen Nichtstun oder auch Tun noch viel unangenehmer wird!)
    Depressionen?
    So die Diagnose meines Neurologen. Ich nehme seit über einem Jahr ein Antidepressivum. Meine Stimmung ist zwar nicht mehr so stark schwankend wie früher, aber mein Verhalten hat sich nicht geändert. Auch heute fühle ich mich wieder wie gelähmt. Unfähig, meinen Tag zu strukturieren. Keine Disziplin.
    Einfach nur ätzend!

    Gibt es vielleicht in diesem Forum einen Sachkundigen, der zu diesem Problem hilfreiche Informationen hat?

    LG
    Catlover

  7. #7
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    http://www.studentenwerk-karlsruhe.d...rmationstexte/

    schau dir diese links an. die texte sind sehr gut, vor allem der über arbeiten unter zeitdruck. sie geben einem tipps, wie man sowas in den griff kriegen kann.

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