psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 16

Thema: Studienabbruch- Angst vor der Zukunft

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    13.11.2011
    Beiträge
    6
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Studienabbruch- Angst vor der Zukunft

    Hallo,
    ich habe mich gerade hier angemeldet u möchte versuchen hier meine Gedanken zu sortieren, im realen Leben fällt mir das schwer da ich ständig in Tränen ausbreche. Reden und Heulen gleichzeitig funktioniert nur leider nicht.

    Ich studiere ein naturwissenschaftliches Fach an einer Universität und bin durch einen Teil meiner Diplomprüfungen gefallen. Seit dem finde ich keine Ruhe mehr und kaum ein Tag vergeht ohne ein paar heimliche Tränen. So viel wie im letzten Jahr habe ich noch nie geweint. Ich musste die Prüfungen in einem bestimmten Zeitraum wiederholen, diese Frist ist nun abgelaufen. Ich habe mich einfach nicht getraut neue Prüfungstermine festzulegen. Ich habe versucht zu lernen, mit Karteikarten, Mind Mapping usw., aber ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Mir wird schon schlecht wenn ich mich nur vor meine Bücher setze. Es ist nicht einfach nur "kein Bock zu Lernen". Jedenfalls flattert nun wohl bald die Exmatrikulation ins Haus. So kurz vor dem Diplom ist mein Studium gescheitert. Den Kontakt zu meinen Kommilitonen habe ich abgebrochen, es tut einfach zu sehr weh.

    Nächste Woche habe ich einen Termin beim Arbeitsamt. Trotz super Abi stehe ich mit mitte 20 ohne Ausbildung da. Ich weiß nicht was ich nun tun soll. Eine normale Ausbildung zur Laborantin? Kann ich damit glücklich werden? Ich habe Angst einen Studienabbruch für immer zu bereuen. Ich habe meinen Traumberuf verloren und daneben sieht alles fad aus.

    Ein wichtiger Teil meiner Verzweiflung ist auch die Reaktion meines Umfeldes. Bisher habe ich nur mit meinem Freund darüber geredet. Er wünscht sich unser altes Leben zurück und unterstützt mich darin etwas neues zu beginnen. Er kann es einfach nicht mehr ertragen, dass ich immer nur unglücklich bin. Meine Eltern wissen von den verpatzten Prüfungen, sie gehen jedoch davon aus, dass ich die Prüfungen wiederhole. Wenn ich daran denke es ihnen zu sagen bricht mir das Herz. Sie werden so enttäuscht sein.

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    13.11.2011
    Beiträge
    6
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Meine Eltern haben mein Studium finanziert, sie haben mich immer unterstützt und ich möchte ihnen einfach nicht weh tun.
    Hinzu kommen noch die vielen Freunde, Familienangehörige und Bekannte. Noch nicht mal beste Freunde wissen bescheid. Da ist es mir einfach nur peinlich. Ich meide in letzter Zeit so gut wie möglich den Kontakt zu anderen Menschen. Bei großen Menschenmengen möchte ich einfach nur flüchten. Ich habe immer Angst jemand bekanntem zu begegnen und nach dem Studium gefragt zu werden. Niemand wird mich verstehen können. Wer bricht denn schon sein Studium kurz vor Schluss ab???
    Wenn ich auf einer einsamen Insel leben würde, ich hätte dieses Studium schon längst abgebrochen...

    Dieses Jahr war das schlimmste Jahr meines Lebens und ich weiß nicht ob es besser wird bzw. wie es besser werden soll. Ich hatte alle Möglichkeiten dieser Welt und habe meine Karriere in den Sand gesetzt. Ich frage mich nun auch ob ich überhaupt eine Laborantenausbildung schaffen kann, vielleicht drehe ich vor den Prüfungen wieder total durch. Ob mich überhaupt jemand einstellt? Werden meine Kommilitonen meine zukünftigen Chefs sein?

    Ich bin so enttäuscht von mir selbst und ich bin am Ende meiner Kräfte. Es ist 6 Uhr morgens und ich kann immer noch nicht einschlafen. Meine Gedanken drehen sich im Kreis. Wie soll ich es meinen Eltern sagen? Was soll ich mit meiner Zukunft anfangen? Ich will wieder Spaß am Leben haben, ich will meine Zeit nicht vergeuden.

  3. #3
    Schreiberling
    Registriert seit
    12.10.2011
    Beiträge
    491
    Danke
    79
    83 mal in 71 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo tzui
    Ich wünsche Dir viel Energie und Kraft. Es sieht laut Deiner Beschreibung so aus, als wären überwiegend Ängste im Spiel. (Prüfungsangst, Angst vor Erfolg, Angst vor Versagen etc. etc.) Vllt solltest Du Dir einfach professionelle Hilfe holen oder kurz eine Auszeit nehmen. Könnten vielleicht Erschöpfungszustände im Spiel sein? Es könnte auch sein, dass Du Dich derzeit etwas festgefahren hast.
    LG

  4. #4
    Neuling
    Registriert seit
    22.10.2011
    Beiträge
    89
    Danke
    5
    15 mal in 11 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo tzui,

    willkommen im Psychologieforum. Ich kenne das Problem sehr gut, ich habe einen Großteil meiner Prüfungen bestanden, jedoch hapert es an einigen die ich scheinbar nie im Leben packe. Zwischendurch bewarb ich mich auf Ausbildungsstellen, leider erfolglos, was mich in ein tieferes Loch fallen ließ. Ich baute immer mehr Druck auf und komoensierte es irgendwann in Spielsucht. 3 Jahre habe ich den ganzen Tag gezockt und meine Probleme verdrängt, immer wenn mich jemand nach dem Studienerfolg fragte sagte ich nur dass es noch länger dauern aber schon werden würde.
    Nun habe ich meine Spielsucht besiegt weil ich keine Lust habe den Rest meines Lebens auf der Stelle zu treten und dabei meine augen, den Rücken und geistigen Zustand zu verschlechtern. Ich habe Mut gefasst weil ich dachte "Wenn sie kein Verständnis haben sind sie auch nicht die richtigen für mich" und habe es meinen Eltern, Großeltern und KommilitonInnen gestanden. Ich bekam überraschend viel positive Resonanz und mir wurde zugeredet dass ich zwar schon älter als der ÄDurchschnittsazubi bin, jedoch mit Starken Leistungen positiv genug auffallen könnte um weiter zu kommen. Außerdem muss ich ja nicht den Rest meines Lebens Geselle in dem einen Beruf bleiben sondern kann mich weiterentwickeln, Meisterbrief, Seminare, Abendschule usw.
    Ob man nun auch in der Ausbildung versagt, ich habe da keine Bedenken. Erst einmal ist das Tempo mit dem der Stoff vermittelt wird nicht so extrem hoch wie im Studium und außerdem ist man nach dem Entschluss das Studium aufzugeben um was neues zu machen so befreiend dass man viel Kraft hat für den neuen Weg.
    So sehe ich das, ich hoffe es hilft dir.

    Viele Grüße
    Reck

  5. #5
    Verleger Avatar von Physalis
    Registriert seit
    20.03.2011
    Beiträge
    2.174
    Danke
    98
    333 mal in 274 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo tzui,

    vielleicht gibt es Wege, die Exmatrikulation zu verhindern. Ich würde Dir raten, Dich von einen Anwalt, der sich in Hochschulfragen auskennt, fachkundig beraten zu lassen. Du bist nicht deshalb nicht zu den Prüfungen, weil Du keine Lust hattest, sondern weil Du unter sehr hohem psychischem Druck gestanden hast. Womöglich lässt sich mit entsprechenden Attesten was machen und Du kannst die Prüfung doch noch wiederholen, aber nach einer Auszeit.

    Das Schlimmste ist es immer passiv zu bleiben. Dann kann die Uni doch nichts anderes tun, als ihre Formalien abzuspulen.

    In meinem Grundstudium war ich auch mal an einem solchen Punkt, allerdings nicht aus Prüfungsangst. Jedenfalls ging es mir seelisch und dann auch körperlich so schlecht, dass ich das Studium unterbrechen musste. Ich habe es ein Jahr später fortgesetzt und in der Regelstudienzeit erfolgreich beenden können. Als ich von der Uni wegginge, dachte ich nicht, dass ich dort noch einmal einen Abschluss machen würde und dann ging es sogar sehr gut.

    Du schreibst, Du hättest es schon früher abgebrochen, wenn Du auf einer einsamen Insel lebtest. Gefällt Dir das Fach nicht? Hast Du es nur Deinen Eltern und der Meinung der Leute in Deinem Umfeld wegen studiert?
    Wie dem auch sei, würde ich so kurz vor dem Abschluss alles daran setzen, diesen Abschluss zu machen, egal, ob Dir das Fach gefällt, oder nicht. Anders sehe ich es am Anfang eines Studiums. Du kannst Dich immer noch anders orientieren, sobald Du den akademischen Abschluss hast. Aber bitte suches Dir eine Unterstützung, um Deine Möglichkeiten rechtlich abzuklopfen.

    Deine Gedanken kann ich jedenfalls sehr gut nachempfinden. Damals wollte ich auch niemandem begegnen, zog mich völlig zurück, hatte Zukunftsängste und sah mich als gescheitert an. Da ich vorher schon eine Banklehre mit sehr gutem Ergebnis abgeschlossen hatte und auch ein sehr erfreuliches Abi ohne Probleme erreicht hatte, wusste ich mit diesem Scheitern gar nicht umzugehen. Für mich war der einzige Weg da raus, wieder aufzustehen und genau das zu Ende zu bringen, was ich zuvor geschmissen hatte. Ich sehe es da anders als mein Vorredner: für einen Beruf, den ich als im Vergleich zu meinem Studienfach als minderwertiger angesehen hätte, hätte ich erst recht keine Kraft gehabt.

    LG

    Physalis
    Geändert von Physalis (13.11.2011 um 17:56 Uhr)

  6. #6
    Neuling
    Registriert seit
    13.11.2011
    Beiträge
    6
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich habe mit meinen Eltern gesprochen... sie unterstützen mich egal welchen Weg ich gehe, hauptsache ich mach was.

    Ich weiß nicht ob ich unbedingt einen Anwalt brauche, ein Härtefallantrag würde vielleicht schon helfen. Ich weiß nicht ob es ich es schaffe die Prüfungen jemals abzulegen, mir wird richtig schlecht beim Gedanken daran.

    Eine Ausbildung ist natürlich nicht die optimale Alternative, es ist auch für mich ein Abstieg. Aber irgendetwas muss ich tun.

  7. #7
    Verleger Avatar von Physalis
    Registriert seit
    20.03.2011
    Beiträge
    2.174
    Danke
    98
    333 mal in 274 Beiträgen bedankt

    Standard

    Wie war es denn während der Prüfungen im Laufe des Studiums? Warst Du da auch so gestresst?

    Hast Du das für Dich falsche Fach gewählt?
    Oder ist dieses Studienfach die notwendige Voraussetzung (also das notwendige Übel) für Deinen Traumberuf?

    Schön, dass Du mit Deinen Eltern gesprochen hast .

  8. #8
    Neuling
    Registriert seit
    13.11.2011
    Beiträge
    6
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Das Studium war von Beginn an schwer für mich, ich hatte gut und schlechte Prüfungen. Ich habe mich immer sehr angestrengt und es dadurch zum Durchschnittsstudenten geschafft. Ich habe nie gerne studiert, mir hat sehr oft die Hilfestellung und Unterstützung der Professoren gefehlt. In der Vorlesungen bin ich selten mitgekommen und musste mir dann alles aus Büchern selbst beibringen. Aber so geht es vielen Studenten. Das Tempo in den Vorlesungen ist teilweise wirklich enorm. Der Beruf selbst würde mir bestimmt Spaß machen, schließlich weiß ich durch mein langes Studium auch schon welche Bereiche mich besonders interessieren.

    Wenn ich die Uhr jedoch zurückdrehen könnte, würde ich mich nie wieder für ein Studium an der Uni entscheiden. Das war doch etwas zu hoch gegriffen.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Angst vor der Zukunft
    Von Sternenfee37 im Forum Stress ohne Ende?
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 12.07.2011, 18:40
  2. Angst vor der Zukunft
    Von Jungermann1990 im Forum Ängste
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 21.03.2010, 22:48
  3. Angst vor der Zukunft
    Von MeryLuu im Forum Ängste
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 04.03.2010, 13:40
  4. Angst vor der Zukunft!!!
    Von metaphysik im Forum Ängste
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 06.05.2009, 07:12
  5. Angst vor der Zukunft
    Von lonely im Forum Ängste
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 04.05.2009, 21:39

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!