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Thema: Stuhlverweigerung bei einem Erwachsenen

  1. #1
    Neuling
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    Standard Stuhlverweigerung bei einem Erwachsenen

    Hallo,

    es geht um meinen Freund. Wir sind schon einige Zeit zusammen und ich habe gemerkt, dass was nicht stimmt. Nach einem Streit und wahrscheinlich sehr großem Druck auf ihn, hat er mir anvertraut, dass er ein riesen Problem hat.

    Er geht seit er 8 Jahre alt war nicht mehr zur Toilette. (Pinkeln geht!)
    Am Anfang war das wohl noch eher ein kindlicher Spass um rauszukriegen, wie lange er es "wegdrücken" (wie er es nennt) kann. Irgendwann hat er das von alleine gemacht. Manchmal konnte er es dann nicht mehr wegdrücken und hat sich eingekotet. Jetzt traut er sich nicht mehr zur Toilette, weil er Angst hat, dass er dann nicht mehr aufhören kann. Inzwischen ist er 20. Er hat selber riesige Panik, dass dies ihn irgendwann richtig körperlich krank macht. Ich mache mir ebenfalls sorgen um ihn. Wir waren beim Arzt und dieser meinte es sei ein psychisches Problem und nichts körperliches. Mein Freund weigert sich inzwischen weitere Ärzte oder Psychologen aufzusuchen. Er betont immer wieder, dass er sich nur mir anvertrauen will und mit mir am besten reden kann. Aber ich bin inzwischen völlig überfordert. Es ist wirklich ernst. Sein Bauch ist inzwischen eine kleine harte Kugel und man fühlt bei Druck den vollen Darm!

    Bitte helft mir. Ich hab Stunden im Netz verbracht, Begriffe wie Obstipation oder Enkopresis gefunden, aber es hilft mir nicht weiter.

    Danke für Eure Antworten!!
    Aeni

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    Jetzt traut er sich nicht mehr zur Toilette, weil er Angst hat, dass er dann nicht mehr aufhören kann.
    nicht mehr aufhören kann mit was?

    sag ihm, dass Dich das überfordert. Er kann ja gern mit Dir reden, aber helfen wirst Du ihm nicht können. Selbst wenn Du erfahrener wärst, Du bist einfach zu dicht dran und es ist schlicht und einfach nicht Deine Aufgabe.

    Mal dumm gefragt, wo hat er denn dann die letzten 12 Jahre hingekackt?
    Es ist ja verständlich, wenn er erst jetzt zum ersten mal drüber redet, dass er sich auf Dich fixiert. Aber so gehts halt nicht. Und ehrlich gesagt, seine Weigerung zu nem Fachmenschen zu gehen unterstützt mein Bauchgrummeln, das da sagt: damals mit 8 Jahren ist womöglich mehr passiert, als dass er nur aus Jux mal den Drang weggedrückt hat

  3. #3
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    Standard

    Ich habe den starken Verdacht, dass es triftigere Gründe gibt, warum dieses Problem entstanden ist und das ängstigt mich. Ich kenne seine Familie sehr gut und weiß, dass die Probleme nicht daher rühren können. Aber er redet nicht mit mir.

    Auch wenn es unglaubwürdig und medizinisch nicht möglich klingt, er ist wirklich nicht gegangen.

    Er zwingt sich selbst seit einiger Zeit und ich muss ihn ständig daran erinnern, zur Toilette zu gehen, aber er verfällt ständig in sein altes Muster.

    Wie krieg ich denn jmd zu einem Fachmann der nicht will? Es ist ja nicht so, dass ich das nie angesprochen hätte. Aber er würde eher das Risiko eingehen, dass ich ihn verlasse als einen Therapeuten aufzusuchen.
    Geändert von aeni (31.07.2010 um 16:51 Uhr)

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von aeni Beitrag anzeigen
    Auch wenn es unglaubwürdig und medizinisch nicht möglich klingt, er ist wirklich nicht gegangen.
    12 Jahre? Nein, tut mir leid, da sagt er Dir einfach nicht die Wahrheit. Wahrscheinlich aus Scham, weil er Tüten oder Blumentöpfe oder irgend so was benutzt hat.

    Zitat Zitat von aeni Beitrag anzeigen
    Wie krieg ich denn jmd zu einem Fachmann der nicht will? Es ist ja nicht so, dass ich das nie angesprochen hätte. Aber er würde eher das Risiko eingehen, dass ich ihn verlasse als einen Therapeuten aufzusuchen.
    Gut, dann muss er eben etwaige Konsequenzen tragen.

    Aeni, ich schätze mal, Du kennst vll nicht mal die Hälfte der wirklichen Geschichte. Und Du kannst Dich noch so aufreiben, Du wirst es ihm nicht abnehmen können. Du kannst ihn vll aufs Klo scheuchen, aber das, was dahinter steht, wird auf die Weise nicht aufgearbeitet werden.

    Es kann reichen, als Kind von anderen Kindern im Klo eingesperrt zu werden. Oder auf die Weise bestraft worden zu sein, um ein solches Verhalten auszulösen. Das ganze ist sicher massiv schambesetzt und er wird noch gar nicht über alles reden können bzw sich vll auch gar nicht an alles erinnern. Nur Du wirst das nicht für ihn regeln können. Das sitzt im wahrsten Sinne des Wortes zu tief.

    Und dass Du Angst vor der Wahrheit hast bzw davor, damit nicht umgehen zu können, ist eine ganz normale Reaktion. Du kannst daher nur eines machen, ihm Grenzen setzen, indem Du sagst, dass Du für ihn da sein wirst, wenn er was dagegen unternimmt. Dass Du aber nicht zur Verfügung stehst, die Ersatztherapeutin zu machen. Da ihm das nicht helfen wird. Im Gegenteil - es verzögert nur, dass er sich wirklich Hilfe holt.

    Bist Du seine erste Freundin?

  5. #5
    Gast5147
    Gast

    Standard

    Hallo Aeni,

    ich schließe mich da Gaby an: Auch bei mir macht sich ein seltsames Gefühl breit und ich glaube ebenfalls, dass dort mehr Dinge vorgefallen sind. Ebenso kannst Du ihn nicht medizinisch oder therapeutisch betreuen, das ist nicht möglich, er sollte unbedingt zu einem Fachmann gehen!

    Und noch eins: Ein Mensch kann nicht jahrelang seinen Stuhlgang unterdrücken, so etwas führt zum Tod.

  6. #6
    Neuling
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    Standard

    Ja ich bin seine erste Freundin. Wir sind seit etwas über einem Jahr zusammen und ich bin etwas älter als er.

    Danke für deine ehrlichen Worte. Meinst Du ich kann etwas tun, dass ihm hilft, sich Hilfe zu holen oder sich mir weiter anzuvertrauen?

    Im Moment zieht er sich sehr stark zurück und unsere Beziehung steht auf der Kippe. Ich habe Angst, wenn wir uns trennen, dass er nicht damit zurecht kommt.
    Nur zur Klarstellung: Ich will mich nicht trennen, da ich ihn liebe, aber die Belastung ist doch sehr groß und die Anspannung zwischen uns deutlich spürbar. Er ist sehr unzufrieden mit sich selbst, mach exessiv Kraftsport, arbeitet seit Monaten 7 Tage die Woche und wird immer übellauniger. Er legt oft Verhaltensweisen an den Tag, die deutlich machen, dass er sich selbst nicht viel wert ist.

  7. #7
    Gast5147
    Gast

    Standard

    "Meinst Du ich kann etwas tun, dass ihm hilft, sich Hilfe zu holen oder sich mir weiter anzuvertrauen?"

    - Ich nehme an, dass Du Gaby meinst, aber ich antworte trotzdem: Also, ihr wart doch bereits beim Arzt. Gab es denn einen bestimmten Auslöser, dass er danach nicht mehr dort hingehen wollte? Oder anders gefragt: Kann es sein, dass er "gehofft" hat, es wäre etwas Physisches, damit er sich nicht mit seiner Psyche auseinander setzen muss? (Könnte ja auch ein Grund sein, nun keine Therapie zu beginnen)

    Ich würde sagen, Du kannst eigentlich nur eine Sache machen: Ihm vorschlagen, dass Du ihn begleitest oder ihm sagen, Du seist für ihn da. Aber vergiss nicht, dass es DIR auch gut gehen muss, dass auch Du auf Dich selbst achten musst.

    Was anderes kann ich Dir (leider!) nicht raten.

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  9. #8
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    Standard

    Wir waren bei meiner Hausärztin. Sie meinte, es könnte gar nicht sein, dass man so lange nicht geht und er nen Therpeuten aufsuchen solle. Es war nicht gerade aufbauend und mutmachend. Er ist inzwischen der Meinung man könne ihm nicht helfen und er "glaubt" nicht an Therapie.

    Ich glaube er hat gehofft, er bräuchte nur ne Darmentleerung und alles wäre gut.

    Oh man was mach ich blos? Ich kann doch nicht zusehen, wie sich jemand selbst zerstört und die Alterntive kann doch nicht sein, dass ich ihn verlasse!!!

    Was für einen Fachmann müsste er denn aufsuchen? Nennt sich diese Störung irgendwie und gibt es da extra Therapeuten für? Verhalten-, Gesprächs- oder Traumatherapie? Ich weiß es nicht...

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