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Thema: suche hilfe für einen freund

  1. #1
    Neuling
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    Frage suche hilfe für einen freund

    Normalerweise mache ich so etwas nicht aber ich hab seit kurzem einen freund dem ich gern helfen würde.
    er wurde früher in der schule stark gemobbt, geschlagen und erpresst. da war er ca. 15. musste auch des öfteren ins krankenhaus genäht werden usw.
    bis der tag kam an dem sich das alles änderte. er schlug zurück. aber nicht ein paarmal ins gesicht schlagen und gut ist sondern richtig schlimm. jochbeinbruch und zähne ausgeschlagen usw. damals waren es 4 typen von denen er sich alles gefallen ließ. drei davon haben es schon sehr zurückgekriegt.
    er will keine rache oder so aber wenn er einen dieser kerle sieht schaltet sein gehirn ab. er sieht nur noch rot und geht auf sie los und nichts kann ihn davon abhalten.
    er war schon bei ein paar psychologen aber helfen konnte ihm keiner wirklich.
    eine freundin hat mir jetzt empfohlen es mit hypnose zu probieren...

  2. #2
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Standard

    Hallo Marge,

    Du wirst jetzt hoffentlich nicht wegen meine Antwort enttäuscht sein (btw: willkommen im Forum ).

    So, wie Du es jetzt erst einmal schilderst, erinnert mich dies immer wieder an die Vorstellung, die viele haben: irgendwo ist da so ein Schalter, den man erst einmal finden und dann nur noch umlegen muss - und schon ist alles wieder in Butter.
    Man geht zum Psychologen, der findet diesen Schalter und drückt drauf - und Ruhe ist.

    Ohne jetzt irgendjemandem etwas unterstellen zu wollen (dazu hast Du zu wenige Facts geliefert): so einfach ist es leider nun mal nicht.
    Das, was zum Verhalten eines Menschen führt, ist eine sehr lange Kette von Aktion-Reaktion, in der die verschiedensten Faktoren sich gegenseitig treiben.
    Ein Psychologe wird nur eines machen: einem dabei helfen, die Ursachen und Zusammenhänge selbst zu finden und selbst an ihnen zu arbeiten, um eine eigene Lösung hierfür zu entwickeln.
    Mehr kann er nicht, mehr darf er nicht, wenn es wirklich Hilfe sein soll.

    Das Wollen und die Arbeit, das sich den Problemen Stellen und sie anzunehmen, dies ist Sache desjenigen, der diese Hilfe sucht. Dies kann dann, abhängig davon, was da alles mit hineinspielt, ein langer und auch unangenehmer Prozess sein.
    Wenn man nicht wirklich alles angehen will, was da mit verbunden ist, wenn irgendein Teil sich dagegen wehrt oder keinen Sinn in einer Veränderung sieht, dann kommt wenig dabei heraus. Man muss es wirklich voll und ganz wollen und bereit sein, sich von liebgewonnenen "Bildern" auch trennen und sie durch Neues ersetzen zu können.

    Wie es bei Deinem Freund konkret verläuft, darüber kann ich mir kein Urteil erlauben - alle diesbezüglichen Informationen kommen ja aus dritter Hand (von Dir).

    Was an Erlebnissen und Erfahrungen in seiner Vergangenheit auf welchem Verarbeitungsweg wie zu seinen heutigen Reaktionen beigetragen hat: alles Beschriebene sind Ursachen und Gründe. Sie stehen nur als solche jetzt im Raum - als nackte, nüchterne Feststellungen, die dem Verständnis dienen.
    Was sie nicht sind: Rechtfertigungen und Ziele irgendwelcher Schuldzuweisungen.
    Wäre dies nämlich der Fall (auch wenn es noch so nachvollziehbar und, aus seiner Sicht, "berechtigt" ist), dann kann der Prozess der Aufarbeitung nicht stattfinden. Es geht in einer Therapie nie um Schulod - nur um die Verantwortung dafür, wie es in Zukunft weiterlaufen soll.

    Wie schaut es denn mit seiner Einstellung hierzu aus? Wieweit will er wirklich etwas ändern und kann er sich selbst auch mal kritisch auf den Prüfstand stellen?
    Es ist leider so: ändern kann nur er selbst sich, wenn er es wirklich auch will. Du kannst ihm helfen, indem Du ihn dabei begleitest (als "Rückendeckung"). Zieht er nicht wirklich aus eigener Überzeugung mit, dann kannst Du nichts machen - es ist sein Leben, für das er selbst die Verantwortung trägt.

    Klingt kalt, ich weiß, ist aber nun mal die Realität.

    lg

  3. #3
    Neuling
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    hallo darkstar, danke erst mal.
    es hört sich wirklich sehr nüchtern an aber ich geb dir da vollkommen recht.
    er will sich dafür auch nicht rechtfertigen oder entschuldigen. er sieht es völlig ein das da etwas falsch läuft und will es auch ändern.
    sonst hätte er es mir nie erzählt wenn es ihn nicht so sehr belasten würde.
    wie meinst du das er muss sich von liebgewonnenen "bildern" trennen und durch neues ersetzen?
    ich würde das problem einfach gerne mal anpacken und weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
    wenn er nur mit mir darüber redet, wird es denk ich wohl nicht viel bringen.
    mir ist auch klar das ich ihn zu nichts zwingen kann, ich möchte nur da sein und ihm einen anstoss geben an seinem problem weiterzuarbeiten.
    danke nochmal. es tut sogar mir gut mal darüber reden bzw. schreiben zu können

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von LABBI
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    Was hältst du von einem Anti-Aggressionstraining??

    Da lernt er (so war das glaub ich auch von Darkstar gemeint ? ), das sich die Verhaltensmuster die er sich jetzt angeeignet hat (als Lösung seines Problems geschlagen zu werden) durchbrochen werden und er sich neue zulegt (wie z.B. aus der Situation raus zu gehen oder zu schreien oder oder oder).
    " Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen " - Goethe -

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