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Thema: Teamfähigkeit - Integration in eine Gruppe

  1. #1
    Neuling
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    Standard Teamfähigkeit - Integration in eine Gruppe

    Hallo Ihr Lieben,

    aus aktuellem Anlass möchte ich mich gerne ratsuchend an Euch wenden.
    Ich bin seit April diesen Jahres Auszubildende in der Krankenpflege, genauer gesagt: Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin. Die Ausbildung ist gegliedert in Blockunterricht und mehrwöchigem Stationseinsätzen. Schulisch habe ich keinerlei Probleme, aber eine riesen Angst vor jedem Stationseinsatz. Der Einsatz selbst ist für mich der blanke Horrortrip. Dabei geht es nicht darum, dass ich mit Patienten nicht klar käme oder das schulisch gelernte nicht umsetzen können, das gelingt und bereitet mir große Freude.
    Eines der Ausbildungsziele bei uns ist das Erlangen von Sozialkompetenz. Nun ja denkt vielleicht der ein oder andere, wird wohl nicht so schlimm sein sozial zu denken, patientenorientiert handeln etc...
    Mein Problem ist dabei auch, dass wir teamfähig werden müssen.
    In meiner Vergangenheit war ich immer Einzelgänger, teils gewollt, teils dazu gemacht..näher möchte ich nicht drauf eingehen. Fakt ist, ich weiss nicht wie ich mich in einer Gruppe verhalten soll. Fakt ist aber auch, dass es so etwas wie ungeschriebene Regeln gibt, Werte etc., was das persönliche Leben und Lebensvorstellung der Kollegen betrifft. Ich teile diese im Großen und Ganzen nicht, muss mich dennoch als kleiner Azubi einbringen..nunja ist ne lange Geschichte das Ganze...
    Eigentlich geht es mir auch nur um Tipps und vielleicht Buchvorschläge bzgl. wie man sich in eine Gruppe einbringt, deren Werte man nicht teilt..wie man sich in die ungeschriebenen Regeln ohne Selbstverlust einbringt...nunja wie man sich eben in einer Gruppe bewegt...wisst Ihr da was ?


    Es grüßt

    BrocaAreal

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    Liebe Broca,
    erstmal: Du teilst auf jedenfall EINES mit dieser Gruppe: das Interesse an der Arbeit bzw. am Erhalt eurer Arbeitsplätze. Das solltest Du als erstes mal zur Kenntnis nehmen. Und dann kannst Du bei allen Unsicherheiten, genervt sein usw. darauf zurück greifen: dran denken, dass ihr alle das gleiche Ziel habt bzw. der gleichen Sache dient.

    Du kannst auch davon ausgehen, dass es kaum jemand gibt, der das ultimative Gemeinschaftstier ist, sondern, dass die meisten auch ihren Stress mit dem Thema haben.

    So das mal als Grundsätzliches.
    Ich such noch ein paar genauere Tipps. Bis später.

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    So, jetzt Tipps:
    wie bringt man neue Arbeitskollegen dazu, einen sympathisch zu finden:
    -aufmerksam zuhören
    -Interesse für Äußerungen anderer zeigen
    -sich nicht immer zum sprechen auffordern lassen
    -persönliches Engagement zeigen
    -entschlossene, aber nicht hastige Sprechweise und Gestik
    - andere Meinungen respektieren, sachlich argumentieren
    -gerecht und fair sein
    -nicht hinter deren Rücken über Mitarbeiter reden
    -sich Zeit nehmen, wenn Kollegen mit einem sprechen möchten
    -Humor ist gut, aber nicht sarkastisch werden
    -vertrauenswürdig, d.h. offen und ehrlich auftreten. Nicht zu verschlossen sein, ab und zu Kleinigkeiten aum dem Privatleben
    -small-talk üben

    Außerdem: Augen offen halten nach inoffiziellen Regeln z.B. wie Pausen verbracht werden, wie spricht man sich an, inoffizielle Arbeitszeiten usw.

    Das A und O ist die Kommunikation. Dazu gibts massig Bücher und Kurse. Es gibt sicher auch Ratgeber über Teamfähigkeit, geh mal im Buchladen stöbern.

  4. #4
    Neuling
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    Standard

    Hallo Gabiannarele,

    genau die letzten 2 Punkte sind mein Problem...
    Ich bin ein sehr ruhiger Typ Mensch, das heisst dass ich natürlich während des Dienstes über die stationsdinge rede, bei privaten Gesprächen mich aber zurück halte...ehrlich gesagt weiss ich nicht, was ich reden soll...ich möchte kein Seelenstriptease machen, also sprich nicht zuviel über mich verraten oder reden, da keiner über meine Probs bescheid wissen muss...zum anderen habe ich eine andere Lebensweise wie manch anderer in meinem Alter (24). ich bin kein partygänger und nach Dienstende lasse ich alles ruhig angehen..
    Bzgl den Pausen ist es so, dass die Kollegen zusammen essen die halbe stunde...ich mich dazusetze...nach der Hälfte der pause allerdings für den Rest an die frische Luft gehe und rauche..bin ein sehr starker Raucher und da ich während des Dienstes natürlich nicht rauchen kann, bleibt mir eben die Pause..dies wird auch argwöhnisch beäugt..die anderen raucher zieen sich am ende der Pause in 3 Minuten ne Zigarette rein, dass die anderen nicht zu lange allein sind nach eigener Aussage...und ich werde doof angeredet, ob ich mich denn nicht wohl fühle weil ich immer solange rauchen bin...im gleichen Atemzug dass es aber auch meine Sache sei was ich in meiner Pause mache...auf der Station ist alles irgendwie gegensätzlich..der eine sagt so..der andre so..ich scheine alles falsch zu machen..bin derart "zu" vor lauter Denken und Angst..ich selbst sein funktioniert nicht..bin dann zu ruhig ..
    naja wie gesagt mein Hauptthema ist...dass ich nicht weiss was ich mit den Leuten reden soll..und jeden Tag mit dem Wetter ist auch doof...die meinen schon ich mag sie nicht, obwohl ich mehrmals gesagt habe dass ich eher ruhiger bin und die Pausen z bsp zum rauchen nutze,...dass ich mich wohl fühle, dass das nichts mit ihnen persönlich zu tun hat..ach bei mir dreht sich alles im kreis...werde den ganzen Tag rund gemacht weil ich nicht mehr weiss wo mir der kopf steht und Fehler mache deswegen..nur ich komme aus dem denken nicht heraus...das einzigste was mich aufrecht erhält ist, dass ich mit den Patienten zurecht komme und ich von ihnen gutes Feedback bekomme...das ist auch so ein ding:
    auf der Station ist nicht immer soviel zu tun..es kommt häufiger vor, dass Kollegen zusammen sitzen beim Kaffee und nur erzählen...sage ich dann. ich geh zu Herr X, Frau Y, mache das und das wozu vorher keine Zeit war...heisst es: nein du bleibst sitzen, das muss jetzt nicht sein...
    Ich will doch nur den menschen helfen...und nun scheitere ich schon fast dran weil ich der Sozialkompetenz nicht gerecht werde...
    Gabi, was muss ich denn da eingeben im Net für Kommunikationsbücher in einem Team ? Sorry bin bissel verwirrt und grad bissel hilflos...

    Es grüßt

    BrocaAreal

  5. #5
    Gast784
    Gast

    Standard

    Also ich bin sehr altmodisch und latsche lieber in einen Buchladen und schmökere mich da durch die Ratgeber. Da gibt es inzwischen eine tolle Reihe über alle möglichen Business-fragen, wie Teamarbeit usw. Über small-talk gibts auch sachen. Small-talk kann man lernen. Damit sich die Synapsen schneller bilden, will ich Dich in den Chat einladen. Da plaudern wir auch einfach nur so rum. Das ist eine gute Übung, sich auch mal einzumischen, interessiert nachzufragen, auf jemanden aktiv zugehen, unverfängliche Antworten zu geben, das Thema zu wechseln, wenn es einem nicht behagt usw. Da riskierst Du nix, wenn Du den Leuten den selben Respekt entgegenbringst, den Du Dir wünschst. Das gilt auch im rl.

    Ansonsten - es ist nicht schlimm, dass Du ruhig bist. Wenn Du dazu stehst. Und nicht meinst, Du musst Dich jetzt zum Partylöwen entwickeln.

    Wenn die sich wegen dem Rauchen wundern, sag, dass Du so lange brauchst, weil Du starker Raucher bist. Is halt so. Wenn Du nicht weisst, was Du reden sollst, stell Fragen zu dem, was die anderen Dir erzählt haben. "Was hast du denn in deinem Garten alles so gepflanzt" usw. Ist anfangs ätzend, aber nichts anderes als training. Mit der zeit wirst Du so geübt darin, dass Du auch Fragen stellst, die Dich wirklich interessieren und so das Gespräch auch in andere Richtungen lenken kannst.

    Oder guck bei Volkshochschule etc nach Kommunikationsseminaren. Die sind eigens für solche Leute wie Dich gemacht. Ruhig sein, schüchtern sein, Leute ich sage euch, das ist kein Schicksal. Man kann auch so ruhig und schüchtern wie man ist, kommunizieren. Ohne sich selbst zu verleugnen.

    Sage ich, die sehr introvertiert ist, aber viel gelernt hat

    LG Gaby
    Geändert von Gast784 (04.09.2007 um 06:35 Uhr)

  6. #6
    Gast784
    Gast

    Standard

    Guten Morgen, Broca,

    ich finde es übrigens ein echtes Qualitätsmerkmal Deiner Ausbildung, dass ein Ziel der Erwerb von sozialer Kompetenz ist. Nicht nur, dass die Schüler das in der Schule und zuhause kaum noch lernen und ich das Grauen kriege, wenn ich seh, wie die aus der Schule in den Beruf schlappen, sondern vor allem: weil soziale Kompetenz gerade in Heilberufen extrem wichtig ist. Sie macht es möglich, die Pflege zu optimieren und vor allem - sie beugt dem Burn out des Personals vor. Also sieh die soziale Kompetenz als Deine zukünftige Freundin an, die zu gewinnen sich lohnt.

    PS: mir ist eingefallen, dass wir im Chat uns ja schonmal begegnet sind. Komm doch öfter

    PS2: hab das grad für Dich ergoogelt: http://www.smalltalk-time.de/index.html
    und das: http://www.soft-skills.com/sozialkom...t/teamwork.php
    Geändert von Gast784 (04.09.2007 um 08:03 Uhr)

  7. #7
    Gast570
    Gast

    Standard

    Hallo, Broca!

    Ein tückisches Problem, dass Du da hast. Die ganzen guten und richtigen "Praxistipps", die Dir Gabiannarele schon empfohlen hat, werden nicht fruchten, wenn Du Dich nicht in die Gruppe integrieren willst. Zu hinterfragen, warum Du das nicht willst/kannst, scheint mir für Dich oberstes Gebot. Frage Dich, was Du an der Gruppe nicht magst. Haben sie Deiner Meinung nach die richtige Arbeitseinstellung? Respektieren sie für Dein Empfinden die Menschen, die sie pflegen sollen? Gibt es jemanden in der Gruppe, dessen Arbeitsweise und -einstellung Du besonders schätzt?

    Wenn Du Dich integrieren willst, brauchst Du keine büchernen oder sonstigen Trainer mehr, die Dir kompliziert erklären wollen, wie man sich in eine Gruppe integriert. Willst Du Dich integrieren, zeigst Du automatisch persönliches Engagement und Interesse für Andere, respektierst von selbst die Meinungen Anderer und nimmst Dir Zeit für das persönliche Gespräch mit Kollegen etc. Diese Dinge, die unter dem Begriff "soziale Kompetenz" gefasst werden, kann man nicht erlernen wie Latainvokabeln und meinen, man müsste sie dann nur noch richtig anwenden. Wenn Du die Gruppe oder das Sein in der Gruppe innerlich ablehnst, wirst Du Dich, auch wenn Du "sozialkompetent" agierst, immer verbiegen und steif wirken.

    Beruhige Dich... Denke nicht so viel darüber nach, wie Du Dich künstlich in die Gruppe integrieren könntest. Konzentriere Dich in erster Linie auf Deine Arbeit und den Bezug zu Deinen Patienten, schließlich ist DAS Deine Arbeit. Wenn Du die gut machst und von den Patienten akzeptiert wirst, kommt die Integration in die Gruppe ganz von selbst. Hab ein bisschen Vertrauen in das Urteil der Anderen. Selbst wenn Du ein wenig "schräg" sein solltest, Du musst kein Theaterstück Aufführen und Dich verstellen, um angenommen zu werden. Gruppen akzeptieren durchaus auch "Sonderlinge". Solltest Du einer sein, keine Panik: Sei Du selbst, habe Mut!

    *Liebe Grüße*
    Harlequin
    Geändert von Gast570 (04.09.2007 um 08:07 Uhr)

  8. #8
    Gast784
    Gast

    Standard

    Fragen, die mich vom Team wieder distanzieren, z.B. was ich an denen NIChT mag, stelle ich mir erst, wenn ich weiss, was mich mit ihnen verbindet und worauf unser Team basiert. Dann können solche Fragen helfen, die Zusammenarbeit zu optimieren.

    Dass es nicht ums Verbiegen geht und nicht ums "Vokabeln pauken", dürfte eigentlich nach meinem ersten Post schon klar sein. Aber ich verstehe Dein Post so, dass Du zwar schon willst und Freude hast an dem Beruf, aber nicht weisst, wie Du es anstellen sollst, Dir diese Fähigkeiten, die man dazu auch braucht, zu erwerben. Interessiert und Engagiert zu sein, heißt nicht automatisch, dies auch entsprechend ARTIKULIEREN zu können. Deshalb hab ich auch strohtrockene Lektüre beigefügt. Du hast ja schon bei Deinem Vorstellungsthread klar geschrieben, dass Dein Hauptthema Kommunikation ist. Daher Dein Nickname.

    Mit meinen Tipps habe ich versucht, Dir Infos zu geben, die evtl. Dein Grundverständnis fördern, warum es so wichtig ist, soziale Kompetenz zu erlangen, und ein paar kleine praktische Schrittchen, die vll gleich sofort helfen können. Es geht ja auch darum, jetzt möglichst schnell den Stress zu mindern. Aber eines ist klar - es geht nur durchs TUN.
    Geändert von Gast784 (04.09.2007 um 08:44 Uhr)

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