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Thema: Teilweise echt überfordert...

  1. #1
    Schreiberling Avatar von Wölfchen
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    Standard Teilweise echt überfordert...

    Hallo!
    Ich will hier nun auch mal ein paar Zeilen schreiben, da ich zur Zeit sehr gestresst bin und vielleciht einen guten Tip gebrauchen könnte.

    Zu meiner Situation...
    Ich bin 20 Jahre alt, Schülerin in der 12. Klasse.
    Ich habe eigentlich sehr viel Stress gehabt die letzte Zeit und leider finde ich keinen richtigen Umgang damit.
    In dem letzten halben Jahr habe ich mich von meiner besten Freunde "getrennt". Sie ist eine Mutter und hat selber 3 Kinder, mit denen ich gut befreundet bin. Sie hatte mich bei sich aufgenommen, als mein Vater mich vor 2 Jahren rausschmiss, weil ich die 11. Klasse wiederholen musste. Sie war praktisch wie eine 2. Mutter für mich. Leider musste ich mitansehen wie sie ihr Leben wegwarf und anfang Tabletten zu nehmen, ihren ehemann und ihre Kinder zutrügen und zu belügen und ich stand immer dazwischen, weil ich ja nix sagen konnte. Einen Nervenzusammenbruch hatte ich auch miterlebt von ihr. Nach einer Kur besserte sich ihre Situation nicht und sie machte immer so weiter. Ich konnte das nicht mehr ertragen und ging meinen eigenen Weg.
    Das nahm mich alles ziemlich mit. Teilweise weiß ich überhaupt nicht wo mir der Kopf steht. Das belastet mich immer noch, dann bin ich dadurch auch schlechter in der Schule geworden, bin teilweise krank geworden wegen dem Kummer. Dann ist die Situation in meinem Zuhause auch nicht so gut. Ich rede seit dem Rauswurf kein einziges Wort mehr mit meinem Vater- wir ignorieren uns einfach, wenn wir uns im Haus begegnen.
    Wenn dann mal wieder eins zu nächsten kommt, bin ich total am Boden und weiß einfach nicht wie ich mit all dem Stress und Frust umgehen soll.

    Teilweise mache ich es total falsch. Wenn alles zu viel wird, kann es schon mal vorkommen, dass ein Joint geraucht wird um einfach mal abschlaten zu können. Ansonsten habe ich die doofe Angewohnheit zu viel zu trinken, das heißt, ich trinke praktisch für den Moment und das endet immer in Volltrunkenheit.
    Ich treibe ja aktiv Sport, aber manchmal hilft das nicht viel als Ausgleich. Also, ich spiele Fußball in einer Frauenmannschaft.
    Manchmal weiß ich dann echt nicht mehr wohin mit mir.

    Ich hoffe, ihr habt ein paar nützliche Tips für mich.

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo Wölfchen

    Die Sache mit Deiner Freundin hast Du eigenlich gut hinbekommen und zu
    einem vernünftigen Abschluss gebracht. Jeden hätte dieser Umgang auf
    die Dauer an den Rand des Ruins gebracht. Es braucht halt nur noch eine Weile bis alles abgeklungen ist.

    Das Verhältnis zu Deinem Vater kann einem mehr Kopfzerbrechen bereiten.
    Eng daran gekoppelt ist Deine Flucht zum Joint oder der Griff zur Flasche. Deshalb gilt es als erstes hier eine Übereinkunft zu finden um aus der Frustfalle herauszukommen. Es kann auf Dauer niemals funktionieren dass
    Ihr wie zwei Fremde aneinander vorbeischleicht. Das fördert von Tag zu Tag mehr Agressionen und hat null Aussicht irgenwann mal besser zu werden.
    Ihr werdet beide Euren Anteil daran haben dass die Stimmung auf ihrem Tiefpunkt gelandet ist.

    Beweise Stärke und gebe einem möglichen Neuanfang eine Chance! Sehe ihn
    erstmal nur als Menschen, der anders als bisher behandelt werden möchte. Klammer all seine negativen Eigenschaften die Dich so stören einmal aus und sehr ihn einmal "nur" als Person mit der Du friedlich und ohne Stress zusammenleben möchte. Wenn Du bis zu dieser Einstellung gekommen bist kannst Du sehr zufrieden mit Dir sein und das Gespräch mit ihm suchen.Warte
    nicht bis zum jüngsten Tag auf ihn sondern unternehme Du den ersten Schritt !
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Schreiberling Avatar von Wölfchen
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    Zitat Zitat von glasheuler Beitrag anzeigen
    Beweise Stärke und gebe einem möglichen Neuanfang eine Chance! Sehe ihn
    erstmal nur als Menschen, der anders als bisher behandelt werden möchte. Klammer all seine negativen Eigenschaften die Dich so stören einmal aus und sehr ihn einmal "nur" als Person mit der Du friedlich und ohne Stress zusammenleben möchte. Wenn Du bis zu dieser Einstellung gekommen bist kannst Du sehr zufrieden mit Dir sein und das Gespräch mit ihm suchen.Warte
    nicht bis zum jüngsten Tag auf ihn sondern unternehme Du den ersten Schritt !
    Hallo glasheuler!
    Ich denke das ist nicht so einfach. Ich muss dir da auch ein wenig widersprechen. Ich empfinde eigentlich keinerlei Aggressionen wegen ihm. Das Problem ist, dass ihm nicht verzeihen kann oder auch will. Es ist ja nicht nur der Rauswurf gewesen. Er ist auch handgreiflich geworden, zwar nicht bei mir, aber bei meiner Mutter und bei meinem Bruder. Bei meiner Mutter einmal und bei meinem Bruder mehrmals. Eigentlich ist es auch so, dass er seine Laune zu Hause rauslässt und solange ich nicht mit ihm rede, kann ich die auch nicht abbekommen. Es ist so ein Teil dadurch kaputt gegangen und ich will einfach mit niemanden, der meine Mutter absichtlich verletzt und auch meinen Bruder ein weiteres Wort reden, als Zeichen meiner Ablehnung.
    Vielleicht bin ich auch einfach stur, aber vielleicht kann man nachvollziehen, wieso ich diesen Weg ablehne.

  4. #4
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo Wölfchen,

    Durch Deine ergänzenden Erklärungen wird es wesentlich leichter Dich zu
    verstehen. Du gehst ihm deshalb aus dem Weg um ihm keinen Anlass für
    seine Übergriffe zu bieten und hast Angst vor davor.

    Solange er keiner Therapie einwilligt (da sehe ich keine Chance) wird er sich
    niemals ändern, eher noch seine Wut steigern.

    Nutze die Zeit um Dir in Ruhe eine neue, erschwingliche Bleibe zu suchen.
    Dort könntest Du Dein seelisches Gleichgewicht wiederfinden, Deine Sehnsucht
    nach einer friedvollen Zukunftt könnte konkrete Gestalt annehmen.
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  5. #5
    Schreiberling Avatar von Wölfchen
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    Angst war vielleicht anfangs da. Aber die ist weg, manchmal wünsche ich mir auch, dass er mir gegenüber handgreiflich wird, damit ich einen Anlass hab ihn anzuzeigen.
    Das mit der Bleibe ist so ein schwieriges Thema. Leider ist das nicht möglich, da ich schon Schülerin bin. Er müsste unterschreiben, dass ich nicht mehr zu Hause wohnen soll, damit ich Unterhalt bekomme. Aber das würde er nie machen, weil dann müsste er ja Geld für mich bezahlen.

    Also, bleibt mir nichts anderes über, als das kommende Jahr auch so durchzustehen bis ich hoffentlich Abitur habe. Wenn ich es schaffe unter diesem Druck.

  6. #6
    Schreiberling Avatar von Neroli
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    wölfchen,
    vielleicht hilft es Dir, die Wege, die Du gehen kannst auszuloten und die dann zu beschreiten?
    Zum einen könntest Du eine Therapie anfangen um frühzeitig den anderen scheinbaren Auswegen wie Hasch oder Alkohol Einhalt zu gebieten. Denn auch eine Gesprächstherapie bewirkt, dass Du Verarbeitungsmöglichkeiten findest.
    Wenn Du zu Hause wirklich raus willst, kannst Du Dich auch an das Jugendamt wenden und um einen Wohnplatz bitten. Dann würde, wenn Du denen Deine Situation klar machst und die Dringlichkeit (nicht abspeisen lassen) nach Auswegen gesucht werden.

  7. #7
    Schreiberling Avatar von Wölfchen
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    Soweit mir bekannt war, hieß es immer, dass das Jugendamt nur etwas machen kann, wenn man noch nicht volljährig ist.

    Aber dann kommt noch ein anderes Problem hinzu. Ich will meine Mutter mit meiner Schwester nicht allein lassen. Sie erträgt das alles nur wegen ihren Kindern, das hat sie mir auch mal offen gesagt. Seit mein Bruder ausgezogen ist, hat sie eigentlich nur noch mich, wenn sie mir mal ihre Sorgen erzählt, wegen meinem "tollen" Vater. Seit ca. 2-3 Jahren hat er ja nicht mehr geschlagen. Er weiß, dass es das letzte mal sein würde, weil dann würde meine Mutter endlich etwas unternehmen. Ich kann meine Mutter einfach nicht alleine lassen. Leider ist sie auch arbeitslos und dann ist das nicht so einfach mit einfach die Klamotten packen, weil sie bis jetzte ja immer finanziell abhängig war von meinem Vater.

    Therapie.... Ja, das hat mir auch schon ein Lehrer von mir gesagt, vor ca. 3-4 Monaten war ich soweit am Boden, auch wegen der "Trennung" von meiner besten Freundin, dass ich das Abitur hinschmeißen wollte. Er ist praktisch mein Seelensorger. Aber ab dem Zeitpunkt als er mir das sagte, hab ich irgendwie noch die Kurve bekommen.

    Es ist ja auch nicht so, dass ich täglich kiffe oder Alkohol trinke. Kiffen kommt so alle 2 Monate vor. Alkohol nicht unbedingt wöchentlich, aber wenn dann richtig, weil ich einfach nicht kontrolliert trinken kann. Das letzte Mal ist es mir das erste mal passiert, dass ich nen Filmirss hatte.
    Ich habe nach der Trennung meiner besten Freundin 5 Wochen komplett auf Alkohol verzichtet, weil ich Angst hatte vor so einem Absturz, aber nun ist dieser nach 4 Monaten eingetreten. Das ist nun gut 1,5 wochen her. Es ist ja nicht mal so, dass es mir besser geht, wenn ich Alkohol trinke, ab nem gewissen Pegel werde ich eher depressiv und denke viel nach bis ich endlich dann einschlafe.
    Ich hab halt nur ein wenig Angst nach dem Filmriss, dass sich das irgendwann in eine Abhängigkeit entwickelt könnte.
    Glück kommt, Glück geht - Fehler sind menschlich
    Schritt vor, Schritt zurück - Weg der Erkenntnis
    Leben im Gefängnis, und die Freiheit danach
    dieser Weg der Erkenntnis ist ein einsamer Pfad

  8. #8
    Gast784
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    hallo Wölfchen,

    das Jugendamt gibt Dir natürlich auch nach Deiner Volljährigkeit Auskunft über Deine Unterhaltsrechte. Ich kann mir das fast nicht vorstellen, dass man Dich dazu zwingen kann, daheim zu bleiben, damit er sich seinen Unterhalt spart. Genau genommen könntest Du denn auch daheimlebend in Anspruch nehmen, nur könnte er Dir dann natürlich die Miete dagegen rechnen.

    Also mach Dich mal genau schlau über Deine Rechte und Möglichkeiten. Vll gibts in Deiner Stadt auch eine Jugendberatungsstelle. Da kannste auch mal fragen.

    Das Thema mit der bedürftigen Mutter hatten wir kürzlich in einem anderen Fred. Du hilfst ihr nicht, indem Du Dich aufopferst. Sie ist erwachsen und muss ihr Leben selber auf die Reihe bringen. So lange Du sie stützst, "hinderst" Du sie eher daran.
    lg Gaby

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