psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: tiefe Depression oder nur depressive Verstimmung?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    18.10.2011
    Beiträge
    4
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard tiefe Depression oder nur depressive Verstimmung?

    Hallo Leute,

    ich habe seit einigen Tagen ein Problem und möchte euch darüber berichten, evtl. Erfahrungen eurerseits hören.

    Ich habe seit mehreren Jahren immer wieder Angst vor Krankheiten. Das ist aber nicht wirklich schlimm. Belastet mich nur sehr sehr wenig. Ich gehe dann meist zum Arzt, er sagt mir "ist alles gut" und damit hat es sich.

    Vor 2 Jahren war ich deswegen mal bei einem Psychologen. Hatte da diese 6 Vorgespräche und dann sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine Therapie nicht unbedingt notwendig ist.

    Nun seit Samstag geht es mir sehr schlecht.
    Ich war Freitag Abend auf einer Party, stark betrunken.
    Samstag dann der Kater, soweit so gut.
    Samstag Abend habe ich plötzlich eine Angstattacke bekommen (soetwas hatte ich vllt 3 mal in meinem Leben). Hatte einfach Angst vor irgendwas absurdem. Meiner Beine, dem Brötchen auf dem Tisch. Kann es nicht genau beschreiben.

    Dieser Angstzustand ging sehr schnell weg.
    Problem war aber - wie ich bin - habe ich mir darüber Gedanken gemacht.
    "Kommt das wieder?"
    "Bin ich depressiv?"
    "Werd ich mein ganzes Leben lang Medikamente nehmen müssen?"

    Diese Gedanken haben sich so zugespitzt, dass ich Sonntag Abend und gestern Abend kaum schlafen konnte. Den ganzen Tag habe ich sehr unglückliche Gefühle. Angst davor in der Klapse zu landen, immer depressiv zu sein, meine Eltern damit zu belasten und meine Freundin.

    Ich habe aber schnell die Initiative ergriffen. Ich bin nicht jemand, der sich zurückzieht. Eher jemand, der sich Hilfe sucht. War direkt Montag beim Hausarzt, er hat mich zum Psychologen überwiesen und mir ein starkes Antidepressiva für 3 Nächte gegeben, damit ich wenigstens schlafen kann. Das Medikament habe ich direkt abgelehnt und auch nicht eingenommen.

    Bin dann los zur Apotheke, mir etwas angsthemmendes geholt. Hat nichts gebracht. So ein komisches Lavendel Zeug.

    Die Nacht gestern war dann wieder sehr akut. Heute morgen wieder große Trauergefühle gehabt. Keine Lust zu arbeiten, keine Lust auf mein Studium.

    Bin nun zu einem Psychater / Neurologen gefahren, der mich vor 2 Jahren auch wegen meiner Angst vor Krankheiten zum Psychologen überwiesen hat.
    Er sagt sofort, dass das starke Antidepressiva nicht gut sei und schnell süchtig mache.

    Er sagte mir sofort, dass ich mich wieder dareinsteigere. Dass ich nun Angst vor der Krankheit "Depression" hab. Wie ich Angst vor Lungenkrebs habe, bekomme ich Schmerzen in der Brust. Bei Angst vor Depressionen, bekomme ich depressive Symptome.

    Was sagt ihr dazu?
    Ich habe nun ein Beruhigungsmittel bekommen. Den Namen darf ich nicht nennen. Das Zeug macht aber nicht abhängig und ist gut verträglich. Ist aber auch kein starkes Antidepressiva. Fühle mich seit dem Arztbesuch und der Einnahme des Medikamentes wieder richtig gut, kann man fast sagen.

    Was meint ihr:
    Steigere ich mich wirklich wieder in etwas rein, ähnlich wie bei meinen Krankheiten oder fängt bei mir eine starke Depression an, die immer wieder kommen wird?

    Dieses Forum hat mir früher bei der Trennung von meiner Freundin sehr geholfen. Ich hoffe es sind einige erfahrende Leute hier, die sich meinen Problemen etwas annehmen und evtl. auch aus Erfahrungen berichten.

    Vielen Dank fürs lesen!

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Mariposa
    Registriert seit
    09.08.2011
    Beiträge
    337
    Danke
    83
    101 mal in 78 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo neoplesar,

    du schreibst
    Ich habe seit mehreren Jahren immer wieder Angst vor Krankheiten
    und
    Nun seit Samstag geht es mir sehr schlecht.
    Ich war Freitag Abend auf einer Party, stark betrunken.
    Mein Rat: Trinke nicht mehr stark. Gerade wenn du Angst vor Krankheiten hast, dass du wegen dieser Angst sogar öfters zum Arzt gehst.
    Wie du siehst tut dir der Alkohol nicht gut.
    Vorallem deiner Psyche nicht.
    Also sei weniger ängstlich, und suche Ärzte auf, behandle deinen Körper eher verantwortungsbewusst.
    Vllt. kannst du deinem Leben etwas mehr Inhalt geben, damit du dich nicht mit der Sorge beschäftigen musst, krank zu werden.
    Eine Depression ist eine unschöne Erkrankung, oft gibt es dafür Auslöser, traurige Begebenheiten, Lebensumstände.
    Ich denke dass kaum einer, der depressiv wird, Anzeichen beobachtet ob es denn nun soweit ist, depri zu sein.
    Mein Rat also: versuche diese Gedanken und Ängste abzustellen, wenn es keine reale Ursache dafür gibt.
    Und versuche, mehr Freude am Leben zu finden, plane Dinge, die dir Freunde machen und auf die du dich freuen kannst. Fülle deine Zeit mit angenehmen Dingen aus.
    Alles Gute für dich!
    LG von Mari

    Was mir noch einfällt: du fragst ja ob es möglich sein kann, dass du depressiv wirst. Oder schreibst dass dir deine Lunge wehtut wenn du Angst vor Lungenkrebs hast.
    Ich glaube, dass deine Gedanken weniger mit depri sein zu tun haben, sie erscheinen mir eher zwanghaft. Aber ich bin nur Laie, kein Fachmann.
    Geändert von Mariposa (18.10.2011 um 11:56 Uhr)
    Nimm dir Zeit für deine Freunde, sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde

  3. #3
    Neuling
    Registriert seit
    18.10.2011
    Beiträge
    4
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi Mariposa,

    vielen Dank für deine liebe Antwort.
    Hat mich etwas beruhigt.

    Mein Rat: Trinke nicht mehr stark. Gerade wenn du Angst vor Krankheiten hast, dass du wegen dieser Angst sogar öfters zum Arzt gehst.
    Wie du siehst tut dir der Alkohol nicht gut.
    Da hast du wohl Recht. Aber ich trinke wirklich nicht oft.
    Alle 4 Wochen etwa. Der Arzt meinte aber auch, ich solle nicht so exzessiv trinken, da der Körper - vorallem wenn er nicht an regelmäßigen Alkohol gewöhnt ist - beim Abbauprozess spinnen kann.

    Bis es mir wieder ganz gut geht, lasse ich den Alkohol in jedem Fall.

    Gerade habe ich mit meiner Mutter lange geredet, ich fühle mich jetzt gerade wirklich gut. Wobei ich heute Mittag wieder ein schlechtes Gefühl hatte.

    Mein Rat also: versuche diese Gedanken und Ängste abzustellen, wenn es keine reale Ursache dafür gibt.
    Und versuche, mehr Freude am Leben zu finden, plane Dinge, die dir Freunde machen und auf die du dich freuen kannst. Fülle deine Zeit mit angenehmen Dingen aus.
    Alles Gute für dich!
    Vielen Dank dafür, das nehme ich mir zu Herzen.

    Wie geht es denn wirklich depressiven Menschen?
    Setzen diese sich tendentiell mit ihrer Krankheit auseinander und versuchen zwanghaft Hilfe zu finden oder ist das bei denen eher das Gegenteil?

    Meine Mutter sagt mir z.B., dass ich kein typischer depressiver Mensch bin. Eher ein angstvoller Mensch, der sich in irgendetwas reinsteigert und dann auch die Symptome hat.

    Was denkst du Mariposa?

  4. #4
    Schreiberling Avatar von Mariposa
    Registriert seit
    09.08.2011
    Beiträge
    337
    Danke
    83
    101 mal in 78 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo neoplesar,

    es freut mich zu lesen, dass es dir besser geht
    Und dass dir dein Gespräch mit deiner Mum gutgetan hat, und dass ich dir vllt. ein paar Anregungen geben konnte.
    Ich selbst kenne mich mit Alkohol und Problemen damit wenig aus.
    Mein Partner jedoch, und manchmal erzählt er mir davon ein wenig, da er in der Familie eine Betroffene hat und auch in der Vergangenheit mit einem Menschen Kontakt hatte, der betroffen war (war weil die Person ist mit ca. 40 Jahren daran gestorben)
    Und ich erinnere mich, dass er mir schon erzählt hat, dass es verschiedene Formen gibt, Probleme mit Alkohol zu haben oder zu bekommen.
    Ich will um Himmels willen nicht sagen, dass das bei dir der Fall ist.
    Eine Form ist wohl, so sagte er mir, das Quartalstrinken. Hatte vorher nie davon gehört und hätte mir nie etwas schlechtes dabei gedacht, wenn jemand nur alle paar Wochen trinkt. Ich dachte immer, Alkoholiker sind Menschen, die ständig trinken, z.B jeden Abend, oder eben auch zusätzlich tagsüber.
    Ich selbst trinke auch ab und zu etwas, aber sehr wenig. Ich fühle mich unwohl, wenn mir der Alkohol irgendwie in den Kopf steigt, deshalb höre ich meist auf zu trinken (nach 2 Glas Wein oder Sekt), trinke dann was anders und vllt. später nochmal ein oder 2 Gläser, wenn ich merke, dass ich keine Wirkung des Alkohols mehr spüre.
    Es gibt auch Zeiten, in denen ich abends mal ein oder 2 Gläser trinke, aber das ist selten.
    Ich weiß nicht, wie viel Alkohol du zu dir nimmst, wenn du beispielsweise alle 4 Wochen etwas trinkst. Hast du das Gefühl, dann betrunken zu sein?
    Ich frage deshalb, weil du dieses schriebst:
    Der Arzt meinte aber auch, ich solle nicht so exzessiv trinken
    Außerdem hab ich eine Freundin, die in der Hirnforschúng arbeitet.
    Und die hat mir mal erklärt, wie stark man sein Gehirn schädigt, wenn man auch nur einen Alkoholrausch erlebt. Sie hat mir die Zahl der zerstörten Hirnzellen genannt, hab es mir allerdings nicht gemerkt. Glaub es war 1 Mio..
    Und ich denke, es kann durchaus sein, dass man durch einen Abend mit viel Alkohol so verschiedene Prozesse im Kopf lostreten kann. Muss nicht aber kann. So wie bei dir eine Angstattacke oder diese anderen Sachen.

    Was die Depression betrifft, so kann ich nur von mir berichten.
    Mir hat noch nie ein Arzt gesagt, dass ich Depressionen habe oder hatte.
    Aber das, was ich so gelesen habe, lässt mich vermuten, dass ich schon mehrmals depri war.
    Auslöser waren immer schreckliche Ereignisse in meinem Leben.
    Keine Lapalien.
    Ich wurde dann extrem traurig, habe viel geweint.
    Habe keinen Ausweg gewusst, wie mein Leben weiter gehen sollte.
    Konnte nicht mehr unter Leute gehen, konnte mit keinem sprechen, hab mich isoliert. Konnte nicht mal mehr Musik hören, obwohl ich das gern tue.
    Meist verschwindet sowas nach etwa 2 Wochen, wenn ich einen Ausweg gefunden habe.
    Wenn es ganz schlimm ist und der Zustand länger andauert und ich keine Lösung sehe kommen bei mir andere Lösungsmöglichkeiten in den Kopf. Dass ich ja nicht alles aushalten MUSS. So paradox es klingt, der Gedanke hat mir schon geholfen. Ich weiß ich sollte das nicht schreiben.
    Einmal bin ich diesen Schritt gegangen. (denke schon das ist die Extremform/Endform einer Depression)
    Heute passiert mir das nicht mehr, ich habe Kinder und ich würde auch andere Menschen verletzten.
    Achso....wenn ich so depri bin denke ich selten drüber nach, dass ich depri bin. Ich weiß es dann einfach. Weil ich nicht mehr richtig funktioniere.
    Aber ängstlich bin ich auch.
    Hoffe ich hab dir etwas geholfen,
    lG von Mari
    Nimm dir Zeit für deine Freunde, sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde

  5. #5
    Neuling
    Registriert seit
    22.05.2011
    Beiträge
    7
    Danke
    3
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Aufjedenfall steigerst du dich da herein, ist dir der ausdruck hypochonder ein Begriff ?
    Also bei mir ist es so, ich trinke z.B viel und hab gleich Angst es ist Diabetis oder habe Halsweh und denke sofort oh got, meine Mandeln Ich hab schon Stundenlang nach irgendwelchen Krankheiten gegooglt aber meistens ergibt sich das wieder nach einer bestimmten Zeit.

    Werst du depressiv, könntest du kaum noch freude und Glück fühlen, deine Sinne weren abgestumpft, du werst Antriebslos, selbst kleine Aufgaben wie den Müll heraustragen würden dir sehr schwer fallen. So hat es sich für mich, allerdings nicht angehört.

    Also, wie gesagt du bist vermutlich nur ein hypochonder ^^ - natürlich jetzt keine ernstzunehmende Diagnose meinerseits

    Du hast keine Depression sondern Angst davor sie zu haben ...
    Geändert von Imnobody (29.10.2011 um 02:39 Uhr) Grund: musste was ergänzen

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 24.10.2011, 19:31
  2. Tiefe Freundschaft oder mehr???
    Von Zoe78 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 84
    Letzter Beitrag: 16.09.2010, 20:48
  3. Depressive Phase? Oder doch etwas anderes?
    Von Shoplifterette im Forum Depression
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 25.07.2009, 19:03
  4. Depressive Verstimmung
    Von lutz3 im Forum Depression
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 31.05.2009, 22:36
  5. Verstimmung - Vorstufe zur Depression
    Von helmes63 im Forum Depression
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 04.03.2009, 19:30

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!