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Thema: Tiefenpsych. fund. Therapie - Muss das so sein?

  1. #1
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    Standard Tiefenpsych. fund. Therapie - Muss das so sein?

    Hallo an alle,

    ich habe eine Frage an die Experten hier, da ich total verunsichert bin was meine Therapie angeht.
    In der Therapie erzähle ich die ganze Zeit von mir, und was in mir vorgeht. Soweit ja OK. Aber mein Therapeut äußert sich fast nie dazu. Fragt weder mal was nach, noch gibt er Ratschläge oder sagt ich solle es mal von der oder der Seite sehen. Er hört nur zu.
    Als ich ihn darauf ansprach, war seine Anwort, er könne mir nur das reflektieren, was ich ihm erzähle.
    Als ich dann später so ziemlich nicht mehr wußte, was ich noch erzählen sollte, fragte ich ihn, wie es denn weitergehen solle. Wie die nächsten Schritte aussehen würden. Seine Antwort war, das hinge von mir ab. Fertig.
    Ja, und... Muss ich das verstehen? Soll das so? Soll ich einfach erzählen, bis bei mir die Selbsterkenntnis einsetzt? Funktioniert eine Therapie so? Dann kann ich es auch meinem Spiegel erzählen, der zeigt ähnlich viel Reaktionen...

    Einerseits würde ich es gerne hinschmeißen, weil ich nicht das gefühl habe, dass es mir etwas bringt. Andererseits habe ich Angst eine Chance zu vertun und wieder monatelang auf einen Therapieplatz zu warten... Mal wieder Angst...

  2. #2
    Schreiberling
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    Hallo,
    ich bin zwar keine Fachfrau aber ich glaube ,dass du soviel erzählst, bis bei dir, so wie Du gesagt hast, die selbsterkenntnis kommt.
    Wenn ich du wäre würde ich einfach noch ein paar stunden machen um zu schauen was passiert.
    liebe grüße licht

  3. #3
    Neuling
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    Also ich habe bis vor etwa einem Monat noch so eine tiefenpsychologisch fundierteTherapie gemacht und ich bin gerade stinksauer, weshalb ich auch hier bin um meine Wut auf diese Mist mal mit anderen zu teilen.

    Bei mir war es ähnlich wie beim Autor dieses Beitrags: Ich habe viel erzählt und in meinem Fall kam nur wenig zurück.
    Vom Therapeuten selbst kam ziemlich wenig. Und wenn etwas kam dann waren es immer Dinge die ich schon längst selber wusste. Nichts neues. Absolut keine Erkenntnisse habe ich in diese schwachsinnigen Therapie gewonnen.

    Ich glaube sehr selbstreflektiert zu sein und mich und meine "Probleme" bisher schon gut selbst analysiert zu haben. Vielleicht blieb ihm daher auch nicht mehr viel zum analysieren übrig.
    Er analysierte öfter Träume von mir und war immer der Ansicht das ich nach meinem Vater suche.
    Ich hingegen merke garnichts davon egal wie tief ich in mich hinein horche. Außerdem ist mein Vater nicht die Lösung der ganz konkreten Probleme.
    Er hat viel herumspekuliert und wie gesagt überhaupt nichts neues gesagt.
    Wenn ich so lange reden soll dass es zur Selbsterkenntnis kommt (und was für ne Erkenntnis denn bitte) dann brauch ich mich nicht 1 mal wöchentlich mit nem Menschen treffen der bestimmt ne fast 10-jährige Ausbildung zum Therapeuten ( Studium bis Therapieausbildung + Dr + Prof. Titel) hat und für diesen Quatsch auch noch 60 € die Stunde kassiert... vermute ich zumindest mal... Sowas verdienen Psychdoktoren doch oder?

    Also vielleicht ist Psychotherapie ja was für Leute die sich selbst schon überhaupt nicht mehr fühlen und garkeine Ahnung haben wo die Problemursachen liegen. Für selbstaufgeklärte, kritisch denkende, nicht leichtgläubig jede Traumdeutung glaubende Menschen ist Psychotherapie vielleicht nicht das richtige.

    Meine Probleme sind aber auch eher wirtschaftlicher Natur. Natürlich kann mir der Psychologe da nicht helfen. Trotzdem hat er mich in der Therapie behalten. Vielleicht um zu verdienen. Naja.. es sei ihm gegönnt.
    Das alles erinnert mich gerade an Fälle wo Schüler damit drohen amok zu laufen. Nehmen wir mal an die Ursachen der Probleme dieses jungen Menschens sind ganz klar zum großen Teil in seiner Umwelt zu verorten ( Mobbing, finanzielle Probleme oder was auch immer).
    Es heißt ja immer "wir müssen solchen Leuten helfen".
    Aber was haben Psychologen denn zu bieten? FAST NICHTS!
    Gute Worte allein helfen nicht.

    Eigentlich müsste man dem ganzen herumlabernden Psychlogen-Pack mal in den Hintern treten. Ich habe gerade so eine Lust dazu!

    Wenn man nicht Psychische Probleme hat die man garnicht mehr selbst kontrollieren kann, dann sollte man sich überlegen ob man überhaupt ne Therapie macht. Es hat mich wieder darin bestätigt, dass man die Dinge selbst in die Hand nehmen muss und sich seiner Ängste selbst entledigen muss.
    Geändert von new001 (01.04.2011 um 19:38 Uhr)

  4. #4
    Moderator Avatar von phel
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    Ich hatte es an anderer Stelle bereits erwähnt, aber ich halte von tiefenpsychologischen Schulen (ob nun Freud, Jung, etc.) relativ wenig - und zahlreiche ehemalige Patienten bestärken diese Einstellung.

    Mein Vorschlag: Wechsel den Therapeuten, und such dir eine andere Richtung -> Gesprächspsychotherapie, Logotherapie, zielorientierte Verhaltenstherapie, etc.. In den meisten Fällen läuft das auch auf eine Kurztherapie hinaus, sprich ca. 20 Sitzungen. In der Vergangenheit wird meist auch nicht gewühlt, sondern danach gestrebt, dein Verhalten in der Gegenwart zu reflektieren. Man sollte nur nicht alle Therapeuten, und sämtliche Therapieformen über einen Kamm scheren, nur weil man mit der einen oder anderen Therapie schlechte Erfahrungen gesammelt hat. Oftmals benötigt es eine außenstehende Person...

    Alles Gute!

  5. #5
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    Am größten ist der Erfolg trotzdem immernoch wenn man es schafft sich ganz allein aus dem Sumpf heraus zu ziehen. Aber nicht jeder kann das und es ist auch nicht immer möglich.

  6. #6
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    Hallo,

    also ich muss auch mal an der Stelle sagen, dass nicht wenige Ärzte, die in Richtung Psychologie, Psychiatrie oder Psychotherapie arbeiten, eigentlich zu wenig für ihre Arbeit tun. Nicht selten machen sie auch alles nur schlimmer. Dem einzigen Arzt, dem ich Lob aussprechen könnte, ist mein Hausarzt, den ich schon kenne, seit ich denken kann.

    Andererseits muss man aber auch deren Sicht betrachten. Viele Ärzte verdienen zu wenig Geld. Sie müssen ihre Praxen finanzieren. Vielleicht sind deswegen ihre Leistungen so stark nach unten gefallen. Im Grunde sind viele Psychotherapeuten nur noch wie antipathische Papageien, weil sie einem nur das nachplappern, was man selber schon seit Ewigkeiten weiß. Und das ist sehr schade. Das liegt meiner Meinung aber auch vor allem daran, dass sie sich gar nicht vorstellen können, wie groß das Leid eines psychisch Kranken ist. Man muss es einfach selbst erlebt haben. Ich finde, jeder zweite Arzt sollte sich etwas mehr bemühen, immerhin haben sie Medizin studiert und für solch ein Studium muss man schon etwas Ordentliches draufhaben. Ich kann ein Dutzend Menschen aufzählen, die ich nicht gut kenne, aber die mir mehr helfen konnten, als Ärzte.

    Erst letzte Woche war ich im Krankenhaus, weil ich mich einweisen lassen wollte, da es mir völlig dreckig ging. Der Oberarzt (das war so ein Opa) aber gab mir nur mehrere Seiten voller Anrufnummern für Psychotherapien aus meiner Umgebung und schickte mich nach Hause. Ich erzählte ihm auch, dass ich schon seit zwei Jahren vergeblich nach einem guten Psychotherapeuten suche (letztes Jahr einmal gefunden, aber abgebrochen). Vor ein paar Tagen dann hatte ich fast einen Nervenzusammenbruch, ich konnte kaum mehr gehen und ging jammernd wieder ins Krankenhaus, weil ich mich noch schlechter fühlte als zuvor. Ich sagte ihm auch, dass ich an dem Tag schon ein Messer in der Hand hielt, weil ich es nicht mehr aushielt (nein, ich habe mich zum Glück nicht verletzt). Außerdem las er den Einweisungsschein meines Hausarztes, in dem stand: akute Depression F32.9; Hinweis: Suizidgefahr (mit vielen Ausrufezeichen). Ich erzählte dem Oberarzt meine Lage mit zitternder Stimme, er fragte mich, warum ich schon wieder hier sei und ob ich schon alle Therapeuten angerufen habe. Ich sagte, dass ich nur ein paar anrief, aber nichts in absehbarer Zeit fand, da wollte er mich wieder nach Hause schicken! Darauf gab es erstmal eine Diskussion zwischen dem Arzt und Mutter, woraufhin Mutter rausgebeten wurde und er sagte, ihm platze gleich der Kragen. Letzten Endes habe ich nochmal mit ihm geredet und er gab mir einen Einweisungstermin. Ehrlich gesagt weiß ich aber nicht mehr, ob ich wirklich dahin gehen soll. Auf dem Rückweg habe ich ständig geflucht und wollte dem Opa-Arzt auch noch sagen, dass er selber mal einen Psychiater bräuchte, aber dann wäre ja fette Fete.

    Soviel zu Antipathie. Es gibt genug Psychiater und Psychotherapeuten, bei denen ich sagen könnte: "Macht etwas anderes. Werdet Bauarbeiter, Angestellte oder so, aber lasst die psychisch Kranken in Ruhe!"
    Geändert von Exot (06.04.2011 um 16:12 Uhr)

  7. #7
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Damit das dann auch insgesamt wieder etwas ausgewogener ist (und daher kein Schuh, den sich hier jemand anziehen müsste):

    also ich muss auch mal an der Stelle sagen, dass nicht wenige Ärzte, die in Richtung Psychologie, Psychiatrie oder Psychotherapie arbeiten, eigentlich zu wenig für ihre Arbeit tun.
    Ich ersetze da mal nur kurz einige Begriffe - das passt dann zumindest ebenso gut:

    ... also ich muss auch mal an der Stelle sagen, dass nicht wenige Klienten, die zum Psychologen, Psychiater oder Psychotherapeuten gehen, eigentlich zu wenig für ihre Therapie tun ...

    Ich habe im RL schon so viele "Patienten" und in der Virtualität der Foren entsprechende User kennengelernt, bei denen ich mich aber ebenso frage, was die denn in einer Therapie verloren haben, so resistent gegen alles und anti, wie sie nun mal waren.

    Es wird auch unter Therapeuten etc. fachlich minderqualifizierte und empathisch weniger geeignete Kandidaten geben - wie übrigens in jedem Berufsfeld auch. Warum sollten da denn Ausnahmen existieren?

    Warum also ständig von "vielen", "allen", "die meisten" schreiben, wenn doch nur "einige" gemeint sind??

    Nur: die Anzahl der "Patienten", deren eigene Einstellung ebenso kontraproduktiv ist, ist mindestens ebenso hoch (auch prozentual gesehen!).
    Ich kenne genügend, für deren "Behandlung" jeder Profi problemlos Schmerzensgeld beantragen könnte.

    Diese sinnlosen und unreflektierten Pauschalverurteilungen hängen mir übrigens zum Halse raus.
    Sorry, bei allem vorhandenen Frust, den ich sehr wohl nachvollziehen und nachfühlen kann: warum stellt sich dann aber niemand die Frage, was denn die eigene Aufgabe in solch einem Fall gewesen wäre?!?

    Wenn ich mein Auto in eine Werkstatt bringe, bei der ich dann merke, dass sie ihr Metier nicht so beherrscht, wie ich es mir vorstelle - was sollte ich dann wohl machen?
    Pauschal alle Werkstätten mit einem Rundumschlag verurteilen und als Stümpervereine titulieren?

    Wie wäre es mal mit Differenzieren und lösungsorientiertem Vorgehen - im eigenen Interesse.
    Liegt es denn wirklich immer und ausschließlich an den dummen Theras, wenn es nicht so läuft, wie man es sich erwartet hat?
    Warum sind denn gleich alle sch***, wenn es doch nur ein einzelner war, der da Mist gebaut haben könnte?!?
    Selbst wenn man (wie gesagt: auch das kommt wirklich vor) an einen solchen gerät: warum wechselt man dann nicht?
    Es geht doch um die Therapie selbst - um die eigene Therapie ...

    Sorry, falls es hier jetzt die falschen trifft: diejenigen, die ich bisher als am lautesten schreiend und verdammend erlebt habe, waren in der Regel auch diejenigen, die am wenigsten den Sinn und ihre eigene Ausgabe/Verantwortung bei einer Therapie erfasst hatten.
    Irgendwie fühlt sich sowas immer danach an, als ob da jetzt jemand endlich eine Ausrede dafür gefunden hat, nicht das machen zu müssen, was er ohnehin nicht als erforderlich eingesehen hat ...

    Nur mal so am Rande: da ich zumindest einen solchen Extremfall namentlich nennen könnte - gibt mir das ja wohl das Recht darauf, alle in die Pfanne zu hauen, die sich ebenfalls beschweren.
    Das wäre nämlich die konsequente Umsetzung dessen, was Ihr hier gerade macht. Also: wenn ihr mich jetzt als übergriffig auffasst - dann schaut in den Spiegel: ich folge nur Eurem Beispiel!

    Ihr geilt Euch da gerade gegenseitig an Euren Pauschalisierungen auf - und das in einem Thread, dessen Ersteller gerade verunsichert ist, weil er nicht weiß, wie er sich in seiner Therapie einbringen und verständlich machen kann.
    Ihr betreibt hier ein Spiel auf dem Rücken und auf Kosten des TE, ohne auch nur die geringste Rücksicht auf ihn zu nehmen.

    Entweder ist es egal, was das an Auswirkungen auf den TE haben kann - dann ist es mindestens unsensibel ...
    Oder Ihr wisst gar nicht, was Ihr da gerade veranstaltet - dann seid Ihr zumindest ... na ja, denkt Euch was passendes aus - es muss auch nicht sehr differenziert sein ...

    Egal was es ist: es spricht nicht unbedingt dafür, dass Ihr die Kompetenzen dafür habt, die zu werten, über die Ihr Euch gerade ausgelassen habt.

    Schade Exot: das hier hinterlässt einen Schatten auf dem eigentlich positiven Eindruck, den Du bisher in Deinen Posts erweckt hast.
    Du scheinst aber zumindest jemand zu sein, der reflektieren kann ...

  8. Die folgenden 4 Benutzer bedankten sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:

    Exot (06.04.2011),Magdolna (07.04.2011),Silvi (12.05.2011)

  9. #8
    Schreiberling
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    Hallo,

    ja, es stimmt. Wenn ich jetzt nochmal meinen Post nachlese, kommt er mir in der Tat nicht wirklich schön rüber. Er mag zwar meine bisher negativen Erfahrungen beinhalten, was ich so stehen lasse, aber Verallgemeinerung ist dann doch unangebracht und basiert letztendlich nur auf Unwissen. Was ich damit nicht erreichen wollte, war, dass ich nouser und anderen Mitlesern von Psychotherapien abrate. Ich glaube zudem, dass mein Post eher Offtopic ist, weil es hierbei eher speziell um tiefenpsychologische Therapie und dessen Sinn geht.

    Ich hatte die Posts von meinen Vorrednern gelesen und dachte: Sie (und auch der Threadstarter) wollen nur ihren Frust rauslassen, drum war ich der Meinung, ich könnte es auch mal, um eigene Erfahrung zu schildern. Natürlich meine ich nicht alle Psychiater/Psychotherapeuten, habe ich auch nicht erwähnt.

    Wer mit sich selbst Probleme hat, sollte sich von mir nicht abschrecken lassen. Das sollte nur meine eigene Sichtweise sein und bezieht sich eher auf eigene Erfahrung und Erfahrungen anderer, die ich kenne, die auch schonmal in Therapie waren. Auch ich habe einen Termin für eine Psychotherapie und bin froh darüber (und mal gucken, ob ich mir dadurch auch helfen kann).

    In diesem Sinne: Entschuldigt meinen zugegeben vorlauten Ton und danke an Darkstar für die Korrektur meines Posts.

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