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Thema: tiefenpsychologie-behandlung, und dann?

  1. #1
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    Standard tiefenpsychologie-behandlung, und dann?

    hallo liebes forum,

    ich bin jetzt seit ca einem 3/4 jahr in einer tiefenpsychologischen behandlung, um zum einen liebeskummer zu verarbeiten und in verbindung damit auch meine verqueren familienverhältnisse.

    ich habe schon einige gefühlslagen und emotionen zu meiner therapie durchlebt. von "völliger zuversicht" bis hin zu "was soll das eignetlich bringen", was vielleicht auch einfach dazu gehört.

    so langsam kommen auch die gespräche, die ich mir im grunde von der therapie erwartet habe. nämlich die "aha" erlebnisse, die "ich verstehe" und "ach du meine güte, eigentlich ist das alles völlig klar".

    darüber bin ich zum einen natürlich sehr froh, auf der anderen seite fehlt mit jedoch aber dann die "alternative-lösung" zu problemen, die mir meine therapeutin leider nicht bieten kann.

    sie sagt zwar, wenn man weiß - woher das problem kommt, und man dieses auch noch ändern möchte, kann man, wenn man es nun verstanden hat, auch verändern.
    das ist auf der einen seite sicherlich wahr, auf der anderen seite macht es mich unzufrieden, manche dinge jetzt zu verstehen, aber nichts damit "anfangen" zu können.

    liegt das in der natur dieser therapie?
    knüpft man an eine solche am besten direkt noch eine verhaltenstherapie an?

    oder ergeben sich im weiteren therapieverlauf (eine psychoanalytische behandlung ist jetzt noch angestrebt) diese zweifel und offenen fragen mit der zeit?

    ich bin gerade wieder in einer phase, wo mich das alles nicht recht zufrieden stellt =(
    Das Leben ist wie eine Pusteblume.
    Wenn die Zeit gekommen ist,
    muss jeder alleine fliegen.


    Werner Bethmann

  2. #2
    Gast784
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    Standard

    Zitat Zitat von flieder Beitrag anzeigen
    ..., auf der anderen seite fehlt mit jedoch aber dann die "alternative-lösung" zu problemen, die mir meine therapeutin leider nicht bieten kann.
    hallo flieder,

    vll hilfts, wenn Du Deine eigenen Erwartungen mal wieder durchleuchtest. Therapeuten (und auch andere Menschen) können lediglich helfen, die Dinge in sich selbst zu entdecken. Dir von außen eine Lösung "aufzusetzen", würde Dir nicht helfen, wenn Du irgend wann wieder auf Dich alleine gestellt bist und mit dem Leben fertig werden musst.

    Ein Wechsel der Therapieform kann schon Sinn machen, da sich ja auch die Lebensphasen ändern. Ebenso auch therapiefreie Zeiten, in denen das erarbeitete sacken und verdaut werden kann.

    Teilst Du Deiner Thera denn Deine Überlegungen mit?

    Ist Dir eigentlich schon mal der Gedanke gekommen, dass man vll gar nicht alles lösen muss im Leben, um zufrieden oder gar glücklich zu sein?
    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (19.02.2009 um 19:31 Uhr)

  3. #3
    Verleger Avatar von Natz
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    Standard

    Hallo Flieder!

    Ich hatte die gleiche Therapieform und auch mein damaliger Therapeut hat mich eher dazu
    angeregt, selbst Lösungen zu finden.
    Es ist ja Ziel, dass Du autark Deine Probleme löst und nicht dass, was Dir der Therapeut vorschlägt. Meiner sagte damals, wie es weitergeht, ist wie ein weißes Papier und den Stift und die Richtung habe ich in der Hand, bzw. ich male die Karte
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  4. #4
    Gast2365
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von flieder Beitrag anzeigen
    so langsam kommen auch die gespräche, die ich mir im grunde von der therapie erwartet habe. nämlich die "aha" erlebnisse, die "ich verstehe" und "ach du meine güte, eigentlich ist das alles völlig klar".

    darüber bin ich zum einen natürlich sehr froh, auf der anderen seite fehlt mit jedoch aber dann die "alternative-lösung" zu problemen, die mir meine therapeutin leider nicht bieten kann.

    sie sagt zwar, wenn man weiß - woher das problem kommt, und man dieses auch noch ändern möchte, kann man, wenn man es nun verstanden hat, auch verändern.
    das ist auf der einen seite sicherlich wahr, auf der anderen seite macht es mich unzufrieden, manche dinge jetzt zu verstehen, aber nichts damit "anfangen" zu können.
    [...]
    oder ergeben sich im weiteren therapieverlauf (eine psychoanalytische behandlung ist jetzt noch angestrebt) diese zweifel und offenen fragen mit der zeit?
    Ein dreiviertel Jahr ist in der Tat noch nicht sehr lange. Meine Erfahrung ist, daß sich erst mit der Veränderungen im Leben ergeben, daß man irgendwann merkt, daß man Entscheidungen bewußter trifft und plötzlich nicht mehr unbedingt alten Mustern folgen muß. Freilich muß sich manchmal auch die Umwelt ein wenig ändern oder das Umfeld ändert sich, indem man Freundschaften knüpft, die vorher nicht möglich waren, z. B.
    Letztendlich kommt es natürlich auch auf die Probleme an, mit denen man sich rumschlägt. Sprichst du deine Zweifel auch deiner Psychotherapeutin gegenüber an?

  5. #5
    Neuling
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    Standard

    guten morgen ihr lieben,

    ich danke euch für eure antworten.

    vielleicht habt ihr recht, und ich sollte etwas geduldiger sein. meine zweifel hab ich der therapeutin noch nicht mitgeteilt, aber ich habe sie gezielt gefragt, wie ich es verändern kann, also meine verhaltensmuster "durchbrechen" kann.

    ich habe schon viele probleme in den griff bekommen oder mich von ihnen trennen können, als ich verstanden hatte, warum wieso weshalb ich dies und jenes getan habe.

    gerade bin ich aber an einem punkt, an dem ich nicht weiter komme. aber vielleicht habe ich auch einfach noch zu wenig verstanden.

    es geht da um das thema eltern - vorallem meinen vater. das problem an der sache ist da eben nur, er verändert sich nicht, und ich weiß nicht wie ich mich verändern kann/soll, damit sich in unserer beziehung etwas ändert.

    deshalb weiß ich auch nicht, ob in einem solchen bereich ein verhaltenstherapeut helfen könnte.

    da die familiären probleme ja zum einen schon in der vergangenheit liegen, aber in der zukunft durch neues verhalten neu geprägt werden kann.

    seufz
    weiter mache ich auf alle fälle. es gibt ja noch mehr aufzuarbeiten als jetzt die themen die gerade durchgearbeitet werden. aber ich würde gerne nägel mit köpfen machen, aber das geht wohl nicht.
    Das Leben ist wie eine Pusteblume.
    Wenn die Zeit gekommen ist,
    muss jeder alleine fliegen.


    Werner Bethmann

  6. #6
    Gast784
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    Zitat Zitat von flieder Beitrag anzeigen
    es geht da um das thema eltern - vorallem meinen vater. das problem an der sache ist da eben nur, er verändert sich nicht, und ich weiß nicht wie ich mich verändern kann/soll, damit sich in unserer beziehung etwas ändert.

    .

    Guten Morgen Flieder,

    oft passiert die Veränderung einfach nur dadurch, dass man den Anspruch, etwas verändern zu wollen loslässt und die Dinge so akzeptiert, wie sie sind. Dann bleibst Du nämlich bei Dir und gestehst das auch den anderen zu. Und jeder kann mal durchatmen

    lg Gaby

  7. #7
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    hallo gaby,

    sicher hast du recht - deinen "rat" sollte ich mir vorallem in meiner aktuellen situation etwas mehr zu herzen nehmen.
    in anderen bereichen glaube ich, kann ich dies aber nicht so umsetzen, da ich manche umstände nicht akzeptieren kann, weil ich es nicht akzeptieren möchte.

    viele dinge "ertrage" ich, aber damit ist mir auf dauer nicht geholfen.
    aber sicher hast du recht - wie sagt man ja auch so schön "gut ding will weile haben".

    manche probleme lösen sich ja irgendwann tatsächlich in luft auf
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    Werner Bethmann

  8. #8
    Gast784
    Gast

    Standard

    ich meine das ja auch nicht generell, Flieder. Natürlich ist in vielen Dingen Handlungsbedarf und oft lieber heute als morgen, bevor sie sich zu sehr verfestigen. Es gibt eben viele "Strategien", wie man seine Lebens- und Zufriedenheitsqualität verbessern kann. Es kommt auf den Einzelfall drauf an. Manchmal hat man sich auch festgebissen und braucht ne Weile, bis man es merkt.

    Viel Glück
    lg Gaby

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