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Thema: Tiefpunkt

  1. #1
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    Standard Tiefpunkt

    Hallo,

    ich bin neu hier. Weshalb ich hier bin möchte ich nun schildern.

    Ich bin seid fünf Jahren mit meiner Frau zusammen und seid drei Jahren verheiratet. Zur Zeit befindet sich unsere Ehe / Beziehung im tiefsten Tal.

    Anfangen muss ich damit, dass meine Frau einen unwahrscheinlich ausgeprägten Kinderwunsch hat. Wir waren kaum zusammen, da haben wir schon am Nachwuchs gearbeitet. Ihr Wunsch ist nicht einfach der einer Frau Anfang 30, die Beziehung und Job im Griff hat, sondern ihr Wunsch ist da einfach übermächtig.
    Wie gesagt wir sind seid fünf Jahren zusammen und haben immer noch keinen Nachwuchs. Sie war insgesamt sechs Mal schwanger. Vier mal ist die Frucht von sich aus abgegangen, zweimal war es eine Eileiterschwangerschaft, die operativ entfernt werden musste. Eine Künstliche Befruchtung hat auch nicht gehalten.
    Meine Frau ist total verzweifelt, denn alle um sie herum werden Schwanger nur sie nicht.
    Ich habe lange gebraucht zu ergründen, warum dieser Wunsch so ausgeprägt und die Verzweiflung so groß ist. Irgendwann wurde mir klar, dass sie ihr Leben total nach den Wünschen ihrer Umgebung ausrichtet.
    Typisches Beispiel: ihre Freundin schreibt sie an, ob sie mit ihr shoppen gehen will. Meine Frau sagt mir, sie habe keine Lust dazu, weil sie noch anderes zu tun hat. Ich sag ihr, dann solle sie das ihrer Freundin sagen und nicht gehen. Nur das kann sie nicht. Natürlich geht sie mit ihr shoppen.
    Ihre Wünsche und Bedürfnisse stellt sie immer hinter die der anderen.
    Dass das auf Dauer zu erheblich psychischen Belastungen führt ist klar. Genauso auch der Kinderwunsch. Irgendwann hatte ich den Verdacht, es hätte etwas mit ihren Eltern zu tun. Sie will das Kind, damit ihre Eltern zufrieden sind und sie liebhaben.
    Diesen Verdacht hatte sie mir vor ein paar Wochen bestätigt als sie meinte: "Ohne Kind bin ich in meiner Familie doch eh nichts wert".
    Vor kurzem hab ich sie darauf nochmal angesprochen und sie hat es geleugnet und mir vorgeworfen, dass das verletzend sei.

    Das schlimme für mich ist, dass ich absolut keine Ahnung habe, wie ich ihr helfen kann. Sie wirft mir vor, dass ich mich für ihre Probleme nicht interessiere, dass mir alles sch...egal sei. Und vor allem wirft sie mir immer wieder vor, ich sei Schuld an ihren Fehlgeburten. Ich hätte ihr das eingebrockt.

    Ein vernünftiges Gespräch über ihre Probleme und was wir machen können ist leider nicht möglich, da es regelmäßig in einem richtig üblen Streit endet, wo auch mal was zu Bruch geht.
    Ich hab ihr schon mehrmals vorgeschlagen, zu einer Paartherapie oder einem Psychologen zu gehen. Ihre Reaktion: " So ein Schwachsinn, da kannst du alleine hingehen, das brauch ich nicht."
    Sie hatte bereits dreimal einen Psychologen aufgesucht, aber keiner konnte ihr helfen.
    Das liegt meiner Meinung nach allerdings nicht an dem Unvermögen der Psychologen, sondern daran, dass meine Frau jemanden sucht, der sie in ihrem Selbstbild bestätigt. Alle anderen sind Schuld, niemand hilft ihr, sie ist völlig alleine. Sie ist absolut nicht bereit, darüber auch nur nachzudenken, ob sie in ihrem Leben vielleicht mal was ändern muss, um aus ihrem Tief wieder herauszukommen.

    Das schlimme ist auch, dass sie vom Typ her jemand ist, der ihre Belastungen, Sorgen, Nöte und Wut aufstauen lässt. Und dann wird all das mit einem mal abgelassen. Und leider bin immer ich derjenige, der es abkriegt. Sie ist wütend auf ihre Eltern, Freundin, Arbeitskollegen und ich habe vergessen, die Spülmaschine auszuräumen. Und schon krieg ich es ab.
    Dazu kommt, dass sie eben auch eher ein konfliktorientierter Mensch ist, ich jedoch nicht.

    Mit Sicherheit hab ich viele Fehler gemacht, hätte auch mehr auf sie eingehen müssen, aber sie lässt mich ja auch nicht ran. Dazu kommt, dass sie im Internet jemanden kennengelernt hat, von dem ich auch wusste. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit platonischen Freundschaften.

    Im Herbst diesen Jahres hat sie mir dann gestanden, dass sie mit ihm mehrmals Sex hatte. Erschwerend kommt hinzu: auch von ihm wurde sie schwanger und verlor die Frucht.
    Ich verlangte von ihr, dass sie sich von ihm in jeder Hinsicht distanziert, wie es wohl jeder gewollt hätte. Nein, das macht sie nicht. Sie hat nach wie vor Kontakt zu ihm. Ob auch persönlich weiß ich nicht.

    Ich weiß nun wirklich nicht, was ich tun soll. Ich will ihr helfen, will das es ihr besser geht, das sie ihre Probleme lösen kann. Ich will ihr beistehen. Aber wie?
    Kann ich das überhaupt? Denn ich habe das Gefühl, dass egal, was ich mache, es in ihren Augen sowie so falsch ist.
    Sie wirft mir vor, ich helfe ihr nicht.
    Ich will einen Termin beim Psychologen machen
    Sie sagt, sie will das nicht
    Ich mache darauf hin eben keinen Termin
    Paar Tage später kommt von ihr, ich wollte doch einen Termin machen, worauf ich sie an ihre Antwort darauf erinnere. Darauf kommt von ihr: "du willst mir nicht helfen, alles nur leere Worte."

    Ein Teil von mir sagt: "du hast sie geheiratet und stehst ihr in guten und in schlechten Tagen bei."
    Ein anderer Teil sagt jedoch: "du verschwendest dein Leben mit dieser Frau. Sie wird sich nie ändern."

    Ich bin auch klar an dem Punkt, dass ich, solange sie nichts an sich ändert, auch kein Kind mit ihr will. Um des Kindes willen. Ich sehe es ja, wie sie manchmal mit unserem Hund umgeht. Total inkonsequent, wenn der Hund nicht hört, ist es meine Schuld und wenn sie Wut hat, dann kriegt der Hund auch mal eine mit. Sie hat überhaupt kein Verständnis für sein Naturell und seine Instinkte.
    Und wenn wir erst ein Kind hätten, dann würde sie schnell merken, dass ihre Probleme immer noch da sind und sich nicht in Luft aufgelöst haben. Ein Kind darf nie einen Grund haben, weswegen die Eltern es zeugen, im Sinne von: ich schaff mir ein Kind an, dann gehts mir besser.


    Erschwerend kommt hinzu, dass wir seid einem Jahr ein eigenes Haus bewohnen.
    Versteht es nicht falsch, meine Frau ist ein toller Mensch und für andere da. Aber ich weiß eben nicht, ob wir es schaffen unsere Beziehung zu retten. Wenn wir streiten sagt sie mir auch manchmal, dass sie mich hasst, und warum sie mich überhaupt geheiratet hat. Und ich denk mir, dass ich nur noch weg will.

  2. #2
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Neo,

    verstehe ich Dich richtig, dass Deine Frau zunächt ungeschützten Sex mit einer Affäre hatte und danach oder parallel auch mit Dir?

    Hat Sie Deine Gesundheit aufs Spiel gesetzt?

    Wieso lässt Du dies mit Dir machen?

    Gruß,

    Physalis

  3. #3
    Roman Verfasser
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    Daß sie Dich als schuld sieht ist eine absolute Frechheit. Aus Deiner Schilderung geht hervor daß Deine Frau nicht nach Ihren Bedürfnissen lebt und sich daher nicht darüber im klaren ist daß Sie es ist die im Grunde kein Kind will. Das kommt dann aber auf körperlicher Ebene zum Ausdruck. Sie müsste zu ihrer echten Befindlichkeit kommen, aber da sie sich dagegen mit Händen und Füßen wehrt hast Du keine Chance. Du hast keine Chance. Du hast recht, Du verschwendest Dein Leben mit dieser Frau. Hau ab, und verteidige Dich knallhart, weil sie wird alles tun Dir die gesamte Schuld und wahrscheinlich auch finanzielle Verantwortung zuzuschieben. Also, vielleicht auch nicht, aber täte mich nicht wundern.

  4. #4

  5. #5
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    Ich habe jetzt erst gelesen, dass der Hund auch mal eine "mit kriegt". Heißt das, dass sie das Tier schlägt?

    Ich habe für vieles Verständnis, aber sobald es an Wesen geht, die unserem Schutz unterstehen, werde ich ungemütlich. Ein Partner, der sich an Schwächeren vergreift, würde von mir sofort vor die Tür gesetzt.

    Und diese Frau will ein Kind? Anscheinend hat die Natur bereits erkannt, dass das besser nichts wird, daher die ganzen Abbrüche.

    Dieses ständige krankhafte Kreisen um die Fortpflanzung würde mich irre machen.

  6. #6
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    verstehe ich Dich richtig, dass Deine Frau zunächt ungeschützten Sex mit einer Affäre hatte und danach oder parallel auch mit Dir?

    Hat Sie Deine Gesundheit aufs Spiel gesetzt?

    Wieso lässt Du dies mit Dir machen?
    Nein wir hatten seid etwa 10 Monaten keinen Sex mehr. Ihre letzte Eileiterschwangerschaft hatte sie im Februar diesen Jahres. Die Affäre ging wohl von Frühjahr bis Sommer. Genau weiß ich es nicht. Das ist auch wieder so eine typische Sache von ihr. Natürlich hatte sie Angst davor, wieder Schwanger zu werden und eine erneute Eileiterschwangerschaft zu riskieren.

    Aber statt wie ein Erwachsener mit mir darüber zu reden und mich zu bitten, auf Sex erstmal zu verzichten, wandte sie eine andere Strategie an. Sie war ekelhaftig zu mir und maulte mich wegen jeder Kleinigkeit an. So wollte sie sich für mich unattraktiv machen und verhindern, dass ich auf amouröse Gedanken komme.

    Irgendwann kam ich ihr auf die Schliche warum sie so war und sie hat es zugegeben.


    Aus Deiner Schilderung geht hervor daß Deine Frau nicht nach Ihren Bedürfnissen lebt und sich daher nicht darüber im klaren ist daß Sie es ist die im Grunde kein Kind will.

    Das weiß ich eben nicht. Will sie ein Kind oder will sie es eigentlich nicht. Sie sagt, sie hat ihr ganzes Leben für ein Kind ausgerichtet. Wir haben das Haus gebaut, was v.a. auch mein Traum war, aber nun ist sie unglücklich damit, wegen der zwei leer stehenden Kinderzimmer.

    Auch da haben wir unterschiedliche Ansichten:
    für sie ist eine Beziehung nur dafür da, ein Kind zu zeugen. Klar will sie sich auch geborgen fühlen und einen Partner haben, der für sie da ist, aber primär geht es ihr um das Kind.

    ich will eine Beziehung, weil ich diejenige liebe, unabhängig davon, ob nun mit oder ohne Nachwuchs.

    Im Streit sagt sie ja oft zu mir: "dann such dir doch eine, mit der du Kinder haben kannst."

  7. #7
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    Ich habe jetzt erst gelesen, dass der Hund auch mal eine "mit kriegt". Heißt das, dass sie das Tier schlägt?

    Ich habe für vieles Verständnis, aber sobald es an Wesen geht, die unserem Schutz unterstehen, werde ich ungemütlich. Ein Partner, der sich an Schwächeren vergreift, würde von mir sofort vor die Tür gesetzt.

    Und diese Frau will ein Kind? Anscheinend hat die Natur bereits erkannt, dass das besser nichts wird, daher die ganzen Abbrüche.

    Dieses ständige krankhafte Kreisen um die Fortpflanzung würde mich irre machen.
    Leider ja. Wenn ich da bin, dann gehe ich natürlich dazwischen. Dann soll sie lieber mich angreifen, als den Hund. Ich kann das auch nicht verstehen, denn eigentlich verachtet sie Menschen total, die Tiere quälen. Aber sie kann eben einfach nicht verstehen, dass ein Hund eben anders denkt und handelt als ein Mensch.

    Um die Wahrheit zu sagen, denke ich das gleiche. Ihr Körper wehrt sich gegen die Schwangerschaften, weil sie dafür eben nicht bereit ist.

    Dieses dauernde Thema macht mich auch irre, ich kann es nicht mehr hören! Einmal ist sie morgens aufgewacht und hatte festgestellt, dass sie Eisprung hat. Ich hatte 38,5° Fieber und ich fühlte mich echt mies. Trotzdem musste ich ran....

  8. #8
    Roman Verfasser
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    Zitat Zitat von Neo1977 Beitrag anzeigen
    Das weiß ich eben nicht. Will sie ein Kind oder will sie es eigentlich nicht. Sie sagt, sie hat ihr ganzes Leben für ein Kind ausgerichtet. Wir haben das Haus gebaut, was v.a. auch mein Traum war, aber nun ist sie unglücklich damit, wegen der zwei leer stehenden Kinderzimmer.

    Auch da haben wir unterschiedliche Ansichten:
    für sie ist eine Beziehung nur dafür da, ein Kind zu zeugen. Klar will sie sich auch geborgen fühlen und einen Partner haben, der für sie da ist, aber primär geht es ihr um das Kind.

    ich will eine Beziehung, weil ich diejenige liebe, unabhängig davon, ob nun mit oder ohne Nachwuchs.

    Im Streit sagt sie ja oft zu mir: "dann such dir doch eine, mit der du Kinder haben kannst."
    Also aus Deiner Schilderung geht es für mich kristallklar hervor. Das ist mal eine Beschreibung mit der man richtig was anfangen kann. Es ist keine Frage von bewußten Wollen, auf der bewußten Ebene will sie ja. Es würde auch keinen Sinn machen ihr das so zu sagen. Man könnte sagen es sind drei Schichten, oben ist ihr bewußter Kinderwunsch, also die Orientierung am Außen, die zweite Schicht wäre Ihr Unwille, ihr Nicht-Wollen, wenn man so will, diese Schicht drückt sich in den Fehlgeburten aus, und dann wäre der echte Wille, der wäre noch untendrunter angesiedelt. Eigentlich psychologisch unmlöglich, dahin vorzustoßen, sie will ja nicht.

    Als Buchempfehlung nenne ich Dir "der Lilith-Komplex" von Hans-Joachim Maaz. Vielleicht kann man ihr das ja, mal flapsig gesagt, unterjubeln so nach dem Motto, "guck mal, was für ein Schwachsinn", wenn sie im Widersprich lebt schluckt sie es dann vielleicht sogar. Es bietet eine sehr gute theoretische Basis zum Thema Kinderwunsch / Ablehnung von Kindern.

    Zum Rest enthalt ich mich der Stimme Ich wär zu empfindlich für so eine Ehe.
    Geändert von Erwin (14.12.2011 um 17:30 Uhr)

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