Hallo,
ich bin neu hier. Weshalb ich hier bin möchte ich nun schildern.
Ich bin seid fünf Jahren mit meiner Frau zusammen und seid drei Jahren verheiratet. Zur Zeit befindet sich unsere Ehe / Beziehung im tiefsten Tal.
Anfangen muss ich damit, dass meine Frau einen unwahrscheinlich ausgeprägten Kinderwunsch hat. Wir waren kaum zusammen, da haben wir schon am Nachwuchs gearbeitet. Ihr Wunsch ist nicht einfach der einer Frau Anfang 30, die Beziehung und Job im Griff hat, sondern ihr Wunsch ist da einfach übermächtig.
Wie gesagt wir sind seid fünf Jahren zusammen und haben immer noch keinen Nachwuchs. Sie war insgesamt sechs Mal schwanger. Vier mal ist die Frucht von sich aus abgegangen, zweimal war es eine Eileiterschwangerschaft, die operativ entfernt werden musste. Eine Künstliche Befruchtung hat auch nicht gehalten.
Meine Frau ist total verzweifelt, denn alle um sie herum werden Schwanger nur sie nicht.
Ich habe lange gebraucht zu ergründen, warum dieser Wunsch so ausgeprägt und die Verzweiflung so groß ist. Irgendwann wurde mir klar, dass sie ihr Leben total nach den Wünschen ihrer Umgebung ausrichtet.
Typisches Beispiel: ihre Freundin schreibt sie an, ob sie mit ihr shoppen gehen will. Meine Frau sagt mir, sie habe keine Lust dazu, weil sie noch anderes zu tun hat. Ich sag ihr, dann solle sie das ihrer Freundin sagen und nicht gehen. Nur das kann sie nicht. Natürlich geht sie mit ihr shoppen.
Ihre Wünsche und Bedürfnisse stellt sie immer hinter die der anderen.
Dass das auf Dauer zu erheblich psychischen Belastungen führt ist klar. Genauso auch der Kinderwunsch. Irgendwann hatte ich den Verdacht, es hätte etwas mit ihren Eltern zu tun. Sie will das Kind, damit ihre Eltern zufrieden sind und sie liebhaben.
Diesen Verdacht hatte sie mir vor ein paar Wochen bestätigt als sie meinte: "Ohne Kind bin ich in meiner Familie doch eh nichts wert".
Vor kurzem hab ich sie darauf nochmal angesprochen und sie hat es geleugnet und mir vorgeworfen, dass das verletzend sei.
Das schlimme für mich ist, dass ich absolut keine Ahnung habe, wie ich ihr helfen kann. Sie wirft mir vor, dass ich mich für ihre Probleme nicht interessiere, dass mir alles sch...egal sei. Und vor allem wirft sie mir immer wieder vor, ich sei Schuld an ihren Fehlgeburten. Ich hätte ihr das eingebrockt.
Ein vernünftiges Gespräch über ihre Probleme und was wir machen können ist leider nicht möglich, da es regelmäßig in einem richtig üblen Streit endet, wo auch mal was zu Bruch geht.
Ich hab ihr schon mehrmals vorgeschlagen, zu einer Paartherapie oder einem Psychologen zu gehen. Ihre Reaktion: " So ein Schwachsinn, da kannst du alleine hingehen, das brauch ich nicht."
Sie hatte bereits dreimal einen Psychologen aufgesucht, aber keiner konnte ihr helfen.
Das liegt meiner Meinung nach allerdings nicht an dem Unvermögen der Psychologen, sondern daran, dass meine Frau jemanden sucht, der sie in ihrem Selbstbild bestätigt. Alle anderen sind Schuld, niemand hilft ihr, sie ist völlig alleine. Sie ist absolut nicht bereit, darüber auch nur nachzudenken, ob sie in ihrem Leben vielleicht mal was ändern muss, um aus ihrem Tief wieder herauszukommen.
Das schlimme ist auch, dass sie vom Typ her jemand ist, der ihre Belastungen, Sorgen, Nöte und Wut aufstauen lässt. Und dann wird all das mit einem mal abgelassen. Und leider bin immer ich derjenige, der es abkriegt. Sie ist wütend auf ihre Eltern, Freundin, Arbeitskollegen und ich habe vergessen, die Spülmaschine auszuräumen. Und schon krieg ich es ab.
Dazu kommt, dass sie eben auch eher ein konfliktorientierter Mensch ist, ich jedoch nicht.
Mit Sicherheit hab ich viele Fehler gemacht, hätte auch mehr auf sie eingehen müssen, aber sie lässt mich ja auch nicht ran. Dazu kommt, dass sie im Internet jemanden kennengelernt hat, von dem ich auch wusste. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit platonischen Freundschaften.
Im Herbst diesen Jahres hat sie mir dann gestanden, dass sie mit ihm mehrmals Sex hatte. Erschwerend kommt hinzu: auch von ihm wurde sie schwanger und verlor die Frucht.
Ich verlangte von ihr, dass sie sich von ihm in jeder Hinsicht distanziert, wie es wohl jeder gewollt hätte. Nein, das macht sie nicht. Sie hat nach wie vor Kontakt zu ihm. Ob auch persönlich weiß ich nicht.
Ich weiß nun wirklich nicht, was ich tun soll. Ich will ihr helfen, will das es ihr besser geht, das sie ihre Probleme lösen kann. Ich will ihr beistehen. Aber wie?
Kann ich das überhaupt? Denn ich habe das Gefühl, dass egal, was ich mache, es in ihren Augen sowie so falsch ist.
Sie wirft mir vor, ich helfe ihr nicht.
Ich will einen Termin beim Psychologen machen
Sie sagt, sie will das nicht
Ich mache darauf hin eben keinen Termin
Paar Tage später kommt von ihr, ich wollte doch einen Termin machen, worauf ich sie an ihre Antwort darauf erinnere. Darauf kommt von ihr: "du willst mir nicht helfen, alles nur leere Worte."
Ein Teil von mir sagt: "du hast sie geheiratet und stehst ihr in guten und in schlechten Tagen bei."
Ein anderer Teil sagt jedoch: "du verschwendest dein Leben mit dieser Frau. Sie wird sich nie ändern."
Ich bin auch klar an dem Punkt, dass ich, solange sie nichts an sich ändert, auch kein Kind mit ihr will. Um des Kindes willen. Ich sehe es ja, wie sie manchmal mit unserem Hund umgeht. Total inkonsequent, wenn der Hund nicht hört, ist es meine Schuld und wenn sie Wut hat, dann kriegt der Hund auch mal eine mit. Sie hat überhaupt kein Verständnis für sein Naturell und seine Instinkte.
Und wenn wir erst ein Kind hätten, dann würde sie schnell merken, dass ihre Probleme immer noch da sind und sich nicht in Luft aufgelöst haben. Ein Kind darf nie einen Grund haben, weswegen die Eltern es zeugen, im Sinne von: ich schaff mir ein Kind an, dann gehts mir besser.
Erschwerend kommt hinzu, dass wir seid einem Jahr ein eigenes Haus bewohnen.
Versteht es nicht falsch, meine Frau ist ein toller Mensch und für andere da. Aber ich weiß eben nicht, ob wir es schaffen unsere Beziehung zu retten. Wenn wir streiten sagt sie mir auch manchmal, dass sie mich hasst, und warum sie mich überhaupt geheiratet hat. Und ich denk mir, dass ich nur noch weg will.


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Ich wär zu empfindlich für so eine Ehe.

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