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Thema: Tod eines wichtigen Menschen...

  1. #1
    Neuling Avatar von SweetDemise
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    Standard Tod eines wichtigen Menschen...

    Vor knapp eineinhalb Jahren ist ein sehr guter Freund von mir verunglückt. Er ist bei seiner Arbeit, die er über alles geliebt hat, am letzten Tag, an dem Tag, an dem das über Jahre dauernde Projekt fertig gestellt werden sollte, in dem Moment, als er ein letztes Foto von seinem Projekt machen wollte, aus dem Fenster gestürzt und verunglückt... Im ersten Moment, als ich es erfahren hab, hab ich erst mal gar nichts gefühlt, ich war nur noch leer, konnte nicht mal weinen. Aber nach ein paar Tagen kam das dann auch und am schlimmsten war die Beerdigung und die Zeit danach. Ich konnte nachts nicht mehr schlafen, hab die ganze Zeit nur geweint, ... Dann irgendwann hat sich das wieder gegeben. Klar hab ich öfters mal an ihn gedacht, aber in immer größeren Abständen, viel seltener als am Anfang. Dann vor einem knappen halben Jahr war der Trauergottesdienst zu seinem Todestag - und alles ging wieder von vorne los. Ich kann ihn einfach nicht vergessen, er war so wichtig in meinem Leben. Ein so offener und fröhlicher Mensch, er hat das Leben geliebt, es ist einfach nicht fair, dass er so früh gestorben ist. Warum musste das sein, frag ich mich immer wieder, warum?
    Wollte einfach mal darüber sprechen, weil ich denke, dass es hilft über solche Dinge zu sprechen und seine Gefühle und seine Trauer nicht für sich selbst zu behalten. Gibt es vll noch andere hier, denen es genau so geht wie mir?
    ~ ~ ~
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  2. #2
    Trisha
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    Hey...

    Ich kenne dieses Gefühl, auch wenn es bei mir um ein tier geht, um mein haustier, das mein bester freund war (Ich hatte in der zeit auch viele anderen probleme), auf jeden fall ist er gestorben (vor meinen augen)...
    es ist jetzt schon fast vier jahre her, aber ich kann immer noch nicht richtig darüber nachdenken bzw. reden, ohne dass ich in tränen ausbreche...
    Naja...Im moment befinde ich mich in der lage, dass ich viele menschen, die mir nahe stehen oder nahe standen, verlieren werde...
    Eine ehemalige freundin liegt immer wieder auf der intesivstation und man kann nicht sagen, wie lange sie es noch aushält...auf jeden fall geht es mir ziehmlich nahe...
    Als ich zwei war, habe ich meine mutter verloren, die an krebs starb und nun ist auch meine tante an einem bösartigen tumor erkrankt, den man nicht wegoperieren kann...Keiner weiß, wie er damit wirklich umgehen soll und viele versuchen es auf ihrer weise, damit fertig zu werden, aber so was tut immer weh...
    Trotzdem wünsche ich dir von ganzem herzen, dass es mit der zeit einfacher wird...dass du lernst, damit zu leben...

  3. #3
    Neuling
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    Standard Verlust eines geliebten Menschen

    Hallo,
    auch ich habe einen geliebten Menschen verloren. Es ist mein Schwiegervater. Vor 3 Jahren nahm er sich das Leben. Bis heute weiss keiner warum, wieso, weshalb. Auch nach so langer Zeit kann ich seinen Tod nicht überwinden. Fast jeden Tag muss ich an ihn denken und frage mich warum. Ganz schlimm ist es am Geburtstag und am Sterbetag. Ich glaube schon langsam daran zu zerbrechen, weil ich auch kein gutes Verhältnis zu meiner Schwiegermutter habe und mit ihr nicht darüber reden kann. Sie lebt ihr Leben als wenn nichts gewesen wäre. Am Anfang hat sie ja mal noch geweint, aber jetzt macht sie Reisen, kaufte sich nach dem Tod meines Schwiegervater nach 3 Monaten ein nagelneues Auto, fährt in der Weltgeschichte rum und lässt sich von jedem Bewundern, wie sie das alles schafft. Ich kann sie nicht bewundern weil ich ihr auch eine Teilschuld an dem Tod meines Schwiegervaters gebe. Auf jeden Fall komme ich nicht über den Selbstmord meines Schwiegervaters hinweg. Er fehlt mir an allen Ecken und Kanten und meiner Tochter auch. Ich bin schon soweit, dass ich in eine Beratungsstelle gehen wollte. Komme mir aber komisch vor, weil es "nur" mein Schwiegervater war. Ich mochte ihn aber sehr. Jetzt bin ich erstmal froh, das ich ein Forum gefunden habe wo man sich mal alles von der Seele schreiben kann.

  4. #4
    Neuling Avatar von SweetDemise
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    Standard

    Danke erst mal für eure Antworten ihr zwei!

    @ Sabine: Ich kenne das mit dem Selbstmord nur zu gut... Von meinem Vater hat sich auch ein sehr guter Freund das Leben genommen und bis heute weiß keiner wieso...
    Und dass du nicht zur Beratungsstelle gehen willst, weil es "nur" dein Schwiegervater war... Klar kann ich dich verstehen, aber ich finde, es kommt nicht drauf an, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis, sondern in welchem "psychischen, freundschaftlichen" (ich hoffe, du verstehst, was ich meine) Verhältnis man zu der Person steht...
    ~ ~ ~
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  5. #5
    Neuling
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    Vor viereinhalb Jahren ist meine Verlobte gestorben an Trombose.Wir wollten eigentlich ein Jahr später Heiraten und waren auch schon am Kind am Arbeiten. Leider kam es anders und sie ist dann nach knapp einer Woche im Krankenhaus an einer Gehirnblutung aufgrund der Trombose gestorben mit 23Jahren. Erstmal konnte ich es nicht fassen,hab sogar noch mit ihrer Mutter über sie Geschimpft warum sie nicht früher ins Krankenhaus gegangen ist (hab sie schon ne Woche vorher versucht da hin zu zerren). Wahrscheinlich konnte ich es nicht wahr haben,daß sie nun Tot ist.Eigentlich ging mein Leben normal weiter bis zur Beerdigung(naja ist ja auch ne menge vorbereitung womit man dann beschäftigt ist).Zwischendurch zwar mein erster schock als ich sie dann Tot hab im Sarg liegen gesehen und ich hätte nie gedacht das ich einen Toten Menschen einen Kuß geben kann aber in diesem moment konnte ich es und das war meine letzte Berührung zu Ihr in meinem Leben,was nach wie vor der schrecklichste Gedanke für mich ist.Auf der Beerdigung fing es dann an,das mir Komisch wurde,weil doch irgendwie irgend etwas nicht stimmte in meinem Leben und am nächsten Tag fing ich das Saufen an,was ein gutes halbes Jahr anhielt,in dem ich mir jeden Tag nach der Arbeit bis zum Umfallen gut 8-10Flaschen Bier weg geschüttet habe.Auch hatte ich schon mehrfach in der Dusche gesessen mit dem Messer am Arm angesetzt aber entweder war ich zu feige oder mir konnte einfach niemand wirklich sagen ob ich sie im Tot wiedersehe und wenn ichs getan hätte und nach dem Leben nichts mehr kommt,dann wäre nicht nur sie tot sondern auch jeder schöne Gedanke und jedes schöne Erlebnis das ich mit ihr hatte auch.Außerdem wäre es wohl das letzte gewesen was sie gewollt hätte.Dann kam ihr Geburtstag und ich fuhr mit ihrem Stiefvater der ca.100km entfernt wohnt zum Grab.Mehr als Blumen konnte ich ja nun nicht mehr schenken.Danach dann noch über alte Zeiten geredet und er gab mir noch Fotos von ihr die er noch hatte. Als ich dann nach Hause fuhr bekam ich mitten auf der Autobahn einen Heulflash der wohl mindestens ne Stunde dauerte während ich auf dem Standstreifen stand.Danach wurde mir klar das es nicht so weiter gehen kann und anstatt abends mir am Kiosk mein Bier zu kaufen ging ich jeden abend eine Strecke Spazieren,die ich früher jeden Abend mit ihr gegangen war und erst da fing es an das ich mich mit allem auseinander setzte,mit dem was geschehen war,mit meinen Gefühlen und mit dem was noch kommt.So habe ich dann wohl auch ein weiteres Jahr verbracht in dem ich wohl auch jeden Tag am Grab war und mit ihr geredet habe.Nun sind wie gesagt 4 1/2 Jahre vergangen,habe mein Leben auch so wieder in gute Wege gelenkt und gehe nicht mehr so oft ans Grab,weil mich das jedes mal aufs neue runterzieht und ich denke mal das hätte sie bestimmt nicht gewollt.
    Es gibt wohl keinen Tag in meinem Leben in dem ich nicht an sie denke und der Gedanke sie nie wieder zu berühren,nie wieder ihr Lachen zu sehen und sie nie wieder zu riechen ist für mich immer noch unerträglich aber mein Leben ist relativ normal geworden und man merkt das es von Jahr zu Jahr besser wird.Mittlerweile kann ich auch wieder eine Beziehung führen auch wenn ich nicht wirklich dazu in der Lage bin "Ich liebe Dich" zu sagen,da es in meinem Leben eben nur diese eine Frau gab mit der ich Kinder haben wollte und die meinen Namen tragen sollte aber wer weiß was die nächsten Jahre bringen und ich werde sie zwar niemals vergessen aber vielleicht gibt mir die Zeit auch die Chance wieder wirklich zu lieben.
    Also denke ich auch mal das dein schmerz irgendwann geringer wird auch wenn er vielleicht niemals ganz verschwindet

  6. #6
    Neuling Avatar von SweetDemise
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    Standard

    Wenn der Schmerz irgendwann ganz verschwinden würde, dann wäre wohl auch irgendetwas "falsch"... Danke aber für deine aufmunternden Worte!
    Ich finde es wahnsinnig stark, wie du die ganze Situation gemeistert hast und auch die Sache mit dem Alkohol, dass du davon dann wieder losgekommen bist, weil das ist natürlich keine Lösung. Ich wünsch dir auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg im Leben und ich hoffe für dich, dass der Schmerz mit der Zeit auch bei dir nachlässt. Es wird natürlich nicht einfach sein, aber gib die Hoffnung nie auf und wenn du an sie denkst, dann denke an die schönen Momente mit ihr, das nimmt den Schmerz zwar auch nicht weg, aber es macht ihn erträglicher. Außerdem hätte sie bestimmt gewollt, dass du glücklich bist und dein Leben weiterhin genießt!
    ~ ~ ~
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  7. #7
    Neuling Avatar von LiLo
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    Ich weiß nur, dass wenn Geliebtes stirbt, dann wird man sich auf kurz oder lang total verändern und man muss lange daran arbeiten, wieder ein "normal geregeltes Leben" zu führen.
    Ich hab selbst die Erfahrung gemacht, es dreht sich bei mir nicht "direkt" um einen Menschen, der 2000 gestorben ist, allerdings ist ohne sie lang nichts alles so gewesen, wie es mal war.
    Jugendliche in der Pubertät gehen meist ja noch was anders mit dem Tod um als Erwachsene. Ich war auch so jemand. Ich habe nicht geweint, als sie zu Boden stürzte.Ich habe an dem Tag nicht einmal realisiert, was passiert ist. An dem nächsten Tag wollte ich wieder zu ihr. Und sie war nicht da. Nach einer Zeit begann ich zu weinen, aber nicht lange. 5 Jahre lang hab ich nicht mit ihr abgeschlossen, hab keinen Abschiedsbrief verfasst- wie die Psychologen immer so schön sagen- warum auch?! Naja, hab mich immer mehr zurück gezogen, hätte innerlich schreien können, nach außen aber immer sehr seriös und zu ruhig reagiert. Ein Jugendlicher verliert seinen größten Halt.
    Hab mich ständig gefragt: Warum? Warum sie? Warum jetzt?! All die Fragen, auf die man eh keine Antworten bekommt. Ich habe einfach in den Tag hinein vegetiert, mir war 5 Jahre lang alles egal. Aus dem lustigen jungen Mädchen wurde ein verschlossene, verbitterte junge Frau, die sich nicht helfen lassen wollte. Ihr gings doch gut. Sie hatte zwar keine Freunde, hing ständig zu hause. Alles war so leer. Meine Lebenseinstellungen haben sich um 180° gedreht und das nur, weil dieser Tag mir zuvor kam. Weil ich keine Chance hatte zu helfen. Heute danke ich meiner Mutter, die mich 2004 nach einer Kinesiologin geschickt hat. Es hat 1 Jahr gedauert bis ich wieder "offen" war, bis ich wieder langsam auf andere zu gegangen bin und wieder am Leben teil genommen habe. Die Kine meinte, das werd ich nie vergessen: " Du warst eine Mumie, die keine Gefühle gezeigt hat." Klar, dass solche dann auch weh tun können, wenn man sie wieder empfängt. Das musst ich lernen und diverse andere Dinge auch. Wenn ich jetzt an den riesen Bildern vorbei gehe, die auf dem Flur hängen, dann sage ich nur: Die Zeit war wunderschön, schau wie gut du drauf warst, aber sie ist vorbei.

  8. #8
    Neuling
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    Standard

    Hallo

    Ich habe viele Menschen verloren und eine meiner Katzen (Familienmitglied)...und es war ein harter langer Weg bis hierhin.
    Etwas was mir sehr geholfen hat und immer wieder hilft, sind die...

    "Grundrechte" aus Ulrich Schaffer

    Du hast das Recht,
    deine dunklen Stunden zu durchleben
    und dich nicht durch billige Sprüche
    aus ihnen herauslocken zu lassen.
    Schon der Versuch ist eine Entwürdigung
    deiner inneren Wirklichkeit.
    Du bist auch deine Dunkelheit.
    Die Abgründe und Widersprüche
    gehören auch zu dir.
    Die Schatten geben deinem Leben
    Tiefe und Menschlichkeit.
    Wer mit dir in Beziehung tritt,
    sollte wissen, daß diese Seite zu dir gehört.
    Wer sie in dir ablehnt,
    hat nicht das Recht,
    sich deinen Freund und deine Freundin zu nennen.
    Manche geben dir nicht das Recht
    auf diese Seite in dir.
    Sie erwarten, daß du sie unterschlägst
    und das Glück vorspielst.
    Vielleicht haben sie weniger Angst für dich
    als für sich selbst, weil sie durch dich
    an das Unoffene in sich selbst geraten.
    Wenn sie darum dir helfen wollen,
    geschieht es nicht, um Dir zu helfen, sondern sich selbst.

    Du hast ein Recht auf deine Trauer.
    Du darfst dich deinen Verlusten widmen,
    mußt nicht verdrängen, was dich beschwert.
    Du hast ein Recht, das abzutrauern,
    was dich so tief enttäuscht hat
    und was du nicht ändern kannst.
    Du hast ein Recht auf deine Tränen,
    auf dein Schweigen,
    auf deine Ratlosigkeit,
    auf deine innere und äußere Abwesenheit.
    Du mußt nicht den Glücklichen spielen,
    nicht über den Dingen stehen.
    Du hast ein Recht, die wegzuschicken,
    die dich mit Gewalt aus deiner Trauer
    herausholen wollen, weil deine Trauer
    sie selbst bedroht.
    Du hast ein Recht auf deine Trauerzeit.
    Du hast ein Recht,
    mit denen nicht reden zu wollen,
    die dir ein schlechtes Gewissen machen
    für deine Dunkelheit und Trauer.
    Die mit Sprüchen kommen
    und dich mit diesen Sprüchen
    unter Druck zu setzen versuchen.
    Du hast ein Recht auf deine Trauerstille.

    Lg,
    Carla...

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