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Thema: Todesängste

  1. #1
    Neuling
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    Standard Todesängste

    Hallo zusammen,

    Ich bin Sabrina, 24 Jahre jung und lebe mit meiner kleinen Familie eigentlichlich relativ glücklich zusammen in Wolfenbüttel.

    Zu meiner Geschichte, ich versuche sie so kurz wie möglich zu machen.
    Ich habe 2005 (kurz nach der Geburt meiner Tochter) eine schwere Lungenembolie gehabt. In diesem Moment der Verzweiflung sagte ein Arzt zu mir "entweder sie sterben oder sie haben Glück und überleben" Die Chance stand 50/50. Ich habe es Gsd mit Hilfe aller Ärzte und meiner Familie wie man sieht überstanden.... Im Jahr 2007 hat man bei mir einen Tumor am Herzen festgestellt. Nach einer 6 Stündigen OP hat man ihn sicher entfernen können und auch diesesmal bin ich mal wieder gerade so davon gekommen... 2 Monate zuvor hat man mir beide Eileiter entfernen müssen da ich eine starke Entzündung im Unterleib hatte die sich zum Zeitpunkt der NotOP schon bis zur Leber ausgebreitet hatte... Auch wieder Glück gehabt! Zu allem Überfluss hat man dann Ende 2007 auch noch festgestellt das ich den HI-Virus in mir trage, deren Werte aber Gsd bis heute alle sehr stabil sind... So viel also zu meiner Vergangenheit. In der Gegenwart ist es so das ich in ständiger Angst lebe morgen evtl. nicht mehr aufzuwachen. Angst sterben zu müssen, Angst vor jeglicher Krankheit, bei jedem Wehwehchen zucke ich zusammen und habe das Gefühl totkrank zu sein. Ich werden den Gedanken einfach nicht los mein Kind vielleicht allein lassen zu müssen, ich mache mir Sorgen was geschieht mit meiner Tochter WENN !?
    Ich verfalle regelmäßig in Depressionen deren Auswirkungen oft auch mein Mann zu spüren bekommt.
    Ich bitte euch mir zu helfen! Wie soll ich weiter verfahren ? Meinen Arzt darauf ansprechen ? Direkt zum Psychologen ?

    Ich danke euch schonmal für`s lesen .
    Lg Sabrina

  2. #2
    Neuling
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    Hallo Sabrina,

    nachdem ich deine Geschichte gelesen habe, laufen mir selbst kalte Schauer den Rücken runter und es tut mir sehr Leid, was du in so jungen Jahren schon alles erleben musstest!
    Deshalb finde ich es auch irgendwie ganz verständlich, dass du die beschriebenen Ängste verspürst. Du warst mehrere Male in deinem Leben dem Tod sehr nahe, und das macht einfach Angst. Gerade als junger Mensch denkt man sonst ja eher selten an den eigenen Tod.

    Trotzdem, auch wenn ich deine Ängste nachvollziehbar finde, glaube ich nicht, dass es gut ist, wenn sie solche Ausmaße annehmen wie es bei dir der Fall ist. Ständige Angst hat so viele negative Auswirkungen auf Körper und Seele... und du vergisst dabei, zu leben und dein Leben zu genießen.

    Vermutlich ist es tatsächlich am besten, du schilderst all dies einem Therapeuten. Er kann dir sicher dabei helfen, langsam wieder ein Gefühl von Sicherheit zu entwickeln und die Ängste nicht über dein Leben bestimmen zu lassen.

    Ich wünsche dir und deiner kleinen Familie alles Gute!

  3. #3
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Hallo Sabrina.

    Das sind ja handfeste Traumatisierungen, die Du erlitten hast, von der Güteklasse würden eine oder zwei schon reichen um einen umzuhauen, Du hast gleich das Mehrfachprogramm erwischt.
    Vermutlich würde ein Psychotraumatologe Dir gut tun, eventuell später eine begleitende Therapie, die Erfolgraussichten sind m.E. gut.

    Würde ich mir geben, nach den Erfahrungen, viel Glück.

    Gruß,

    Schatten

  4. #4
    Neuling
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    Ich danke euch für eure Antworten!
    @sorrows:
    Ich merke auch sehr stark das es erhebliche Auswirkungen auch auf Körper und Seele hat. Allein die schlaflosen Nächte rauben mir meine letzte Kraft...
    Ich fühle mich sehr oft schwach und dauerhaft müde. Dadurch habe ich oft das Gefühl meine Tochter zu vernachlässigen in vielen Dingen.

    Ich sehe in meinem Leben auch sehr oft einfach keinen Sinn mehr! Die einzige die mich oft in die Realität wieder zurück holt ist meine Tochter, mein ganzer Stolz! Ohne sie wüsst ich glaub ich oft weder ein noch aus! Wenn ich sie so betrachte dann wird mir oft erst wieder klar was "Leben" bedeutet. Für wem ich lebe!

  5. #5
    Neuling
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    Das ist doch auch etwas sehr Schönes! Du weißt, dass du als Mutter einen kleinen wundervollen Menschen in die Welt gesetzt hast und das allein macht das Leben total lebenswert. Für deine Tochter da zu sein. Du musst kein "schlechtes Gewissen" ihr gegenüber haben, weil dich deine Ängste manchmal lähmen oder schwächen. Man merkt allein an deinen 2 Beiträgen, wie wichtig sie dir ist und dass du sie liebst! Dass du sehr angsteinflößende Dinge erlebt hast, ist nicht deine Schuld. Deine Reaktion darauf ist total verständlich.

    Es ist aber wichtig für dich, dass du auch dein eigenes Leben einfach genießen kannst, und zwar frei von diesen Ängsten. Was Schatten angesprochen hat, mit dem Psychotraumatologen (ich wusste nicht mal, dass es so etwas gibt!), ist ganz sicher nicht verkehrt. Und das können die Beiträge hier auch auf keinen Fall ersetzen... Ich wünsche dir wirklich, dass du das mal versuchst!

  6. #6
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Ich dachte Psychotraumatologie, sei hier wenigstens dem Namen nach bekannt, eine brauchbare Einführung findet man schon bei wiki:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Psychotraumatologie

  7. #7
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    Sabrina, kann ich mir vorstellen, dass sich dein Körper und damit auch deine Seele in ständiger Alarmbereitschaft befindet - es liegen ja auch Gründe dafür vor.
    Was würde ich in deiner Situation nun machen? Auf jeden Fall spannungslösende, beruhigende Medikamente einnehmen, dazu aber auch noch stresslösende Sitzungen, wie sie z.B. Psychologen mit Krebspatienten abhalten. Ich selbst halte auch viel von Hypnosesitzungen, weil die dich wenigstens während der Sitzung garantiert in einen Zustand der Ruhe versetzen. Du selbst könntest dich auch mal in einem Krankenhaus, falls es dort eine palliative Station geben sollte (im UKE HH auf jeden Fall) oder in Hospizen über ihre Methoden informieren, auf welche Art und Weise sie den dort unheilbaren Kranken ihr seelisches Los erleichtern.

    Oder, aber verschreibungspflichtig, damit du wenigstens nachts etwas Ruhe findest, 1 Remestan forte vor dem Zubettgehen einnehmen, macht angenehm schläfrig, mit Tranquilizerwirkung. Ich litt mal unter Hypochondrie, eine grausame psychische Erkrankung. Einige von denen schliefen nachts in ihren Autos nur noch auf dem Krankenhausparkplatz. Gegen die mitunter aufflackernde Todesangst hatte mir dieses Medikament sehr geholfen. Zusätzlich hatte ich immer noch Diazepam für den Notfall in der Tasche.
    Geändert von Bertrand (18.10.2010 um 01:33 Uhr)

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