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Thema: Totalausfall

  1. #1
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    Standard Totalausfall

    Ich weiß garnicht wo ich anfangen solll...ich bin 20, männlich und hatte es im Leben eigentlich nie leicht, habe mich aber trotzdem immer wieder durchgebissen.

    Doch momentan merke das ich die Kontrolle komplett bzw. spürbar verliere und mich die Fakten sehr fertig machen.

    Meinen Vater kenne ich nicht, meine Mutter ist schon seit ein paar Jahren arbeitslos und war mal als ich jünger war in einer Entzugsklinik für Alkoholiker. Mit Freunden mache ich kaum noch was, da sich die Interessen unterscheiden. Eine Beziehung hatte ich noch nie, was ich mir nicht wirklich erklären kann und was mich mitunter am meisten fertig macht, da ich dort am meisten Rückhalt bekommen könnte. Bis vor kurzen war ich arbeitslos und habe jetzt einen Nebenjob angefangen. Allerdings merke ich wie ich förmlich bei dieser, objektiv relativ leichten Belastung, schon überfordert bin. Nicht mit den Tätigkeiten an sich, sondern mit der psychischen Belastung. Genauer gesagt kann ich mir momentan nicht vorstellen um 6 Uhr aufzustehen, bis Abends zu arbeiten und das 40 Stunden die Woche...ich fühle mich einfach nicht in der Lage. Wie man mir recht häufig bestätigte bin ich durchaus intelligent und stelle körperlich auch ein gewisses Niveau da. Dies widerrum kommt durch eine recht extreme Sportart die ich betreibe und als Kompensator benutze. Das Problem dabei ist das ich all diese Dinge die nicht laufen, logisch betrachtet einfach nicht durch den Sport kompensieren kann, ich es aber probiere und dafür auch zu Dopingmitteln greife um meine Leistung zu steigern und die positive Resonanz die ich durch meine sportliche Leistung bekomme zu erhöhen.
    Als ich letzte Woche krank war und somit sogar die Kontrolle über meinen Körper verloren hatte, hatte ich vorm einschlafen immer das Gefühl zu ersticken und war extrem genervt.

    Ich merke das ich in letzter Zeit dazu neige an Tagen an denen ich sehr down bin, vor dem schlafen zu Tetrazepam zu greifen und zuletzt waren es dann auch mal, wenn ich mich recht erinnere, 10 Tabletten mit wenigen ml Alkohol, nur so kann ich schnell und ohne viel über etwas zu denken, einschlafen. Allerdings halte ich mich nur wegen des Sports mit Benzos zurück, trinke nie und rauche auch nicht.

    Zusammen gefasst leide ich unter vollgenden Dingen:

    - Depression
    - Stimmungwechsel u.a. in wenigen Minuten
    - Aggressionen bzw. Hassgefühlen
    - Ängsten
    - Zum Teil Lethargie
    - Sportsucht
    - Dopingmittel-Abhänhigkeit
    - Natürlich alle privaten Probleme
    - Evtl. 1-2 Zwängen
    - Einer allgemeinen und sehr starken Unausgeglichenheit
    - Zum Teil vielleicht auch Suizid Gedanken, die aber noch recht weit von einer Umsetzung entfernt sind und nur in den extremsten Momenten auftauchen.
    - Hoffnungslosigkeit
    - Ich tippe auch auf eine oder mehrere Persönlichkeitsstörungen.

    Was ist nur los mit mir?

    In letzter Zeit merke ich aber das es mich so sehr belastet, das ich viel offener darüber reden kann. Ich habe mir bereits von meiner Ärztin eine Überweisung zum Psychologen geben lassen und werde morgen probieren einen Termin zu bekommen.

  2. #2
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    Standard Du bist so jung...

    ... es tut mir richtig leid, wenn ich das lese. Du hast schon den richtigen Schritt gemacht und Dir professionelle Hilfe gesucht.

    Zu Deiner Angst, 40 Stunden Arbeit in der Woche nicht durchstehen zu können, kann ich Dir folgendes sagen: Ja, das ist anstrengend und es kann auch in manchen Zeiten sehr belastend sein, z.B. durch schlechte Arbeitsbedingungen, miese Chef`s - aber es kann auch sinngebend sein und großen Spaß machen.

    In meinem Leben habe ich bereits beides erlebt und befinde mich in der glücklichen Lage, letzteres zu empfinden. In meinem Job erfahre ich Wertschätzung.

    Du bist erst 20 jahre alt, hast Du denn bereits eine Ausbildung abgeschlossen oder stehtst Du kurz vor Beginn?
    Du bist ohne Zweifel sehr leistungsfähig, sonst würdest Du einen solchen Extremsport nicht betreiben können - obwohl kar ist (ich denke, Du weißt das) das es bei Dir ebenfalls schon recht ungesunde Züge angenommen hat.

    Es scheint, als ob Du noch eine Menge in Deinem Leben "aufzuräumen" hast, denn was Du hier beschreibst, ist ein enormes Paket an Belastungen, von denen jede einzelne schon eine enorme Aufgabe ist. Offensichtlich hast Du keinen guten Start gehabt, mit einer alkoholkranken Mutter, die zudem auch noch alleinerziehend war...

    Es gibt ein schönes Leben... der Weg dahin ist für Dich (in Deiner jetzigen Verfassung) nicht leicht, doch der erste Schritt ist gemacht...

    LG
    Silent Voice

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Silent Voice für den sinnvollen Beitrag:

    mali (27.10.2011),Thessa (01.11.2011)

  4. #3
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    Erstmal danke für deine Antwort!

    Ich habe jetzt einen Termin zu einem Erstgesgespräch in knapp 1 1/2 Wochen bei einer Psychologin, vielleicht bekomme ich woanders auch schon früher einen Termin.

    Das der Nebenjob nicht wirklich mein Fall sein wird, war mir vorher bewusst, da ich beruflich lieber mit meinen geistigen Fähigheiten mein Geld verdienen will und handwerklich weder geschickt, noch wirklich interessiert bin. Nur sind "kaufmännische" Nebenjobs eher eine Seltenheit. Die Leute auf der Arbeit sind soweit alle freundlich, da kann und will ich mich nicht beschweren.

    Ich suche momentan eine Ausbildung für nächstes Jahr, im kaufmännischen Bereich.

    Ich glaube das Problem bei der Arbeit ist die Tatsache das man viel Energie investieren muss, aber nicht unbedingt viel Energie aus dem Job ziehen kann, schließlich geht es beim arbeiten ja darum mit einem gewissen Energieaufwand Geld zu verdienen.

    Beim Sport hingegen investiere ich zwar auch sehr sehr viel Energie, bekomme aber durch die schnellen Erfolge, die positive Resonanz durch andere usw. wieder die richtige Motivation und den Antrieb. Daher ist ein Rückhalt für den Sport indem Sinne nicht nötig, da es einfach funktioniert.

    Meine Laune schwankt momentan wieder sehr stark, aber dann auch immer so ins Extreme und vorallem sehr schnell.

  5. #4
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    Zitat Zitat von Mark2011 Beitrag anzeigen
    ...Ich glaube das Problem bei der Arbeit ist die Tatsache das man viel Energie investieren muss, aber nicht unbedingt viel Energie aus dem Job ziehen kann, schließlich geht es beim arbeiten ja darum mit einem gewissen Energieaufwand Geld zu verdienen...
    Aber Arbeit kann auch sehr beflügelnd und sinngebend sein. Natürlich muss man sein Geld verdienen und natürlich hat man im Lauf seines Berufslebens nicht immer die Premiumjob`s... über solche Durststrecken hilft einem dann die Familie...

    ... ich habe z.B. Kinder. Die geben mir eine enorme Kraft, falls es mal im Job oder sonstwo nicht rund läuft. Für die Familie kann ich eine Menge mehr nehmen, als wenn ich Single wäre...

    Irgendwie habe ich durch die Tatsache, dass ich Verantwortung für meine Familie habe, einen enormen Kräfteschub erfahren... eine ganz starke Motivation.

    Das hat mir manch`üble Situation leichter gemacht. Hoffe, Du kannst das auch für Dich so finden, etwas, was Dich stärkt und/oder einen Job, der Dir zeigt, wass Du alles im Leben bewegen kannst...

    LG
    Silent Voice

  6. #5
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    Hallo Mark2011,

    Ich bin auch nicht mit einer Überdosis Selbstbewusstsein geboren worden, ich habe das sehr schnell lernen müssen, da kinder grausam sind. Ich bin recht klein, und hatte als Kind (Mädchen) O-Beine. Alle haben mich gehänselt.

    Meine Eltern haben mir beigebracht, nicht körperliche Größe zählt, sondern geistige. Und das zweite wichtige, man wird nur geliebt, wenn man sich selbst liebt. Das bedeutet, nur wenn ich mit mir zufrieden bin, kann ich erwarten, das andere auch zufrieden sind.
    Wenn ich mich selbst nicht mag, lasse ich es auch nicht zu, das mich jemand anders mögen könnte, weil ich das immer anzweifle. Man könnte mich anlügen, oder vereimern, wie auch immer.

    Versuche in dem Job so das beste zu geben, wie du es auch im Sport tust. Immer etwas anderes zu machen, ist wie ein davonlaufen, mache eins aber bis zum Ziel, wie Sport, und hör nicht nach 100 m auf zu laufen.
    Mache alles so, das du selber auf dich stolz sein kannst, du musst dir jeden morgen im Spiegel in die Augen sehen können - alle anderen sind egal. Sei stolz auf dich selbst, du bist einzigartig, keiner ist wie du!

    Liebe Gruesse helferlein

  7. #6
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    Zitat Zitat von Helferlein Beitrag anzeigen
    ...Meine Eltern haben mir beigebracht, nicht körperliche Größe zählt, sondern geistige. Und das zweite wichtige, man wird nur geliebt, wenn man sich selbst liebt. Das bedeutet, nur wenn ich mit mir zufrieden bin, kann ich erwarten, das andere auch zufrieden sind.
    Wenn ich mich selbst nicht mag, lasse ich es auch nicht zu, das mich jemand anders mögen könnte, weil ich das immer anzweifle. Man könnte mich anlügen, oder vereimern, wie auch immer...
    Tolle Eltern!

    Sie haben dich gelehrt, was wirklich zählt. Das kann ich mit Begeisterung "unterschreiben"...

    LG
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  8. #7
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    Ich melde mich auch mal wieder.

    Ich war ja nun schon bei der Psychologin und das Erstgespräch lief eigentlich sehr gut, da ich laut ihrer eigenen Aussage extrem offen und ehrlich war und sehr sehr viel erzählt habe, was eher selten vorkommt.

    Mein Problem ist, das ich viel zu wenig soziale Kontakte habe und das mir sehr schwer zusetzt. Gleichzeitig habe ich aber nie in meiner Kindheit gelernt mich in andere hineinzuversetzen oder mich sozial zu verhalten.

    Eine Einzeltherapie würde nichts bringen, da ich eher über verschiedenen Dinge diskutieren würde und das entscheidene nicht lernen würde.

    Sie hat mir also zu einer Gruppentherapie geraten und ich war natürlich nicht sonderlich begeistert, was bei meinem Problem aber auch kein Wunder sei.
    Ich werde mich wohl also auf die Warteliste setzen lassen müssen.

    Zur aktuellen Situation:

    Der Nebenjob scheint mir mittlerweile ganz gut zu tun, da ich mal raus komme, mal nicht an den Sport denke und mehr mit Leuten rede.

    Nur bin ich heute schon wieder in der Stimmung, das ich mich am liebsten auf die Gleise legen würde.

    So wie es aussieht, habe ich im Monat Dezember gerade mal 60 Euro zur Verfügung, was mir wieder finanzielle Sorgen beschert. Meine Mutter trinkt wieder öfter und die Frau die ich unbedingt kennenlernen wollte ist wieder mit ihrem ex zusammen.
    Und jetzt, wo die Feiertage nahen, ist alles nur noch mehr zum kotzen!

    Also wie man sieht, kann ich mich anstrengen wie man will....es ist und bleibt ein riesiger Witz!

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