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Thema: Totale Blockade

  1. #1
    Neuling
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    Standard Totale Blockade

    Die Vorgeschichte mal ausgeblendet bin ich jetzt aktuell in einem Zustand angekommen, der von Panikattacken (zunehmend mit Herzrasen und abgewetzten Zähnen verbunden) über paralysierte Zustände bis hin zu kompletter Sprachlosigkeit reicht.
    Beruflich bin ich überfordert, weil ich ständig mit meinem eigenen Anspruchsdenken konfrontiert bin, dem ich im Grunde genommen nicht entspreche. - noch zwei Monate, dann bin ich frei...aber was mache ich bis dahin, ich komme kaum noch über die Runden. Bin absolut aggressiv und neige inzwischen sogar zu kolerischen Ausbrüchen, was nicht eben das Verhältnis zu den Kollegen positiv beeinflusst.
    Außerdem läuft bei mir in der WG alles schief. Meine Mitbewohnerin und ich sind nicht kompatibel. Schlimmer noch sie ist dummerweise einer dieser Menschen, die Bündnisse schafffe und sich dann in Gruppen organisieren, um gemeinsam zu feixen, in dem Fall häufig über mich. Natürlich immer mit einem netten Grinsem im Gesicht - fühlt sich auch noch super intelligent. Jedenfalls ist das besonders nachteilig, weil sich beruflich und privat die Bahnen überschneiden, und sich jetzt quasi Letzteres immer stärker in die Arbeitsfelder verlagert. Ich fühle mich ingesamt isoliert bis einsam.

    So viel dazu ... das ganze wie gesagt gepaart mit überstarken Emotionen, den ich im Grunde genommen nciht mehr mächtig bin. Ich habe keine Ahnung wie ich das hier die nächsten zwei Stunden überstehen soll. Bin beruflich im Ausland tätig. Komme nicht weg. Therapie scheidet aus, Artzbesuch für Psychopharmaka auch. Freunde und Familie anrufen kaum möglich, weil die haben alle so nen beklopptes Bild von mir. Bin vermutlich auch selbst dran Schuld. Wollte immer die Starke sein. Aber selbst bei denen, wo ich es doch mal getraut habe mich zu öffnen, musste ich dann Ablehnung erfahren, vielleicht bin ich auch einfach zu viel für die anderen Menschen. Meditations CD schlägt nicht mehr an. Ich nerve mein gesamtes Umfeld mit meiner Laune und meinem Gemeckere. Bekomme immer nur zu hören: Du siehst das zu eng. Du bist ein toller Mensch. Du schaffst das schon. bla bla bla.
    Tja ich seh das dummerweise nun mal nicht so. Und auf Knopfdruck geht das gleich gar nicht.

    Ich brauche irgendwie sachdienliche Hinweise, wie damit umgehen. Bin die ganze Zeit am Heulen, habe keine Kraft mehr.

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    Du schaffst das schon. bla bla bla.
    hallo


    sachdienliche Hinweise hab ich keine, nur zwei dumme Fragen:

    warum musst Du das schaffen?

    Bin beruflich im Ausland tätig. Komme nicht weg.
    Warum nicht?

    Sry, aber manchmal bringt es ja etwas Licht ins Dunkel, wenn man die ungeheuerlichen Fragen zulässt.

  3. #3
    Neuling
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    Warum ich das schaffen muss - aus der Sicht der anderen, kann ich Dir auch nicht sagen. Sie sehen die Lage nicht so "dramatisch". Typisch ausblenden, verdrängen, sich schön reden. Das trifft auf mein Umfeld ganz hervorragend zu.

    Ansonsten komme ich hier nicht weg, weil ich berufstätig bin. Und das irgendwie auch versuchen muss durchzuziehen. Zunächst mal aus der Verpflichtung dem Arbeitgegenüber und dann auch...weil ich nicht aufgeben kann oder will. Dann müsste ich mir ja vielleicht zu direkt eingestehen, dass ich tatsächlich nicht mehr will oder kann. Ich kann auch nicht mal kurz nach Hause, da liegen mehrere Meridiane dazwischen.

    Ich muss irgendwie runterkommen von dieser Panik. Bin zu nichts mehr zu gebrauchen. Was soll ich nur machen?

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    aus der Sicht der anderen
    die interessiert mich nicht, und die sollte Dich auch nicht interessieren.

    Dann müsste ich mir ja vielleicht zu direkt eingestehen, dass ich tatsächlich nicht mehr will oder kann
    abgesehen davon, dass sich so was zwar immer ERSTMAL bescheiden anfühlt, aber warum wäre das so schlimm? Indirekt gestehst Du es Dir ja schon ein. Was soll dann also noch anderes wirken? Dann doch lieber die Konsequenzen draus ziehen à la "lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende"

    Ich kann auch nicht mal kurz nach Hause, da liegen mehrere Meridiane dazwischen
    Erstmal kanns ja auch mittellang anstatt kurz dauern, wichtig ist ja, welche Entscheidung fällst Du, und dann kannst Du ja auch wo anders hin. Theoretisch. In dem Land, in dem Du jetzt bist, oder auf einen anderen Meridian.

    Mir fällt einfach auf, dass Du Dich auch sehr eng machen lässt. Du scheinst in einem Korsett zu stecken, das von angeblichen Erwartungen des Umfelds geschürt wird und die Du voll übernommen hast, und versuchst, dem gerecht zu werden. Du liest Dich, als würdest Du Dich sehr verbiegen.

    Kann natürlich täuschen. Die Vorgeschichte kenne ich ja nicht. Ist daher nur ein Eindruck einer Momentaufnahme, die Du hier gibst. Vll sagts Dir was?

  5. #5
    Neuling
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    Liebe Gaby, ja ganz recht, deine Einschätzung läuft in die richtige Richtung. Korsett, zu viele externe Einflüsse. Mein Panzer ist auf der Strecke geblieben.

    Ich bin mir sehr sicher, dass ich das beruflich nicht weiter machen kann und möchte. Habe auch schon gekündigt. Zwei Monate wie gesagt noch. Nun paart sich aber scheinbar auch diese Auswegssehnsucht mit den bereits beschriebenen Problemchen. Ich bin wie blockiert. Die emotionale Ebene mal vernachlässigt, bin ich auch zunehmend nicht in der Lage, meinen Job adäquat auszuführen. Aufstehen geht grad noch ganz gut. Ich stürze ab, bevor ich das Fallnetz aufgespannt habe. Das der Absturz kommt und wohl auch notwendig ist, um mich irgendwie zum Aufwachen bekommen, stelle ich nicht in Frage. Aber hier und jetzt geht das halt nicht - hier hält den Fall auch nichts auf und bevor ich mich vielleicht wieder aufrappele vergeht ja auch einige Zeit.

    Na klar nur noch zwei Monate, aber das wirkt wie eine Hürde, die ich nur schwerlich noch nehmen kann. Hast Du nicht vielleicht eine Hinweis, irgendwas, wie ich diese zwei Monate überbrücken kann?

    Gab

  6. #6
    Gast784
    Gast

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    Moien,

    naja, am besten wohl, indem Du Dich mit der Zeit danach motivierst. Wenn Du ein klares Bild hast, was Du nach 2 Monaten machst, dann kannst Du ja täglich den inneren Stinkefinger hoch heben und die Zähnchen zusammen beissen.

    mit klarem Bild mein ich jetzt nicht, dass Du schon wissen musst, wo genau Du was machst. Es kann auch reichen, dass Du ein klares Vorgehen für Dich erarbeitest, wie Du nach dieser Zeit Dir einen neuen Platz und eine neue Aufgabe findest.
    Am besten arbeitest Du mit dem "Belohnungsprinzip", also z.B. Du nimmst Dir erstmal ne Auszeit (steht Dir noch Urlaub zu? Um so besser)

    Du kannst jetzt ja schon Dich gedanklich mit der Zeit danach befassen und Dich dafür bereit machen. Also was möchtest Du nicht mehr, was kannst Du tun, um so ein Fiasko beim nächsten Projekt zu vermeiden, und mal alle Gedanken unzensiert zulassen, was Du für Träume und Wünsche hast, und erst nach der unzensierten Phase gucken, was davon wie umsetzbar ist, bzw. wenn nicht, warum eigentlich nicht?

    Oft sind das Argumente, die nicht (mehr) Bestand haben z.B. was Deine (vermeintliche) Rollenzuteilung in Deiner Familie angeht. Du bist schon groß, Du musst danach nicht Dein Leben ausrichten. Du musst ihnen auch nix beweisen. Es geht um Dich. Um sonst niemanden. Wofür bist Du denn sonst ungebunden?

  7. #7
    Verleger Avatar von Physalis
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    Eine Freundin von mir ging beruflich auch ins Ausland, war kreuzunglücklich und kam nun zurück - obwohl der Arbeitgeber sie gerne noch mind. zwei Jahre dort gesehen hätte.

    Sie sagte mir, von Zeitpunkt der Kündigung an hat sie sich gedanklich nur noch mit der Zukunft beschäftigt und so die verbleibenden Monate überhaupt erst durchstehen können.

    Und das ist auch eine starke Frau, keine die schnell das Handtuch wirft. Sie war auch schon in anderen Ländern beschäftigt, aber nun wurde sie eben in dem Land nicht heimisch.

    Ich finde, es ist auch eine Form der Stärke, ehrlich zu sich zu sagen: Ich kann nicht mehr und ich will auch nicht mehr.

    Wie sind denn Deine Pläne für die Zukunft?

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Physalis für den sinnvollen Beitrag:


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