Ich hab' jetzt eine Weile nicht mehr geschrieben, aber kürzlich habe ich was geträumt was mir einen neuen Impuls gegeben hat und ich würd's gern mit euch teilen (natürlich um meiner eigenen Eitelkeit willen, schätze ich :P )
An sich sagt der Titel alles. Und zwar:
Ich bin in der S-Bahn und draußen scheint die Sonne, ganz grell. Meine Eltern sind da und einige Leute, die ich kenne.
Da ist ein Totenkopffalter. Ein großes, haariges, aber prächtiges Insekt, wie ein kleiner Vogel.
Er sitzt auf dem Hals eines Mannes, und jemand regt sich auf, man sollte den Falter verscheuchen. Und ich nehme den Falter in Schutz und pflücke ihn mit der Hand und spreche beruhigend auf ihn ein.
Der Falter sitzt auf meinen Fingern und sirrt mit den Flügeln und sein dünner Rüssel sticht mir immer wieder unter die Haut, um mich auszusaugen. Ich spreche weiter auf ihn ein und schubse seinen Rüssel sachte weg, aber er versucht es immer wieder, und ich sage ihm, was für ein DUMMER Falter er doch ist. Ich sehe auf seinem Rücken nach und stelle fest, dass er tatsächlich den charackteristischen weißen Fleck hat, der entfernt we ein Totenkopf aussieht. Und ich sage ihm, ich will ihn nicht verletzen, denn ich respektiere ihn so wie jede Lebensform, aber da er dumm ist und immer wieder zu saugen versucht, werde ich irgendwas unternehmen müssen.
Da hält die Bahn, die Türen gehen auf, und ich schubse den Totenkopffalter von meiner Hand herunter, sodass ihm nichts anderes übrig bleibt, als hinauszufliegen. Und ich denke noch: "Die Sonne ist so grell. Hoffentlich findet er Schatten. Ich musste ihn loswerden, aber ihn verletzen, das würde an mir nagen..."
Als ich aufwachte, war mein erster Gedanke, dass Totenkopffalter Boten des Todes sind, und auch wenn es irrational klingt, so meinte ich, ich hätte meinen baldigen Tod vorhergesehen. Natürlich verwarf ich es, aber das Bild war so klar gewesen, dass ich eine Antowrt finden musste.
Ich war ziemlich melancholisch in dem Traum gewesen.
Später kam ich darauf, dass der Falter meine Todessehnsucht symbolisieren könnte. Und zwar schwankt das bei mir in letzter Zeit. Nach dem Traum hatte ich Angst und dachte daran, dass ich jetzt noch nicht sterben könnte, weil ich noch jung sei und noch nichts wirklich erlebt oder vollbracht hätte, weil ich noch nie verliebt war und noch nie eine richtige Beziehung hatte, weil ich sehen will, wie sich die Welt entwickelt und so viel Zukunft wie möglich mit eigenen Augen sehen möchte.
Doch schon am nächsten Tag, in der Uni, da kam wieder die Lebensmüdigkeit. Dieses Gefühl, dass ich ja doch nie etwas vollbringen werde und die Mechanismen in meinem Inneren und meiner Umwelt so sind, dass ich sowieso niemals eine Beziehung haben oder auch nur richtige Freundschaften schließen werde. Dass ich sowieso nur ein Abfallprodukt der natürlichen Selektion bin (die ja primär über die Sexualfähigkeit geht) und das Tod und Verfall alles seien, was ich je zu erwarten hätte. Dass ich nichts vom Leben erwarten könnte und mir im Grunde alles egal sei, und die ewige Dunkelheit keinen großen Unterschied machen würde.
Vor solchen Sachen habe ich dann Angst, wenn meine Lebensgeister wieder in mich zurückkriechen.
Meinen Traum deute ich so, dass ich diese Todessehnsucht loswerden muss, so beharrlich sie auch ist.
Das Motiv des gefangenen Insekts, dem ich zur Hilfe komme, ist aus dem wirklichen Leben entliehen, denn tatsächlich dränge ich mich geradezu vor, wenn es darum geht, kleine Tiere zu retten, gerade große Insekten, die alle anderen niemals anfassen würden.
Dies ist Teil meiner Persönlichkeit- ich will gerne helfen und gutes tun und Lebewesen glücklich machen, und es stört mich auch nicht, wenn ich mir dabei die "Hände schmutzig mache" (es stört mich auch nicht, Obdachlose zu berühren, wenn ich ihnen Geld reiche). Was bin ich für ein Held. Andererseits die komplette Unmöglichkeit, meine Energie in Bahnen zu lenken, die mich Leuten tatsächlich näher bringen würden. Wenn man auf mich eingeht bin ich freundlich und enthousiastisch, aber auch kurzatmig, ich kann Leute irgendwie nicht überzeugen. Selbst Hunde mögen mich nicht.
Und da die happy-deppy Seite, die alles lieb haben will, mir keine Zuneigung einbringt, fühle ich mich ausgestoßen und brüte deprimiert vor mich hin: Würde man mich spalten, erhielte man einen impotenten Hippie und einen potentiellen Amokläufer, und keiner von den beiden wirkt auf irgendwen attraktiv.
MEIN TRAUM, jedenfalls. Ich deute ihn so, dass ich aus dieser Dualität ausbrechen müsste. Im Traum war es einfach: Ich fand eine Gelegenheit, den Schmetterling fliegen zu lassen, und weg war er. Im wirklichen Leben sehe ich nicht, wie das zu bewerkstelligen wäre, wie ich das Impotente und das Todeslustige (die zusammenhängen) aus mir verbannen könnte. Das scheint mir, als müsste meine komplette Persönlichkeit ausgetauscht werden, und wenn ich nicht mehr ich bin, wen rette ich dann überhaupt?... und läuft das nicht wieder auf Todessehnsucht hinaus...?
Interpretationen und ähnliches wie immer willkommen![]()


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