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Thema: Totgeschwiegene Probleme in der Familie ansprechen - wie?

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    Standard Totgeschwiegene Probleme in der Familie ansprechen - wie?

    Frohes neues Jahr an der Stelle von mir und direkt auch eine Frage, die mich jetzt schon seit längerer Zeit beschäftigt...

    Meine Familie war schon immer geprägt von Depressionen, fehlender Kommunikation und Missverständnissen. Mein Vater war unzufrieden mit seinem Leben und seiner Familienseite und bei meiner Mutter war es genau das Gleiche, beide hatten eine schwierige Kindheit und Vergangenheit. Auch in ihrer Ehe zeigten sich Probleme, die meine Schwester (8 Jahre älter als ich; ich bin 20) und ich früh mit ansehen mussten.
    2007 trennten sich meine Eltern, meine Schwester und Ich blieben bei meiner Mutter aber vor allem ich hab den Kontakt zu meinem Vater häufig gesucht. Oktober 2008 starb er dann und irgendwo fiel jeder von uns dreien in ein Loch:
    Meine Mutter war plötzlich allein mit uns und kam mit der Situation nicht so recht klar, wobei sie immer ihr Bestes gegeben hat und ich auch klar sagen muss, dass sie mir immer mehr gab als ich zu erwarten hatte.
    Meine Schwester schien mit dem Verlust auch nicht so ganz klar zu kommen, darüber redete ich nie viel mit ihr.
    Und ich verlor meine wichtigste Bezugsperson.

    Ab da beginnt das wahre Problem...
    Wir redeten kaum noch - anfangs wollte meine Mutter mich zu einem Kinderpsychologen bringen, was ich damals um jeden Preis vermeiden wollte und vermieden habe. Heute wäre ich froh, wenn ich es gemacht hätte. Erst spät verstand ich, dass Therapien oder das einfache Reden wirklich helfen können. Als Kind war das für mich Unsinn und ich wollte mit meiner Trauer einfach allein sein. So isolierte ich mich und es fanden erst recht keine Gespräche mehr statt, jeder von uns dreien ging immer sofort an die Decke wenn das falsche Thema angesprochen wurde, bzw. wenn etwas im falschen Ton gesagt wurde.
    So wurde irgendwann immer nur noch über oberflächliche Sachen geredet, wo dann kein Streit mehr entstand aber wo der Tiefgang fehlte.
    Jahrelang störte mich das nicht wirklich, für mich war meine Familie einfach ein Thema für sich und fertig. Aber vor allem seit dem letzten Jahr denke ich immer öfter, dass es so nicht weitergehen kann.
    Mit meiner Schwester ecke ich immer wieder an, obwohl ich mit ihr teils tiefe Gespräche führen konnte und wir uns annährten, letztendlich ist da aber irgendwas zwischen uns, was immer wieder zu Streit führt, der mich jedes mal sehr hart trifft und wo ich nicht ruhig bleiben kann, wobei ich sonst mittlerweile ziemlich kontrolliert agieren kann.
    Bei meiner Mutter ist es so, dass sich unser Verhältnis verbessert hat; früher saß ich immer nur im Zimmer und sie im Wohnzimmer, mittlerweile versuche ich so oft es geht mal bei ihr zu sitzen und zu reden aber es bleibt oberflächlich - so stelle ich mir diese Beziehung aber nicht vor.
    Ich weiß ja nie, wie lange sie noch zu leben hat. Und ich will nicht am Ende sagen müssen, dass wir nie wirklich reden konnten. Ich sehe, wie schlecht es ihr geht und ich würde ihr so gern helfen aber bei jedem Thema beginnt sie zu weinen, zu schreien oder zu schweigen. Ich würde ihr so gerne eine Stütze sein, ihr die Einsamkeit abnehmen aber es fällt mir schwer, überhaupt ein Gespräch vernünftig beginnen zu können. Zumal ich grob weiß, was sie in ihrer Kindheit durchgemacht hat und ich Angst habe, durch falsche Themen etwas anzukratzen, was für sie schmerzlich wird. Sie ist halt generell eher pessimistisch und setzt sich glaube ich nicht vernünftig mit Problemen auseinander, ich weiß nicht wie sie in einem richtigen Gespräch reagieren würde...

    An Weihnachten eskalierte die Situation komplett zwischen meiner Mutter und meiner Schwester, da beschloss ich, dass sich wirklich was ändern muss. Deshalb will ich bald endgültig ein Gespräch mit den beiden führen.
    Am liebsten würde ich alles einfach gerade heraus ansprechen, all die Themen die mich so lange schon quälen aber viele Leute verkraften dieses Gerade-heraus nicht und die beiden sind Menschen von dieser Sorte. Ich will das Gespräch nicht direkt zerstören mit dieser Art, deshalb muss ich irgendeinen "sanften" Weg darein finden...
    Hat vielleicht jemand Erfahrung mit ähnlichen Situationen? Eine Familientherapie wäre natürlich auch eine Variante, aber auch da ist mir unklar, ob die beiden da mitmachen würden.
    Mir wurde auch schon geraten, das einfach weiter totzuschweigen aber das ist keine Option mehr. So habe ich lange genug damit gelebt - ich will es klären und selbst wenn nichts passiert oder es danach schlimmer wird, habe ich es wenigstens versucht...
    Ich wäre sehr dankbar für Tipps oder Anregungen dazu.. Vielen Dank schonmal
    Geändert von Wellscarpenter (02.01.2017 um 22:02 Uhr)

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