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Thema: Trauer bewusst verdrängen?

  1. #17
    Schreibkraft Avatar von LABBI
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    Hallo Wölfchen.


    Heute ist Freitag. und ich will dich fragen, wie es dir geht.

    Aus deiner Message höre ich so ein bißchen heraus, das es auf eine tragische Art auch sehr "schön" oder friedlich war. Diese erfahrung kenne ich auch und ich empfand sie immer als sehr heilend.


    Wenn du wieder bißchen bei dir bist, freue ich mich von dir zu hören.

    Bis dahin fühl dich gedrückt und alle lieben Wünsche

    Labbi
    Geändert von LABBI (20.11.2009 um 16:46 Uhr)
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  2. #18
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    Hallo Labbi!

    Heute bin ich schon ein wenig mehr sortiert als gestern. Nur leider konnt ich die Nacht nicht sonderlich viel schlafen.
    Das mit dem Verdrängen hat mehr oder weniger so funktioniert wie ich es mir vorgestellt hab. Nur nun sollte ich damit aufhören und mich damit beschäftigen und es auch zulassen, weil ich merke, dass es auf Dauer wirklich nicht gut ist.
    Gut gehen tut es mir auch nicht- bin sehr müde und niedergeschlagen immer noch.
    Als ich vor Urne stand, kam mir ständig das Bild ins Auge, als ich liegen sah tot in seinem Bett im Pflegeheim. Ich hatte ständig dieses Bild im Kopf gestern.
    Weinen konnte ich dennoch nicht. Lag auch daran, dass ich nicht wollte, dass die anderen es sehen. Ich hab ziemlich gekämpft. Wenn auch unbewusst.
    Aber irgendwie ist es auch erleichternes Gefühl zu wissen, dass da wo er ist, endlich seinen Frieden gefunden hat.

    Dieser Weg vom Waldrand bis zu seinem Baum kam mir unendlich vor...
    Es war ein sonniger Tag und angenehm warm-leichter Wind...
    Sein Baum ist ca. 10 Meter von einem Teich entfernt. Die Sonne schien durch die Bäume und ein kleiner Sonnenstral schien auf seinen Baum, das hatte irgendwie etwas schönes. Es ist ein schöner Platz.
    Oma will im Frühling 2 Enten auf diesem Teich aussetzen.

    Es war unglaublich, Oma hat das alles besser verkraftet als ich es erwartet habe. Sie hat so unglaubliche Stärke gezeigt, tröstete einer ihrer Söhne, der kurz vorm Zusammenbruch stand. Eigentlich müsste man erwarteten, dass sie getröstet werden müsste... Ich bewundere sie irgendwie...
    Auch, wenn ich ihr meinen Schmerz nicht mit Tränen ausdrücken kann, habe ich großen Respekt vor ihr, dass sie das alles so "gut" durchgestanden hat.
    Glück kommt, Glück geht - Fehler sind menschlich
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  3. #19
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    Hallo Wölfchen,

    ich muss das jetzt sagen (hoffe du verstehst es nicht falsch), aber ich finde das dein Opa einen wunderschönen Abschied hatte und eine tolle Frau an seiner Seite war.

    Das deine Oma so stark war, hatte sicher auch etwas damit zu tun, das man sich ab einem gewissen Alter mit diesem Thema beschäftigt. Und je nachdem, ob es für einen normal ist oder eben mit einer ablehnenden Haltung geschieht, kommt es überraschend oder man nimmt es als weiteren Schritt an.

    Ich finde es unheimlich gut, das du dir jetzt Zeit nimmst und es zulässt. Und ich finde es super, das du trotz dem Schmerz durchgehalten hast und deinem Opa lebewohl sagen konntest.

    Das mit den Enten ist eine sehr romantische und schöne Sache. Wow! Ist die Vorstellung von so einer erfüllten Liebe und ausgelebten Liebe nicht toll. Und sie hat ihn in Ruhe gehen lassen. Super Vorstellung oder?

    Ich wünsche dir jetzt noch alles alles Liebe für die nächte Zeit, viel Kraft und energie, aber auch "schwache" Momente zum trauern und weinen.

    Ich bin hier falls du jemanden brauchst, so wie viele andere auch.

    In diesem Sinne machs gut und bis bald

    Labbi
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  4. #20
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    Hallo zusammen!

    Es gibt einen Grund wieso ich dieses Thema wieder aufleben lasse...
    Vor ca. 1 Stunde wurde mein Hund eingeschläfert. Er war 15 Jahre lang mein treuer Begleiter. Bevor ich heute morgen zur Schule gegangen bin, kam er nochmal an und rieb sich an meinen Beinen wie eine Katze. Die letzten Tage ging es ihm schon nicht so gut.
    Meine Mutter rief mich in der Schule an und ich bin dann sofort nach Hause gefahren. Als der Tierarzt kam und ihn eingeschläfert hat, konnte ich nicht dabei sein. Ich hab es nicht ertragen. Als ich in mein Zimmer ging, war es dann vorbei. Seitdem kann ich nicht mehr aufhören zu weinen....
    Ich grub mit Schaufel und Spaten und meinen Händen das Grad im Garten.
    Die Schmerzen von der Knieop scheinen wie weggeblasen...
    Ich will nicht schlafen heute abend. Ich will nie wieder aufstehen. allein der Gedanke, dass wenn ich morgen aufstehe, in die Küche gehe und sein Korb nicht mehr da ist, gibt mir das Gefühl, dass ich zerbreche....
    Ich hab ihn so sehr geliebt und liebe ihn immer noch. Immer wenn es mir schlecht ging oder ich Stress mit meinen Eltern hatte, ging ich stundenlang raus mit ihm...
    Ich hoffe ich kann mich irgendwann wieder beruhigen...
    Auf jeden fall ist es nun anders als bei meinem Opa...
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  5. #21
    Wunderlampe
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    Hallo Wölfchen

    Ich fühle mit dir und ich denke, jeder der ein geliebtes Haustier hat auch.
    Egal wie alt, egal wie krank. Wenn uns ein geliebtes Wesen verläßt, dann tut es immer weh. Weil wir daran denken was wir verloren haben. Ich weiß es ist noch zu früh, aber vielleicht tröstest du dich mit der Dankbarkeit, für die Zeit, die ihr gemeinsam verleben durftet.

    Fühl dich gedrückt.

  6. #22
    Roman Verfasser Avatar von Corelli-Crystal
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    Hallo Wölfchen,

    ich fühle auch mit Dir da ich das gleiche auch schon bei
    mehreren Haustieren durchlitten habe.

    Alle Worte helfen Dir nicht wirklich, es braucht einfach Zeit
    bevor man den Verlust akzeptieren kann.
    Im moment ist es noch sehr schmerzhaft an die gemeinsamen
    Zeiten zurückzudenken, aber mit der Zeit wirst Du das können....

    Fühl Dich auch von mir ganz herzlich gedrückt.

    Liebe Grüsse
    Corelli

    Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
    Es ist Unglück, sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
    Es ist aussichtslos,sagt die Einsicht
    Es ist lächerlich, sagt der Stolz
    Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung

    Es ist was es ist, sagt die Liebe

    Erich Fried

  7. #23
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    Danke für eure lieben Antworten.

    Heute ist es schon ein wenig besser, aber nur minimal....
    Er fehlt überall, diese Stille ist einfach teilweise nicht zu ertragen.
    Wenn ich mir schöne Augenblicke in Erinnerung rufe, muss ich jedesmal anfangen zu weinen. Deswegen versuche ich mich einfach so viel wie möglich abzulenken.
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