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Thema: Trauer und Verarbeiten

  1. #1
    Gast331
    Gast

    Frage Trauer und Verarbeiten

    Hallo
    Muss euch wiedermal um Rat fragen- hoffe, es nervt euch nicht zu sehr !
    Und zwar habe ich folgendes:
    Mein Opa ist vor 4 Jahren gestorben. Ich war damals jedes Wochenende bei ihm und sein Tod hat mich sehr mitgenommen (ab diesen haben nämlich Depressionen, Minderwertigkeitskomplexe und sowas bei mir angefangen). Ich wurde bei der Beerdigung diejenige, die für alle Menschen dort stark sein, und sie trösten musste. Und jetzt, 4 Jahre später kann ich immernochnicht an ihn denken oder so, ich muss immer nur weinen. Trauer dauert doch sonst auch nur 1 Jahr, oder nicht? Ich habe ihn eine Zeit lang für mein Unglück nach seinem Tod verantwortlich gemacht- aber nur 1 oder 2 Stunden, dann dachte ich, dass er ja nichts dafür kann. Er war einfach der Mensch, den ich am meisten liebte und er hat mich verlassen und damit komme ich nicht klar.
    Was soll ich tun? Wie kann ich das schaffen, ohne zu weinen, über ihn nachzudenken?

    VlG
    Snow

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von Sephiroth
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    Standard

    liebe snow white

    tränen sind nichts schlimmes und muessen auch nicht umbedingt für etwas negatives stehen!

    denk doch einfach an die schöne zeit mit ihm und wenn du weinen musst sind es vieleicht nur freudentränen, der erinnerung wegen...
    so zeigt es doch nur wie wichtig er dir war und was er dir bedeutet, es ist doch schön, das du ihn für immer in dein herz geschlossen hast und noch jetzt so sehr um ihn trauern kannst!

    jedoch sollten dir diese erinnerungen keine probleme bereiten!
    denkst du deinem opa würde es gefallen wenn du wegen ihm traurig bist?
    bestimmt nicht ... also mache dir vieleicht ein wenig entspannende oder gute laune musik an wenn du an ihn denkst und sage dir einfach das er für dich immernoch da ist, in deinem herzen, wo er auch immer bleiben wird !

    verbinde ihn nur mit schönen sachen und mache dich nicht selber fertig

    ich hoffe das dir das iwie weiterhilft!!!
    mfg torben
    Oh quam sancta, quam amoena

  3. #3
    flo
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    Sephiroth hat schon passende Ansätze gebracht...
    Ich rate dir, dass du den Tod deines Opas nun auch mal verarbeitest und nicht verdrängst, was nunmal die meisten machen, weil es der einfachste Weg ist. Aber von Verdrängung irgendwas zu halten ist einfach oberflächlich. Den alles, was du je in deinem Leben erlebt hast geht nahtlos in dein Unterbewusstsein über. Sobald es ein traumatisches Erlebnis ist, wird dir dieses Trauma ewig hinterher hängen.

    Sephiroths These, dass du an die schöne Zeit denken sollst sind psychologisch gesehen wirklich (sorry aber dafür fällt mir nichts anderes ein) Schwachsinn.
    An die schöne Zeit denken, dass kann man nach der Trennung von seiner Freundin oder Frau versuchen zu machen. Dennoch bei dem Tod eines Großvaters ist das fehl am Platz. (diese Unterscheidung brachte ich daher mit ein, weil der Verlust von z.b. der eigenen Frau wieder etwas anderes ist, als vom Großvater).

    Lasse dir den Verlust durch den Kopf gehen, spreche mit jedem der dein Weg kreuzt darüber (natürlich nur wenn du den Drang danach hast) und setze dich damit noch einmal richtig auseinander. Ich denke du wirst bald spüren, dass es dir gut tut.
    Man muss auch sein Leid leben um intensiv zu leben...

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von Sephiroth
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    Zitat flo: "dass du an die schöne Zeit denken sollst sind psychologisch gesehen wirklich [...] Schwachsinn."

    mmh du hast wohl schon recht .... psychologisch gesehn ... ich bin jedoch der meinung das man solche tollen menschen nie vergessen darf und sich immer an sie erinnern sollte um sie zu ehren! nur damit umgehn zu können ist hier das schwierige!
    Oh quam sancta, quam amoena

  5. #5
    flo
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    Natürlich da hast du vollkommen recht, allerdings nicht in dem Fokus damit zu versuchen den Tod als Solchen zu verarbeiten.
    Man muss auch sein Leid leben um intensiv zu leben...

  6. #6
    Wunderlampe
    Gast

    Standard Weine, wenn dir danach ist

    Hallo Snow White

    Das mit dem Trauerjahr ist schon richtig, aber nur, wenn man den Tod in der Zeit verarbeiten kann. Verarbeiten kann man erst, wenn man nicht verdrängt.
    Es gibt pschologische Hilfe für Hinterbliebene. Wenn du es alleine nicht schaffst, dann solltest du dir prof. Hilfe suchen. Der Tod deines Opas kann auch ein traumatisches Erlebnis für dich gewesen sein. Es gilt dieses Trauma zu verarbeiten, nicht nur den Verlust des geliebten Menschen.

    Wenn dir zum weinen ist, dann weine. Weinen reinigt die Seele, denn es ist ein Ventil. Genauso wie lachen. Vieleicht mußt du noch einiges nachholen. Tränen, die du dir damals nicht getraut hast zu weinen, weil du stark sein wolltest. Laß den Schmerz raus. Es ist so natürlich seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und unnatürlich aus falscher Scham oder Rücksichtnahme seine Gefühle zu unterdrücken.

    Wenn du genug über die Vergangenheit geweint hast, dann komm in die Gegenwart zurück. Du lebst hier und jetzt. Vergiß über deine Trauer nicht, dass das Leben dir noch viele Menschen schicken wird, zu denen du eine Bindung aufbauen kannst. Wahrscheinlich gibt es solche Menschen schon, die dich lieben und dich unterstützen.

    Dein Opa war wichtig, aber er lebt nicht mehr und alle Tränen der Welt können ihn nicht mehr zurückholen. Was bleibt ist aber die Erinnerung und die Dankbarkeit, dass du eine Zeit mit ihm verleben durftest.

  7. #7
    Gast331
    Gast

    Standard

    Hi,ihr!
    Danke, für die Beiträge!
    @ sephiroth:
    Also, gefallen würde es ihm nicht. Ist ja klar.
    Das Problem mit den schönen Erinnerungen ist, dass ich mich an meine "Kindheit" (0-10 gar nicht mehr erinnere :O ! Ich hab keine Ahnung, warum nicht. Das ist aber auch so eine Frage, die mir bis jetzt keiner beantworten konnte.... Selbst wenn ich mich erinnern will, mit allen mitteln (videos, fotos, gespräche), klappt es nicht... Da sind nur noch negative Erinnerungen da, auch nur ganz wenig, aber keine positiven.

    @ Flo:
    Ja, ich denke, du hast recht... Aber darüber sprechen- wen soll es schon interessieren? Meine Verwandten wollen nicht drüber reden und halten meine Traurigkeit für Schwachsinn.

    @ Wunderlampe:
    Das Problem hier ist, dass ich manchmal in der Schule an ihn denke und da kann ich ja nicht einfach anfangen zu heulen oO... Oder im Bus, oder in er U-Bahn oder so- das sind recht unpassende Orte- nur kann man Gefühle nicht auf "nachher" verschieben...
    Merkwürdig ist auch- ich wurde früher oft und schwer von meinen angeblichen Freunden verletzt, und jetzt ist dieses Gefühl des Vertrauens und des Mögens und so nciht mehr da. Ich weiß noch nichteinmal, wie es sich noch anfühlt :'-( Das verstehe ich auch nicht so wirklich, den ich habe da einen Menschen, von dem ich weiß, er wird mich nicht verletzen, aber ich kann ihm nicht vertrauen. Es geht einfach irgendwie nicht...




    Lg + Danke nochmal
    Snow :-*

  8. #8
    Wunderlampe
    Gast

    Standard Erinnerungen

    Hallo Snow White

    Ja, das stimmt, ist nicht so toll in der öffentlichkeit zu weinen.
    Aber kann es vieleicht sein, dass diese Traurigkeit zwar mit dem Tod deines Opas zu tun hat, aber darüber noch einen viel großeren Grund gibt, den du vieleicht nicht kennst. Der irgentwo in deiner Kindheit liegt. Von dir so gut verdrängt wurde, dass du dich selbst an die Kindheit nicht mehr erinnern kannst? Ich hab damit echt keine große Erfahrung und deshalb bitte ich dich dir jemand zu suchen, der sich damit auskennt. Denn ohne deine Kindheitserinnerungen bist du wie ein Baum ohne Wurzeln.

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