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Thema: Trauma Kindheit

  1. #1
    Neuling Avatar von Nicolaa
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    Standard Trauma Kindheit

    Ich versuch es jetzt mal auf diesem Weg in meinem chaotischen Leben Ordnung rein zu bringen. Lebe immer im Ungewissen, immer mit der Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Aber kann es nicht annehmen.

    Ich bin als achtes von acht Kindern zur Welt gekommen. Meine Eltern trennten sich als ich ca. 6 J. jung war. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, aus den Erzählungen heraus muß es auch ein ziemlicher Rosenkrieg gewesen sein.

    Ziemlich bald kam unser Stiefvater zu uns.

    Mit ca. 9 J. wurde ich von einem meiner Brüder missbraucht, er nahm mich nachts aus dem Bett, in den Keller und machte Spielchen mit mir. Bis meine zwei Jahre ältere Schwester mich irgendwann suchte und fand, dann war Schluß damit. Diese Schwester ist wiederum von meinem Stiefvater mißbraucht worden. Mein Bruder war immer meine engste Bezugsperson, wenn man bei mir davon sprechen kann. Es war ein Abhängigkeitsverhältnis, ich tat alles für ihn und wiedersprach ihm nie.

    Er hatte auch bei mir Annäherungsversuche gestartet, aber (wohl auf Grund meiner Erfahrung) sprang ich ihm vom Schoß und hatte meine Ruhe.

    Als ich ca. 11 J. alt war erkrankte einer meiner Brüder an Krebs. Er war 16 Jahre krank als der Kampf gegen seine Krankheit ihn endlich befreite.
    Nach seinem Tod begann ich mit einer Therapie in der ich natürlich Antworten für mich suchte.

    Ich hatte irgendwie das Gefühl etwas stimmt mit mir nicht. Hatte einfach kein Glück in Beziehungen. Entweder war ich unglücklich verliebt und verhielt mich wie eine Hörige. Oder wenn man mich toll fand und ich mich drauf einlies ging es gar nicht. Dann störte es mich bald wie er seine Brille zurechtrückte.
    Als Ausgleich gab´s dann die rein sexuellen Beziehungen.

    Mit 29 J. lernte ich meinen späteren Mann kennen, er hatte mich ausgesucht, fand mich toll. Ich fand eigentlich seinen Freund nett. Naja, wir blieben zusammen. Es war Anfangs eine schwierige, aber nachher eine doch recht gute Beziehung. Ich beendete in der Zeit auch meine Therapie (hatte ja meinen Traummann gefunden). Wir bekamen zusammen ein Kind und nach 10 J. trennte ich mich. Er konnte ohne Hasch nicht leben. Nahm sein Kind nicht an und überhaupt, es funktionierte nicht.

    Mein Wunsch war es immer gewesen zu heiraten, Kinder zu kriegen glücklich zu sein. Es war mir nicht vergönnt. Ich muß dazu sagen, zu dem Kind bin ich nur gekommen weil ich mich sonst von ihm getrennt hätte. Mein Wunsch nach Kindern war größer als die Liebe zu ihm. Leider ist der Schuß nach hinten los gegangen, er konnte das Kind nicht annehmen. Bis heute nicht.

    Im Jahr 2000 starb ein zweiter Bruder von mir an Krebs, es war ganz plötzlich. Die OP war gut verlaufen, nachdem er von der Intensiv genommen worden ist hat er wohl eine Infektion bekommen und starb.

    Es war ein Schock, ich erfuhr es im Auto, nach einem Wochenendausflug.

    2007 starb dann der dritte Bruder von mir, auch an Krebs. Bei ihm war der Krebs schon so fortgeschritten das ihm keiner mehr helfen konnte, er litt ein 3/4 Jahr und ich leistete Sterbehilfe.

    Es war schrecklich. Es ist mir unbegreiflich warum und man hat irgendwie immer das Gefühl man hätte was an sich, ich kann es schlecht beschreiben. Und das das Leben einfach so weiter geht und man selbst einfach so weiter funktioniert ist mir unbegreiflich.

    Ok, man hat Verpflichtungen. Aber es ist schon schrecklich.
    Geändert von Nicolaa (27.01.2009 um 18:08 Uhr)

  2. #2
    Neuling Avatar von Nicolaa
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    Standard

    Habe gerade überlegt ob ich je eine Chance hab glücklich zu sein. Woran liegt das nur. Mit dem positiven Denken, ja das habe ich schon versucht. Es spitzt sich gerade alles so zu. Meine Freundin meinte ja von vorn herein es wäre ein Fehler gewesen mit ihm zusammenzuziehen. Ich hab es "heimlich" gemacht. Hab mich von allen zurückgezogen, wollte meine Ruhe haben, Ruhe von meiner chaotischen Familie in der es immer krieselt. Ruhe von guten Freunden mit ihren guten Tips. Ich wollte nur mit ihm glücklich sein, obwohl ich schon mehrmals nach kurzer Zusammenseinphase versucht hatte mich von ihm zu trennen. Jetzt leben wir hier zusammen, unsere kleine Patchworkfamily und alles ist glücklich nur ich nicht.
    Meine Freundin hat es ja gleich gesagt.
    Und ich quäl mich nun schon seid dem Einzug (fast), wie ich hier wieder raus komme. Alle tuen mir leid, er tut mir leid (ich brings nicht über Herz es ihm zu sagen), sein Sohn tut mir leid (weil es einfach sch.... ist) und meine Tochter tut mir leid (weil sie sich hier sau wohl fühlt und es ihr besser geht als mit mir allein).
    Natürlich, als Aussenstehender betrachtet ist es vielleicht nicht schwer zu sagen du liebst ihn nicht, also geh. Wie lange willst du dich noch quälen, es eskaliert eh sonst.
    Aber so einfach ist das nicht, irgendwie mag ich ihn schon sehr gerne und er ist wirklich wahnsinnig lieb und doch krieg ich es nicht hin über meinen Schatten zu springen und die vielen positiven Dinge in den Vordergrund zu stellen, nein das Schlechte, seine Unordnung und seine unattraktive Erscheinung und seine Faulheit irgendwas zu tun, ja das stell ich in den Vordergrund und darüber rege ich mich jeden Tag drüber auf, mit einer Euphorie das ist schon erschreckend. Ich habe mittlerweile soviel wut im Bauch, das ich schon wieder zu keinem mehr Kontakt habe, weil sie alle merken würden wie unglücklich ich bin.

  3. #3
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    Irgendwie habe ich immer noch so einen kleinen Funken Hoffnung ich könnte ihn doch noch lieben, weil er so lieb ist. Aber all das was ich selbst zur Zeit mache spricht völlig dagegen. Mein ganzes Verhalten. Ich bin mir nicht im klaren ob es an meiner kranken Psyche liegt, das ich nicht glücklich werden kann oder ob es ganz einfach nur daran liegt das ich ihn nicht liebe.
    Kann ich überhaupt lieben, oder kann ich nur leiden.
    Meine ganzen bisherigen Beziehungen waren meistens von viel Leid geprägt. Entweder wollte er nicht zu mir stehen und ich habe über Jahre behaarlich auf ein Happy End gewartet oder ich habe mich mit halben Herz auf eine Beziehung eingelassen und nach einiger Zeit festgestellt es geht nicht, ich liebe ihn nicht.
    Die meisten Beziehungen habe ich jedoch selbst beendet, laufe ich immer davon, aus Angst?
    Vor was?

  4. #4
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    Kann nicht schlafen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Sagt man doch immer so schön. Ja ich weiß was ich zu tuen habe. Wenn es doch nur nicht so schwer wäre. Wieder eine Trennung.
    Meine Tochter macht nur Spaß und ich mach sie wieder total blöde an.

    Meine Kindheitsfamilie ist total zerstritten. Zu zwei meiner drei Schwestern habe ich kaum noch Kontakt. Es fing damals damit an das meine Mutter sich von unserem Stiefvater getrennt hatte und das Haus nicht mehr alleine halten konnte. Meine Schwester, die mir am nähesten steht hat nach langen Überlegungen das Haus gekauft. Meine Mutter bekam Wohnrecht auf Lebenszeit und eine kleine Rente oben drauf. Meine anderen zwei Schwestern, von Neid besessen seid Kindheit an, fanden das gar nicht gut. Es gab Streit deswegen, seitdem reden meine Schwestern nicht mehr miteinander. Es gab noch eine Hoachzeit und zwei Beerdigungen in der Zeit, aber nichts konnte den Streit kitten. Alle leiden darunter. Natürlich hat meine Mutter viele Fehler gemacht. Aber der werfe den ersten Stein, der mit acht Kindern, fast alleinerziehend, keine Fehler macht. Natürlich gab es auch Dinge die nicht hätten sein müssen. Aber das wäre müsig das jetzt rückgängig zu machen, oder es in unserer Familie wieder hin zu biegen.

    Nun habe ich noch einen Bruder und eine Schwester zu denen ich Kontakt habe und natürlich meine Mutter zu der wir alle wieder Kontakt haben.

    Meine Lieblingsschwester hat nun vor einiger Zeit entschieden das sie nicht mehr mit meiner Mutter unter einem Dach leben kann. Es hat meiner Mutter fast, oder nicht nur fast, das Herz gebrochen. Sie bekam eine gute Abfindung. Wieder gab es Streit, mein Bruder hat sich von ihr abgewandt.

    Und immer sind alle drei, mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter zu mir gekommen und haben ihren Frust bei mir abgeladen. Ich konnte alle drei aus ihrer Perspektive verstehen, habe auch versucht zu schlichten, oder die eine oder andere Meinung weiter zu geben. Mit geringem Erfolg, vielleicht weil ich selbst immer denjenigen mit dem ich gerade redete sehr gut verstehen kann.
    Oder manchesmal sicherlich auch um den einen oder anderen nicht zu sehr zu verletzen. Es war eine sehr schwere Zeit, für meine Mutter und für meine Schwester. Meine Schwester hat sich immer für meine Mutter verantwortlich gefühlt und das wollte sie einfach nicht mehr. Sie wollte sich endlich frei fühlen, aber das konnte mein Bruder wiederum nicht verstehen.

    Jetzt ist es so das sie sich völlig aus dem Weg gehen, nein mein Bruder geht ihr aus dem Weg.

    Es ist schrecklich. Ich frage mich oft, warum gibt es sowas. Woher rührt das? Soviel Streit und soviele Tote in einer Familie.

    Und dann immer diese eigene Ungewissheit in mir, wann komme ich endlich zur Ruhe. Mache mir Sorgen um meine Tochter, wie wird sie diese Trennung verkraften. Sie mag meinen Freund sehr gerne.

  5. #5
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    Also ist doch alles die Kindheit Schuld. Wo einem andere immer einreden wollen, krieg dein Leben selbst in den Griff. Wie denn wenn man Gefangene in sich ist und es nicht merkt. Nur immer wieder spürt, es ist nicht richtig, aber sich selbst nicht traut.

    Also, war bei meiner Therapeutin, sie erklärte mir, das ich durch meine innere Sehnsucht, durch den fehlenden Vater, in meinem neuen Partner den Vaterersatz suchte und unbedingt zur Ruhe kommen wollte nach der letzten Beziehung.Läßt sich ganz leicht erklären durch meine eigene Reaktion auf ihn. Will nur mit ihm in unseren, seinen, meinen vier Wänden sein. Raus gehen ist nicht, weil ich ihn so unattraktiv finde. Ich fand es toll, wie er sich mit meiner Tochter und seinen Jungs versteht. Aber unsere Aktivitäten beschränken sich auf einkaufen, kochen, fernsehen. Das ist mir im wahren Leben zu wenig. Ich möchte einen Partner an meine Seite mit dem ich gerne raus gehe, lange Spaziergänge mache, Freunde besuche, und, und, und.

    Ja, ich glaub, das hätte ich verdient. Einfach mal jemanden an meiner Seite, der mich liebt und den ich liebe. Einfacher gesagt als getan, ich weiß. Aber ich muß endlich anfangen auf mich zu hören.

  6. #6
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    Gestern war ich mit meiner Tochter ein Kostüm kaufen. Es war richtig nett. Anschließend haben wir noch am Fluß Steine geworfen, habe lange nicht mehr so eine kurze schöne Zeit gehabt, habe es genossen. Für meine Tochter war es bestimmt nichts besonderes ich fand es einfach schön, weil ich mal einfach nur Zeit für sie hatte,ohne Streß.

    Meine Trennung funktioniert nicht, finde nicht die Worte. Trau mich nicht. Wem sag ich es zuerst, ihm oder meiner Tochter.

    Habe Angst vor dem was dann kommt. Wieder mit meiner Tochter allein.

  7. #7
    Gast2365
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    Meine Trennung funktioniert nicht, finde nicht die Worte. Trau mich nicht. Wem sag ich es zuerst, ihm oder meiner Tochter.

    Habe Angst vor dem was dann kommt. Wieder mit meiner Tochter allein.
    Davon, mit deiner Tochter zu sprechen, bevor Du mit deinem jetzigen Freund gesprochen hast, möchte ich dir dringend abraten. Ich denke, daß du dann ein Muster wiederholen würdest, wie du es aus Deiner Kindheit kennst, das Dir vielleicht Erleichterung verschaffen würde, Deine Tochter aber später in arge Probleme bringen könnte - ich kenne soetwas von einer Freundin, die das - wenn auch mit anderen Problemschwerpunkten der Mutter - als Tochter erlebt hat!
    Ich habe auch deine anderen Tagebucheinträge gelesen und weiß nicht so recht, inwieweit ich mich dazu äußern darf. Aber insbesondere was die in Aussicht stehende Trennung deinerseits betrifft; vielleicht ist dein Freund gar nicht so unwissend wie du denkst; vielleicht hat er auch gemerkt, daß du ihn gewissermaßen seit einiger Zeit ablehnst - das kenne ich übrigens aus meiner eigenen Erfahrung und habe mich erst kürzlich nach einer vierjährigen Beziehung getrennt.
    Wäre es übrigens sehr schwer für dich, den Kontakt zu einer deiner Freundinnen wieder aufzunehmen, und in Ruhe mit ihr darüber zu reden. Bei mir war es nämlich so, daß es zwar nicht unbedingt ein guter Freund war, mit dem ich über meine Beziehungskrise sprach, ich war aber immerhin gezwungen, die Probleme zusammenfassend auf den Punkt zu bringen, was ich an dieser Beziehung auszusetzen hatte. Gerade auch, weil du Angst vor dem Alleinsein mit deiner Tochter hast, wäre hier die Hilfe von Freunden bestimmt wichtig.
    Geändert von Gast2365 (11.02.2009 um 01:42 Uhr)

  8. #8
    Neuling Avatar von Nicolaa
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    Danke für deinen Beitrag, ich weiß das es schwierig ist hier etwas zu zu sagen, aber ich bin dir dankbar das du es tust. Ich weiß das ich diesen Weg gehen muß, jeden Tag mehr. Mein Problem hab ich ja schon geschildert.
    Ja natürlich könnte ich mit einer Freundin reden, mach ich auch heute nachmittag. Aber ich bin es so leid, immer diese Unsicherheit und dieser Schritt eines Neuanfangs. Wie ich schon geschrieben hab, er tut mir so leid...

    Ich geh daran kaputt, könnte heulen. Habe seid Tagen das Gefühl keine Luft mehr zu kriegen, als ob ich Asthma hätte.

    Dank dir erst mal!

    Liebe Grüße

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