Ich versuch es jetzt mal auf diesem Weg in meinem chaotischen Leben Ordnung rein zu bringen. Lebe immer im Ungewissen, immer mit der Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Aber kann es nicht annehmen.
Ich bin als achtes von acht Kindern zur Welt gekommen. Meine Eltern trennten sich als ich ca. 6 J. jung war. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, aus den Erzählungen heraus muß es auch ein ziemlicher Rosenkrieg gewesen sein.
Ziemlich bald kam unser Stiefvater zu uns.
Mit ca. 9 J. wurde ich von einem meiner Brüder missbraucht, er nahm mich nachts aus dem Bett, in den Keller und machte Spielchen mit mir. Bis meine zwei Jahre ältere Schwester mich irgendwann suchte und fand, dann war Schluß damit. Diese Schwester ist wiederum von meinem Stiefvater mißbraucht worden. Mein Bruder war immer meine engste Bezugsperson, wenn man bei mir davon sprechen kann. Es war ein Abhängigkeitsverhältnis, ich tat alles für ihn und wiedersprach ihm nie.
Er hatte auch bei mir Annäherungsversuche gestartet, aber (wohl auf Grund meiner Erfahrung) sprang ich ihm vom Schoß und hatte meine Ruhe.
Als ich ca. 11 J. alt war erkrankte einer meiner Brüder an Krebs. Er war 16 Jahre krank als der Kampf gegen seine Krankheit ihn endlich befreite.
Nach seinem Tod begann ich mit einer Therapie in der ich natürlich Antworten für mich suchte.
Ich hatte irgendwie das Gefühl etwas stimmt mit mir nicht. Hatte einfach kein Glück in Beziehungen. Entweder war ich unglücklich verliebt und verhielt mich wie eine Hörige. Oder wenn man mich toll fand und ich mich drauf einlies ging es gar nicht. Dann störte es mich bald wie er seine Brille zurechtrückte.
Als Ausgleich gab´s dann die rein sexuellen Beziehungen.
Mit 29 J. lernte ich meinen späteren Mann kennen, er hatte mich ausgesucht, fand mich toll. Ich fand eigentlich seinen Freund nett. Naja, wir blieben zusammen. Es war Anfangs eine schwierige, aber nachher eine doch recht gute Beziehung. Ich beendete in der Zeit auch meine Therapie (hatte ja meinen Traummann gefunden). Wir bekamen zusammen ein Kind und nach 10 J. trennte ich mich. Er konnte ohne Hasch nicht leben. Nahm sein Kind nicht an und überhaupt, es funktionierte nicht.
Mein Wunsch war es immer gewesen zu heiraten, Kinder zu kriegen glücklich zu sein. Es war mir nicht vergönnt. Ich muß dazu sagen, zu dem Kind bin ich nur gekommen weil ich mich sonst von ihm getrennt hätte. Mein Wunsch nach Kindern war größer als die Liebe zu ihm. Leider ist der Schuß nach hinten los gegangen, er konnte das Kind nicht annehmen. Bis heute nicht.
Im Jahr 2000 starb ein zweiter Bruder von mir an Krebs, es war ganz plötzlich. Die OP war gut verlaufen, nachdem er von der Intensiv genommen worden ist hat er wohl eine Infektion bekommen und starb.
Es war ein Schock, ich erfuhr es im Auto, nach einem Wochenendausflug.
2007 starb dann der dritte Bruder von mir, auch an Krebs. Bei ihm war der Krebs schon so fortgeschritten das ihm keiner mehr helfen konnte, er litt ein 3/4 Jahr und ich leistete Sterbehilfe.
Es war schrecklich. Es ist mir unbegreiflich warum und man hat irgendwie immer das Gefühl man hätte was an sich, ich kann es schlecht beschreiben. Und das das Leben einfach so weiter geht und man selbst einfach so weiter funktioniert ist mir unbegreiflich.
Ok, man hat Verpflichtungen. Aber es ist schon schrecklich.


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Wo einem andere immer einreden wollen, krieg dein Leben selbst in den Griff. Wie denn wenn man Gefangene in sich ist und es nicht merkt. Nur immer wieder spürt, es ist nicht richtig, aber sich selbst nicht traut.

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