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Thema: Trauma nach Unfall

  1. #1
    Neuling
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    Standard Trauma nach Unfall

    Hallo
    Meine Tochter (heute 20 Jahre alt) hatte vor 3 Jahren einen schweren Unfall mit unserem Pferd. Sie hatte schwere Verletzungen und war zeitweise ohne Bewußtsein. Körperlich geht es ihr wieder sehr gut aber woran sie sofort nach dem Unfall gelitten hat, ist das sie sofort Panik bekam wenn sie ein Martinshorn hört und das Geräusch des Dieselmotoren. Muß dazu sagen, das der Wagen wärend der Erstversorgung direkt neben meiner Tochter stand. Ganz nebenbei hatte unser Pferd auch lange Zeit ein Problem mit dem Martinshorn. An den Unfall direkt kann sie sich bis heute nicht erinnern.
    In den letzten 3 Jahren hat sie immer wieder starkes Herzklopfen bekommen wenn ihr auf der Straße ein Krankenwagen entgegen gekommen ist, das wurde aber mit der Zeit erträglich.
    Heute aber befahren wir eine Landstraße, uns kommt ein Trekker entgegen und ein Wagen will diesen überholen, tuschiert den Trekker aber, hebt ab überschlägt sich und bleibt in Graben liegen.Habe natürlich sofort angehalten und Polizei ect. angerufen und bin zum helfen aus dem Wagen raus. In der Zeit saß meine Tochter stocksteif im Auto, ruft meinen Mann an und stammelt wirres Zeugs und steht völlig neben sich. hatte Angst das ich nicht wieder komme und als dann die ganzen Rettungswagen kamen war es völlig vorbei. Es hat lange gedauert, bis sie sich wieder beruhigt hat, bzw. halbwegs. Sie sagte mir auch, das sie in solch einer Situation gar nicht helfen könnte, weil es sie so unter Schock stellen würde. Man sieht also, sowas belastet sie ungemein und ich bin der Meinung, das man sie damit nicht alleine lassen kann. Dieses Trauma muß doch verarbeitet werden. Was können wir tun, damit dieses Problem sie nicht für ewig belastet?
    Joky

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Osterinsel
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    Hallo joky,


    was Du schreibst, klingt stark nach Posttraumatischer Belastungsstörung.
    War sie denn schon bei einem Psychologen seither?

    Und wie steht sie selbst denn zu dem Problem?
    Will sie sich denn überhaupt helfen lassen?

    Methoden gibt es da viele, spricht sie denn in der Familie darüber?
    Du kannst für sie da sein als Mutter, als jemand, der ihr bedingungslos zuhört, denn darüber sprechen ist wichtig.

    Trotzdem würde ich das vorsichtig angehen und auf jeden Fall einen Fachmann hinzuziehen, denn die Gefahr besteht, daß bei jedem "Aufrühren", das nicht zu einer Erleichterung führt, das Trauma noch vertieft wird und vielleicht sogar noch das Trauma "Keiner versteht mich, es gibt keine Hilfe" usw. dazukommt.


    Liebe Grüße von der Osterinsel!
    "Life is intrinsically, well, boring and dangerous at the same time. At any given moment the floor may open up. Of course, it almost never does; that’s what makes it so boring.” ~Edward Gorey

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Osterinsel für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (18.05.2010),Natz (19.05.2010)

  4. #3
    Neuling
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    Nein, wegen diesem Problem war sie noch nicht beim Fachmann, sie hat wohl gedacht, das die Zeit die Wunde heilt.
    Wir reden viel über ihre Ängste, da wir direkt bei dem Unfall dabei waren sind wir natürlich ganz dicht bei der Sache.
    Wir zeigen ihr auch, das wir da volles Verständnis für haben, sie meint aber, das es doch peinlich wäre wenn sie deswegen in Therapie gehen würde. Wie das so bei jungen Menschen ist............"das könnte ja peinlich sein"
    haben ihr dann gesagt, das wir das ja gar nicht so breitttreten müßen, das würde ja eh nur sie und uns was angehen, ich hoffe, das das auch bei ihr ankommt. Normalerweise können wir innerhalb der Familie jedes Problem besprechen und aus der Welt schaffen.
    Es ist wirklich so, das jede neue Konfrontation das ganze nicht besser macht, sondern sie jedes Mal noch mehr verunsichert.

  5. #4
    Neuling
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    Hallo guten Morgen,

    also mal "kurz" von dem Trauma abgesehen, was Deine Tochter bzw.Ihr erlebt habt,
    ist es so, dass Ihr beide gesehen habt, wie sich ein Verkehrsunfall ereignet. Wie ein Auto durch die Luft fliegt und sich überschlägt. Deine Tochter stand unter Schock, aber das muss nichts mit dem ersten Trauma zutun haben. Viele
    Menschen reagieren so, oder mit Flucht und helfen nicht, weil sie Angst haben. Daher würde ich die Situtation nicht gleich "nur" darauf also aufs Trauma ziehen.
    Aber gleichzeitig hat es sicherlich Anteile, da man im Leben nach einem Trauma unter Triggern leidet. D.h. durch bestimmte Dinge Düfte, Geräusche... USW. also natürlich das Martinshorn, durchlebt man alles wieder. Entweder so stark das man handlungsunfähig ist, oder "neben sich steht" oder Körperreaktionen hat. Ich hatte selber eine mehrjährige Traumatherapie, da wurde ich erst stabilisiert und dann konnte ich ( vorsichtig) an das Thema gehen. Meistens aus der Rolle des Betrachters, damit es nicht zu nah ist.
    In einer Traumaklinik war ich auch.
    Was wichtig ist, ist das Deine Tochter da selbst dran gehen "will", so etwas funktioniert nicht mit Druck. Sie muss es wollen.
    Was ich wichtig finde ist, dass mein Traumatherapeut Arzt ist und sehr viel Zeit hatte, ich konnte dort immer anrufen. Weil eine Traumatherapie ein sehr harter und langwieriger Prozess ist und ich es mich sonst nicht getraut hätte.

    Ich drücke die Daumen und lass ihr die Zeit die sie braucht. Wenn der Leidensdruck zu hoch wird,
    wird sie selbst eine Entscheidung treffen .
    Alles Liebe Lotte

  6. #5
    Neuling
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    Hallo Lotte
    Danke für deinen Beitrag.
    Ich denke aber schon, das es bei meiner Tochter etwas mit ihrem Unfall zu tun hat. Es gibt Situationen wo sie genau weiß, das kein Martinshorn kommt, da hilft sie sofort, packt mit an oder legt sogar Druckverbände, aber sobald sie weiß, das da gleich ein Aufgebot an Martinshörnern kommt geht bei ihr nichts mehr. Den Unfall direkt hat sie gar nicht so genau gesehen, weil sie wiedermal mit ihrem Handy beschäftigt war, ist ja nichts neues bei Damen in diesem Alter. Sie durfte das ja auch, weil ich gefahren bin.
    Ganz deutlich wurde mir ihr Martinshorntrauma wieder bewußt, als sie mir ganz genau aufzählen konnte wann und in welcher Reihenfolge welches Rettungsfahrzeug am Unfallort eintraf. Sie weiß ja auch, das die nur helfen wollen und ihr ja auch geholfen haben, aber trotzdem verbindet sie etwas damit was ihr Angst macht.

  7. #6
    Neuling
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    Hey,

    ja natürlich löst das Martinshorn das wieder aus, das ist ein Trigger.
    Das ist ein bewusster Trigger, aber viele laufen auch unbewusst ab, also was man selbst gar nicht bewusst wahrgenommen hat und plötzlich ist es so(bei mir), das ich heftige Körperreaktionen kriege. Das kann man auch nicht bewusst steuern.
    Wie eingeschränkt ist Deine Tochter denn? Es ist halt so, dass eine Traumatherapie helfen kann, "muss aber nicht". Auch in der Klinik war es so, das manche Patienten desulater gegangen sind, als sie gekommen sind. Ich will DIr damit keine Angst machen, aber was wichtig ist, ist das Deine Tochter sich traut und das aus freien Stücken macht, sonst passiert so etwas, wie oben, das in dem Trauma rum gewühlt wird und das zuviel ist. Gerade weil Deine Tochter sich daran erinnern kann. Das ist ja auch eine Art Schutzreaktion.
    Beim mir resultieren meine Ängste aus dem Trauma und daher wäre es wichtig daran zu arbeiten(aber ich kann auch fast nichts mehr), sonst lösen die sichnicht auf.
    Also FALLS Deine Tochter aus freien Stücken sich für eine Therapie entscheidet, dann gibt es ja diese 5Probatorischen Sitzungen. D.h.SIE und auch der/die Therapeut(in) lernen sich kennen, sehen ob es funktioniert zwischen beiden und ob und welche Therapie gut oder eher nicht ist.

    Das ist alles nicht einfach ganz sicher
    Alles Liebe lotte

  8. #7
    Neuling
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    Es schränkt sie nicht sehr ein. Solange kein Martinshorn kommt. Beim Autofahren hat sie das jetzt ganz gut im Griff, aber so wie gestern war es dann einfach zuviel.
    Wenn sie eine Therapie machen würde, dann muß das auch ambulant hier vor Ort sein, weil sie im August eine Ausbildung beginnt und da natürlich nicht gleich fehlen kann.
    Jetzt werde ich sie mit dem Thema erstmal in Ruhe lassen, sie hat am Wo.ende eine Feier, die soll sie auch genießen und ein Reitturnier steht auch noch an. Sie weiß jetzt, das wir zu ihr stehen (das weiß sie auch immer schon) und das es besser ist wenn sie da mal mit einem Fachmann drüber redet und wie ihr schon geschrieben habt, sie muß es aus eigenen Stücke wollen, wenn wir sie drängen bringt das bestimmt nichts.Aber sie leidet schon sehr und ich hoffe, das sie die Scheu vergißt und sich helfen läßt. Da wir hier in der Provinz wohnen bin ich mir noch nicht sicher, ob der passende Therapeut hier zu finden ist.

  9. #8
    Neuling Avatar von potschki1
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    hallo joky,versuchs mal mit bachblüten (ersetzt nicht den therapeuten,hilft aber ganz gut).rescue-tropfen.4x4 tropfen täglich.ist natur und schadet nicht.lg ilona

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