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Thema: Traumberuf?

  1. #1
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    Standard Traumberuf?

    So...

    ein Thema von mir. Was mich momentan schlimmer beschäftigt, als alles andere, was mich jemals berührt hat. Nämlich mein berufliches Dasein, meine berufliche Zukunft und meine eigene Vorstellung davon.

    Wenn ich so auf die letzten Jahre zurückdenke... die Realschule war einfach eine *******zeit. Die letzte Sauklasse gehabt und ich habe mich nur bemüht, da nicht in dem größten Ärger verwickelt zu werden. Ich war immer viel zu passiv, habe mir wahrscheinlich auch zu viel gefallen lassen. Letzten Endes habe ich mich aber immer bemüht, meine Ruhe zu haben, sowas wie eine Klassengemscheinschaft gab es für mich nie. Das Schülerbetriebspraktikum in der 9. habe ich dann in einer EDV-Abteilung bei der Firma bei uns in der Nähe gemacht. Einfach so, Computer gefielen mir, also Praktikum gemacht. Ich habe da zwar gemerkt, dass die direkte Arbeit mit dem Computer nichts für mich ist aber nach dieser Praktikumszeit bezogen sich meine Gedanken natürlich wieder nur darauf, den Schulalltag möglichst ohne blöde Auseinandersetzungen zu verbringen. Ein paar Bewerbungen als Industriekaufmann, als Logistiker und als Chemielaborant gingen weg aber die Gespräche liefen nicht, weil ich einfach ein zu verklemmter Mensch war, hatte nie gute Erfahrungen mit sozialen Kontakten gemacht, demnach auch einfach nicht die Fähigkeiten, mich gut zu verkaufen.

    Habe also keinen Ausbildungsplatz gehabt. 2005 ging es dann auf die höhere Handelsschule. Das kotzte mich erst an, habe mir aber letztlich gedacht, mein Onkel war immer so erfolgreich in kaufmännischen Dingen, vielleicht entdecke ich da auch meine Stärken. Trotzdem waren die guten Noten da mehr Material für neues Selbstvertrauen, was es auf der Realschule nicht gab. Mit dieser Zeit wollte ich abschliessen. In der Klasse an der HöHa hatte tatsächlich jeder Respekt, manche gar Angst vor mir. Woher auch immer. Nichts also mit großen Zukunftsträumen. Ich fing hobbymäßig an, mir nach und nach immer mehr Dinge aus der Chemie anzulesen. Als wir Chemie in der 12. dann hatten war ich auch der beste und mein Lehrer meinte "Sie müssen unbedingt rein in den Bereich." Ich dachte mir nur, dass das beruflich nichts für mich wäre, weil dann mein Hobby quasi "weg" wäre. Ich habe das ignoriert, kam auf die Sache mit Wirtschaftsinformatik und auch wieder auf den Industriekaufmann zurück, weil mir solche Dinge nach dem für's Fachabi notwendige Praktikum einigermaßen gefielen. Dass das nichts wird, bzw. nichts geworden ist, brauche ich kaum zu erwähnen... An der Fachhochschule wo ich Wirtschaftsinformatik hätte studieren können, sagten die mir nach einem Eignungstest, mein Gehirn würde nicht wie das eines Informatikers funktionieren, auf die bewerbung als Industriekaufmann bei der Firma, wo ich auch Praktikum gemacht hatte sagten die: "Sie verkaufen sich für einen Industriekaufmann zu schlecht." Zugegeben, extrovertiert bin ich nicht. Aber dass das soo ausschlaggebend wäre, hätte ich nicht gedacht.

    Ich hatte nie sowas wie einen Traumberuf. Ich habe mir zu viele Fragen über die Menschen gestellt, warum sie so sind, wie sie sind. Habe zu viel Zeit damit verbracht, mich selbst charakteristisch mehr und mehr "aufzubauen", nachdem das 6 Jahre lang für mich nicht möglich war. Jetzt stehe ich vor einer Tischlerausbildung, die mir mein Onkel "organisiert" hat. Der hat bei der Firma viel zu sagen. Damit ich das restliche Jahr bis 2008 also nicht hier herumgammel, habe ich es angenommen, aber ich weiss einfach, dass mir da das Geschick fehlt. Und in einer Werkstatt fühle ich mich auch nicht wirklich wohl...

    Ich merke einfach, dass ich mir über die berufliche Zukunft meinerseits doch zu wenig Gedanken gemacht habe, zu viel auf der Schiene gesucht habe, die mir mehr oder weniger von Verwandten als Berufe mit Zukunft vorgeschlagen wurden. Ich hätte verdammt nochmal auf meinen Chemielehrer hören sollen. Naturwissenschaften sind meine Stärke... dass das schon mein Hobby ist, ist mir jetzt sowas von egal... Ich hätte ja vorallem Zeit gehabt, mir da drüber genug Gedanken zu machen, nur dachte ich einfach, das andere klappt schon. Erst jetzt merke ich wirklich, dass man sich da einfach gezielt etwas suchen muss, was einen erfüllen kann. Da macht man sich die größten Vorwürfe... die größten, die ich mir zumindest je selbst gemacht habe. Und da gab es viele. Nicht, dass ich keine Vorstellungen gehabt hätte. Ich habe mi nur falsche gemacht.

    Hattet ihr einen Traumberuf? Etwas, was ihr gezielt verfolgt und auch bekommen habt?

  2. #2
    Gast784
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    lieber Time,

    was hindert Dich daran das Thema Naturwissenschaften und Chemie nochmal zu durchforsten, was wie wann gehen könnte. Du bist mit der Erkenntnis, das Du in diesen Bereichen stark und interessiert bist, schon viiieeel weiter als viele von uns. Viele suchen viel länger nach ihren Begabungen und Interessen.

    So wie ich Dich hier erlebe, habe ich oft Den Eindruck, dass Du Dir selbst im Weg stehst. Du blickst sehr viel auf das Negative. Das mit der Chemie war in Deinem Post das einzig positive, das Du beschrieben hast. und die guten Noten, die Deinem Selbstvertrauen zugute kamen. Ich hab richtig gemerkt, wie ich endlich aufatmen konnte.

    Es macht keinen Sinn jetzt zu hadern, dass Du damals nicht auf Deinen Lehrer gehört hast. Das ist vorbei und vll warst Du damals einfach noch nicht so weit. Umwege erweitern die Ortskenntnis. Sieh es doch mal so.
    Kann es sein, dass Du sehr stark von Wut erfüllt bist? Auf Dich, auf das Leben, auf alles mögliche? Mir kommts manchmal so vor, als wäre Wut Dein Grundlebensgefühl. Wut kannst Du aber auch positiv nutzen, indem Du das, was Dich interessiert, jetzt angehst, Dich da durchboxst und Deinen Weg findest.

    Mach nicht gleich wieder alles mit ja-aber weg. Wenn man so sehr dem negativen verhaftet ist, kann man nicht von einem Moment auf den anderen den Umschaltknopf betätigen, das ist mir schon klar. Aber man kann ja vll mal ein bißchen am Rädchen kratzen ;-)

    Lg
    Gaby
    Geändert von Gast784 (17.10.2007 um 11:00 Uhr)

  3. #3
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    Ich antworte schon noch darauf. Nur jetzt nicht, am Wochenende oder so... hab's zur Kenntnis genommen.

  4. #4
    Wunderlampe
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    Hallo Time

    Viele Menschen haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Wenn es doch deinen Neigungen entspricht, dann tue es doch.

    Solange du diesem "Traum-Beruf" nachhängst, wird dir sowieso keine anderer Beruf zusagen. Wenn man will findet man in jeder Suppe ein Haar!

  5. #5
    Gast281
    Gast

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    Hallo,
    Ich denke, eine wichtige Frage wäre doch: Gibt es überhaupt einen/den Traumberuf?

    Ich für meinen Teil denke das nicht... deshalb sollte man irgendwie das machen, was man gerne tut... wo man Spaß hat... und wenn's auch ein Job ist, bei dem man alleine arbeitet...
    Wie Gabi schon sagte, wird es doch nicht so schwer sein in den Bereich der Naturwissenschaften zurückzukehren, oder?




    MfG Nomine

  6. #6
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    Hallo Time

    Ich hätte gerne Abitur gemacht und studiert, da ich aber mit 15 von zu Hause ausziehen mußte und dem Staat nicht auf der Tasche liegen wollte habe ich eine Ausbildung mit 17 angefangen, ich hatte verschiede Berufe mir ausgesucht und meine erste Bewerbung war auch gleich ein Volltreffer. Nach der Realschule. Ich habe mich dann im laufe der Jahre immer weitergebildet (bis zum Meister und bin einer der wenigen Azubis gewesen, die hinterher sagen sie hatten eine schöne Ausbildung und viel gelernt. Ich hatte einen guten Ausbilder und auch nie Probleme damit eine stelle zu finden. Ich habe immer nebenbei noch gearbeitet, weil ich auch zu einem der vielen Jobs gegriffen habe von denen man alleine nicht leben kann, zumindest nicht wenn man Auto und Wohnung hat. Außerdem habe ich Geld für die "Meisterschule" gespart. Ich habe im Schnitt alle 2 Jahre den Job (und die Beziehung) gewechselt, weil ich wieder einen neuen Anreiz brauchte. Heute bin ich rundherum zufrieden und wenn ich das Gefühl habe ich könnte Jobmäßig wieder mal was neues machen, dann besuche ich einfach wieder eine Fortbildung - oder treffe mich mit Kolleginnen und tausche mich aus. Im Nachhinein kann ich sagen:

    Mein Beruf ist meine Berufung und das merkt man auch. Ich liebe meinen Beruf und manchmal trauer ich auch dem nicht gemachten Studium hinterher aber wirklich nur manchmal
    Liebe Grüße Wolke


    Freiheit bedeutet, dem Himmel näher zu sein als der Erde und den Träumen näher als der Realität

  7. #7
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    Wie stellt man es eigentlich an, sich menschlich nicht zu verändern aber trotzdem all den Zwängen standzuhalten und wirklich einen Beruf zu finden, der einen auch erfüllen kann...?

    Weil ich nach der Realschule keinen Ausbildungsplatz hatte, habe ich weiter Schule gemacht, wie ich schon sagte. Habe über mich nachgedacht, warum ich mir überhaupt manche Dinge gefallen liess, warum die Leute so sind, wie sie sind und ich habe eben die Schule gemacht, weil ich sicher war, das qualifiziert mich für mehr. Ich habe aber auch mehr über Lehrer nachgedacht und allgemein über manche Menschen und warum sie durch ihren Beruf so "abgestumpft" sind und nur dieses Proforma-Denken haben, jeden unter einen Tisch kehren. Mir ist erst später aufgefallen, dass manche sich nur wie die letzten fachtheoretiker aufführen, weil sie vielleicht darum fürchten, verletzbar zu werden, wenn sie offenere Menschen sind. Dass sie zu viele Schwächen zeigen, was dem berufsleben schaden würde.

    Ich frage mich heute, ob ich nicht immer zu viel an das menschliche an sich gedacht habe. Es ist viel wert, nicht zu erkalten, wenn man in einem Beruf steckt, bei dem man sich ständig von Vorgesetzten Befehle geben lassen muss und ständig daran denken muss, sich gut zu verkaufen und vielleicht mal weiter zu kommen um später besser bezahlt zu werden.

    Dass solche Dinge allerdings auch wichtig sind, um sich seine eigene Zukunft zu sichern wusste ich auch, ich habe mih aber glaube ich einfach nicht genug damit auseinander gesetzt. heute frage ich mich, wie sich die Leute einfach für irgendwas bewerben, obwohl sie doch garnicht wissen, ob das wirklich was für sie ist. Oder wissen sie es doch irgendwoher? Wissen sie, dass sie die Ausbildungsstelle zum Kfz-Mechaniker erfüllen kann oder ist das - was ich immer eher glaubte - ein "Mainstream"-Ausbildungswunsch, der daraus resultiert, dass manche genauso wenig wissen, wohin sie sich genau orientieren sollen wie ich?

    Ich interessiere mich für Naturwissenschaften, aber das ist eben ein privates Interesse. Ich weiss nicht, ob es mich nicht total demotivieren würde, mir von jemandem, der studiert hat, ständig sagen lassen zu müssen, wie die Dinge funktionieren, denn mir hat es immer Spaß gemacht, das aus Büchern selber zu entnehmen und letztlich "zusammenzupuzzeln". Man muss sich in jedem beruf etwas vorschreiben lassen, aber ob mir bei Dingen, die mir als Hobby Spaß machen, dann der Spaß vergehen würde weiss ich auch nicht. Ich frage mich, ob das als beruf an sich richtig wäre oder ob ich die Stärken anders wo suchen muss.

    Menschlichkeit ist gut aber manchmal denke ich, dass man es doch leichter hat, ausschließlich karrieregeil zu sein. Dass es leichter ist, sich in einem teuren Anzug zu verstecken und Vorgesetzten vulgär gesagt in den Hintern zu kriechen. Dann denkt man nicht zu viel darüber nach, ob einen das erfüllt und ob das der beruf ist, nach dessen Feierabend man zwar erschöpft aber doch guter Dinge heim kommt und dem nächsten Tag entgegen blickt.

    Das zuviele Nachdenken über mich und andere hört immer erst dann auf, wenn solche zwangsbedingten Sachen wie Ausbildung und Beruf wieder ihre Schattenseiten zeigen und ich mich da irgendwie durchbeissen muss. Entweder das oder das andere, bei mir stellt sich da nie Zufriedenheit ein, obwohl ich weiss, wie wichtig beides ist. Vielleicht fehlt mir einfach das Zukunftsbild von mir selber, keine Ahnung.

    Irgendwelche Berufsberatungen sagen einem auch nur ja oder nein, aber in einen hineinsehen können die auch nicht gerade... Wie genau kommt man also was das angeht mit sich selbst ins reine oder anders, wie macht ihr das?
    Geändert von Time (17.11.2007 um 12:45 Uhr)

  8. #8
    Gast784
    Gast

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    hi Time

    ehrlich gesagt: ich glaube,Deine Unzufriedenheit hat viel damit zu tun, weil Du eigentlich auf einem ziemlich hohen Roß sitzt. Du sitzt da oben und spuckst in fast jedem Abschnitt Deines Posts auf andere Leute runter!

    Du solltest es aber erst mal selber besser machen, bevor Du so viel herumspuckst. Diese Leute haben i.d.R auch ihre Geschichte, warum sie so sind wie sie sind. Und wenn sie Dir so nicht gefallen, dann können sie Dir ja egal sein, aber Du musst sie ja nicht gleich verachten. Du schneidest Dir damit sowieso nur selbst ins Fleisch. Du siehst es doch selber: nix passt Dir, nix gefällt Dir, nix inspiriert Dich. Folglich weisst Du nicht, was Du tun sollst. Alles und Alle sind einfach nur sch...

    Ich kenne Dich ja nicht, aber vll ist der Punkt der, dass Du selbst bisher nicht wirklich was geleistet hast, auf das Du stolz sein konntest, und für das Du aber auch Deinen Preis bezahlen musstest, was Du aber dafür in Kauf genommen hast.

    Um Fachtheoretiker zu sein, muss man das Fach erst mal in sich reinpauken. Gut möglich, dass die soziale Kompetenz dabei auf der Strecke bleibt, aber jeder hat eben in so ziemlich jedem Beruf seine Stärken und Schwächen.

    Um befehlender Vorgesetzter zu werden, muss man auch manchmal eine gewisse Vorbildung haben. Nicht alle sind durch Gnade der Geburt und Seilschaften an diese Position gekommen.

    Wenn Du Dein Interesse an Naturwissenschaften nicht weiter ausbaust, nur weil da mal einer über Dir sitzen könnte (was ja gar nicht sein kann, Du sitzt ja schließlich auf dem hohen Ross), dann ist die Liebe zu dem Fach eben nicht groß genug, um das in Kauf zu nehmen und den Umgang damit zu lernen.

    Vll solltest Du Dir irgendeine Tätigkeit suchen, die im Internet stattfindet, damit Du mit keinen von diesen schrecklichen Kreaturen im rl zu tun haben musst, damit Du weiter Dein eigener Boß bist, Dich nicht anstrengen brauchst, Dein Selbstbildnis kreativ gestalten kannst, und trotzdem stinkreich werden kannst (vielleicht). Das wäre vll der einfachste Weg,um nicht von Deinem Roß runter zu müssen. Von da oben läßt sich das Leben ja auch schön als breiigen, einheitlichen, unwirtlichen Sumpf betrachten und sich selbst als elitär empfinden. Um es als Biotop mit reichhaltiger und sich ständig wandelnder Flora und Fauna mit unterschiedlichem Wetter zu sehen, dessen Teil man auch als Reiter eines hohen Rosses ist, da muss man schon runterkommen und sich drin bewegen.

    LG Gaby

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