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Thema: Trennung mit Schmerzen nach einer unglücklichen Beziehung

  1. #1
    Neuling Avatar von hopeful
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    Standard Trennung mit Schmerzen nach einer unglücklichen Beziehung

    Hallo an alle,

    ich weiß nicht, wie und wo ich anfangen soll. Ich habe mich vorgestern von meinem Freund getrennt, mit dem ich 1 Jahr und 7 Monate zusammen war. Die ganze Beziehungszeit über stritten wir uns - meistens sah ich den Grund für einen Streit. Mein Ex-Freund meinte irgendwann mal schließlich, dass ich geradezu streitsüchtig sei, weil ich seiner Ansicht nach ständig auf der Suche nach Streit gewesen sei. Er war allerdings der erste Mensch, mit dem ich zusammen war und mich so regelmäßig und heftig gestritten hatte. Er meinte am Anfang, es sei ja vollkommen normal, dass man sich "mal" streitet, jedoch taten wir dies immer, wenn wir uns sahen mind. ein mal. Wir hatten eher eine Fernbeziehung, da er auf Montage fahren musste und nur selten längere Zeit zu Hause war.
    Wir hatten zwischendurch auch schon einige Pausen, die aber nicht von langer Dauer waren, die letzte davon ist gerade mal eine Woche her und ging über 2 Tage. Im Anschluss daran nahmen wir nochmal Kontakt miteinander auf und waren uns einig, dass wir die Pause nicht wollten und lieber zusammen bleiben mochten. Darauf hin habe ich ein paar Tage bei ihm verbracht, in denen ich allerdings vom ersten Tag an gemerkt hatte, dass etwas nicht mehr stimmte. Er war mir gegenüber unfreundlicher geworden, wirkte eiskalt - nur der Sex war besser. Wir sprachen darüber, was wäre, wenn ich schwanger wäre und ob er sich darüber freuen würde. Das verneinte er gefühllos und sprach sogar von einer möglichen Abtreibung im Zweifelsfalle und das, obwohl er vorher nie so Kindern gegenüber eingestellt war und vor allem nicht mir gegenüber in Bezug auf Kinder. Ich sprach ihn dann irgendwann mal auf mein Gefühlschaos an und wollte mit ihm darüber reden, wie seine Gefühle mir gegenüber sind. Darauf hin beschuldige er mich wieder, dass ich wieder ein Streit provozieren würde und nicht mal ein paar Tage Harmonie walten lassen könne - und das, obwohl ich doch nur über den Stand seiner Gefühle hisichtlich unserer Beziehung informiert sein wollte auf Grund der Tatsache, dass ich eine große Veränderung in seinen Gefühlen "erfühlt" zu glauben schien. Darauf hin stritten wir uns wieder heftig und er versuchte mich wieder mit Worten zu verletzen, was er auch schaffte. Er bezweiflete meine Fähigkeit, mein Studium gut abzuschließen und dann meine Fähigkeiten, eine Familie zu erhalten - nur weil ich mal eine schwere Phase (vor allem auf Grund unserer Beziehungsprobleme) hatte. Er wollte mich nur fertig machen und im Anschluss sagte er mir, dass er sich nicht von mir trennen wolle. Doch ich wollte wieder weg von ihm. Er fuhr mich dann nach Hause (so großzügig, wie er war) und auf dem Weg dorthin schaffte er es, mir mit jedem Wort in meinen alten Wunden rumzustochern. Er bezeichnete mich als faul (was nicht stimmte und er wusste), bezog sich negativ auf meine Herkunft (da ich nicht in Deutschl. geboren wurde und obwohl ich deswegen in meiner Kindheit und Jugend diskriminiert wurde und er darüber genau bescheid wusste sowie darüber, dass es eine meiner schwersten Zeiten in meinem Leben war), stellte all meine beruflichen und privaten Ziele in Frage und prophezeite mir indirekt, dass ich wahrscheinlich nichts schaffen würde davon. Am Abend schrieb er mir dann eine SMS, in der er mir mitteilte, dass er mir nicht weh tun wollte, dass er mir zustimmt, dass wir zu unterschiedlich seien und unsere eigenen Wege gehen sollten und mir alles Gute wünscht. Es kam zu einem häufigen Wechsel unserer SMSn. Am nächsten Tag war er bei meiner Mutter, um meine restlichen Sachen abzugeben. Meine Mutter wusste über alle unsere Probeme bescheid und konfrontierte ihn damit. Am Abend dieses Tages telefonierten wir dann noch einmal (gestern). Innerhalb des Gespräches sowie beim Telefonat sagte er total ruhig, dass er all die Sachen, die er mir gesagt hatte, nicht so gemeint hätte. Er meinte auch, dass er sich vllt. wieder eine Beziehung mit mir vorstellen könne, weil er mich vermisse. Ich sagte ihm, dass ich nicht weiß, ob ich mit ihm noch zusammenkommen könne, nachdem, was an dem Tag zuvor vorgefallen war, so dass wir uns darauf einigten, dass wir uns alles ein paar Wochen lang überlegen und unser eigenes Leben dabei leben. Ich hatte ihn bis gestern Abend stark vermisst, obwohl ich wusste, wie krank das ist, nachdem er mir so weh tat - nach unserem Telefonat habe ich mich beruhigt und heute habe ich nur noch ein merkwürdiges Gefühl beim Gedanken an unsere vergangene Beziehung und an den Gedanken eines evtl. Neubeginns. Ich glaube ihm gar nichts mehr, erst sagt er mir, er liebt mich, dann tut er mir so weh, dann sagt er, er hat es nicht so gemeint und sagt mir wieder, er hätte mich lieb und das tat er auch noch, nachdem er ein paar Gläser Sekt zu sich nahm (was man somit noch weniger auf die Goldwaage legen kann).

    Ich fühle mich mittlerweile so, als sei ich in einer Sackgasse meines Lebens angelangt. Ich hatte Gefühle für ihn, die er aber immer wieder im Keim ersticken ließ, mein Berufsleben wurde dadurch sehr in Mitleidenschaft gezogen, so dass ich auch noch selber an mir zweifle und nicht mehr richtig weiß, wie es in meinem Studium weitergeht und dann denke ich auch noch, dass ich nie den richtigen Mann finden werde, da diese nicht meine erste Beziehung war und ich einfach keine Lust mehr auf Vertrauen und Liebe mehr habe. Diese ständigen Enttäuschungen.. Ich war vor meinem Ex 3 Jahre lang single und kam mit meinem Leben ganz gut klar (davor wurde ich in einer sehr kurzen Beziehung sehr heftig enttäuscht) und seit dem ich mit ihm zusammenkam, rollte alles den Berg herunter. So ist es immer bei mir im Leben. Bin ich irgendwie nicht normal und suche mir unbewusst gezielt die Männer aus, die mich in den Ruin stürzen und wenn ja, warum??
    Es ist vllt. noch von Bedeutung zu wissen, dass mein Ex in seiner Kindheit missbraucht wurde.

    Ich danke jedem, der meine Geschichte durchgelesen hat.
    Geändert von hopeful (16.04.2010 um 13:25 Uhr)

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo hopeful,

    Dir eine Trennung ans Herz zu legen fällt mir schwer weil ich zwischen Deinen Zeilen lese wie sehr Du noch an Deinem Partner hängst.

    Zum Streiten wäre ganz allgemein wäre zu bemerken : Das ist die
    Normalität, wo nicht gestritten wird fegt man ne Menge unter den Teppich
    und irgendwann ist Generalreinigung angesagt, dann knallt es aber richtig.
    Nicht jeder war aufgrund seines Elternhauses in der Lage sich eine
    "Streitkultur" anzueignen. Das Wort Streiten hört sich zwar einfach an, richtig streiten will aber trotzdem gelernt sein.

    Ohne einen unparteiischen Dritten werdet Ihr Eure Streitproblematik nicht
    auf die Reihe kriegen. Ich sehe höchstens eine Chance wenn Ihr Euch beide zu einer Paartherapie entscheiden würdet.


    Liebe Grüße
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Rhett66
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    Standard Streitkultur

    Zitat Zitat von hopeful Beitrag anzeigen
    Ich sprach ihn dann irgendwann mal auf mein Gefühlschaos an und wollte mit ihm darüber reden, wie seine Gefühle mir gegenüber sind. Darauf hin beschuldige er mich wieder, dass ich wieder ein Streit provozieren würde und nicht mal ein paar Tage Harmonie walten lassen könne - und das, obwohl ich doch nur über den Stand seiner Gefühle hisichtlich unserer Beziehung informiert sein wollte auf Grund der Tatsache, dass ich eine große Veränderung in seinen Gefühlen "erfühlt" zu glauben schien.
    Hallo hopeful,

    ja, ich habe Deine Geschichte bis zu Ende gelesen und bei obigen Zeilen stellte ich mir ein Bild vor, wie es auch hätte laufen können: Mann und Frau nebeneinander auf einer Bank, die Frau hat die Arme um die Schultern des Mannes geschlungen und beide haben schon eine Weile geschwiegen. Leise fragt die Frau dann, wie es wäre, wenn sie schwanger wäre. Und während er sich ablehnend äußert, drückt sie sich noch ein wenig fester an ihn und beginnt, ihm ihr Gefühlschaos offenzulegen.

    Es ist 15 Jahren her, da ging ich mit einem Mädchen Hand in Hand durch den Wald. Wir kamen in Streit. Ich fing an zu gestikulieren und schloß einen Satz ungefähr mit: "Was soll ich denn sonst machen?!" - Und ihre Antwort war ganz sanft: "Auf jeden Fall nicht meine Hand loslassen." Das hat mich damals tief berührt und seitdem meine Streitkultur bestimmt. Ich kann mich bis auf's Blut mit jemandem streiten, aber es geht trotzdem immer nur um eine Sache! Nie um bzw. gegen die andere Person. Wobei man sich übrigens nur mit Leuten streitet, die einem was bedeuten.

    Ich weiß, bei Euch ist das nicht so gelaufen. Daß Du am Anfang erwähnst, daß meistens Du den Grund für einen Streit gesehen hättest (was für eine merkwürdige Terminologie!), später aber vor allem seine Reaktionen und seine verletzenden Äußerungen hervorhebst ... ist Dir sicher beim 2. Durchlesen auch aufgefallen. Sei es wie es sei. Beim Lesen hat man das Gefühl, daß einer ein Stichwort gibt und der andere das sofort aufgreift, daß Ihr Euch bewußt gegenseitig verletzt, um selbst recht zu behalten. Nach ein paar Stunden tut es beiden leid, doch auch die Entschuldigungen fallen so halbherzig aus, daß sie beim andern nicht ankommen.

    Vorgestern also hast Du Dich von Deinem Freund getrennt. Wie mögen die bisherigen "Pausen" eingeleitet worden sein. Vielleicht nicht immer so dramatisch, manchmal vielleicht auch schlimmer. Diesmal soll es nun endgültig sein, weil Du seine Entschuldigung nicht annimmst, weil Du sie Dir intensiver, glaubhafter, demütiger vorgestellt hast. Ja? Ich wäre auch tief verletzt, wenn mich sogar meine Partnerin mit denselben Sachen, wegen denen ich bereits in meiner Jugend diskriminiert wurde, konfrontieren würde. Also versteh mich nicht falsch - ich will das nicht beschönigen. Und doch habt Ihr beide nur dann eine Chance (abgesehen von der Paar-Therapie, die Glasheuler vorschlägt - da werden vielleicht auch solche Sachen besprochen; ich weiß es nicht.), wenn Ihr Euch beide selbst etwas zurücknehmen könntet und statt Recht haben zu wollen, Euch darüber freut, daß der geliebte Andere Recht hat. Und mit Stolz zueinander aufschauen könntet.

    Übrigens gelingt es eher selten, sich auf direkte Nachfrage "über den Stand seiner Gefühle" beim andern zu "informieren" (klingt, als bräuchte man eine Auskunft über die nächsten Reisemöglichkeiten) Du bist doch eine Frau! Du kannst das doch sicher auch auf subtilere Weise rauskitzeln, oder?

    Zitat Zitat von hopeful Beitrag anzeigen
    Bin ich irgendwie nicht normal und suche mir unbewusst gezielt die Männer aus, die mich in den Ruin stürzen und wenn ja, warum??
    Doch, hopeful, Du bist absolut normal und gerade auch dieses Musterverhalten, daß man sich immer wieder "solche" Partner sucht, ist absolut normal. Ebenso normal ist es leider, daß man sich lieber trennt und auch andere einem dauernd Trennung nahelegen, statt sich offensiv seinen Beziehungsproblemen zu stellen. Natürlich gehören beide dazu. Und doch muß jeder bei sich selbst anfangen, unabhängig davon, ob sich auch der Partner bereits geändert hat. Manchmal dauert es eine Weile, bis der andere es merkt und auch glaubt, aber sei sicher: es würde ihm nicht entgehen.

    Liebe Grüße,
    Rhett
    Geändert von Rhett66 (16.04.2010 um 22:40 Uhr) Grund: Ergänzung

  4. #4
    Neuling Avatar von hopeful
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    Standard

    Danke für Eure Antworten.

    @Rhett66:
    Es gab selten so ruhige Situationen, in denen ich ihm von meinen Gefühlen etwas hätte offenbaren können. Als ich ihm von meinem Gefühlschaos erzählte, tat ich es nicht in der Form, in der ich es hier beschrieben hatte Er schaute Fern und ich sagte ihm, dass ich mit ihm über etwas reden mochte, das mich stark belastete und dann fing ich an, ihm zu erzählen, dass ich eine Veränderung bei uns festgestellt hatte seit unserer letzten Pause, weswegen sich das Beziehungsklima meinem Gefühl nach irgendwie verschlechtert hatte und ich einfach nicht wüsste, woran das lag, aber merken würde, dass etwas zwischen uns nicht mehr stimmte. Er meinte nur, für ihn sei alles in Ordnung, er wüsste gar nicht, warum ich schon wieder ein Problem sehen würde, das es nicht gäbe. Darauf hin kam die Diskussion zu stande (für mich gab es ein Problem, für ihn nicht).

    Ich merke irgendwie schlecht, wie der Text auf einen Außenstehenden rüberkommt. Ich kann nur sagen, dass ich ihn nie angreifen wollte, damit er mir Recht gibt. Es gab für mich meiner Meinung nach triftige Gründe, etwas zu besprechen. Sei es der Fahrstil gewesen (der mit Geldproblemen verknüpft war), seien es Vereinbarungen gewesen, die wir untereinander ausgemacht hatten und die er nicht eingehalten hatte. Sei es darum gegangen, dass er mich vor einem seiner Freunde nicht verteidigt hatte, der ihm dazu riet, sich von mir zu trennen, da ich eine diskussionsgeile Tussi sei, wobei diese Aussage wiederum darauf basierte, dass mein Exfreund mit all unseren Meinungsverschiedenheiten am Anfang sofort zu seinen Freunden lief, um ihnen ein perfektes Abbild meinerselbst zu präsentieren (ich halte sehr viel von Intimität in einer Beziehung und dazu gehört es auch, dass man Probleme nicht bei der erstbesten Gelegenheit nach außen trägt, sondern untereinander bespricht). Vor allem basierte dieser "Ratschlag" auf der Tatsache, dass dieser Freund nicht mehr bei meinem Exfreund ein- und ausgehen konnte, wie er wollte und auch nicht mehr an erster Stelle mehr bei diesem stand. Zu diesem Freund, zu dem er nach unserem Streit den Kontakt mehr oder minder abbrach (auch weil er meinen Exfreund selbst enttäuscht hatte), ist er dann nach unserer Trennung noch am selben Tage gelaufen (und ich bin mir sicher, dass er mich wieder schlechter gestellt hat, als es in Wirklichkeit war). Ich habe das Gefühl, es war alles umsonst. Alles, worum ich in der Beziehung gekämpft hatte, war irgendwie sinnlos, denn ich war doch wieder unwichtig.

    Alle übrigen Pausen basierten auch auf Streitigkeiten und wurden teilweise ruhig und zum Teil hektisch eingeleitet.
    In Bezug auf die Streitigkeiten und deren Entschuldigungen: Ich bin der Meinung, es gibt eine gewisse Grenze bei Streitigkeiten in einer Beziehung, die nicht überschritten werden darf, da sonst all die Liebe und das Vertrauen dadurch angegriffen und reduziert werden. Diese Grenze wagte ich es mir nie zu überschreiten, weil ich zu mitfühlend bin. Wenn er diese Grenze bei mir so überschreiten kann, dann kann er mich doch nicht geliebt haben?? Wenn man jemanden liebt, dann tut man ihm doch normalerweise nicht so weh, indem man ihn aufs derbste seelisch kränkt? Was ist das für eine Liebe??
    Ich habe immer an ihn geglaubt, im Gegesatz zu seinen "Freunden" und seiner Familie und habe ihn bei allem unterstützt und er greift mich an und versucht mich zu erniedrigen. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Sowas habe ich von ihm einfach nicht erwartet und vor so etwas habe ich auch Angst. Wer öffnet schon gern sein Herz, damit hineingeschlagen werden kann?

    Ich glaube einfach, dass ich nicht mehr an unseren Beziehungsproblemen arbeiten kann. Ich hatte ihm schon so viele seiner Fehler verziehen. Als wir keine 3 Monate lang zusammen waren und es zu einer Meinungsverschiedenheit kam, mit der ich einfach nicht klar kam, drohte er mir mit Selbstmord. Seit dem hatten sich meine Gefühle ihm gegenüber rapide verändert. Ich konnte ihn lange Zeit nicht respektieren, von wegen Stolz auf ihn sein und ihm einfach Recht geben. Ich weiß nicht, vielleicht habe ich ihm diese Sache seit dem nie richtig verziehen und sie hat sich bis zu unserem letzten Tag durch unsere Harmonie gefressen.


    @glasheuler:
    In der Familie meines Freundes wurde nie gestritten, zumindest wurde immer viel Wert auf eine (Schein-)Harmonie gelegt, die ich lieber Ordnung nenne. Seine Eltern hatten auch nie ein offenes Ohr für ihn und von seinem Stiefvater wurde er öfters geschlagen und nie respektiert. Seine Mutter ist immer der Meinung seines Stiefvaters und schien meinem Ex und seiner Schwester nie zu glauben, dass sie vom Stiefvater geschlagen wurden. Es gab auch nie solche Ausdrücke, wie "Ich bin stolz auf dich". Mein Exfreund hasst auch seinen Stiefvater. Ich will damit sagen, es wurde nie über etwas frei geredet oder diskutiert, ohne dass gleich Schläge angedroht wurden.
    Ich hingegen habe mich mit einem meiner Brüder seit dem ich denken kann bis wir beide erwaschen waren gestritten. In unserer Familie wurden Probleme direkt angesprochen, es kam eher zu einem offenen (zwischen allen Parteien stattfindendem) Streit, als dass etwas totgeschwiegen wurde.

    An eine Paartherapie habe ich auch schon gedacht, aber das könnten wir uns nicht leisten. Die besonnenen Dritten hatten wir schon in der Rolle seiner Freunde und meiner Mutter. Allerdings waren diese nicht der selben Meinung.
    Geändert von hopeful (17.04.2010 um 01:53 Uhr)

  5. #5
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    Morgen Rhett,
    betreffs Streitkultur hast Du es auf den Punkt gebracht. Sobald der Streit von der
    Sachebene auf die Emotionsebene verlagert wird ist Hängen im Schacht.
    Das Ankündigen eines Selbstmordes ist der verzeifelte Versuch, seinen Partner
    unter Druck zu setzen und ein Indiz dafür auf der Sachebene handlungsunfähig geworden zu sein.


    Gruß
    glasi
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    C.G.Jung

  6. #6
    Gast784
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    hallo hopeful (da das macht doch schon mal Hoffnung)

    Bin ich irgendwie nicht normal und suche mir unbewusst gezielt die Männer aus, die mich in den Ruin stürzen und wenn ja, warum??
    Ich hab da nur die typisch blöde Antwort, die zwar erstmal nix nützt, aber leider so ist: weil Du da noch ein paar Themen für Dich nicht gelöst hast, oder anders gesagt: Du hast ein paar Kerben, und Menschen mit dazu passenden Defiziten riechen das oder haben dafür nen Magneten eingebaut und hauen da entsprechend rein

    Es ist vllt. noch von Bedeutung zu wissen, dass mein Ex in seiner Kindheit missbraucht wurde
    ist für ihn sicher von Bedeutung. Aber er muss das selber lösen, ist sein Päckchen. Man kann ihn dabei von außen unterstützen, wenn er es zulässt. Aber Du darfst es nicht Dir aufbürden lassen und in der Gefahr bist Du gerade, wenn Du Dich deshalb von ihm mies behandeln lässt. Damit hilftst Du ihm nicht und Du wirst ihm den Schmerz nicht abnehmen können. Du "hilftst" ihm lediglich damit, dass er sich dem Trauma auch weiter nicht stellen muss.

    Die Trennung ist frisch und Du bist mit Deinem Blick logischerweise immer noch zu ihm gewandt. Vll ist es Dir eine Hilfe, den Blick mal zu Dir zu wenden. Innenschau machen zu solchen Fragen wie:

    warum lasse ich mich respektlos behandeln? Damit schaltest Du nämlich die Erklärungen und Entschuldigungen, die Du für IHN hast aus, denn die gehören zu SEINER Geschichte, nicht zu DEINER.

    was von diesen destruktiven Aussagen findet in mir ein schmerzhaftes Echo und warum? "Er bezweiflete meine Fähigkeit, mein Studium gut abzuschließen und dann meine Fähigkeiten, eine Familie zu erhalten..."

    was von diesen Verletzungen kenne ich von früher?


    Wenn so viel an offenen Wunden aus der Beziehung bleibt, obwohl er weg ist, dann hattest Du die sehr wahrscheinlich schon vor der Beziehung. Drum versuch möglichst unabhängig von dem Mann diese Punkte zu betrachten. Damit Du nicht in Folge noch mehr Typen brauchst mit diesem eingebauten Magneten für Kerben

    Vll fallen Dir noch viel mehr Fragen ein, aber achte auf die Innenschau, guck zu Dir hin, nicht zu ihm. Das hast Du letzt erstmal lange genug gemacht.


    Wenn man jemanden liebt, dann tut man ihm doch normalerweise nicht so weh, indem man ihn aufs derbste seelisch kränkt? Was ist das für eine Liebe??
    Mit der Frage habe ich mich auch lange rumgeschlagen. Ohne Ergebnis. Wenn man selbst anders gestrickt ist und das nicht in seinem Wesen hat, kann man zu keinem Ergebnis kommen, weil es eben in der eigenen Welt nicht vorkommt. So mein Fazit.

    Wenn Du darauf eine Antwort finden könntest, dann hättet ihr diesen Konflikt erst gar nicht. Das ist das Paradoxe an einer solchen Frage. Drum besser gar nicht versuchen, darauf eine Antwort zu finden. Lieber sagen: egal warum, aber ich stelle mich dafür nicht mehr zur Verfügung. Punkt.

    Was ist das für eine Liebe? Die einzige Liebe, die ich kenne, wo ein Wesen massiv grenzenlos sein darf, ohne dass die Liebe dadurch in frage gestellt sein sollte, ist die Mutterliebe. Du bist aber nicht seine Mutter und wenn er da Defizite hat, muss er auf andere Weise diese lösen.
    Geändert von Gast784 (18.04.2010 um 20:34 Uhr)

  7. #7
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    Hallo Hopeful,
    was Du hier in Deinem zweiten Beitrag schreibst, berührt mich weitaus mehr als Dein erster. Besonders der (letzte) Satz, den auch Gabiannarele schon hervorgehoben hat. Wenn man jemanden liebt, dann tut man ihm normalerweise nicht weh sondern versucht im Gegenteil die Verletzungen, die der andere hat, so gut wie möglich zu versorgen.

    Ich persönlich lehne den Ansatz ab, nur sich selbst zu betrachten, das "Päckchen" des andern zu ignorieren und vor allem die eigene Liebe zu dem Partner - egal wie der sich verhält - unberücksichtigt zu lassen. Mag sein, daß eine Trennung und ein Rückbesinnen auf das eigene Selbst und die eigenen Rechte förderlicher sind für die eigene Entwicklung. Mir persönlich ist jedoch die Liebe zum Partner wichtiger als alles andere; dennoch habe selbst ich mich schon einmal aus solchen Gründen von meiner Partnerin getrennt. Dieser Schritt ist kaum rückgängig zu machen, so leid einem das später auch tun mag.

    Doch bei den Erfahrungen, die Du machen mußtest, kann ich Deine Entscheidung nur zu gut nachvollziehen, daß Du Dich bereits von ihm getrennt hast und jetzt nur noch ein "merkwürdiges Gefühl" bei dem Gedanken an einen weiteren Neuanfang hast. Da ist dann auch die Frage, ob es schlau ist, den Mann beim Fernsehen auf dringende Beziehungsprobleme anzusprechen, völlig unwichtig. Natürlich ist man hinterher immer schlauer und weiß auch um die eigenen Fehler. Aber so, wie Du Deine Beziehung jetzt beschreibst, sehe auch ich keine Basis mehr, weiter dafür zu kämpfen.

    Trotzdem mußt Du am Ende Dein Herz entscheiden lassen, nicht Deinen Kopf. Und auch niemanden von uns hier ...

    Liebe Grüße von
    Rhett

  8. #8
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    Hallo Gabiannarele,

    danke für deine Antwort.

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen

    Die Trennung ist frisch und Du bist mit Deinem Blick logischerweise immer noch zu ihm gewandt. Vll ist es Dir eine Hilfe, den Blick mal zu Dir zu wenden. Innenschau machen zu solchen Fragen wie:

    warum lasse ich mich respektlos behandeln? Damit schaltest Du nämlich die Erklärungen und Entschuldigungen, die Du für IHN hast aus, denn die gehören zu SEINER Geschichte, nicht zu DEINER.

    was von diesen destruktiven Aussagen findet in mir ein schmerzhaftes Echo und warum? "Er bezweiflete meine Fähigkeit, mein Studium gut abzuschließen und dann meine Fähigkeiten, eine Familie zu erhalten..."

    was von diesen Verletzungen kenne ich von früher?


    Wenn so viel an offenen Wunden aus der Beziehung bleibt, obwohl er weg ist, dann hattest Du die sehr wahrscheinlich schon vor der Beziehung. Drum versuch möglichst unabhängig von dem Mann diese Punkte zu betrachten. Damit Du nicht in Folge noch mehr Typen brauchst mit diesem eingebauten Magneten für Kerben

    Vll fallen Dir noch viel mehr Fragen ein, aber achte auf die Innenschau, guck zu Dir hin, nicht zu ihm. Das hast Du letzt erstmal lange genug gemacht.
    All die Aussagen, mit denen er mich verletzt hatte, basierten auf negativen Geschehenissen in meinem Leben, die vergangen sind und ihm bekannt waren. Gerade deswegen hatten mich diese Aussagen daher verletzt - weil er wusste, dass er mich damit verletzen würde und sie dennoch getätigt hat.

    Ich habe ihn schon zu lange analysiert. Ich bin mir sicher, dass vieles aus seiner Vergangenheit herrührt und das er nur in einer Therapie behandeln lassen kann. Er hatte vor, eine solche Therapie dieses Jahr zu beginnen. Aus beruflichen Gründen konnte er nicht sofort damit anfangen. Allerdings möchte ich glaube ich auch nicht mehr darauf warten und wer weiß, ob diese Therapie ihm (und uns) dann überhaupt wirklich helfen würde.



    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    Was ist das für eine Liebe? Die einzige Liebe, die ich kenne, wo ein Wesen massiv grenzenlos sein darf, ohne dass die Liebe dadurch in frage gestellt sein sollte, ist die Mutterliebe. Du bist aber nicht seine Mutter und wenn er da Defizite hat, muss er auf andere Weise diese lösen.

    Wir sind uns in der Tat selten ebenbürtig gewesen - oft hatte ich das Gefühl, dass ich ihm gewisse Sachen erklären musste, die eigentlich seine Mutter hätte tun sollen.
    Er hat auch immer mehr auf seine Freundes Aussagen Wert gelegt als auf meine. Das hat mir gezeigt, dass ich die "Außenseiterrolle (Mutterrolle??)" vertreten hatte.


    Wir haben gestern telefoniert. Mittlerweile hat er all die Dinge, die er mir gesagt hatte auch einer Freundin erzählt. Erst nachdem diese ihn darauf hinwies, dass das nicht zu rechtfertigen gar entschuldigen sei, sah er alles ein und entschuldigte sich bei mir.
    Ich frage mich: Wie beeinflussbar ist dieser Mensch und wie unzuverlässig, wenn ich mit ihm zusammenbleibe? Er wird nie auf mich hören und auf meine Werturteile achten, sondern immer nur all sein Handeln von Außenstehenden abhängig machen...

    LG
    Geändert von hopeful (19.04.2010 um 08:40 Uhr)

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