Liebe Leute,
In meinem ersten Thread habe ich bereits geschildert, dass meine Frau mich verlassen möchte, da sie unsere Ehe in letzter Zeit als Belastung empfunden hat. Dies war (und ist) für mich ein harter Schlag, zumal die Beziehung augenscheinlich gut lief. Inzwischen sind drei Wochen vergangen und es hat sich viel ereignet, zu dem ich eure Meinung hören möchte:
1. Meine Frau redet nicht mehr von sofortiger Scheidung, sondern möchte zunächst lernen auf eigenen Füßen zu stehen und möchte Zeit für sich haben um sich klar darüber zu werden, was sie wirklich will. Irgendwie rechne ich es ihr als Mensch hoch an, dass sie sich eingesteht, dass eine solche Entscheidung nicht von heute auf morgen getroffen werden sollte, doch gleichermaßen tut das Loslassen in eine unsichere Zukunft furchtbar weh.
2. Es besteht nach wie vor eine tiefe Zuneigung zueinander. Wir reden viel miteinander und haben viele Gemeinsamkeiten wieder aufleben lassen (die Initiative ging dabei übrigens nicht nur von mir aus). Somit sieht alles recht positiv aus.
3. Wenn auch alles sehr harmonisch ist und ich das Gefühl habe, dass wir uns wieder näher gekommen sind, bleibt ihr Wunsch nach Trennung erhalten - wahrscheinlich ist es also ein unumgänglicher Schritt und ich muss nun lernen mit der Situation umzugehen, selbst wenn sich in mir alles dagegen sträubt.
4. Sie schließt nicht aus, dass die Trennung uns wieder zusammen führen kann, doch ebenso schließt sie das Gegenteil nicht aus. Und da stecke ich in einem Konflikt: klar male ich mir aus, wie ein Leben nach der Trennung aussehen könnte, und mir ist auch klar, dass wir an uns arbeiten müssen, wenn wir wieder zueinander finden wollen. Doch wie finden wir wieder zueinander, wenn wir ja erst einmal den Kontakt abbrechen, und sollen wir auch das, was wir an Materiellem gemeinsam erarbeitet haben, wirklich 'über Bord' werfen? Ich denke da z.B. an unser gemeinsames Heim, welches in ein paar Jahren abbezahlt wäre und derzeit nur mit großen finanziellen Einbußen zu verkaufen ist. Ist es wirklich falsch von mir darüber nachzudenken, ob wir das Heim nicht wenigstens vorübergehend behalten sollten, für den Fall, dass wir wieder zueinander finden sollten? Dies ist ihr leider schon zu viel Bindung.
5. Liebe und Romantik: ich liebe meine Frau mehr als alles Andere auf dieser Welt und mir ist klar, dass ich sie gewissermaßen bedränge, wenn ich ihr das vorlebe. Was kann ich tun, um ihr einerseits zu zeigen, was sie mir bedeutet, ohne ihr andererseits damit auf die Nerven zu gehen?


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