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Thema: Trennung wegen Bindungsangst

  1. #1
    Jim
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    Unglücklich Trennung wegen Bindungsangst

    Hallo,

    ich (28, m) war fast 5 Jahre mit einer ganz tollen Frau zusammen, und es war in den letzten Monaten immer "ernster" geworden, so dass wir in Richtung Heirat usw. überlegten. Bis zur Trennung vor 4 Wochen. Die ich initiiert habe, obwohl mein Herz noch sehr an ihr hängt und ich sie seitdem stark vermisse.

    Hier meine Geschichte chronologisch:

    Bereits im zweiten Jahr der Beziehung hatte ich angefangen, fremdzugehen. Zunächst hatte ich es als Ausrutscher empfunden, dann wiederholte sich das aber mit wechselnden Frauen. Mittlerweile hatte ich mir überlegt, dass ich irgendwie sex-süchtig sei oder so. Die richtige Beziehung lief äußerlich eigentlich super, und ich habe mich auch immer darum bemüht, für sie alles richtig und perfekt zu machen. Damit war ich auch ganz erfolgreich, auch wenn manchmal Dinge auf der Strecke blieben, die mir besonders gefallen hätten. Aber die konnte ich dann irgendwie über andere Frauen arrangieren. Und allein aus Schuldgefühlen war es mir wichtig, dass es meiner Freundin in der Beziehung möglichst gut geht. Das führte sogar dazu, dass Freunde von mir sagten, ich solle auch mal mehr an mich denken usw.... makaber.

    Problematischer wurde es, als ich langsam feststellte, dass es mir beim Fremdgehen eigentlich nicht mehr nur um Sex ging, sondern dass ich es primär toll fand, mit anderen Frauen Zeit zu verbringen. Mein Interesse ging auch viel weiter als das Bett und war eher so eine Begeisterung, Schwärmen, vielleicht sogar schon Verlieben. Mit der betreffenden Person war das allerdings unrealistisch und dadurch, dass es sich um wechselnde Frauen handelte, fragte ich mich, ob das Problem nicht tatsächlich in meiner Beziehung lag. Vielleicht waren das alles unbewusste Versuche, meiner Beziehung zu entkommen und mich in so deutliche Konflikte zu bringen, dass es irgendwann eskalieren musste. Und von ihrer Seite war das kaum zu erwarten, da sie mit allem sehr glücklich war und keine anderweitige Vermutungen hegte.

    Mit diesen Überlegungen, hab ich entschieden, mich aus meiner Beziehung zu trennen. Denn der Gedanke des Betrügens tat mir innerlich sehr weh, es tat mir weh, sie so gutgläubig zu sehen. Meine gefühlte Schizophrenie, was mein Interesse an anderen Frauen anbelangt und unsere gleichzeitige Beziehung waren eine ziemliche Belastung, die ich nicht mehr ausgehalten hab. In zwei längeren Trennungsgesprächen habe ich ihr Schritt für Schritt alles erzählt. Was sie sehr geschockt hat, aber sie hat es äußerlich sehr sachlich aufgenommen und sich detailiert informiert. Sie war vor allem auch traurig, dass ich anscheinend in der Beziehung jahrelang nicht so glücklich gewesen war, wie sie gedacht hat. Was ich als Quatsch empfinde, denn in Bezug auf Bettgeschichten hatte ich es mir offensichtlich zu gut gehen lassen Wir beide machen uns jeder für sich Vorwürfe, dass wir die Dinge nicht thematisiert haben, als daraus noch keine Trennung hätte folgen müssen.

    Jetzt ist sie mir natürlich irgendwo auch fast dankbar, dass ich die Entscheidung getroffen habe, bevor sie auf anderem Wege davon erfährt. Was schon ein bisschen makaber ist.

    Ich vermisse sie sehr, ich bedaure auch, dass die Beziehung nicht mehr da ist. Ich hätte sie so gerne fortgeführt. Mein Wunsch danach war immer sehr groß, aber mein Verhalten war anders. Es hat lange gedauert, mir selbst das einzugestehen.

    Ich habe jetzt folgende Fragen:
    - Gibt es eine Chance, dass ich mich rehabilitiere und wir wieder zusammen kommen, oder habe ich es vollkommen vergeigt?
    - Kann ich mir selbst trauen, oder sollte ich, ihr zuliebe, die Trennung möglichst weiter aufrecht erhalten?
    - Oder lag es evtl. auch daran, dass wir letztendlich doch nicht für einander geschaffen sind und es deswegen so kommen musste?
    - Habe ich genau das Richtige getan, um uns vor Schlimmerem zu bewahren wie einer späteren Scheidung mit Kindern etc.?
    - Wenn ich es mit meiner bisherigen Partnerin völlig vergeigt haben sollte... sollte ich mich mal mit jemandem Professionelles zusammen setzen, um so einen Verlauf in evtl. späteren Beziehungen zu vermeiden?

    Was denken die erfahrenen Beziehungsexperten hier dazu?

    Jim

  2. #2
    Lib
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    Hallo Jim,
    wäre das Wort Beziehungsexperten zu definieren... Wer ist das? Der, der schon viele Beziehungen hatte (und somit keine erfolgreich geführt hat) oder der, der erst eine hatte und somit die Vielfalt menschlicher Abgründe nicht kennt.

    Will sagen: So was gibt es wohl nicht...

    Ich kann immer schwer verstehen, wie man einen Menschen, mit dem man lebt in so richtig großem Stil betrügen und hintergehen kann. Schon der zweite Beitrag dieser Art, auf den ich heute anworte. Das ist mal das erste. Ich kann das - das ist allerdings rein subjektiv - mit Liebe nicht in Übereinstimmung bringen.

    Ob Du daran arbeiten willst, musst Du entscheiden. Kommt darauf an, wie Du Deine künftigen Beziehungen haben willst, wie Dein Selbstverständnis ist.
    Ich würde es tun.
    Und ich würde als Deine Freundin nicht zu Dir zurück gehen, weil ich zu verletzt wäre. Aber das muss bei ihr ja nicht so sein...

    LG
    Lib

    Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit:
    Entweder Du machst Licht, dort wo Du bist,
    oder Du gehst in die Sonne.


  3. #3
    Neuling Avatar von wildkatze31
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    Ich kann dich gut nach vollziehen, weil ich selbst leide an bindungs störung...
    Was deine partnerin betrift kann ich dir nix sagen oder weiter helfen...
    ich kann nur mitteilen fals dir es hilft wie es mir geht..
    ich habe starke bindungs störung , bei mir ausert sich nicht nur in beziehungen sondern in freundschaften und job und co, es geht eher bindung an etwas an jemanden...
    in meiner suche auf antworten habe ich gefunden einen Buch der mir eröffnete augen und zeigte ausmass, dann habe ich in terapie es angesprochen- mein terapoit meinte nur das er es langst wisse er wartet nur das ich selbst drauf komme...
    Ich forschte nach meinen grunden warum es ist so wurde findig ind jetzt bin ich dabei es zu ändern...es ist verdammt steiniger weg , mit vielen bürden aber ich habe auch techniken gelernt die mir helfen in alltag, dazu gehört das ich lernte vermitteln anderen das ich habe diesen problem, bin am arbeiten und ich habe gelernt zu sagen ich brauche abstan, wenn mir ging zu nah das ganze...
    Ich würde dir empfehlen such dir fachliche hilfe und such nach wegen, glaub mir, jemanden der betroffen davon ist, du wirst leiden und leiden lassen andere menschen wenn du nicht an dich arbeitest, nach meine oddise mit diese störung wünche ich mir ich hatte es früher erkannt und könnte so viel fehler vermeiden, so viel leid anderen antun, und mir selbst

  4. #4
    Neuling
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    hallo

    also ich stimme dem zu, wenn behauptet wird, dass es Beziehungsexperten nicht gibt.

    Jedoch möchte ich schon mal festhalten - und das ist nunmal Fakt - dass eine gute Beziehung nur mit Vertrauen funktioniert und dieses hast du missbraucht.

    Ich spreche nicht davon, dass in einer guten Beziehung keine anderen Frauen(Männer) existieren dürfen und man nicht mit anderen Partnern verkehren darf, denn solche Art von Beziehungen gibt es auch. Aber auch SO eine Art erfordert Ehrlichkeit (Vertrauen?!-dass der andere ehrlich ist) - und Offenheit.

    Das was du gemacht hast ist: Deine Wünsche befriedigen zu lassen und trotzdem offziell eine intakte Beziehung zu führen bzw. jemanden eine intakte Beziehung vorzugaukeln.

    Wenn du wirklich zu dir stehen würdest, hättest du deiner Freundin ruhig mal sagen können, dass du Interesse an anderen Erfahrungen hast. Und wahrscheinlich hätte sie dich auch verlassen, aber das wäre für euch beide das beste gewesen, denn so hättest du vielleicht irgendwann mal jemanden kennengelernt, der genau so neugierig ist und "frei" bleiben möchte und trotzdem im Hintergrund 1 Menschen hat, dem er etwas näher ist als den anderen.

    Meiner Meinung macht so etwas aber auf Dauer krank, aber es gibt sicher viele Menschen, die solche Beziehungen genießen können.

    Ob du zB damit umgehen könntest, ist eine andere Frage.

    Du hast ihr unrecht getan, denn du WUSSTEST, dass Vertrauen wichtig ist, sonst hättest du ihr ja die ganze Sache nicht verschwiegen.

    Hier würde ich nicht von "Bindungsängsten" sprechen, sondern eher davon, dass du es versäumt hast dein Gewissen zu prüfen oder dir Gedanken darüber zu machen, wie sehr du deine Freundin gerade hintergehst.

    Weiters solltest du wissen, dass DU dich in einer Beziehung auch um gewisse Dinge kümmern musst, wie dein Selbstbewusstsein. Gern umringt werden... gern sehen, wenn sich jemand in mich verliebt .... das streichelt doch unser Ego... und vielleicht solltest du - wenn du diese Frau wirklich liebst - dein Ego öfters selber streicheln ... indem du etwas für dich tust und dich selber bestätigst.

    Ich glaub dir schon, dass es dir leid tut und dass es schmerzt, dass sie weg ist, aber sie tut mir auch leid und du solltest dir, bevor du heiratest oder sonst irgendwas machst, mal überlegen: wie sehr hab ich mich ausgelebt? Weswegen führ ich eig. eine Beziehung?

    Eine Beziehung sollte eine ewige Bereicherung sein, etwas ehrliches... und wenn du gewisse Dinge nie abstellen kannst oder willst, dann sei wenigstens ehrlich ... auch du wirst jemanden finden, der vl. damit umgehen kann ... oder ganz anders: du warst nie richtig verliebt.

    lg

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