Hallo Physalis,
was meinst Du mit speziell? Es ist doch meistens so, dass wenn man gemeinsam lebt, einer die Trennung ausspricht (od. dies auch beide wollen), man noch eine gewisse Zeit gemeinsam in der Wohnung ist, da eine Person sich dann ja erst mal nach einer neuen Wohnung umschauen muß. Meist muß man sich da noch ein paar Wochen arangieren. Manchmal ist es dann auch so, dass die gemeinsame Wohnung aufgegeben wird und sich beide eine neue Wohnung suchen.
LG
Thessa
Hallo Thessa,
speziell meinte ich im Sinne von schwierig.
Ich fand es immer angenehm, dass nach der Trennung der Kontakt direkt vollständig abgebrochen werden konnte, da keine gemeinsamen Verpflichtungen bestanden.
Zumindest dann, wenn ein akuter Grund für eine Trennung besteht (z.B. Fremdgehen), könnte ich mir nicht vorstellen, auch nur einen Tag länger in der Nähe des anderen zu bleiben. Endet die Partnerschaft durch über die Zeit entstandenes gegenseitiges Desinteresse, stelle ich es mir leichter vor, da dann die Emotionen nicht so hoch kochen.
LG
Physalis
Geändert von Physalis (15.10.2011 um 09:18 Uhr) Grund: Thessas Namen falsch geschrieben....
Hallo Physalis,
danke für Deine Antwort. Ich weiß schon, was Du meinst, aber in den meisten Fällen ist das nicht möglich, einfach zu gehen od. das der andere einfach geht. Zumindest dann nicht, wenn man gemeinsam lebt od. sogar gemeinsames Eigentum wie Haus od. Wohnung hat. Hier muß dann ja einiges geklärt werden und unabhängig davon muß eine Person od. manchmal wollen es auch beide, sich eine neue Bleibe suchen und das geht ja nicht von einem Tag auf den anderen.
Nicht jeder kann einfach eine Tasche packen und will zu Mama od. Freunden od. ins Hotel ziehen. Sowas kann mal für ein paar Tage gehen, aber nicht für vielleicht einige Wochen, bis das neue zuhause gefunden und eingerichtet ist.
LG Thessa
Hi Thessa,
sicher, bei Lebenspartnerschaften oder vielleicht sogar Ehen ist das bestimmt häufig der Fall.
Überhaupt ist das Thema Finanzen bestimmt oft ganz schwierig.
Wenn es um das Thema Mietwohnung ging, würde ich Wert darauf legen, dass ich allein im Mietvertrag stehe, oder mein eigenes Zuhause parallel behalte und zum Partner ziehe, der seinerseits allein im Mietvertrag steht. Viele Probleme entstehen dadurch, dass Paare gemeinsam einen Mietvertrag unterschreiben und dann eben auch zusammen gegenüber dem Vermieter in der Schuld stehen. Es ist ja nicht möglich, nur die Hälfte des Mietvertrags zu kündigen.
Noch schwieriger ist es natürlich beim gemeinsamen Eigentumserwerb und den damit oft einhergehenden Krediten. Da kann man nur hoffen, dass die Beziehung hält und nicht für beide im finanziellen Chaos endet.
Trennungen sind so schon übel genug. Da braucht´s nicht noch Geldfragen.
LG
Physalis
Hallo Physalis,
Mietvertrag wenn von beiden unterschrieben ist nicht das Problem, denke ich. Da kann mit dem Vermieter gesprochen und der Vertrag auf eine Person umgeschrieben werden. Kann aber auch sein, dass keiner die Wohnung behalten will wegen der Erinnerungen darin od. sie ist viel zu groß für 1 Person od. aber zu teuer.
Bei gemeinsamen Eigentum können Verträge/Kredite auch umgeschrieben werden, muß dann halt meist einer den anderen auszahlen. Alternativ gibt es noch den Verkauf.
Wie auch immer die Situation ist, meist benötig die Klärung einige Zeit aber in erster Linie, wenn einer od. auch beide eine neue Wohnung, Haus wie auch immer suchen müssen. Keiner will ja einfach in die erstbeste Wohnung ziehen, sondern sucht dann ja auch was, was ihm zusagt ung gefällt. Ergo muß man meist noch eine Weile zusammen wohnen, bis man sich auch räumlich trennen kann.
LG
Thessa
Hallo Thessa,
klar, irgendwie kann man die Dinge meistens regeln.
Was den Mietvertrag angeht, ist es aber leider bei gemeinsam unterzeichneten Mietverträgen häufig so, dass einer allein die Kosten oft nicht tragen kann, ein Umschreiben daher nicht in Frage kommt und die 3-monatige Kündigungsfrist deshalb finanziell noch gemeinsam durchgehalten werden muss.
Recht einfach ist das Auseinandergehen noch auf dem Land, wo zum einem die Mieten oft nur symbolischer Natur sind und im Übrigen an jeder Ecke Wohnungen leer stehen. In der Großstadt bei akutem Wohnungsmangel und Kaltmieten von nicht selten 10 Euro und deutlich mehr kann es richtig schwierig werden.
Ich kannte mal ein Paar, da war sie noch in Ausbildung und er Spitzenverdiener. Sie wohnten seinem Einkommen entsprechend und sie stand nicht im Mietvertrag. Nachdem er sich getrennt hatte, weigerte sie sich auszuziehen und er brachte es nicht übers Herz, sie vor die Tür zu setzen. Sie wiederum wollte den gehobenen Lebensstandart nicht aufgeben. Fast ein Jahr lang weigerte sie sich konsequent und erst als seine neue Lebenspartnerin einzog, ging sie endlich.
Daran sieht man, dass es durchaus auch eine moralische Hemmschwelle geben kann, den anderen aus der Wohnung zu weisen. Wenn auf ein weiches Herz eine berechnende Persönlichkeit trifft, kann es fast unmöglich werden, die Trennung durchzuziehen.
Es kann auch sein, dass der emotionale Prozess schon in der Beziehung quasi abgeschlossen wurde.
Ich halte es schwierig, die Trennung gemeinsam zu verarbeiten. Aus meiner Sicht gibt es da Grenzen (ich hatte ja nach meiner Trennung eine ähnliche Situation). Was auf jeden Fall gehen kann, ist, dass ihr miteinander über die Gründe der Trennung sprecht, gerade sie, als Verlassene, könnte daran Interesse haben - kommt aber drauf an, wie sie emotional dazu steht. Allerdings liest sie sich aus deiner Beschreibung recht abgeklärt.
Was jedoch ganz wichtig ist, ist Abgrenzung. Ihr werdet ab jetzt getrennte Leben führen. Es ist eine Illusion, dass du ihr den Schmerz nehmen könntest. Den muss sie aushalten, um die Trennung verarbeiten und darüber hinwegkommen zu können. Du kannst deines tun, es nicht zu verschlimmern, indem du höflich usw. bist, aber nehmen kannst du ihr den Schmerz nicht. Das musst du lernen auszuhalten. Sie muss ja emotional von dir loskommen, da führt zu große Zuwendung von deiner Seite eher zu Verwirrung als zu einer Besserung. Das ist zumindest meine Erfahrung.
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