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Thema: Triebverzicht u. Impulsunterdrückung

  1. #1
    Neuling
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    Ausrufezeichen Triebverzicht u. Impulsunterdrückung

    Hallo zusammen,

    ich bin männlich, 22 Jahre alt und bin neu in diesem Forum, und habe da eine Frage an Psychologiestudenten oder Psychotherapeuten.

    Seit ein paar Monaten unterdrück ich aus religiösen Gründen völlig sexuelle Impulse. Das heißt kein Sex und keine Selbstbefriedigung bzw. Masturbation. Das heißt nicht, das ich später im Zölibat leben möchte, doch möchte ich auf jeden sexuellen Trieb bis zur Ehe verzichten.

    Meine Frage: Kann Triebverzicht bzw. das Unterdrücken des Libido für mich irgendwelche psychischen oder physischen Folgen haben, da jeder Trieb ein energetischer Impuls ist?

    Denn seitdem ich die sexuellen Triebe völlig unterdrücke, verspüre ich depressive Verstimmung, Anspannung und leichte Reizbarkeit (Aggression).

    Es ist mittlerweile aber etwas besser geworden...

    Wie sieht es nun aus? gewöhne ich mich daran? oder schadet mit das ganze nur?

    Liebe Grüße Mendelssohn

  2. #2
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Standard

    Denn seitdem ich die sexuellen Triebe völlig unterdrücke, verspüre ich depressive Verstimmung, Anspannung und leichte Reizbarkeit (Aggression).
    ich bin kein Psychotherapeut oder sonst eine professionell ausgebildete Kraft im Dienste der Medizin, aber aus Erfahrung kann ich dir sagen, das es dich nur psychisch kaputt macht, wenn du n icht voll und ganz überzeugt bist von der Sache mit der Keuschheit.
    Erst wenn du für dich und nicht für andere entschieden hast es nicht zu tun, klappt es auch mit der Umsetzung.
    Tschuldige den Vergleich, aber meine Freundin ist islamgläubig und hat nur für sich entschieden, das Kopftuch zu tragen. Vorher hat sie ohne sehr gut gelebt und hat es ausprobiert und wie sie sich unsicher war, hatte sie das Gefühl beobachtet zu werden, falsch eingeschätzt zu werden, niedergestellt zu sein.
    Jetzt ist sie stolz sich nur noch dem Ehemann und den Kindern zuhause ohne Besuch ohne Kopftuch zu zeigen, damit es was besonderes ist. Draussen verhüllt sie ihre Haare und trägt diese langen dünnen Mantelkleider und fühlt sich stark, weil sie es für sich und ihre Familie tut. Nicht weil es der Koran vorschreibt, sondern weil der Koran die Möglichkeit gibt sowas zu tun.

    Genauso finde ich ist es mit der Keuschheit und unberührt sein bis zur Hochzeitsnacht. Dieses Geschenk kann man nur einmal verschenken und wenn man es mit bedacht und wertschätzt was man da verschenkt ist es so wertvoll, das man es nicht verlieren möchte und dann können soviele Reize kommen wie sie wollen, man steht zur Keuschheit und der Körper wird vom Kopf vom Gefühl her drauf trainiert. Wenn andere Dinge mehr Raum bekommen, wie gemeinsame Gespräche, Wie Geschwister leben und streiten, keine gegenseitigen Provokationen, ist es sehr schön.

    Der Körper sorgt nachts schon für den Druckabbau auch ohne das eine fRau im Spiel ist oder Körpernähe da sein muss. Läuft alles chemisch ab von Kopf bis Fuss.

    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

  3. #3
    Gast784
    Gast

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    Zitat Zitat von Mendelssohn Beitrag anzeigen
    Wie sieht es nun aus? gewöhne ich mich daran? oder schadet mit das ganze nur?
    hallo Mendelssohn,

    Ob Du Deiner Psyche damit schadest und letztlich damit auch Deinem Körper, das hängt davon ab, was Deine WAHREN Beweggründe für diese Askese sind.

    Da finde ich den Wiki-Artikel ganz interssant: http://de.wikipedia.org/wiki/Askese

    Wenn Du wirklich mit einem höheren Ziel verbunden wärst wie z.B. Erlangung von geistiger Klarheit, spirituelles Wachstum, oder auch "nur" als Protest für den Weltfrieden, dann würdest Du nicht solche Fragen stellen. Bei dieser Art von Askese wird die Energie praktisch "umgeleitet" und für geistig/spirituelle Übungen genutzt.

    Sollten da aber unter dem Deckmäntelchen der Religiösität seltsame Moralvorstellungen stecken, dann kann das natürlich schaden. Denn das ist dann lediglich destruktive Unterdrückung. Vor allem schadets auch in sozialer Hinsicht im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Auch NACH der Eheschließung!

    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (14.07.2009 um 17:15 Uhr)

  4. #4
    Neuling
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    Hallo Knuddel, hallo Gabiannarele,

    vielen Dank für eure Antwort!

    Knuddel, du schreibst:

    ...aber aus Erfahrung kann ich dir sagen, das es dich nur psychisch kaputt macht, wenn du n icht voll und ganz überzeugt bist von der Sache mit der Keuschheit.
    Erst wenn du für dich und nicht für andere entschieden hast es nicht zu tun, klappt es auch mit der Umsetzung.
    Ich bin Christ, (Siebenten-Tags-Adventist) und sehe Sex vor der Ehe und Selbstbefriedigung als etwas völlig Unvereinbares mit dem christlichen Glauben. Darum versuche ich meine Triebe im Zaun zu halten. Für wenn mache ich das? Natürlich mache ich das für mich, aber auch für Gott, weil Gott das von mir verlangt. Um Gottes Gunst haben zu können, muss man nach Gottes Gesetz leben... (Meine Überzeugung)

    Also das mit deiner Freundin und dem Kopftuch mag ein Vergleich sein, doch sind sexuelle Triebe im Menschen einprogrammiert, wie klug ist es dann das eigene Programm zu unterdrücken?

    Aber ich denke du sagst mit dem Satz schon die Wahrheit:

    ...und dann können so viele Reize kommen wie sie wollen, man steht zur Keuschheit und der Körper wird vom Kopf vom Gefühl her drauf trainiert.
    Ich merke auch langsam, dass es mir immer leichter fällt die "Kontrolle" über meinen Körper zu halten!

    Wenn Du wirklich mit einem höheren Ziel verbunden wärst wie z.B. Erlangung von geistiger Klarheit, spirituelles Wachstum, oder auch "nur" als Protest für den Weltfrieden, dann würdest Du nicht solche Fragen stellen. Bei dieser Art von Askese wird die Energie praktisch "umgeleitet" und für geistig/spirituelle Übungen genutzt.
    Aha, hier finde ich interessant was du sagst, also diese "Energie" dann in andere Dinge einsetzen. Das stimmt, das könnte ich!

    Sollten da aber unter dem Deckmäntelchen der Religiösität seltsame Moralvorstellungen stecken, dann kann das natürlich schaden. Denn das ist dann lediglich destruktive Unterdrückung. Vor allem schadets auch in sozialer Hinsicht im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Auch NACH der Eheschließung!
    Naja was heißt Deckmäntelchen, ich tu es ja für mich, auf meiner Stirn steht ja dann nicht geschrieben: "Moralischer, enthaltsamer Mensch", nein, ich tu es um meine Beziehung zwischen mir und Gott zu verbessern. Natürlich sehe ich die Masturbation als Selbstbefleckung, also Sünde, so auch den vorehrlichen Sex.

    Liebe Grüße Mendelssohn

  5. #5
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Standard

    Also das mit deiner Freundin und dem Kopftuch mag ein Vergleich sein, doch sind sexuelle Triebe im Menschen einprogrammiert, wie klug ist es dann das eigene Programm zu unterdrücken?
    Wir haben keine Triebe, die wir nicht steuern können, wenn wir normal veranlagt sind. Wenn du deine Triebe nicht im Griff hast, dann bist triebgestört und das bedarf einer professionellen Behandlung. Umprogrammieren, vielleicht mit NLP möglich, aber ich weiss nicht genau. Ich sehe es nicht als Programm was abläuft, sondern als eine Gefühlsphase, die anfängt und endet und die man aushalten kann. Genauso wie Trauer, Angst etc...bedarf es der Arbeit an einem selbst sich diesen Gefühlen zu stellen und auszuhalten und das beste draus zu machen.
    Bei Angst zum Beispiel üben nicht wegzulaufen sondern die Angst im Bus aushalten und später auf die Schulter klopfen und stolz auf sich selbst sein.



    Naja was heißt Deckmäntelchen, ich tu es ja für mich, auf meiner Stirn steht ja dann nicht geschrieben: "Moralischer, enthaltsamer Mensch", nein, ich tu es um meine Beziehung zwischen mir und Gott zu verbessern. Natürlich sehe ich die Masturbation als Selbstbefleckung, also Sünde, so auch den vorehrlichen Sex.
    Deine Beziehung zu Gott kann gelebt werden und dazu gehört es auch Fehler machen zu dürfen und nicht perfekt vor Gott zu sein. Wenn du mal mastubierst um dein Eheversprechen einhalten zu können, ist es nichts, was die Beziehung zu Gott zerstört. Sondern es ist glauben leben und Menschen sind nicht unfehlbar. Was macht Gott, wenn du einen Fehler machst??
    Ist es so, das du in der Glaubensgemeinschaft alle Fehler aufdecken musst??

    Wenn du die Regeln für schwer einhaltbar hälst und dir ganz viele GEdanken machst, wie du das schaffen sollst und nicht positiv an die Sache rangehst, ist die Herausforderung viel schwerer, als die Ziele für dich selbst zu stecken und ohne Zwang von Aussen mit dir auszumachen, was geht und was nicht.
    Gott ist keiner, der seine Gläubigen knechtet und knebelt. Oder siehst du es anders? Gibt es für dich andere Dinge, die du leichter umsetzen kannst im Glauben?? Vielleicht hilft es dir zu hinterfragen, wie du das erreicht hast und durchhalten konntest. Manchmal ist es echt die Überzeugung auf nichts zu verzichten sondern Herausforderungen anzunehmen und mit Fehltritten nicht so bös mit sich zu sein und achtsam und lernend.

    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

  6. #6
    Wunderlampe
    Gast

    Standard Glaubenssätze

    Hallo Mendelsohn

    Wenn du einen solch festen Glauben hast, dass du dich deinen Glaubensgesetzen so stark unterwerfen willst, dann habe auch das Vertrauen, dass Gott dir die Kraft gibt es durchzuhalten. Warum zweifelst du?

    Wenn man das Gefühl hat gegen seine eigene Natur zu leben, dann sollte man mal über seine Glaubenssätze nachdenken.

    Gott liebt die Menschen in ihrer Unvollkommenheit, er hat sie schließlich so erschaffen. Hätte er perfekte Menschen gewollt, dann wären sie perfekt.( im Sinne der menschlichen Wertvorstellungen, was gut und böse ist )

    Gott will, dass jeder Mensch glücklich ist. Und wenn es zur menschlichen Glücksseligkeit gehört ein erfülltest Sexualleben zu haben, dann spricht nix gegen Selbstbefriedigung und auch nix gegen Sex vor der Ehe. Zumal die Ehe eine Erfindung der Menschen ist und keine von Gott.

    Wenn du für dich entschieden hast, du willst auf Sex vorläufig verzichten, dann tue es. Gott hat dir einen freien Willen gegeben. und vielleicht auch die Kraft.

  7. #7
    Gast784
    Gast

    Standard

    ein kleiner Ausflug in die Geschichte kann manchmal ein ganz neues Licht auf solche Riten rund um die Ehe und Moral geben:

    Im Mittelalter waren in Westeuropa längst nicht alle Menschen in der Lage zu heiraten. Von dem jeweiligen Grund- oder Gutsbesitzer sowie von entsprechenden Stellen in der Stadt (Magistrat, Gilde, Zunft) wurde nur demjenigen die Ehe und Familiengründung gestattet, der auch in der Lage war eine Familie zu unterhalten. Dadurch war mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Heirat ausgeschlossen. Aufgrund der damaligen vorherrschenden religiösen und ethischen Grundsätze bedeutete dies auch einen faktischen Ausschluss von der Möglichkeit Kinder zu zeugen und eine Familie zu gründen.
    Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Ehe

    Zugegeben, solche gesellschaftlichen Regeln hätten vielleicht das explodieren der Weltbevölkerung eingedämmt, aber was das mit Gott zu tun haben soll, ist mir völlig schleierhaft. Wären die Sitten heute noch so, und würden Deine Grundsätze gelten, dann müsste praktisch die halbe Bevölkerung sexlos in jeder Hinsicht ihr Leben fristen.

    Wenn sich mir schon die Frage aufdrängen würde, ob mich das psychisch oder pyhsisch krank machen könnte, dann würde ich daraus schließen, dass ich wohl gegen meine Natur lebe. Und alles natürliche müsste ich als religiöser Mensch als von-Gott-gewollt, da von-Gott-geschaffen anerkennen.

    Also, wenn ich eine mir von Gott gegebene Gabe nicht leben will, dann doch nur, weil ich damit was größeres vorhabe, also z.B. wirklich konsequent einen spirituellen Weg gehe. Da spielt dann aber das Unschuldig-in-die-Ehe-Gedöns keine Rolle mehr.

    Ach und das hab ich bei Tante Wiki auch noch gefunden:

    Adventisten sollen ein Leben führen, das weder asketisch noch ausschweifend ist.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Siebenten-Tags-Adventisten
    Geändert von Gast784 (16.07.2009 um 16:39 Uhr)

  8. #8
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo

    Die Regel, kein Sex vor der Eheschließung war sinnvoll, um die möglicherweise gezeuten Kinder zu schützen und deren Versorgung sicher zu stellen. Seit der Erfindung sicherer Verhütungsmittel überholt.

    Und dann ist die Frage, was ist eine Ehe. Nur ein vor Gesetz geschlossener Vertrag, oder das Versprechen das sich zwei Menschen geben, wenn sie sagen: "Ich liebe dich, ich will mein Leben mit dir teilen". ( bei manchem ist der Weg kürzer, bei anderen länger )

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