Hallo,
ja, ich weiß, die Überschrift ist hart, aber eben die Wahrheit: Das Wort "Leben" triggert mich gar.
Was andere - die Überzahl - genießt und liebt, verachte ich. Das, was sich mein Leben nennt, ist ein Scherbenhaufen. In diesem Scherbenhaufen befinden sich Ablehnung, Mobbing, Misshandlung, Misserfolge, Demütigungen, Grenzüberschreitungen - alles gegen mich gerichtet. Irgendwie muss ich vor meiner geburt ein Abo für dies alles unterschrieben haben. Ach, ich konnte da ja nicht schreiben. War es meine Familie? Meine Patentante, mit der ich mich nie verstand.
Mittlerweile lehne ich mich selbst ab, hasse mein aussehen, meinen behindertenstatus, der mir Mobbing in der Schule eingebracht hatte, wegen dem ich langsamer in allem bin als andere.
Ja, ich habe versucht, damit zu leben, damit klarzukommen. Doch immer müssen mich andere daran erinnern, dass ich ja behindert bin. Ja nee, is klaa! Wie kann ich das vergessen? Ich will es vergessen, aber gar meine Freundin haut mir dies immer um die Ohren. Nun hat sie es soweit gebracht, dass ich nicht einmal mit ihr darüber reden will. Ich will gar nicht darüber reden.
So, jetzt schließe ich den Punkt namens Behindertenstatus ab.
Wie ich im vorstellungsthread erzählte, habe ich die Diagnose Borderline-Syndrom. Bevor mir dies diagnostiziert wurde, hatte ich schon so eine Ahnung in diese Richtung. Nicht nur, weil ich vor zwei Jahren zu ritzen begann, sondern noch eine innere Leere dazukam, Stimmungsschwankungen. Oh ja, Wutanfälle hatte ich schon als Kind sehr schnell, gleichzeitig unterstelle ich meinen Mitmenschen, mich bewusst verrückt machen zu wollen oder mich testen zu wollen. Dies ist bei der Arbeit sehr präsent. Trennungsängste und evtl. Trennungen verhindern wollen mit allen Mitteln, das kenne ich auch. Zuletzt war es meine Therapeutin, die ich sehr schätze. Bei ihr hatte ich zuerst tiefenpsychologische gespräche, dann 300 Stunden Psychoanalyse. Eine Verlängerung war nicht möglich. Sie war, wie ich mir auch eine wirklich beste Freundin vorstelle: Sie hörte mir uneingeschränkt zu, konnte mit ihr lachen, konnte ihr intimste Geheimnisse verraten - und irgendwann konnte ich auch bei ihr weinen. Jahre war ich wie versteinert. Sie hatte mein Vertrauen erobert. Vertrauen konnte ich sonst niemanden mehr.
Aber die Zeit ist vorbei. Bei wen anderes will sich mein vertrauen nicht entwickeln. Und da, wo es sich entwickelt, die Personen eben, die sehr guten Zugang zu mir haben, die mir mehr sagen dürfen, die haben keine Zeit für mich.
Bei meiner Freundin habe ich versucht mich zu öffnen, doch sie ist nie so wirklich bei der Sache.
In Internetforen wie diesen hier sehe ich die einzige Möglichkeit, mein Befinden zu beschreiben, meine Erlebnisse, gut oder schlecht, zu erzählen.
Selbstmitleid? Habe ich nicht mit mir! Was mich angeht, bin ich eiskalt mir gegenüber.
Selbsthass - scheinbar mein Begleiter. Auch wenn ich wütend auf andere bin, richte ich meine Wut gegen mich selbst mit SVV, schädige mich selbst, was beinahe auch beinahe zum Tod geführt hätte. Das war aber kein Suizidversuch, sondern eine gefährlich erkrankung die ich auf eine Weise auch provoziert hatte.
So, das sind mal so erste grobe Umrisse zu meiner Person.
LG
Ute


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