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Thema: Trotz Erfolg dennoch nur ein "Face in the Crowd"

  1. #1
    Neuling
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    Standard Trotz Erfolg dennoch nur ein "Face in the Crowd"

    Guten Abend zusammen
    Ich bin noch relativ jung (20) und deswegen kam mir nie so wirklich in den Sinn Probleme zu haben, was sollen junge Menschen schon haben.

    Bevor ich hier sofort den Sack aufmache und alle meine Probleme versuche zu schildern, denk ich wärs genug an der Oberfläche zu kratzen.

    Mein Leben hat mich immer weiter getrieben immer mehr von mir zu wollen.
    Aufgrund diverser Ereignisse hab ich es damals "nur" auf eine Realschule geschafft. Ich hab die Kurve bekommen, Abitur gemacht, und studiere jetzt Informatik an einer Privat Uni in einem dualen Studium, schreibe Bestnoten.

    Und dennoch. Wann immer ich ein Buch lese. Wann immer ich ein Spiel spiele. Wann imemr ich einen Film gucke. Ja sogar während ich diesen Text schreibe, denke ich "Was machst du hier? Warum liest du dir nicht das und das Tutorial durch und lernst weiter zu programmieren"

    Ich kann tun was ich will, egal was ich tu, ich bin niemals stolz auf mich. Ich hab nie das gefühl "Das hast du gut gemacht, jetzt gönnst du dir mal was"

    Ich hasse mich dafür dass ich jetzt gerade nicht lerne. Ich bin erst 20 und habe bereits das Gefühl, ich hätte mein Leben weggeschmissen, nicht genug getan.

    Wer kennt das? Dass egal was er tut, niemals zufrieden mit sich selbst ist. Immer das Gefühl hat "es reicht nicht".
    Manchmal programmiere ich aus Langeweile irgendwelche Programme und schicke diese meinem Dozenten. Und innerlich hoffe ich irgendwie immer "Hoffentlich sagt er 'gut gemacht' oder so" Weil ich selbst dazu nicht in der Lage bin.

    Naja ok, dafür dass ich nur an der Oberfläche kratzen wollte ist es doch recht viel geworden, jetzt muss ich mich nurnoch überwinden auf "Thema erstellen" zu klicken...

  2. #2
    Neuling
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    Hi TheBirdOfTheHermes,
    ich kann das gut nachvollziehen. Denn so erging es mir bis vor Kurzem auch, bis ich aufgrund dieses Denkens die 13.Klasse abgebrochen habe (Burnout-Syndrom) und nächstes Jahr die 13. wiederholen werde.
    Ich kann dir sagen, dass dieses Denken einen nur dazu einlädt, psychisch krank zu werden, da man nie genug haben wird und nie zufrieden sein wird.
    Der Mensch ist nun mal kein 24-Stunden-Arbeitstier. Er braucht auch Pausen und muss sich auch Freizeit gönnen, das habe ich nämlich gelernt. Denn wenn er nur am Arbeiten ist, ist er am Ende vollkommen "unbrauchbar" und kann nichts leisten.
    Vielleich solltest du mal zum Psychologen. Diese Krankheit nennt sich glaube ich Arbeitssucht.
    Gute Besserung.

  3. #3
    Neuling
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    Hey,

    ich kann dir keinen tollen Rat geben, sondern nur sagen, dass es mir ähnlich geht und dir ein paar Anregungen geben. Ich kann mir vorstellen, dass das vermehrte Bedürfnis nach Anerkennung in Schule und Job eine Sache des Selbstwerts ist, jedenfalls ist es bei mir so.

    Angefangen hat es bei mir glaube ich schon bei der Selbstbildentwicklung. Schule war bei mir irgendwie immer die einzige Sache, bei der ich richtig viel Lob bekommen habe. Habe 3 Geschwister, das sind kleiner Bruder, der erfolgreich Regionalfußball spielt (in meiner Familie ist Fußball ziemlich wichtig -.-), ein kleiner Bruder mit ADHS und 'ne "gaaanz niedliche" kleine Schwester, da gibt es eben regelrechte Wettbewerbe um Aufmerksamkeit. Ich war halt die, die immer super in der Schule war.
    Das hat sich so verinnerlicht, dass es mich manchmal ärgert, irgendwo nicht Kursbeste zu sein, weil ich das Gefühl habe, nichts wert zu sein, wenn die anderen besser sind. Daher kenne ich auch die Schuldgefühle, wenn ich mal weniger gelernt habe. Oder das Gefühl, neidisch und missgünstig zu sein, wenn andere gute Noten schreiben.
    Aber man kann eben noch so gut sein, es gibt immer welche, die besser sind. Irgendwo ist man halt ein little fish und ein "face in the crowd" - bei knapp 7 000 000 000 Menschen. Ich glaube, dass man wesentlich glücklicher ist, wenn man das akzeptieren kann - ich kann es noch nicht. Wie gern wäre ich die klügste und schönste Frau der Welt... Naja, ich arbeite dran, damit klar zu kommen.

    Wie geht's die btw mittlerweile?
    Viele Grüße!

  4. #4
    Neuling
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    @Formelsammlung: So ähnlich geht es mir auch. Ich denke, dass das ein Problem des 20. und 21. Jhd's war bzw. ist, da die Zahl an Menschen ja beträchtlich zugenommen hat. Daher will man um jeden Preis auffallen. z.B. durch gute Schulnoten oder Intelligenz wie bei mir und dir. Ich überlege auch, aus Berlin auszuwandern, da ich das Gefühl habe, hier in der Masse unterzugehen und diese Anonymität mich einfach nur ankotzt. Nach dem Abitur will ich nach Kanada auswandern und dort in einer Kleinstadt ein neues Leben anfangen.
    Kann ich fragen woher du kommst (Bundesland/Stadt)?
    mfg

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