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Thema: Tue ich das richtige, oder nicht?

  1. #1
    Neuling
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    Frage Tue ich das richtige, oder nicht?

    Hallo, ich bin der neue :-),


    vorweg sage ich direkt, dass ich hier von keinem erwarte mir eine Antwort auf die Frage im Betreff zu geben, dass kann nur ich machen und genau da ist das Problem. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll und warum ich manche Dinge getan habe. Einige Punkte gehören bestimmt in den Bereich "Durchsetzungsvermögen" und überhaupt geht es hier vermutlich mehr um mich, als um die Partnerschaft, aber irgendwo muss ich es ja einordnen.

    Es wird bestimmt lang, aber ich fange mal einfach vorne an:
    Ich habe meine Frau vor gut 7 Jahren kennengelernt, als wir uns am 2. Oktober 2004 durch einen Zufall beim Chatten trafen. Am 17.10.2004 haben ich und ein Kumpel uns dann mit ihr und ihrer Freundin getroffen. Wir kamen mit dem Zug an, als sie schon draußen standen. Als mir dann klar wurde, um wen es geht, dachte ich wirklich "Oh mein Gott, die gefällt mir optisch gar nicht".

    Nun gut, unhöflich wollte ich dann auch nicht sein, aber ich weiß auch nicht so recht warum ich das so schnell getan habe, was danach alles passiert ist. Info: Es war nicht die erste mit der ich mich getroffen habe (habe auch vorher mal eine andere geknutscht, nicht mehr), aber es fühlte sich an wie die erste.

    Jedenfalls hatten wir geplant in einen Freizeitpark zu fahren, was wir dann auch gemacht haben. Bereits im ersten ruhigen Fahrgeschäft habe ich ihre Hand genommen und sie war erleichtert. Ich habe noch heute das Gefühl, dass ich es vielleicht gar nicht so wollte, aber danach fühlte es sich natürlich schön an ihre Hand zu halten, aber ich fürchte es war mehr das Gefühl. Der Tag verlief dann so weiter, dass wir uns am Ende des Tages als wir zu zweit waren, das erste mal geküsst haben und danach folgten noch diverse Küsse mehr.

    Warum erzähle ich etwas, was bereits 7 Jahre zurückliegt? Nun ja, es gibt einfach diese Momente, in denen ich immer wieder das Gefühl bekomme, dass ich ab dem Tag begonnen habe Fehler zu begehen. Es sind die Momente, in denen ich mich...ja...schäme wenn ich mit ihr irgendwo bin, oder Momente in denen ich das Gefühl bekomme, dass sie...sorry das klingt doof, aber kann es grad nicht anders ausdrücken...dass sie intellektuell nicht auf der Ebene steht, auf der ich lieber reden würde. Ich sage nicht, dass sie doof ist, aber die Art, wie wir miteinander reden oder wie sie mit mir redet wirkt auf mich so platt.

    Ich habe so viel zu erzählen, aber ich kann hier nicht 7 Jahre mal eben so runterschreiben...

    Wenn man das so liest, dann fragt man sich bestimmt - und zu Recht - warum habe ich sie dann geheiratet und habe sogar ein Kind von ihr. Ich glaube ich bin einfach zu feige. Ich habe die Notbremse nicht gezogen, als es noch ging ohne all zu großen Schmerz zu verursachen. Im Februar 2005 wohnten wir bereits zusammen bei meinen Eltern. Es fühlte sich alles wie frisch verliebt an und auch irgendwie richtig, aber dann kamen immer mehr Probleme. Mit meinen Eltern, mit ihren Eltern, mit der Wohnung, mit uns selbst, mit dem Geld, mit meinen Eltern, mit dem Geld und hier stehe ich nun...

    Nachdem ich das alles so geschrieben habe, denke ich, dass ich die Ehe beenden muss, aber da steckt so viel Angst mit drin. Was wenn das ein Fehler wäre, was wenn ich mein Leben danach nicht hin bekomme, was passiert mit meinem Sohn, den ich über alles Liebe, was wird aus meiner Frau? Was wenn ich es WIEDER nicht schaffe den Schluss konsequent durchzuziehen?

    Gleichzeitig male ich mir schon aus, wie ich alleine Lebe. Ich würde in der nähe der Arbeit wohnen wollen und mehr arbeiten wollen. Vor allem wann und so lange ich möchte. Ich hätte alleine die Kontrolle über das Geld und würde versuchen meinen Sohn so oft wie irgendmöglich zu sehen. Die Beziehung zu meinen Eltern würde ich wieder verbessern. Ich würde anfangen mehr Sport zu machen, mehr raus gehen und vielleicht einfach irgendwelche Frauen kennen lernen wollen und Erfahrungen sammeln.

    Ich versuche aktuell bei einem Psychologen einen Termin zu bekommen, aber ihr wisst vermutlich am Besten, dass das mindestens 6 Monate dauern kann. Ich bin aber gerade wieder an einem Punkt angekommen, an dem ich am Liebsten alles hinschmeißen würde. Aber sofort bekommt man ja leider keine Hilfe. Also versuche ich mich hier mitzuteilen. Auch auf die Gefahr hin, dass die Ratschläge nicht so hoch zu bewerten sind, als wenn man persönlich mit jemandem spricht.

    Ich hoffe die Länge schreckt euch nicht ab, das musste nun erst mal raus. Vielen Dank, wenn ihr es bis hierhin geschafft habt.

    Gute Nacht.

  2. #2
    Nachwuchs Autor
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    Hallo Bolle,

    ist bei Euch eine größere Stadt in der Nähe? Ich frage, da es in vielen größeren Städten die Caritas gibt und da gibt es kostenlose Familien- und Eheberatungen. Da könntest Du es mal versuche. Da kannst Du alleine hingehen und wenn Du / Ihr es möchtet, dann ggf. auch gemeinsam. Ggf. wäre es für Dich aber erst mal gut, alleine hinzugehen.

    LG
    Thessa

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    Bolle86 (10.12.2011)

  4. #3
    Neuling
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    Hallo,

    ich arbeite ganz in der Nähe von Münster. Ich wusste von der Möglichkeit nichts, stelle mir das aber auch so vor, dass die sich nicht so richtig Zeit dafür nehmen. Ein Psychologe wird ja immerhin von der Krankenkasse bezahlt...

    Ich würde auf jeden Fall zunächst alleine gehen wollen. Die Argumentation fällt mir derzeit auch nicht so schwer, da sie weiß, dass ich Hilfe suche, allerdings wegen meinen Eltern und nicht wegen dem eigentlichen Problem.

    Danke für die erste Rückmeldung.

  5. #4
    Sandsturm
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    Hallo Bolle,

    zu dem Treffen muss es ja damals aus irgend einem Grund gekommen sein. Hat sie nett geschrieben oder warum ging es so weit?

    Dann ist sie nicht Dein Typ. Hatte ich schon 3 Mal, Frauen aus dem Internet und mir ging es wie Dir, ich wollte nicht unhöflich sein und habe mich auf die eingelassen. Gott sei Dank war das längste "nur" 1 Jahr.

    Die Vorstellung jemanden, den ich vielleicht nur aus Mitleid und aus der Angst heraus, der Frau eine Absage zu erteilen, zu heiraten, lässt mich schaudern.

    Was ist mit Dir?

    Was sagen Deine Eltern zu Deiner Wahl?

    Liebst Du sie? Liebt sie Dich?

    Ich könnte 100e Fragen stellen.

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    Bolle86 (11.12.2011)

  7. #5
    Sandsturm
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    Zitat Zitat von Bolle86 Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich arbeite ganz in der Nähe von Münster. Ich wusste von der Möglichkeit nichts, stelle mir das aber auch so vor, dass die sich nicht so richtig Zeit dafür nehmen. Ein Psychologe wird ja immerhin von der Krankenkasse bezahlt...

    Ich würde auf jeden Fall zunächst alleine gehen wollen. Die Argumentation fällt mir derzeit auch nicht so schwer, da sie weiß, dass ich Hilfe suche, allerdings wegen meinen Eltern und nicht wegen dem eigentlichen Problem.

    Danke für die erste Rückmeldung.
    http://www.maenner-gestalten.de/

    http://www.maennerrat.de/maennerberatung.htm

    http://www.caritas-muenster.de/67796.html

    www.johanniter.de/Beratungsstellen

    Es gibt auch Psychologen, die kassenärztlich nicht zugelassen sind und die Beratungsstellen sind kostenlos, ohne Kasse, ohne Alles.

    Was ist denn mit Deinen Eltern?

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    Bolle86 (11.12.2011)

  9. #6
    Verleger Avatar von Physalis
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    Zitat Zitat von Sandsturm Beitrag anzeigen
    Die Vorstellung jemanden, den ich vielleicht nur aus Mitleid und aus der Angst heraus, der Frau eine Absage zu erteilen, zu heiraten, lässt mich schaudern.
    Ein Albtraum - auch für die Frau, die geheiratet wurde. Sie lebt in einer Lüge.

    Ich habe irgendwo mal gelesen: Schlaf nie mit jemandem aus Mitleid.

    Da ist schon was dran.

  10. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Physalis für den sinnvollen Beitrag:

    Bolle86 (11.12.2011)

  11. #7
    Neuling
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    Hallo und vielen Dank für die Antworten!

    Mir ist leider bewusst, dass meine Frau in einer Lüge lebt und auch wenn es schon viel zu lange so geht, so ist es nun umso wichtiger ist es, dass ich nun endlich eine Lösung schaffe.

    Die Beratungsstellen schaue ich mir an, wenn ich dazu mal Ruhe habe. Vermutlich morgen auf der Arbeit. Ja in diesem Moment belüge ich meine Frau schon wieder...

    Ich weiß, dass meine Frau mich über alles liebt, sonst hätte sie das alles gar nicht mit gemacht. Ich habe jetzt nicht so viel Zeit alles zu erklären, aber ich habe bereits 2 mal versucht mit ihr Schluss zu machen, aber ich bin einfach zu Feige. So ist es ja viel bequemer!?

    Ich glaube, dass ich sie nicht mehr liebe, warum sonst sollte ich solche Gedanken haben? Ich habe aber Angst davor, dass ich feststelle sie geliebt zu haben, nachdem ich mit ihr Schluss gemacht habe, aber das kann ja kein Grund sein? Ich habe nur keinen, mit dem ich reden kann. Zumindest will ich mich keinem Anvertrauen, der auch meine Frau kennt, wenn ich mir nicht sicher bin.

    Meine Eltern? Tja seit 2 Jahren habe ich/haben wir wieder mehr Kontakt und ich wünschte mir wirklich sehr, dass ich mit meiner Mutter darüber reden könnte. Aber ich glaube, dass sie sehr parteiisch wäre und froh wäre wenn ich mich trenne. Wenn ich mich dann aber nicht trenne, dann werden meine Frau und meine Eltern absolut nie ein Verhätnis haben, das verträglich ist. Meine Frau und ich streiten und schon seit Jahren (außer in der Zeit, als kein Kontakt zu meinen Eltern bestand) über meine Eltern. Es ist also ein Reibungspunkt, der aber auch in dem jetzigen Verhältnis keine Entspannung finden wird. Sie wünscht sich eigentlich, dass ich den Kontakt wieder abbreche. Aus ihrer Sicht sind meine Eltern verlogen, was ich teilweise auch teilen kann, aber teilweise auch nicht. Es sind halt meine Eltern.

    Natürlich klang sie Interessant, als ich sie im CHat kennenlernte. Und ich war ja auch neugierig, aber eigentlich war ich nicht darauf aus die Frau meines Lebens zu finden. Es war am Anfang auch alles eine ehrliche basis, aber mit dem ersten Treffen fing ich an das Lügennetz zu spinnen. Egal was ich jetzt mache, ich muss es schaffen dieses Lügennetz zu zerstören, aber ich bin Feige.

    Entweder ich versuche die Beziehung beizubehalten oder ich beende sie. In jedem Fall muss ich die komplette Wahrheit sagen, aber wenn ich sie behalten will und die Wahrheit sage, dann wird das vermutlich sowieso nichts mehr. Ich bin auch nicht mehr motiviert all zu viel Energie in die Beziehung zu stecken.

    Also habe ich die Entscheidung schon gefällt?

  12. #8
    Verleger Avatar von Physalis
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    Bolle,

    ein mir bekanntes Ehepaar lebte exakt diese Lüge über 40 Jahre, bis einer der Partner starb. Die zurückgebliebene Person droht nun - da die Ehe vorbei ist - an ihrem empfundenen Schuldgefühl für diese Lebenslüge zu zerbrechen und daran, dass ihr selbst nur noch wenige Jahre Lebenszeit ohne eine Ehe in Lüge bleiben. Das Leben beider wurde aus Feigheit (sie bezeichnet sich selbst auch als feige) kaputt gemacht. Denn da war es sogar so, dass BEIDE den anderen letztlich nicht wollten, BEIDE bewusst in Lüge lebten. Nach außen hin immer tadellos, nach innen Kälte und Gleichgültigkeit. In den ganzen Jahren sprachen beide nicht über ihre Beziehung, schwiegen diese tot. Natürlich gab es auch nie Körperlichkeit oder Zärtlichkeit. Ein Horror.

    Bei Dir sind es 7 Jahre der Lüge. Schlimm genug, aber kein ganzes Leben.

    LG,

    Physalis
    Geändert von Physalis (11.12.2011 um 10:03 Uhr)

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