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Thema: Über alles im Allgemeinen und nichts im Speziellen.

  1. #1
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    Standard Über alles im Allgemeinen und nichts im Speziellen.

    Ein paar Gedanken, wie sie jeder einmal hat oder noch haben wird oder sich wünscht zu haben oder loswerden will... meine Gedanken.


    I. Ein Schmaler Grad

    Ich strebe nach einer Grauzone, einem schmalen Grad zwischen zwei Extremen, dort wo Schwarz und Weiß ineinanderlaufen, wie flüssige Farbe. Ein notwendiger Bestandteil. Ein wichtiges Glied in der Kette, welche sich immer enger um meinen Hals zu ziehen scheint. Aber da ist kein Grau, kein Spiel zwischen Licht und Schatten. Nur düsteres Schwarz und blendendes Weiß, das meine Sinne überstrapaziert und mich verwirrt die Augen schließen lässt.

    Wie zwei Bausteine, erscheinen sie mir, die ein kompliziertes Konstrukt aus Wahrheit und Lüge erbauen. Letztendlich wird es immer wieder zusammenbrechen, weil nie ein Fundament gelegt wurde - Kein Grau. Nur Schwarz und Weiß.


    II. Aufwachen

    Warum aufwachen, wenn man sich erst einmal an die wohlige Bequemlichkeit des Schlafens gewöhnt hat. Es scheint keine gute Option zu sein, die Augen aufzuzwingen und schlaftrunken in die kalte Welt hinaus zu torkeln, wenn man sich stattdessen doch in eine warme Decke wickeln und sich entspannt in die Matratze sinken lassen kann. Der Kopf ist im weichen Kissen versunken, man hat die richtige Position gefunden, in der man es, wenn nötig, Stunden lang aushalten kann, ohne auch nur den kleinen Finger zu rühren. Beruhigende Dunkelheit umgibt dich voll und ganz, Stille, die so klar und undefinierbar ist, als hättest du noch nie zuvor irgend etwas gehört. Du atmest gleichmäßig und flach, die Luft scheint sich in solchen Situationen einen anderen Weg in deinen Körper zu suchen, völlig unbemerkt. Nichts scheint zu stören, kein Schmerz, keine seltsamen Gefühle, die man nicht einzuordnen vermag, keine lästigen Geräusche oder Bilder oder Gedanken. Nur du allein existierst in diesem Bett, vollkommen zufrieden mit dir selbst. Alles ist genau so, wie es sein soll.

    Und der Wecker klingelt.


    III. Die Unzulänglichkeit gegenüber der Vollkommenheit

    Meistens ist es ganz einfach der Musik zu folgen, sie als das auszumachen, was sie ist, sie ein- und wieder auszublenden, sie zu definieren und zu hören; sie einfach nur zu hören. Aber manchmal lässt man sich davon tragen, von Klängen, Höhen und Tiefen, von Melodien und Stimmen und dem Atem des Interpreten, der ganz langsam ausklingt, sich irgendwohin verliert; dort hin, wo man ihm nicht folgen kann. Aber man möchte und man will hören, was sich dahinter verbirgt, wohin die Stimme verschwindet, wenn sie nicht zu hören ist, woher der Rhythmus kommt, der wie Vibrationen durch jede Faser deines Körpers pulsiert, um ihn festzuhalten, um sich zu erinnern, nie wieder zu vergessen und etwas von der Vollkommenheit zu ergattern, die du nicht zu fassen bekommst. Doch jedes Mal verschwindet er aufs Neue ungehört, ungefühlt, weil du denkst, dass du nicht dazu fähig warst, dich auf jede Silbe, jeden Ton, jede Wandlung der Melodie, einzulassen; sie zu schlucken, mit der Gier eines Verdurstenden; sie mit all deinen Sinnen zu umfassen - hören, sehen, riechen, schmecken, spüren. Und du versuchst es immer und immer wieder, bis nichts mehr von all der Faszination übrig ist und die Klänge nur noch Klänge sind und die Stimme nur noch eine Stimme ist un der Atem nur noch ein Atem ist und der Song nur noch ein Song ist... einer unter vielen.


    IV. Rausch

    Rausch. Alles verschwimmt, verliert Substanz, verwandelt sich vor deinen Augen zu einem unförmigen Klecks aus zuckenden Farben und undefinierten Formen. Rausch. Du willst mehr davon, immer mehr; mehr hören, mehr sehen, mehr fühlen; alles fühlen, was es zu fühlen gibt - Hitze, Schwindel, Ekstase. Rausch. Du verlierst dich selbst in Eindrücken, die dir nicht gehören, konzentriert auf die Emotionen eines anderen, gefangen in Empfindungen des sich windenden Körpers unter dir; Illusion, Täuschung. Rausch. Du gehst unter, sinkst immer tiefer, unrettbar verloren und gefangen in dir selbst; in der Musik aus dem Hintergrund, längst verdrängt durch schnelle Atemzüge; Stoff der über Stoff reibt. Rausch. Unter ihr, über ihr, in ihr, überall um sie herum; völlige Selbstaufgabe, kannst es nicht aufhalten, nicht kontrollieren. Rausch. Warme Haut, Atem, ein gehauchter Satz, eine Stimme, wie durch dicke Nebelschleier; sie erreicht dich nicht, du erreichst sie nicht, kannst sie nicht fassen. Rausch. Du streckst die Hand aus, durch diffuses Licht, schemenhafte Schatten vor dir, versuchst nach mehr zu greifen, nach einem Sinn - ihn festhalten, ihn besitzen, nie wieder los lassen. Rausch. Und du fällst tief. Rausch. Ins Nichts. Rausch. In alles verschlingende Dunkelheit. Rausch. Und du landest hart. Rausch. Und nichts ist mehr da. Rausch. Nichts als Schwindel. Rausch. Nichts als Scham. Rausch. Nichts als Nacktheit. Rausch. Nichts als Leere...

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von nasenmann
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    Standard

    Echt stark welche emotionen hier mit Worten herbeigezaubert werden!
    "Da hat mir doch einer in den Stiefel geschissen!?"

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