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Thema: Überfordert durch Therapie? - Ich weiß nicht richtig weiter...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Überfordert durch Therapie? - Ich weiß nicht richtig weiter...

    Hallo, ich bin neu hier im Forum und hoffe, es kann mir jemand einen Tipp oder ähnliches geben, weil ich einfach nicht weiter weiß und mich mittlerweile richtig ratlos fühle.
    Vielleicht hat jemand einen Rat oder eine Erklärung oder es gibt jemanden, dem ähnliches passiert ist und der mir Folgendes erklären kann:
    Ich versuche mal, die Dinge chronologisch zu ordnen und es „kurz“ zu halten:
    also, ich bin mit ungefähr 22 Jahren mit jemandem zusammengekommen, der sieben Jahre älter und dementsprechend „weiter“ entwickelt war als ich. Damals habe ich wegen sexueller Probleme eine Therapie angefangen.
    (Heute würde ich sagen, ich habe meine Wünsche und Bedürfnisse in der Beziehung nicht vertreten können und vom Alter her waren auch ganz andere Interessen da, irgendwann habe ich mich einfach nicht mehr „wahrgenommen“ in der Beziehung und bin richtig passiv geworden. - Mein damaliger Therapeut hat das so bezeichnet: „Sie präsentieren eine Hülle..“, „Sie geben äußerlich mehr als sie eigentlich bereit sind…“. Damals konnte ich damit nichts anfangen, heute weiß ich, was er meinte.)
    Dann habe ich mich getrennt und bin dann für mein Hauptstudium nach Berlin gegangen. Und weil ich die Therapie in meiner alten Heimat wegen dem Umzug ja nie so richtig beendet hatte, habe ich mir dann in Berlin einen neuen Therapeuten gesucht (tiefenpsychologisch). Nach so etwas mehr als einem Jahr haben wir aus der Therapie eine Analyse gemacht (heute wünschte ich mir fast, dass ich mich vorher besser informiert hätte darüber, was das eigentlich ist etc.). Irgendwann habe ich die ganzen Themen nicht mehr verarbeiten können. Ich habe gedacht, meinen extremen Schwierigkeiten und schlimmen Gefühle gehören dazu (so im Nachhinein würde ich klar sagen, ich war extrem depressiv und einfach krass überfordert). Besondere Schwierigkeiten hat mir ein Thema aus meiner Vergangenheit gemacht, dass mit meinem Cousin zu tun hatte: es kam in der Zeit als ich ungefähr sechs Jahre war zu einigen für mich unangenehmen Situationen, in denen mein Cousin seine pubertäres Interesse an mir ausprobiert hat. Wie dem auch sei, in der anstrengenden Zeit meines Diploms schlugen dann die Wogen über… Ich habe plötzlich „gedacht“ oder innere Bilder (ich weiß gar nicht wie ich es richtig nennen soll) von meinen Vater vor mir gesehen/erlebt – ich kann es nicht richtig benennen, naja , die eben sich auf das gleiche Problem bezogen. Ich konnte das gar nicht mehr stoppen und habe unter extremen Ängsten gelitten etc. Ich habe versucht, das in der Therapie anzusprechen, aber es ist mir schwer gefallen. Irgendwie hab ich da wohl nicht meinen Therapeuten vertraut, ich nehme an, ich dachte, er würde mir unterstellen, dass ich mir sowas wünsche. (Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube, ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt ein wenig in die Theorie der Psychoanalyse eingelesen; hatte aber keine Ahnung und habe wohl gedacht, jeder Psychoanalytiker geht wie Freud davon aus, dass man sich als Kind eine Beziehung zu dem geschlechtlich entgegengesetzten Elternteil wünscht…). Wie dem auch sei, mein Analytiker meinte „Sie haben viel zu viel Angst, dass etwas passiert sein könnte.“ (mit der Betonung auf könnte.) und ich habe das Thema nie wieder angesprochen, weil es mir einfach zu peinlich war.
    Dann irgendwann habe ich nicht gesehen, wie ich beruflich weiter kommen soll und habe ein Zweitstudium begonnen (auch um mir mehr Sicherheit zu geben). Ich bin hierzu wieder in die alte Heimat gezogen und wurde wieder depressiv… Ich habe nur noch in solchen Gedanken um Schuldgefühle, sexuelle „Erinnerungen“, Fragen nach dem „Wer bin ich?“ drin gehangen usw… Dann bin ich nach 2 Jahren (nach dem Umzug) wieder zu meinem ersten Therapeuten und irgendwann (obwohl das eigentlich nicht meine Absicht war) habe ich in einer Therapiestunde erzählt, ich sei missbraucht worden. Ich hatte mich da so rein gesteigert, dass ich dachte, es sei die Wahrheit.
    Aber irgendwann habe ich Zweifel bekommen (also ein paar Monate später) und dann habe ich eine Therapiepause gemacht von drei Wochen gemacht und dann habe ich dem Therapeuten eine Mail geschrieben und gesagt, dass ich das nicht mehr für richtig halte…
    Seit dieser Zeit (und das ist jetzt zwei Jahre her) kann ich einfach an kaum was anderes denken, als daran, wie es sein kann, dass ich völlig falsche Sachen als richtig befunden habe; was ich fürchterlich schlimm finde, ist, dass ich das Gefühl habe, ich kann mich nicht mehr auf mich und meine Wahrnehmung verlassen. Und über dieses schlimme Gefühl komme ich seit zwei Jahren nicht drüber hinweg – ich versuche es zu verstehen und kann es nicht… !!!
    Seit einem Monat mache ich gerade wieder eine Therapiepause - weil ich mit der Therapiesituation im Moment nicht klar komme: auf der einen Seite bin ich enttäuscht von der und auch wütend auf die Analyse. Wie konnte da so ein innerliches Chaos entstehen. Statt dass die Analyse geholfen hat, habe ich diese Bilder/Ideen gehabt und das hat alles nur noch schlimmer gemacht.
    Jetzt habe ich das Problem, dass ich zum einen nicht weiß wohin mit meiner Enttäuschung.
    Zweitens finde ich keine Erklärung.
    Und drittens weiß ich nicht, ob ich die jetzige Therapie abbrechen soll: zum einen bin ich wie gesagt wütend auf „Therapien“ (klar ist zu pauschal – aber ich bin ein bisschen sehr misstrauisch im Moment, was tiefenpsychologische Therapien angeht, und so lässt sich nun mal schwer eine Therapie durchführen). Aber wenn ich die Therapie jetzt abbreche, dann werde ich diese schlechte Erfahrung auch nicht verstehen können. Und das lässt mich so ohnmächtig fühlen. Meine Wut und Enttäuschung haben in den letzten drei Monaten schlechte Stimmung in der Therapie gemacht. Und deswegen habe ich die Pause gemacht.
    Kann mir jemand einen Ratschlag geben. Ich würde diese Sachen gerne endlich ruhen lassen können, aber das ist schwer, so ohne was zu verstehen.
    Ich meine, sonst im Leben funktioniere ich (halbwegs) normal.
    Aber ich weiß nicht, wie ich mit diesen Erfahrungen umgehen soll- ich wünschte mir die meiste Zeit, ich hätte diese Analyse nicht gemacht. Und dieser Gedanke macht mich echt fertig: etwas was eigentlich helfen sollte, hat so viel Mist provoziert. Und jetzt denke ich mir halt manchmal: vielleicht hatte ich einfach eine schwere Depression und wäre besser zum Hausarzt gegangen und hätte mir Antidepressiva verschreiben lassen sollen. Und dann denke ich: mach es wenigstens jetzt, brech die Therapie ab und betrachte es medizinisch… Aber das jetzt einfach so ad acta zu legen ist schwer und ich weiß nicht wie.
    Mit der Bitte um konstruktive Anregungen oder einen guten Rat – ich wäre dankbar. Dass das ganze ziemlich kompliziert klingt weiß ich selber, ich brauche wirklich nur konstruktive Kritik, Schuldgefühle habe ich schon alleine genug.
    Ich bräuchte mal ein bisschen was rationales an Erklärung...

  2. #2
    Selbstwert87
    Gast

    Standard

    Kann es sein,dass der Missbrauch doch in ganz früher Kindheit stattgefunden hat und diese Verdrängung in der Therapie durchbrochen wurde?Dass tief in deInem Unterbewusstsein etwas schlummerte und verborgen blieb und du jetzt verarbeitest,dass es doch da war?

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Vielen Dank für deine Antwort, Selbstwert87.
    Ich denke eher, dass in der Therapie soviele Sachen auf einmal hochgekommen sind, dass ich alles zusammen geschissen habe, gedanklich und einfach die einzelnen Erlebnisse nicht mehr trennen konnte.
    Richtig kann ich es nicht erklären. Ich weiß nur einfach nicht, warum ich mir nicht mal sicher sein kann. Und ich dachte, vielleicht gibt es jemandem, dem sowas auch passiert ist, damit ich mir nicht so schrecklich dämlich mit dieser Geschichte vorkomme. Jemand, der irgendwie schon weiter ist als ich und eine Erklärung hat.

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