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Thema: Überfordert mit allem, ich kann nicht mehr...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Überfordert mit allem, ich kann nicht mehr...

    Hallo an alle,

    bin neu hier und hab mich angemeldet weil ich unbedingt ein paar Dinge loswerden muss, mir von der Seele schreiben muss und vielleicht kann mir hier irgendwer helfen... mein ganzes Leben ist innerhalb kurzer Zeit aus den Fugen geraten, ich weiß nicht mehr weiter... Ich wär so, so dankbar wenn sich jemand die Zeit nimmt meine Geschichte durchzulesen...

    Ich bin gerade mal 22 Jahre alt. Bis 2008 war alles gut... da hab ich ein hervorragendes Abi gemacht (Schnitt 1,0) obwohl ich emotional total aufgewühlt war aber im positiven Sinn, ich hatte mich verliebt in einen 39-jährigen Mann. Schon damals hat mich belastet dass ich wusste, meine Eltern würden eine Beziehung mit so großem Altersunterschied nur schwer akzeptieren können... Deshalb hab ich gedacht, ich warte wie sich das entwickelt und wenn unsere Liebe hält dann erzähle ich ihnen davon. Letzten Endes hatte ich dann nicht den Mut dazu und habe ihnen erzählt, er wäre 25 Jahre alt... damit fing alles an, dass ich meine Eltern belogen habe. Wie kann man so beschissen sein und seine eigenen Eltern belügen? Sie haben mir eine wundervolle Kindheit geschenkt und sie sind einfach toll...

    Aber ich war so blind vor Liebe und habe dann entschlossen von Baden-Württemberg nach Hamburg zu ziehen für diesen Mann (Karsten). Er lebte dort und hatte immer klar gemacht, keinen Nerv für eine Fernbeziehung zu haben... für ihn habe ich Freunde und Familie viele hundert km entfernt zurück gelassen, was mir sehr schwer fiel, ich wollte immer an einer Uni in BaWü studieren eigtl. Wegen Karsten und dem Umzug nach HH habe ich dann nicht mal ein Studium begonnen sondern eine Ausbildung (schulisch)...

    Schon kurz nach dem Umzug fing die Hölle an... der liebe, einfühlsame Mann als den ich Karsten kannte, hat sich so verändert, hat mich bedroht, eingeschüchtert, war aber nie gewalttätig mir gegenüber, hat trotzdem genau gewusst wie er mich klein machen kann...er hat mich schließlich zur Prostitution gezwungen... und dabei klar gemacht: EIN Wort darüber zu anderen Leuten, und ich werde das mein Leben lang bereuen. Ich hätte mich nicht getraut ihn anzuzeigen, einerseits weil ich ihn so geliebt habe, andererseits einfach aus Angst...
    Ich habe mit niemandem darüber gesprochen, ein Doppelleben geführt... Karsten hat mich meine Ausbildung machen lassen, untertags war ich Azubi, abends/nachts ****...
    Dann kam der Tag an dem Karsten die Diagnose Lungenkrebs bekam. Es war ein Schock für mich, trotz allem was er mir antat, habe ich ihn doch so sehr geliebt, ich hatte furchtbare Angst und ich konnte damit nicht alleine umgehen. Deshalb habe ich einigen meiner Klassenkameraden von meinem Freund Karsten erzählt, dabei aber auch behauptet er wäre 25 und habe auch einen falschen Nachnamen angegeben, damit sie bloß nicht hinter Karstens Identität kommen. Ich hatte unglaubliche Angst, irgendjemand könnte etwas merken, aber gleichzeitig hatte ich das Bedürfnis, mit jemandem über meine Sorgen bezüglich Karstens Krankheit zu reden.
    So hatte ich also offiziell einen netten, lieben 25-jährigen Freund Karsten, der Lungenkrebs hatte... Einige Klassenkameradinnen standen mir in dem darauf folgenden Jahr so zur Seite, ich konnte mich immer ausheulen und sie waren einfach echte Freundinnen für mich, aber ich konnte ihnen trotzdem nicht die ganze Wahrheit sagen, ich hatte so viel Angst und stand unter riesigem Druck... auch meine Eltern wussten von Karstens Lungenkrebs aber ansonsten nichts...

    Am 12. September diesen Jahres ist Karsten an Lungenkrebs verstorben. Gemessen an dem, was er mir angetan hat, sollte ich froh darüber sein, nun "frei" sein zu können. Aber es hat mir das Herz gebrochen, nie habe ich jemanden so geliebt wie Karsten, und nun ist er weg, er hatte seine guten Seiten und ich werde ihn einfach nie mehr sehen, hören, spüren... es tut so weh...
    Ich konnte diesen Schmerz nicht einfach wegstecken, ich habe o.g. Klassenkameradinnen, meinen Eltern und meiner Schulleiterin von Karstens Tod erzählt, weil ich eine Auszeit brauchte und außerdem konnte ich damit alleine nicht umgehen...

    Alle waren für mich da, meine WG-Mitbewohner auch, das sind so wundervolle Menschen... und ich habe sie belogen.
    Meine Klassenkameradinnen Anika und Kathrin und meine WG Mitbewohnerin sind allerdings dann dahinter gekommen, dass es Karsten so wie ich ihn beschrieben habe nicht gibt (durch einen Zufall, wie genau ist ne lange Geschichte aber nebensächlich). Sie haben die Krankenhäuser in denen er sich während der Krankheit meiner Aussage nach befunden hatte abtelefoniert (er war da wirklich), aber natürlich hieß es da war er nicht, weil sie den falschen Nachnamen von mir bekommen hatten. Ich hatte ihnen auch mal eine falsche Adresse von Karsten gegeben, weil sie gebohrt hatten und ich nicht unglaubwürdig erscheinen wollte... es war die Adresse eines Freiers von mir, auf die Schnelle fiel mir nichts besseres ein und dieser Freier hatte mir immer sehr geholfen. Jedenfalls haben sie dann als meine Lügen aufkamen, bei diesem Mann geklingelt und das war dann natürlich der endgültige Beweis dafür dass ich gelogen hatte, weil jemand die Tür öffnete wo angeblich der Bewohner grad verstorben war...

    Die drei haben mich zur Rede gestellt und nach langem Zögern hab ich ihnen alles erzählt. Von der Prostitution. Ich habe mich so geschämt...Sie waren zwar sauer, aber haben auch irgendwie Verständnis gezeigt, haben mir versprochen, es würde unter uns bleiben, wem ich das sonst noch sage wäre meine Sache.
    Am nächsten Tag bin ich nach BaWü zu meinen Eltern gefahren (die bis heute nicht die Wahrheit wissen, ich werde es ihnen irgendwann sagen aber im Moment habe ich nur noch Angst verachtet zu werden und NIEMANDEN mehr zu haben).

    Zwei Tage später hat mir meine Mitbewohnerin (in meiner WG in HH) geschrieben, dass sie nichts mehr mit mir zu tun haben will, meine Lügen wären das allerletzte gewesen und ich solle erst zum 20. Oktober wiederkommen, bis dahin wär sie dann ausgezogen aus der WG (Auszug war schon vorher geplant gewesen). Sie will mich nie wieder auch nur sehen müssen. Das hat mich umgehauen. Sie war in dem Jahr in HH für mich sozusagen eine "Ersatzmama", sie ist 10 Jahre älter als ich und war halt immer für mich da, wir haben uns so verdammt gut verstanden und nun hasst sie mich.....
    Tags darauf hab ich von einer Klassenkameradin, die eig nichts mit der Sache zu tun hatte, eine SMS bekommen: "Anika hat mir erzählt was war. Auch wenn die Geschichte mit Karsten nicht ganz stimmt, mag dich trotzdem"
    - ich hatte so darauf vertraut dass die das nicht weiter erzählen, es ist doch sowas intimes, es geht immerhin um mein sexuelles Leben auch wenn es unfreiwillig war, und Anika hat trotz des Versprechens einfach erzählt... ich hatte aber das Gefühl kein recht zu haben sauer zu sein...

    Zwei weitere Tage später hab ich von meiner Schulleiterin einen Brief bekommen in dem steht dass sie Informationen erhalten hat die das Vertrauensverhältnis belasten und sie eine Fortsetzung meiner Ausbildung für schwierig erachtet unter diesen Umständen... okay ich hatte sowieso überlegt das abzubrechen weil ich wohl am besten raus aus HH sollte, Abstand zu allem... aber es hat mich so sehr geschockt dass nun sogar meine SCHULLEITERIN die ja nun wirklich keine Vertrauensperson ist, von dem weiß was ich gemacht habe. Ich finde das so demütigend, es wurde überall rum erzählt, ich habe furchtbar Angst nach HH zurück zu kehren...

    Ich habe Anika versucht darauf anzusprechen ob sie das so rum erzählt hat aber seit dem Tag an dem der Brief der Schulleiterin kam, reagiert sie nicht auf SMS oder Anrufe... Ein persönliches Gespräch kann ich im Moment ja nicht führen wegen der ENtfernung...
    Ich habe noch nie jemanden so schnell als Freundin ins Herz geschlossen wie Anika und ich habe das Gefühl nach dem ganzen ****** hat sie mir nun noch den Rest gegeben... ich lieg am Boden und sie tritt nochmal drauf... ich weiß sie ist verletzt wegen meiner Lügen aber versteht sie denn nicht dass ich unter einem riesigen Druck war???

    Mein WG Mitbewohner (wir wohnen zu dritt) hat mir gesagt dass er sich nicht mehr vorstellen kann noch mit mir zusammen zu wohnen und ich soll mir doch wenn ich zurück in HH bin ganz schnell was anderes suchen...

    Meine Ausbildung muss ich abbrechen (sie hat Geld gekostet, das muss ich meinen Eltern auch erstmal beibringen), aus meiner Wohnung ausziehen, in wenigen Tagen muss ich erstmal zurück nach HH und meinem Mitbewohner gegenübertreten was mir große Angst macht, ich habe meine erste große Liebe vor nicht mal einem Monat verloren, er ist tot, und die Gefühle sind so durcheinander weil ich ihn hassen sollte, aber er hat mir auch Sicherheit gegeben und jetzt ist alles weg, mein Leben steht auf dem Kopf, HILFE ICH KANN NICHT MEHR!!!
    Ich habe keine Vertrauensperson mit der ich ehrlich über die Situation reden kann. Die wenigen, die überhaupt die Wahrheit wissen, haben sich von mir abgewandt, sind sauer wegen meiner Lügen, hassen mich.......

    Was soll ich bloß tun?
    Im Moment kann ich meinen Eltern auf keinen Fall die Wahrheit sagen und auch sonst erstmal niemandem mehr, dazu ist die Erfahrung zu schlecht, ich habe wenigen Personen das anvertraut und sie haben sich abgewandt und es trotz ihres Versprechens herum erzählt, das ist so erniedrigend, im Grunde meine ganze Schule weiß nun dass ich eine Nutte bin und eine Lügnerin... ich komme mit dieser geballten Verachtung nicht klar...

    Und Karsten fehlt mir so sehr...

    Ich hasse mein Leben im Moment und bin mit allem überfordert, ich weiß nicht wie ich jemals wieder glücklich werden soll, was ist bloß passiert...

    Vielleicht ist hier jemand der das alles durchgelesen hat (DANKE!) und mir einfach nur antworten würde? Das allein, wäre schon hilfreich,...

    Grüße,
    sorrows

  2. #2
    Neuling
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    Lächeln

    Hallo
    ich habe mich deiner mal angenommen. Das, was Dir passiert ist, tut mir mehr als Leid . und so wie es sich anhört , bist wohl jemNDEM ZUM oPFER GEFALLEN; dem es mlglich war, dass er sich so verstellt, dass Du es nicht merkst.Seine Gefühle Dir gegenüber waren nicht ehrlich. deshalb sei froh, dass er fort ist. Er hat Dich nur benutzt und wollte nur seine" Sucht" stilleb. Ich weiß, dass das hart klingt, aber lasse dir die augen öffnen.
    Viel wichtiger ist, dass du gesund wirst und die Ereignisse verarbeitest, um weiterleben zu können. Hierfür würde ich einen Therapeuten hinzuziehrn. Dieser hilft dir auch dabei ein offenes Gespeäch mit Eltern zu führen.
    Alles Gute!

  3. #3
    Schreiberling
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    Standard

    Hallo sorrows

    erstmal kann ich deine Trauer sehr gut verstehen denn auch in einer "Abhängigkeitsliebe" geht es um Gefühle, folglich auch um Schmerz und Trauer. Herzliches Beileid!!!!

    Du h ast jahrelang in einer Scheinwelt gelebt in der du aufgrund deiner Gefühle ausgebeutet und mißachtet werden konntest. Vielleicht war der tod deine Rettung, vielleicht der einzige Weg raus aus dieser Abhängigkeit.

    Das du nichts erzählt hast passt absolut darein denn du hast ein Doppelleben geführt, das ist typisch für diese Konstellation und passiert nicht nur dir! Du musst niemandem was erzählen wenn du es nicht willst und niemand hat das Recht deshalb sogar eine Ausbildung zu canceln. Klar ist es für die,, die es erfahren haben ein Vertrauensbruch aber ich bin der Meinung, das die Schulleitung nicht das Recht hat dein Priatleben als Kündigungsgrund zu nehmen.

    Du bist am Ende dieses schlechten Weges und jetzt stehst du vor den Trümmern der Abhängigkeit und Lügen!! Aber du stehst nicht vor den Trümmern deines eigenen Leben!!

    Nimm dir die Auszeit, zieh nach Hause zurück, so wie es sich liest bist du ja gern bei deinen Eltern. Komm erstmal zur Ruhe und erkläre es deinen Eltern mit dem "Unglücklichsein in HH" mit der Trauer die du spürst und der Angst vor einem Neubeginn.

    Vielleicht kannst du ihnen das als Grund erklären dir zuhause einen Therapeuten zu suchen der mit dir erstmal alleine und unter Schweigepflicht das aufarbeitet, was dir passiert ist. Den Grund musst du deinen Eltern noch nicht nennen, wir alle haben eine "Geheimnisschublade" in die wir sowas packen dürfen zum Schutz anderer, aber niemals ohne daran zu arbeiten.

    Dann beginnst du dein Studium in BW halt im nächsten Sommer und das ohne Altlasten und mit dem Wissen das dir sowas nicht mehr passieren darf. Aber auch mit dem Wissen, daß es ein Teil deines Lebens bleibt mit dem du zwar abschliessen musst, es aber nicht als "Böse" in dein Gewissen prägst.

    Dinge passieren und manchmal weiß man nicht warum man es getan hat....das macht aus dir aber keine "**** fürs Leben"!!!

    Lass dir Zeit, such dir einen außenstehenden Gesprächspartner der weiß, wie du damit umgehen kannst und wie du es verarbeitest.

    Wünsch dir total viel Kraft!! Und lass dich nicht von irgendwelchen WG Bewohnern was einreden, sie sind nicht die Richter deines LEbens und gehen nur eine winzige Teilstrecke deines Lebens mit dir!! Du brauchst sie nicht für die wichtigen Schritte in deinem Leben! Geh nach HH mit hocherhobenem Kopf, erkläre ihnen das du nicht bereit warst dein Leben vovr ihnen auszubreiten und das es dein Recht war. Wer weiß welche Geheimnisse in ihnen schlummern?

    Geh wieder zurück nach BW und fange Schritt für Schritt an das Leben aufzubauen das du eigentlich für dich geplant hast. Du bist jung genug!!

  4. #4
    Wunderlampe
    Gast

    Standard Ende mit Schrecken

    Hallo sorrows

    Auch wenn ich Lügen auf den Tod nicht austehen kann, tust du mir echt leid.
    Dein Leben war aufgebaut auf Lügen und mit dem Tod deines "Freundes" ist das ganze Lügengebäude zusammengefallen.
    Auch wenn es jetzt seltsam klingen mag, es war gut so.
    Zwingt dich die ganze Sache doch einen Schlußstrich unter ein Leben zu machen, das gar nicht deines war. Du warst fremdgesteuert.

    Ich weiß nicht wie deine Eltern so im allgemeinen reagieren. Aber wenn meine Tochter, die etwa in deinem Alter ist, zu mir kommen würde und mir ihr ganzes Dilemma erzählen würde, dann würde ich alles dafür tun, dass sie wieder auf die Beine kommt.

    Wenn die Aussprache mit deinen Eltern / Mutter nicht in Frage kommt, dann zieh Bilanz und suche Schritt für Schritt nach Lösungen.
    Willst du in HH bleiben, dann suche das Gespräch mit deiner Schulleiterin. Informiere dich vorher, ob die dich so einfach aus der Ausbildung werfen kann. Dein Privatleben hat sie erst mal nichts anzugehen, wenn du dir in der Schule nichts zu Schulden hast kommen lassen.

    Vielleicht ist auch ein Schulwechsel in eine andere Stadt möglich und du knüpfst dort an, wo du aufgehört hast. Erkundige dich, wo dieses möglich wäre.
    Die WG kann dich auch nicht von heute auf morgen auf die Straße setzen. Dass das Vertrauensverhältniss zerstört ist, kann ich nachvollziehen. Deshalb wird es das Beste sein, du suchst dir eine neue Bleibe.

    Es tut immer weh einen Menschen zu verlieren, der einem nahe stand. Vielleicht wird es sehr bald weniger, wenn dir klar wird, wie ungesund deine Beziehung zu ihm war und welches Menschenbild er von dir hatte. Sorry, aber mich schüttelt es, bei der Vorstellung mein Kind würde in die Hände eines so skrupellosen Menschen fallen. Egal welche schönen Seiten du an ihm gesehen hast, ich könnte wetten sie hatten alle nur einen Zweck:
    Dich bei der Stange zu halten.

    Es gibt in HH sicher Beratungsstellen für EX- Prostituierte. Wende dich an diese und man wird dir sicher helfen können. Du bist nicht die Erste und auch nicht die Letzte, die auf einen Zuhälter hereinfällt.

  5. #5
    Neuling
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    Standard

    Danke für die Antwort...

    Karstens Tod ist für mich sehr, sehr hart, auch wenn mein Kopf weiß, dass er es nicht gut mit mir gemeint hat. Er hat immer gesagt er liebt mich, hätte aber eine besondere Art zu lieben, ganz anders als andere Menschen. Ich weiß nicht inwiefern ich das glauben kann, aber ich weiß dass er gesehen hat wie ich leide und so etwas tut man jemandem doch nicht an wenn man die Person liebt...

    Das Schlimme ist irgendwie, dass ich überhaupt keinen Kopf dafür habe, mal einfach in Ruhe zu trauern (ich finde, dass das trotzdem nötig ist, wenn jemand verstirbt dem man sehr nahe war, auch wenn es eine sehr einseitige Liebe war) und das alles zu verarbeiten. Ich bin nur beschäftigt mit Schadensbegrenzung.

    So wie du sagst, dass ich "zum Opfer gefallen" bin, das sieht anscheinend sonst niemand so. ALLE, die ich in HH kenne, ignorieren mich nun. Sie reagieren auf nichts. Ich laufe ihnen richtig hinterher, ich habe ihnen auch gesagt dass ich es verstehe dass sie Zeit brauchen, aber dann sollen sie das doch auch wenigstens äußern! So wie jetzt weiß ich doch überhaupt nicht woran ich bin! Ich werde komplett mit Missachtung gestraft! Und diese Menschen haben versprochen, für mich weiterhin da zu sein... Jetzt fühle ich mich so im Stich gelassen, JEDES verdammte Mal in meinem Leben dass ich ehrlich vertraue fliege ich damit auf die Schnauze. Erst Karsten, der mich komplett ausnutzt und nun erzähle ich meine Geschichte ganz ganz wenigen Menschen und die wenden sich von mir ab!

    Bin ich denn so ein verachtenswerter Mensch???
    Ich weiß, dass es um meine Lügen geht, dass die Leute deshalb sauer auf mich sind. Und ich muss zugeben, dass meine Lügen schon zum Teil weite Ausmaße annahmen, weil ich ja immer das Bild aufrecht erhalten musste das ich aufgebaut hatte: dass ich mit einem 25-jährigen zusammen bin. Es gab immer mal wieder Situationen in denen ich was erfunden oder die Wahrheit verdreht habe, damit das passt und niemand Verdacht schöpft.
    Aber ich wurde furchtbar unter Druck gesetzt und ich verstehe nicht, warum jetzt alle so tun, als hätte ich aus purem Vergnügen gelogen! Mir ging es so dreckig das ganze Jahr, damit dass ich die Leute anlüge! Dazu immer die Angst dass jemand irgendwas erfährt und Karsten mir das Leben zur Hölle macht... Was hätte ich denn verdammt nochmal tun sollen?!

    Jetzt steh ich so alleine da und ich habe echt große Angst nach HH zurück zu kommen. Hier habe ich noch meine Familie, auch wenn die von nichts wissen, sie zeigen mir dass sie mich lieben... da oben in HH erwartet mich NUR Verachtung. Und das sogar in den eigenen vier Wänden, in meiner WG.

    Ich fühle mich auch gar nicht dem Stress eines Umzuges gewachsen, aber mein Mitbewohner hat ja klar gemacht dass er mich raus aus der Wohnung haben will. Im Grunde ist ER, MEIN Untermieter aber ich bin immerhin diejenige die den Mist gebaut hat und irgendwie traue ich mich auch nicht, gegen seine Forderung dass ich ausziehen soll, etwas zu sagen...

    Dann steht noch das Gespräch mit der Schulleiterin bevor (der einzige Grund warum ich überhaupt so bald wieder nach HH fahre), ich weiß nicht wie ich das durchhalten soll, ich kenne sie ja, sie wird keine Ruhe lassen bis ich jede Kleinigkeit erzählt habe und es wird so erniedrigend sein...

    Bis dahin muss ich außerdem meinen Eltern noch beibringen, dass ich die Ausbildung abbreche. Sie haben mir diese immerhin die ganze Zeit finanziert und ich kann auf keinen Fall hinter ihrem Rücken abbrechen... aber wie soll ich ihnen das nur erklären? Ich hab auch große Angst dass irgendjemand von den Leuten die bescheid wissen, meinen Eltern etwas erzählen. Sie haben zwar versprochen dass sie es nicht tun, aber sie haben ja auch so vieles anderes versprochen.......

    Gott, ich hab das Gefühl es geht alles nicht weiter, ich schaff das nicht...

  6. #6
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo Sorrows

    Du trauerst ja nicht nur um Karsten, sondern auch um das ganze Leben, das da in Trümmern vor dir liegt.

    Deine "Freunde" sind erst mal so von dir enttäuscht, und müssen verdauen. Dass sie dich teilweise so verrraten haben ist nicht richtig, aber was tut man nicht alles in seiner Enttäuschung. Sie ziehn sich zurück und "lecken erst mal ihre eigenen Wunden" die sie sich durch deine Lügerei ( auch wenn sie von dir nicht so gewollt war ) zugezogen haben.
    Sie sind emotional gar nicht in der Lage sich in dich hineinzuversetzen, um dir zu helfen.

    Was du brauchst ist einen Menschen, der deine Interessen vertritt, weil du derzeit gar nicht in der Lage dazu bist. Deine Eltern oder eine neutrale Person.

    Du mußt deinen Eltern nicht alles erzählen, wenn du es nicht willst. Aber es würde einiges erleichtern, wenn du dieses Lügengebäude nicht aufrecht erhalten müßtest. Du könntest sie ohne Angst bitten dir zu helfen. Egal wer quatscht, er/ es hätte keine Macht mehr über dich.

  7. #7
    Neuling
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    Auch dir, Wunderlampe, und dir, ksaderfi, vielen Dank für die Antworten... dass ihr euch die Zeit nehmt meinen ganz persönlichen Kram durchzulesen mit dem ihr ja überhaupt nichts zu tun habt, und mir dann noch zu helfen versucht, dafür bin ich wirklich sehr dankbar...

    Also, meine Ausbildung werde ich auf jeden Fall abbrechen. Wie gesagt ist das ne schulische Ausbildung und ich müsste dann Tag für Tag in einer Klasse sitzen und mich von Lehrern unterrichten lassen die alle von mir denken: "Lügnerin, Nutte..."

    Das könnte ich nicht, das würde ich psychisch auf gar keinen Fall durchstehen. Die Ausbildung in einer anderen Stadt fortzusetzen wäre eine Alternative, allerdings habe ich mich wie gesagt wegen Karsten für die Ausbildung entschieden und im Grunde wollte ich selber, wenn es nur um mich und meine Wünsche geht, immer studieren...

    Das Ding ist nur, ich fühle mich all dem überhaupt nicht gewachsen. Schon die Fahrt zurück nach HH kommt mir vor wie eine unüberwindbare Hürde. Ich bin echt fertig, wie soll ich denn noch den Stress eines Umzugs mitmachen? Ich bekomm das alles nicht hin...

  8. #8
    Neuling
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    Ja, Wunderlampe, das trifft es ziemlich gut: Ich habe das Gefühl, alle denen ich das nun erzählt habe/die es von anderen erzählt bekommen haben, haben eine große Macht über mich... weil sie es jederzeit meinen Eltern erzählen könnten.

    Ich habe Angst, wieder erpresst zu werden, aber ich bin im Moment einfach nicht bereit das alles zu erzählen. In erster Linie aus Angst, diesen allerletzten Halt auch noch zu verlieren, und dann aber auch weil meine Mutter in ihrer Vergangenheit sehr oft an reaktiven Depressionen litt und ich mir gut vorstellen kann, dass sie auf diese Nachricht (ihre Tochter hat sich prostituiert!) wieder so reagieren würde. Sie hat gerade eine einigermaßen gute Phase und ich möchte das nicht kaputt machen...
    Aber wie gesagt, in erster Linie liegts auch einfach daran dass ich mich selber noch nicht bereit fühle ihnen das zu erzählen...

    Weißt du, es kommt mir gar nicht so vor, als würden meine Freunde in HH ihre Wunden lecken müssen. Es kommt mir so vor, als hätten sie mich, die Lügnerin, einfach aus ihrem Leben gestrichen...
    Denn obwohl ich sonst von diesen sozialen Netzwerken nicht viele halte, habe ich mich in letzter Zeit (seit mir keiner mehr antwortet) öfters wieder bei meinvz usw eingeloggt. Da kann man ja so einiges lesen, was die Freunde so treiben, wenn sie es denn veröffentlichen. Die leben ihr Leben weiter, verabreden sich ständig zu DVD-Abenden und Partys, alles mögliche, ich bin einfach außen vor...

    Was soll ich denn nun tun in Bezug auf diese Menschen? Die ich als meine Freunde bezeichnet habe? Sie in Ruhe lassen? Soll ich persönlich zu ihnen gehen, wenn ich wieder in HH bin? Oder mich nun selber einfach nicht mehr melden?

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