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13.06.2007, 22:50
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#1 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 03.12.2006
Beiträge: 38
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Überreaktion
Hallo liebe Psychologiefreunde !
Erstmal möchte ich euch sagen, wie froh ich bin, eine solche Gemeinschaft wie diese hier entdeckt zu haben. Ich habe mich schon in sehr vielen Beiträgen wiedererkannt und finde viele diverse Impulse, um mich weiterentwickeln zu können.
Nun zu meiner Sache: Ich habe leider den Hang mich über viele Dinge aufzuregen, und das meistens noch richtig lange, auch wenn es sich um Dinge handelt, die ich nicht selbst beeinflussen kann. Ich ärgere mich manchmal schwarz über andere Menschen !!
Zum Beispiel ärgere ich mich sehr über das Verhalten anderer Leute, ich hatte heute wieder so 2 typische Begegnungen: Im Supermarkt drängelte sich einfach dreist eine alte Frau vor, als ob das eine Selbstverständlichkeit wäre, dass man ältere Personen diesen Vorzug gewähren würde. Ich sprach sie deshalb an und bekam nur eine patzige Antwort. An der Tankstelle nahm mir doch glatt einer die Vorfahrt und zeigte mir daraufhin noch den Vogel.
Auch in meinem Freundeskreis muss ich manch beschissenes Verhalten ansehen, da kommt einer zu spät und hält es nicht für nötig, sich zu entschuldigen. Oder in meiner Berufsausbildung, ständig dieses ätzende Verhalten der Arbeitskollegen, den man den kleinen Finger reicht und sie gleich nach der ganzen Hand schnappen.
Ich liege nachts oft wach und spiele diese Szenen im Kopf immer wieder durch, manchmal noch Tage oder auch Wochen danach. Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich mit meinen Ansichten total alleine auf der Welt dastehen oder einfach nicht gesellschaftsfähig bin vielleicht einfach zu freundlich und sensibel für diese Welt bin.
Reagiere ich in manchen Situation einfach innerlich über? Sollte man andere Menschen in mancher Hinsicht einfach ignorieren? Ich bin total verunsichert.
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14.06.2007, 01:02
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#2 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 23.09.2006
Beiträge: 298
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hallo trina
nur um dir etwas sicherheit zu gewähren, du bist nicht allein ; )
dein text hätte von mir sein können, aber würde ich es selber nicht als problem ansehen, denn ich denke wir haben recht, wenn wir auf angemessenes verhalten der anderen vertrauen!
meine freundin meint immer ich solle mich ja hier und da jetzt nicht drüber aufregen und auch meine eltern sind dieser meinung, das mich viel zu viel stöhrt... meine freunde finden es dann noch eher belustigend, da ich nach langer zeit in der ich mich immer innerlich aufgeregt habe, dazu übergegangen bin meine gedanken frei und lauthals allen kund zu tun...
so kann schon das kleinste thema bei mir eine verbale bombe auslösen
was dagegen tun möchte ich nicht, ich möchte mich nicht damit abfinden wenn es soziale ungleichheiten gibt oder moralisches fehlverhalten zur tagesordung wird, wie du es angesprochen hast
würde mich gerne noch weiter mit dir darüber unterhalten, aber es ist schon spät ^^ also bin ich auf dein nächsten beitrag dazu gespannt bis denn = ) torben
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Oh quam sancta, quam amoena
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14.06.2007, 11:24
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#3 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 03.12.2006
Beiträge: 38
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Hi Torben,
einerseits ist es richtig, nicht alles in sich zu unterdrücken aber andererseits ist es auch richtig, nicht alles an sich heranzulassen. Worauf will ich hinaus: Man benötigt ein dickes Fell. Ich bin es leid, mich immer über alles und jeden aufzuregen, ich würde dieses gerne abstellen aber so ohne weiteres ist das nicht möglich, leider !!!!
Hat das vielleicht auch etwas mit mangelndem Selbstwertgefühl zu tun? Erwartet man zuviel von seinen Mitmenschen?
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15.06.2007, 17:04
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#4 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 23.09.2006
Beiträge: 298
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es kommt drauf an finde ich...
zb wenn es eine frau aufregt,auf, wenn eine andere frau total "schlampig" rummläuft oder so, dann kann es an mangelndem selbstwert liegen...
oder auch wenn man sich über beliegte personen aufregt, berühmte, etc...
hoffe ihr versteht was ich damit meine ...
und es gibt halt welche die sich über dinge aufregen, die anderen ursprungs sind.
gibt es vieleicht jemand in deiner familie der sich immer über alles aufregt, vater vlcht? so kann es auch daran liegen, wenn man mit einem vater aufgewachsen ist der sich immer über alles aufregt, dann kann das abfärben.
es kann aber auch sein, das du dich darüber aufregst, da du eine gute erziehung genossen hast und immer pünktlich kommst und auch weißt wie sich zu verhalten ist... es deshalb auch von den andern erwartest!
was denkst du denn woran es noch so liegen könnte?
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Oh quam sancta, quam amoena
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15.06.2007, 17:44
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#5 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 03.12.2006
Beiträge: 38
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Ich denke, es liegt in erster Linie an meiner Erziehung. Ich bin es immer gewöhnt gewesen, dass alles perfekt läuft, keinerlei Steine im Weg liegen usw.
Meine Mutter hat sich immer liebevoll um mich gekümmert und sehr bemüht, dass ich es immer gut habe. Das Wort "Konflikt" war für mich fast ein Fremdwort, wenn ich es nicht mal im Lexikon nachgeschlagen hätte
Seit ich aus der Schule raus bin und in meine Berufsausbildung einstieg begannen die Probleme. Ich wurde mit einer Welt konfrontiert, in der nicht immer alles so läuft wie ich es gewohnt war. Zusätzlich war es für mich eine neue Erfahrung, plötzlich mit anderen Leute in Konkurrenz zu stehen.
Vielleicht liegt hier wirklich der Kern für alle meine Sorgen und Probleme, die ich hier schon in verschiedenen Rubriken losgelassen habe. Vielleicht rege ich mich deswegen über alles und jeden auf. Früher in der Schule oder in der Clique war das genau so, aber eben auch irgendwie anders. Vielleicht, weil man da noch nicht so mit dem Ernst des Lebens konfrontiert war oder sich diesem noch nicht so bewusst war !?
Ich war es immer gewohnt mich lieb und freundlich zu verhalten, da ich es auch von zu Hause aus so kannte. Vielleicht greifen mich deswegen immer so viele Leute an, weil ich mich einfach nicht wehren kann und wenn ich es doch tue, dann habe ich ein schlechtes Gewissen.
Mir kommt langsam der Verdacht auf, dass ich nicht falsch erzogen wurde, sondern einfach nur zu gut !
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15.06.2007, 19:14
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#6 (permalink)
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Roman Verfasser
Registriert seit: 16.01.2007
Ort: ✮
Beiträge: 1.140
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Zitat:
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Zum Beispiel ärgere ich mich sehr über das Verhalten anderer Leute, ich hatte heute wieder so 2 typische Begegnungen: Im Supermarkt drängelte sich einfach dreist eine alte Frau vor, als ob das eine Selbstverständlichkeit wäre, dass man ältere Personen diesen Vorzug gewähren würde. Ich sprach sie deshalb an und bekam nur eine patzige Antwort. An der Tankstelle nahm mir doch glatt einer die Vorfahrt und zeigte mir daraufhin noch den Vogel.
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Hallo Trina,
Dein oben beschriebenes Beispiel kenne ich u.a. auch. Man ärgert sich einfach über die Unverschämtheit und Dreistigkeit unserer Mitmenschen.
Ich hab mich auch oft über solche Dinge geärgert, habe die betreffende Person, so wie Du, in ihre Schranken gewiesen.
Und genau das finde ich wichtig und das hat mir geholfen, solche Begegnungen leichter und schneller abzuhaken.
Zitat:
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Auch in meinem Freundeskreis muss ich manch beschissenes Verhalten ansehen, da kommt einer zu spät und hält es nicht für nötig, sich zu entschuldigen. Oder in meiner Berufsausbildung, ständig dieses ätzende Verhalten der Arbeitskollegen, den man den kleinen Finger reicht und sie gleich nach der ganzen Hand schnappen.
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Auch das kenne ich, wenn jemand auch dem Freundeskreis zu spät kommt, ich hasse das total. Auch hier mache ich dann meinem Ärger immer Luft, und fresse nichts in mich rein. Ich glaube nur dann kriegt man solche Szenen schneller aus dem Kopf und muss nicht lange noch drüber grübeln.
Aber manchmal, wenn ich z.B. einen heftigen Streit mit jemand hatte,dann ist es vielleicht auch irgendwo normal das einem sowas noch einige Zeit durch den Kopf geht. Auch wenn man seine Meinung klar gesagt hat.
Ich denke fast jeder Mensch wünscht sich Harmonie im Leben, was aber leider nicht immer so umzusetzen ist.
Auf jeden Fall siehst Du, das Du mit Deinem Problem nicht alleine bist
Liebe Grüsse
Corelli
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Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
Es ist Unglück, sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
Es ist aussichtslos,sagt die Einsicht
Es ist lächerlich, sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung
Es ist was es ist, sagt die Liebe
Erich Fried
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13.11.2007, 04:41
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#7 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 13.11.2007
Beiträge: 3
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kommt mir so bekannt vor...
Hallo!
Herrje, ich kenn das nur zu gut. Mitunter ist diese Wut einer der Gründe warum ich nach einem Forum wie diesem hier gegoogelt habe.
Ich bin der Ansicht, dass es sicher auch mit den eigenen Vorstellungen von Moral, Ethik oder auch Höflichkeit zu tun hat. So wie ich mich verhalte, so erwarte ich das auch von anderen. Ich drängle mich im Supermarkt nicht vor, also haben das auch andere zu unterlassen etc.
ABER: das Problem ist, dass wir andere Menschen nicht ändern können auch wenn wir uns aufregen wie ein wild gewordener Stier.
Also wo ist nun der richtige Weg?
Bsp: Vor Kurzem habe ich in meinem Bekanntenkreis mitbekommen, wie ein junger Bursche von Frauen im Allgemeinen als ... (unschöner Ausdruck für weibliche Geschlechtsteile, der im Forum wohl nicht erlaubt ist ^^) gesprochen hat. Ich selbst bin eine emanzipierte junge Frau, und Diskriminierung jeglicher Art treibt mich zur Weißglut. Sollte ich da also einfach die Klappe halten? NIEMALS, das akzeptiere ich nicht. Also reg ich mich halt auf und stosse natürlich nicht auf Gehör, werd nur wiedermal als Zicke abgetan. Und im Endeffekt ärgere ich mich noch heute darüber. Und ich denke genau da liegt der Fehler.
Sich ewig lang weiter ärgern kann nicht der richtige Weg sein. Luft machen schön und gut, aber was wenn sich einfach kein Schlußpunkt setzen lässt?
Der Grund dafür liegt sicher auch beim eigenen Selbstwertgefühl. Der andere macht Mist (oder in manchen Punkten sieht man sich halt einfach zu unrecht angegriffen etc.), man regt sich darüber auf, fühlt sich nicht verstanden, nicht ernst genommen.... aber das liegt doch irgendwie auch am Selbstwertgefühl, wenn man sich da bedroht oder nicht ernst genommen fühlt etc. Vielleicht wäre es mal ein guter Anfang, wenn man einfach mal versucht, es aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Wenn man auf den anderen losgeht wird der sich nie überzeugen lassen, im Unrecht zu sein. Erstmal Abstand wahren, unhörbar vor ich hin schimpfen und wenn man sich ein wenig beruhigt hat rational das Thema wieder ansprechen. Und vielleicht muss man manchmal auch wirklich einsehen, dass die Welt nunmal nicht immer fair zu einem ist und dass andere Menschen sind, wie sie sind auch wenn sie nicht höflich und nett sind. Letzteres wird mir persönlich wohl am Schwersten fallen, bin nunmal so eine kleine Weltverbessererin. Und wenn´s um Diskriminierung geht werd ich auch weiterhin nicht den Mund halten, aber vlt versuche ich´s mal mit ruhiger Argumentation, anstatt mich "nur aufzuregen". ^^
Bevor ich hier im Forum gelandet bin hab ich noch ein nettes Zitat von Buddha gefunden:
An seinem Ärger festzuhalten ist genauso wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen um sie nach jemandem zu werfen; Du bist derjenige, der sich verbrennt.
Genug von mir, der Aufsatz war glaub ich lang genug. Sollte ich irgendwelche Fortschritte machen lasse ich es euch wissen. Wäre natürlich schön, wenn auch ihr posten würdet, welche Lösung ihr für euch gefunden habt.
LG Nicole
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13.11.2007, 08:29
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#8 (permalink)
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Gast
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hallo Nicole,
ja, das was Du beschreibst, kenne ich auch gut. Gerade diese Zunahme an sexistischen Beleidigungen finde ich ganz furchtbar. Vor allem weil den jungen da anscheinend jedes Bewusstsein dafür fehlt, was da eigentlich alles gesagt wird und wie abwertend das ist.
Ich bin generell bei Unhöflichkeiten dazu übergegangen, den Leuten Grenzen zu setzen. Dabei geht es mir nicht darum, sie verändern zu wollen, noch will ich ihnen absprechen, dass sie Grund dazu haben, frustiert zu sein: aber da ich nicht der Grund bin, lasse ich diese Frechheiten nicht in meinen inneren Kreis. Ich stelle mir das wirklich so vor, dass ein Kreis um mich herum ist. Beleidigungen und Unhöflichkeiten sind eine Grenzüberschreitung. Und ich achte mehr auf meine bildliche Grenze, als auf die Motivation des anderen Menschen, wenn ich reagiere. Mit dessen Motivation setze ich mich frühestens auseinander, wenn der auf der Seite dieser persönlichen Grenze steht, wo er hingehört.
Es ist nämlich auch so: gerade diese sexistischen Entgleisungen machen ja deutlich, dass viele Leute anscheinend nur noch den IQ eines Tiefseeschwamms besitzen. Es ist bei Dummheit völlige Zeitvergeudung, sich mit so jemandem ernsthaft auseinanderzusetzen. Das Problem ist nicht, DASS ich Grenzen setze, sondern WIE ich sie setze. Bei so nem kleinen "Checker" muss ich einen Ton anschlagen, den er versteht. Das mag deren Hass und Verachtung noch mehr anstacheln, aber da es sowieso kein Gegenmittel gibt, jedenfalls nicht für mich in einer solchen Situation, ist mir die Einhaltung meiner Grenze wichtiger.
Ich habe mich lang gegen diese Taktik gewährt, dass ich jetzt auch egoistischer werde. Aber wie gesagt - die Dummheit und die Dumpfheit hat so zugenommen, daß ich mir nur noch bei wenigen Menschen Mühe gebe. Bei denen versuche ich dann aber bewusst, ihnen den Tag mit einem Lächeln zu versüssen  . Leider mache ich die Erfahrung, dass immer seltener Lächeln zurückkommen. Das ist es, was mir persönlich angst macht. Wie kaputt sind wir hier schon in diesem Land?
Ich finde, man bekommt schon mit der Zeit ein Gespür dafür, ob jemand nur in seinem momentanen Tran unfreundlich ist, und schnell wieder zu sich kommt,wenn man ihm ne freundliche, aber bestimmte Grenze setzt, oder ob der aus seinem grundsätzlichen Lebensgefühl so handelt und das selber gar nicht mehr merkt. Da fühle ich mich nicht mehr für zuständig, das z.B. im Supermarkt ändern zu müssen.
Mein aktueller Spruch bei Dumpfbacken, die sich überall abparken und alles blockieren und völlig ignorant sind: " oh, ganz alleine auf der Welt" und wegschieben.
Ich war früher so, dass ich jeden als Mensch gesehen habe und in jedem einen guten Kern oder irgend was schönes im Wesen. Das habe ich geändert. Ich schaue nicht mehr hin. Es ist mir zu viel, weil die viel zu weit weg sind von diesem eigenen inneren Potenzial. Es interessiert mich heute nicht mehr. Ich bin jemand der sehr gerne gibt und eigentlich vom Herz her sehr großzügig ist. Darum unterscheide ich heute mehr. Ich gebe da, wo es mich nicht ausbrennt, weil es angenommen wird.
Was mich bei dieser zunehmenden Unfreundlichkeit wundert ist folgendes: Fast jeder beschwert sich drüber und leidet drunter, und trotzdem wird es immer schlimmer. Im Alltag merke ich, dass es ganz wenige sind, die anscheinend auch bewusster darauf achten und entsprechend flexibler in den jeweiligen Situationen reagieren. Aber trotzdem verschärft sich das allgemeine Klima. Ich weiss nicht, was am Ende einer solchen Entwicklung stehen könnte. Irgendwann schwingt das Pendel wieder um, das ist klar, das Leben ist so. Wollen wir mal nicht hoffen, dass es erst nach einer Dezimierung der Population umschwingen kann.. 
LG Gaby
Geändert von Gast784 (13.11.2007 um 08:34 Uhr)
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