Es gibt eine Marotte, die nicht nur ich in den letzten Jahren immer mal wieder erdulden musste, und die zu akzeptieren ich niemals einsehen werde:
Partnerschaften werden dieser Tage gerne unvermittelt, mitunter gar per SMS oder E-Mail oder via Online-Communities beendet. Der Verlassene bekommt dann auf die Frage nach dem "Warum" gerne die Auskunft, dass er das gar nicht verstehen müsse; das sei Angelegenheit des Verlassenden oder aber: Er erntet auf seine Nachfragen schlichtes Schweigen. Man wird "entsorgt".
Nun ist es sicher legitim, eine Beziehung zu beenden, wenn man sich in dieser nicht mehr wohlfühlt. Wenn man nicht mehr liebt, ist das sicher nicht schön, aber nun mal nicht zu ändern, und dann darf man selbstredend auch gehen. Aber darf man den Verlassenen einfach so ohne jede Begründung stehen lassen oder gar ignorieren ? Hat so etwas noch mit Respekt zu tun, oder ist es einfach zu bequem geworden, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen; sich nicht erklären zu müssen ? Unbegreiflicher gerade dann, wenn kurz zuvor noch die angenehme Seite der Beziehung beschworen wurde, und negative Vorfälle nicht stattgefunden haben ?
Gleichzeitig wird zunehmend das Phänomen des "Stalkings" beklagt. Auch hier müssen wir nicht diskutieren. Es ist nicht legitim, die Privatsphäre eines anderen Menschen zu belagern. Aber könnte es nicht sein, das der hilflos Zurückgelassene eher zu hysterisch anmutenden Reaktionen neigt, je brutaler und respektloser man ihn fallen ließ ? Könnte es einen Zusammenhang zwischen diesen kritisch zu betrachtenden Verhaltensweisen geben ? By the way: Offenbar muss man mit Anzeige heutzutage schon rechnen, wenn man es nur wagt, mehr als drei SMS mit quälenden Fragen zu versenden. Wir brauchen da noch nicht reden von Auflauern oder nächtlichen Anrufen etc., was natürlich nicht statthaft wäre.


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