Guten Tag, ich hoffe niemand stört sich daran wenn ich meinen richtigen Namen nicht nenne, aber es fällt mir schon schwer genug überhaupt auf irgend eine Art und Weise nach "Hilfe" oder auch einem Rat zu fragen.
Kurz zu mir, ich bin 21, männlich, habe eine Ausbildung absolviert und bilde mich gerade fort.
Seit ca einem Jahr kommt es immer öfter vor, dass ich sehr unangenehme Ängste verspüre. Es ist so die Art von Angst die, von der Seite der "Vernunft" betrachtet, eigentlich unbegründet ist. So vom Bauchgefühl ist es aber sehr belastend für mich und ich bin mir nicht sicher ob es für mich vielleicht an der Zeit ist professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Kurz zu Situationen in denen diese Angst auftritt, oder auftrat:
Ich hatte bis vor kurzem einen sehr unangenehmen Mitbewohner in der Wohngemeinschaft in der ich Lebe. Die Art von Mensch die meint, alles müsse nach ihren Vorstellungen funktionieren, andererweise zollt man ihnen nicht genügend "Respekt". Zuerst habe ich versucht mich mit ihm auseinander zu setzen, ich finde es gerade in einer Wohngemeinschaft wichtig, zu reden und auf einer sachlichen Ebene zu bleiben wenn es um Meinungsverschiedenheiten geht. Irgendwann wurde ihm wohl meine "Aufmüpfigkeit", oder auch "Respektlosigkeit" oder wie immer er es nennen möchte so was von zuviel, dass er einfach nur noch mit körperlicher Gewalt gedroht hat. Die Konflikte haben mir mein Zuhause für die Zeit wirklich zur persönlichen Hölle gemacht. Ich kann mit sowas nicht umgehen.
Ich habe angefangen mein Zimmer nicht zu verlassen wenn er im Haus war ( das war er zum Glück selten ), sogar zur Toilette habe ich mich nicht getraut.
Immer unangenehmer wurden für mich mit der Zeit auch jede mögliche Art von Menschenmassen, es kam nur noch selten vor, dass ich mich
irgendwo hinbegeben habe wo mehr als 6 oder 7 mir bekannte Leute anwesend waren.
Jetzt hat besagter Mitbewohner immer noch einen Schlüssel für die Wohnung und will ihn nicht rausrücken, er hat auch noch ein paar sachen hier stehen. Heute war er da, und ich habe mich mal wieder mit Herzrasen und Horrorvisionen von Dingen die er möglicherweise mir, oder meinen Katzen antuen könnte mit den beiden in mein Zimmer eingeschlossen.
Meine amderem Mitbewohner sind übrigens auch der Meinung, dass er ein absolut schrecklicher Mensch ist. Nur reagieren die anderen nicht so auf ihn, und wissen auch nicht wie tief meine Angst ist.
Mittlerweile treten die Ängste immer mal wieder, ausgelöst von kleinen Konflikten mit mir selber oder anderen Menschen auf. Schrecklich ist es für mich zum Beispiel in der Bildungseinrichtung die ich besuche, mal etwas nicht auf anhieb zu verstehen. Dann packt es mich gleich wieder. Es sind alltägliche Dinge die mir manchmal die Vernunft rauben. Ich kann oft gut damit umgehen und bin an und für sich auch nicht gerade ohne Selbstvertrauen in irgend einer Form. Darum verstehe ich nicht warum mich dieses Gefühl so packt.
Ich meine, mir fallen 1000 Möglichkeiten ein diese Konflikte in den Griff zu bekommen, sie sind ja an und für sich auch wirklich nicht all zu schwerwiegend.
Aber ich bekomms einfach nicht hin, und wenn, dann nur durch lange lange Zeit der Planung und Vorbereitung. Weil mich das Gefühl so lähmt.
Ich habe diese Dinge nie jemandem so gestanden, nicht einmal meinen besten Freunden. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Ich denke immer Dinge wie:" Junge, du stellst dich an, das is doch alles garnicht so Wild, reg dich ab, komm runter.."
Aber es geht einfach nicht.
Was denkt ihr?
Viele liebe Grüße,
Stable


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