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Thema: Unbeschreiblich

  1. #1
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    Standard Unbeschreiblich

    Wie soll ich dies betiteln. Trauer trifft als Thema auch nur teilweise.

    Ich beendete nach 8 Jahren eine Beziehung. Ich ziehe weg, wir verlieren zum großteil Kontakt zueinander. Dann, ein Jahr später, ruft sie mich an und sagt mir das sie bei unserem letzem Sex schwanger geworden war. Trotz Verhütungsmittel. Sie wollte das Kind nicht benützen um mich dazu zu bringen wieder zurück zu kommen, in ihrer Güte und Selbstlosigkeit. Jetzt aber, wo sie gestorben ist, sollte ich bescheid wissen das es sie gegeben hatte. So und so war ihr Name, sie war ein wunderschönes Mädchen, ihre Asche wurde am Stand verstreut.

    Das war ein rießiger Moment in meinem Leben. Sie ist älter als ich. Ich war 18 als wir uns trafen und sie war 38. Einer der Gründe das ich die Beziehung beendet hatte war das ich Kinder wollte. Eine eigene Familie, und so ging ich.

    In einer Sekunde empfinde ich diesen rießigen Sog an konditionsloser Liebe für jemanden die "von mir" ist, was für mich schon alleine für sich ein rießiges Ereigniss wäre. Ich war mir nie sicher wie das funktionieren würde wenn ich denn dann einmal ein Kind haben sollte. Wie würde ich eine emotionale Bindung zu einem Kind aufbauen. Wie ein Lichtschalter, ganz plötlich war da diese Verbindung da, ganz stark, und dann "sie ist gestorben", Verlust.

    Die Depression folgte, aber ich arbeitete mich durch sie durch. Ich zerbrach daran, was ein Segen war, und baute mich wieder auf. Es dauete Monate bis ich zerbrach und ich endlich das Trauern einfach zulassen konnte, den Schmerz rauskotzen konnte. Es war, für mich, eine formende Erfahrung.

    Und jetzt finde ich herraus das es nie ein Baby gab und das ganze nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit war. Ich habe jetzt Trigger an denen ich gerarbeitet hatte damit ich mental einen Platz der Aktzeptanz finden konnte mit dem von dem ich DACHTE das passiert war. Ich erreichte einen guten Ort. Ich fühlte mich gut, wohl in meiner Haut, und dann begann ich Dinge zu bemerken. Ich machte ein paar Anrufe.

    Ich habe keine Konkreten Beweise. Aber ihre Tochter, ihr Sohn, beide wussten nichts von Familienzuwachs. Sie bat niemanden um Hilfe während ihre neugeborene Tochter starb? Es gibt keine Photos, kein Ultraschall, es gibt keine Momentos, es gibt kein Grab. Es gibt niemanden der nicht erst im Nachhinein davon Erfahren hat. Niemand der mit ihr Kontakt hatte in den Monaten nach der Geburt. Sie kann mir keine Details darüber geben warum sie starb. Was genau war mit ihrem Herz nicht in Ordnung? Konnte man es vor der Geburt nicht feststellen? Gab es irgendwelche Optionen, haben die Ärtzte irgendwas versucht?

    Es ist "zu schmerzhaft daran zu denken".

    Die Frage nach Konkreten Beweisen nach der Existenz führte zu einem Streit in dem das Wort Vertrauen oft vorkam und jetzt ist der Kontakt tot.

    Selbstlose, immer leidende, immer Schmerz habende, tapfere, bewunderswerte Frau, wer könnte jeh schlechtes von dir denken. Du armes, armes Wesen. Immer das Opfer. Die Welt, so unfair.

    Ich bin mir absolut sicher das du nie ein Kind hattest

    8 Jahre lang war ich mit ihr zussammen, aber ich brauchte Distanz bevor mir klarwurde wie ich da manipuliert wurde. In 8 Jahren gab es nie einen Tag an dem sie nicht leidete. In 8 Jahren gab es keinen einziges Argument das jeh zu ihr durchdrang wenn ich sie anflehte etwas konkretes zu Unternehmen um mit ihren Schmerzen fertig zu werden.

    Ich zweifelte Ernsthaft irgendwann an meinem eigenem Gedächnisvermögen da die Vergangenheit und was gesagt wurde immer wieder neu geschrieben wurden.

    "Dieser Apfel ist grün."
    "Du sagst also das dieser Apfel grün ist?"
    "Nein, er ist blau. Du hast irgend einen Erinnerungsschaden. Das muss daran liegen das du früher gekifft hast."

    Irgendwann beginnt man das zu glauben.

    Resignation, Frustration, Isolation, Schuld, ausglaugt sein, überwältigt sein, es war eine Alptraumbeziehung, was mir erst klar wurde als ich aus ihr raus war und den absoluten Kontrast einer guten Beziehung erlebte. Gott sei Dank dafür.

    Ich kann mir eingestehen das ich manipuliert wurde. Ich kann mir eingestehen das ich Benutzt wurde, und ich kann meinen eigenen Anteil von Schuld daran erkennen. Mein fehlgeleitetes Bedürfnis anderen Menschen auf meinen Kosten zu helfen. Daran kann ich arbeiten, und damit komme ich klar. Ich komme mit der Scham klar.

    Womit ich nicht klar komme ist, ich habe all diese Gefühle jetzt in die ich so viel Zeit und Mühe investiert habe, Trauer und Verlust durch den ich mich durchgearbeitet habe, der auf eine Person bezogen ist die es überhaupt nie gab. Ich wünschte die Gefühle, dieses Emotionale Konstrukt, würde sich jetzt einfach auflößen, aber das tun es nicht. Ich komme mir vor als hätte man mir einen Imaginären Freund injeziert. Was soll ich jetzt bitte damit anfangen?

    Edit:

    Ok, ich merke das die Achterbahnfahrt jetzt so langsam ins rollen kommt. Der Gefühlsdamm fing an zu bröckeln als ich mich daran erinnerte das meine 2 Vorgänger, ihre Ehemänner, beide Selbstmord begangen hatten.

    Das wird wieder ein rießen Ding werden. Mensch. Ich hab so keine Lust sowas nochmal durchzumachen. Depression ist überwältigt zu sein, und dies hier, habe ich das Gefühl, wird mich von innen heraus überwältigen.
    Geändert von Judicator (26.03.2011 um 23:09 Uhr)

  2. #2
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    Hi Judicator,

    hört sich für mich an, als hättest du dich auch daran gewöhnt Dramas zu leben. Was ist denn im Moment wirklich Real. Deine Gedanken sind nur "Luft", Einbildung, sie beschäftigen sich mit etwas, was vorbei ist,- mit der Vergangenheit.

    Auch das du in diesen Schmerz gefallen bist,- obwohl du überhaupt keinen Kontakt zu diesem Kind gehabt hattest, wer hat das verursacht...- doch nur dein Verstand, oder? Und das Ego, daß gemeint hat es müßt jetzt den Nachwuchs (Fortbestand der eigenen Gene) betrauern. Ein Gedanke, der gemeint hat, es sei notwendig Schmerz in dieser Situation zu empfinden. Finde diese Geschichte echt interessant. Zeigt es mir doch, wie der Verstand unsere Gefühle kontrolliert.

    Wenn du das Kind verloren hättest, daß du aufwachsen hast sehen, wäre die Trauer für mich nachvollziehbar.

    Und jetzt ziehst du dir das nächste Drama rein... Wie ist denn deine jetzige, reale Situation? Ist deine Katze gestorben? Hast du eine unheilbare Krankheit? Das wäre für mich real, und Trauer verständlich.

    Das du von dieser Frau so übelst verarscht wurdest, echt heftig. Doch du hättest ja auch gelassener mit dieser Information umgehen können. Jetzt im Nachhinein siehst du ja, wie unnötig es war sich da reinzusteigern. Ich finde das eine sehr gute Lehre um sich bewußt zu machen, wer da wen manipuliert. Denn du hast die Wahl, wie du mit Dingen umgehst, wie du darüber denkst. Es scheint mir als hättest du diese Wahl abgegeben, an andere... z.b. an diese Frau und auch an deinen Verstand. Dabei hat das, was sie gesagt hat, dein Leben in keinster Weise real beeinträchtigt...

    Das ganze erinnert mich auch an einen Film. Dort wurde einem Hypochonder eine tödliche Krankheit diagnostiziert und ihm gesagt, er habe noch 3 Monate zu leben. Aufeinmal war er von der Hypochondria geheilt und fing an sein Leben zu genießen, ohne Ängste zu leben. Dann stellte sich heraus die Ergebnisse wurden vertauscht und er sei kerngesund. Daraufhin wurde er wieder hypochondrisch...

    Wenn unsere Gedanken die Realität erschaffen... dann können wir den Horror, das Drama, den Irrsinn hautnah erleben. Alles Illusionen oder? Was ist denn Wirklichkeit?

    Vielleicht kannst du was mit diesen Gedanken anfangen...

    Grüße
    monkey

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei monkey für den sinnvollen Beitrag:


  4. #3
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    Und ich bin wieder da.

    Nein. Absolut nichts konnte ich damit anfangen.

    Das ist eine nette Philosophie, aber extrem Abstrakt und nicht wirklich Hilfreich. Besonderst wie Menschen wie mich selbst, die von Intuition und Gefühlen getrieben werden (INFJ), die kein Emotionales Schutzschild haben um Worte abzuwehren, die im Kern verletzt werden können... war diese 10 Jahre andauernde "Beziehung" ein Jahre andauernder Krieg und Folter. Für Menschen wie mich, in dem Zustand in dem ich damals war, war dein Rat eine Schuldzuweisung. Mein Leid ist meine eigene Schuld, ich hab das selbst zu verzetteln.

    Nein. Ich war so jung, so unerfahren, ich hatte überhaupt keine Chance mich vor einer so viel mehr erfahreren Frau zu schützen, die von Anfang an im Sinn hatte, unbewusst zwar, krankheits bedingts, zwar, mich von ihr abhängig zu machen, kaputt zu machen, damit ich niemals wieder gehen kann. So in etwa.

    Ich leide jetzt unter PTSD, arbeite hart daran die Verhaltensmuster die ich damals in der Beziehung zu meinem Selbstschutz angenommen hatte wieder loszuwerden.

    Ein Problem in der Beziehung? Laut meiner Erfahrung "GIBT ES KEINE LÖSUNG!". Und mit einer Boarderline Persönlichkeit gibt es die auch nicht. Das ist eine so starke emotionale Reaktion, auf so vielen Jahren Erfahrung aufgebaut... das ich automatisch in dieses Muster springe selbst wenn ich es jetzt mit anderen Menschen zu tun habe die nicht krank sind.

    Wie kann ich für ein Kind fühlen das ich nie gesehen habe. Nun. Deutsch ist meine Zweitsprache. Lassen sie es mich in meiner Erstsprache wiedergeben. Übersezten werde ich dies hier nicht. Und wer kein Englisch kann, verpasst auch nichts.

    Damals wusste ich noch nicht was ich jetzt weiss. Damals wusste ich noch nicht das sie gelogen hatte.

    I never got to speak to you...

    You can imagine your mother was devastated at the time, and I still thought it was because I had left her. I didn't know any better.

    I still love her, you know, your mom. We were masters of the now, keepers of the past, but we never had a future. I left her because I needed that. I needed a future. I wanted to build a family. I loved her very much, but the child I wanted I loved more than I did her, and so I broke her heart.

    And then, at her age years old, despite birth control, the very last time we had sex she got pregnant. Your mother is so proud. She is so strong. And she is so selfless. She wanted me to have what she thought she had stolen from me. Because your mom is also an idiot. She thought she stole my youth. Took something that she had no right to, and that letting me go was the right thing to do.

    Especially after I told her I met someone.

    She never told me about you. All those months we kept in contact I saw her fall apart, and I thought it was because she couldn't get over me. And then it got scary. And painful. Being friends was turning out much harder than I thought it would.

    You know what. The memory of when I found out about you is so clear. It is the clearest memory I have. Clearer than the present. But I have no idea anymore what led up to it. Why she decided to tell me.
    I just remembered that she did.

    There is something you have to know about me. Fatherhood was always something I was afraid of. Not because of the responsibility. That part is easy. It was because somewhere I was afraid I would be like my father. I am like him in so many ways, you know. The tightest bond we ever managed to form was when we carried your grandmothers sowing machine up 4 flights of stairs. That thing is a table of massive wood and ornate jutting steel. Every step was painful pinch of metal trying to find a way to dig itself into our bodies, and we cursed like sailors all the way upstairs. And I realized we were cursing the same curses, with the same intensity. God Damn it! GOD FUCKING DAMN IT! FUCKING PIECE OF SHIT!

    I felt close to him and smiled. That was our playing catch moment.

    Maybe that's a fear many fathers yet to be have. That they will see their child and then not love it like they think they should. That they won't be able to be the father that they wished they had, or the father they hope to be. I don't know. I only know I had that fear.

    And then she told me about you.

    And in that one instant, like a lightning strike, I fell in love with you, unconditionally. I didn't know your name. I didn't know anything about you other than that you existed. I didn't even know you were a girl then. I wasn't scared at all. I wasn't angry at your mother.

    I was a father. Your existence, it was the happiest news of my life.

    I wish so much that the story would end there, or take a different turn. You don't know how much I do. But then she told me you had died. That you weren't meant for this world.

    And then she told me that she had you cremated, and scattered your ashes somewhere beautiful.

    And she told me your name.

    I don't have any words for what that did to me.

    Maybe it's because I never held you that I cannot let you go.

    I thought I had. I really did. I was doing so much better.

    Now you come to me in dreams in which I never see you. And you tell me things I never hear, but know, and don't understand.

    I don't sleep much anymore. Or well. I feel so weak. My soul feels weak.

    There is this mountain of pain and it makes me feel so very small. How can anyone climb all the way up that and then get to the other side?

    I want to ask you to please go away. And then I realize that I don't. I can't send you away.

    I love you Isis, and if this pain is all that I have of you, I want to embrace it, and never ever let it go, even if it kills me.
    Für einen empathen wie mich selbst, der das Leiden Anderer teilt, ist eine Beziehung mit einem Menschen der Leid vortäuscht, das Opfer spielt, ein Mensch der selbstwert Gefühl untergräbt, der einem für allem die Schuld gibt, ein Mensch der seinen Partner in die Isolation zwingt durch geschicktes Lügen... nur, für einen Menschen wie mich war das langsamer Selbstmord.

    Erst jetzt, so langsam, finde ich mich wieder. Ich kann ... so viele Aufgaben vor mir sehen. Sooo vieles an dem ich jetzt arbeiten muss. Ich bin 10 Jahre lang in der Hölle gewesen ohne es zu wissen. Ich bin in der Hölle erwachsen geworden. So viele meiner Verhalten die ich habe, so viele Gefühle die ich habe, gehen zurück auf Erfahrungen die nicht JETZT passieren, sondern damals passiert sind.

    Was mir damals geholfen hätte wären ein paar kleine Worte:

    Es ist nicht deine Schuld.

    Food for thought.

  5. #4
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    Hallo,

    passt ja, bin auch mal wieder seit langem hier. Auch wieder gelesen, was ich vor über 3 Monaten geschrieben habe... jo, kommt schon etwas krass rüber, wollte damit aber etwas anderes ausdrücken. Deine Reaktion darauf passt aber im Moment, geht es dabei doch um Schuld. Und darüber hab ich grad gestern erneut etwas gelesen und erkannt wie ich mich in letzter Zeit selbst als Opfer sehe... von allem möglichen. Und von diesem Standpunkt aus kann das meiste nur verletzend ankommen. Könnte das bei dir auch so sein?

    Zu lange war ich mit kranken, abhängigen Menschen zusammen, daß sich auch meine Gedanken an diese Tragödien gewöhnt haben. Es muß also immer eine Tragödie da sein, damit mein Hirn beschließt `Ja, gewohnter Zustand wieder hergestellt.` Könnte so sein, oder?

    Also wer beurteilt da die momentane Situation? Wirklich ich? Habe schon irgendwie das Gefühl, daß mein Verstand manchmal gegen mich arbeitet. Am besten hilft mir da beschäftigt zu sein, bzw. die aktuelle Situation und Gegebenheiten zu beachten. Und dieses Kreisen über Vergangenes meistens zu lassen oder zumindestens nicht zu dramatisieren und mich wieder einmal als Opfer da stehen zu sehen.

    Ich will mich jetzt nicht in einen Kasten einsperren, wenn ich sage, ich sei sensibel, schüchtern oder ängstlich. Vor allem weil das Eigenschaften sind, die mir mein Leben unnötig erschweren würden. Doch ich kann es auch sagen, eben weil ich verletzendes erlebt und gesagt bekommen habe. Und ich will mir mein Leben nicht wegen anderer Menschen weiterhin versauen. Mag ein kranker Mensch doch sagen und tun was er will, ich darf erkennen, daß er es nicht anders kann und es nicht wieder auf mein Opfer-Konto verbuchen.

    Was ist, wenn wir gar keinen Schaden aus solchen Erlebnissen tragen? Einem Tier kann man nicht erklären, daß es jetzt nicht mehr gequält wird, aber wir haben doch einen Verstand um das zu erkennen. Warum erkennen wir nicht, das die qualvollen Zeiten nun vorbei sind? Immer wieder wird durchgekaut, was uns schreckliches passiert ist, wie gemein andere zu uns waren usw. Wir sind jetzt keine Opfer mehr und müssen auch keine mehr sein.

    War ne gute Anregung von dir. Kann jetzt nur zeitbedingt nicht weiter "philosophieren"

    Grüße
    monkey

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