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Thema: Und noch eine Neue....

  1. #1
    Neuling
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    Standard Und noch eine Neue....

    Hallo!

    Mein Name ist Sabrina, ich bin 22 Jahre alt, mache derzeit eine Ausbildung zur Bürokauffrau (Ab 01.08. 3.Lehrjahr).
    Nach der Ausbildung möchte ich im IT-Berreich studieren, da Computer eines meiner Spezialgebiete sind und es für mich ein Traum wäre, in diesem Bereich zu arbeiten.
    Ansonsten habe ich als weiteres Hobby die Fotografie.

    Auf dieses Forum bin ich durch Tante Google gekommen.
    Da habe ich gezielt nach einem Forum für Psychologie geschaut, weil ich mich für dieses Thema interessiere und gerne da mit anderen Menschen Meinungen austauschen will.

    "Unbefleckt" bin ich in Sachen psychologische Probleme auch nicht, leiden tue ich unter Angststörungen,und bin manisch-depressiv.
    Das tue ich wohl schon seit meiner frühen Jugend, aber ich wollte es nicht einsehen bis es letztlich dieses Jahr besonders schlimm wurde.
    In meiner Familie gibt es sehr viele Personen mit psychischen Problemen, dass scheint wohl leider teilweise auch in unseren Genen zu liegen, zumindest die Neigung.
    Von klein auf habe ich mitbekommen, wie meine Mutter unter Angststörungen litt und leidet und depressiv war und ist.
    Sie hat es versucht, vor uns Kindern zu verbergen, aber ich merkte totzdem, dass etwas nicht stimmte.
    Es war sogar einmal so schlimm mit ihr, dass man da alles befürchten musste.
    Da war ich ca. 7 Jahre alt.
    Dann war mein ältester Bruder auch erkrankt, er wurde stark gemobbt von anderen in der Schule früher, verprügelt, wurde depressiv, und war trotz Hilfen so verzweifelt, dass er sich letztlich im Jahre 2007 das Leben nahm mit 30 Jahren.

    Auch mein Vater war und ist von einer Depression betroffen.
    In den vergangenen 4 Jahren habe ich nebst meinem Bruder noch einige andere Personen an den Tod verloren, woran ich immer noch zu knabbern habe.
    2009 war bis jetzt das erste Jahr seit 4 Jahren, in welchem ich noch keine Person an den Tod verloren habe.
    Dann wurde ich von der Grundschule an auch gemobbt, da ich ein weinig schüchterner war als alle anderen,nicht so selbstbewusst war und wir in einem "Dorf"teil von meinem Geburtsort (eine mittlere Großstadt) lebten
    wo kinderreiche Familien, die Sozialhilfe brauchten (Mein Vater war ständig arbeiten, aber er verdiente zu wenig) grundsätzlich unten durch waren, und wo die Kinder von ihren Eltern diese negative Meinung direkt mit eingepflanzt bekommen haben.

    Aus dieser Negativerfahrung habe ich ein starkes Misstrauen gegenüber anderen Menschen entwickelt, wodurch ich auch später noch Probleme hatte, Kontakte zu knüpfen und größtenteils Einzelgängerin war.
    Zudem bin ich eine äußerst perfektionistische, ehrgeizige Person, die sehr hohe Anforderungen an sich selbst hat.

    Bis vor nicht allzu langer Zeit litt ich auch noch an einer Zahnarztphobie.
    Jahrelnag konnte ich mich nicht an den Auslöser eben dieser erinnern, amscheinend habe ich die Erinnerung jahrelang verdrängt.
    Arbeiten an den Zähnen konnten bei mir nur unter Vollnarkose verrichtet werden, anders ging es einfach nicht.
    Als ich mich dann ein wenig näher mit dieser Problematik auseinandersetzte, kam die Erinnerung an das auslösende Ereignis wieder.
    Diese Erinnerung erklärte mir dann auch, warum ich gegen weibliche Ärzte eine Abneigung hatte und immer noch habe.
    Da ich nicht glauben wollte, dass die Erinnerung wahr ist, fragte ich meine Eltern, die mir den Vorfall bestätigten.

    Als kleines Kind (ca. 5 Jahre) musste ich mal an einem Zahn behandelt werden, der mir wohl Schmerzen bereitete.
    Ich lag also in dem Behandlungsstuhl, und war total verängstigt.
    Da schreitete dann die Zahnärztin und eine ihrer Helferinen zur Tat.
    Ich war unruhig, weinte und wollte aus der Praxis verschwinden.

    Da wurden dann beide "Damen" sehr grob, hielten mich fest, ich konnte nicht fliehen und die Zahnärztin began OHNE Betäubung zu bohren.
    Darauf zappelte ich vor Schmerzen, weinte noch mehr und die Frauen wurden noch grober.
    Die Zahnärztin sagte wohl auch noch so was wie "Stell dich doch nicht so an".
    Dieses Trauma ging so lange weiter bis meine Mutter (die nicht genau wusste, wie sie handeln sollte) einschritt und mich wegzerrte.
    Kurz darauf wrde ich dann auch das este Mal unter Vollnarkose operiert.

    Ich bin nun bei einen Zahnarzt, der auf Angstpatienten spezialisiert ist und dadurch hat sich das mit der Phobie stark gebessert.
    Ansonsten leide ich unter einer sehr starken Versagens- und dazu noch Verlustangst.

    Es gab Zeiten, da ging es mir halbwegs gut, doch in diesem Jahr wurde alles wieder schlimmer und ich musste wieder zum Arzt.
    Im Moment geht es mir halbwegs gut, aber das kann sich leider auch schnell ändern bei mir...

    Hoffentlich habe ich euch jetzt nicht mit dieser langen Begrüssung erdrückt...

    MfG, Sabrina

  2. #2
    Painter
    Gast

    Standard

    Herzlich willkommen Sabrina,

    eine beeindruckende Begrüssung, schön das du dabei bist

    Die Problemweitergabe von Eltern auf ihre Kinder ist tragisch, du scheinst aber ja auf dem richtigen Weg zu sein.
    Zu einem Angstzahnarzt gehe ich auch gerade, ist immer nett nicht alllein mit seinen Problemen zu sein.

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Moonshine

    erstmal herzlich willkommen

    So weit verbreitet, wie Zahnarztphobie ist, würd ich sagen, das spricht wohl eher für den pathologischen Geisteszustand der Zahnärzte aus der Vergangenheit (vll auch noch Gegenwart), als für den der Ängstlichen. Die Phobie ist, wenn man Dein Beispiel liest, ja wohl nur eine allzu gesunde Reaktion von unserer Psyche.

    Gut, dass das Problem anscheinend langsam erkannt wird und dagegen gesteurt wird.

    Ansonsten hast Du natürlich unglaublich viel in Deiner Geschichte drin, das weit verbreitet ist: Ängste und psych. Störungen, die man versucht unter den Teppich zu kehren und die gerade dadurch das ganze Familiensystem durchdringen können. Und auch die krankmachende Wirkung, wenn man dauerhaft trotz Arbeit von Wohlstand abgehängt ist und die damit verbundene Chancenungleichheit. Das ist immer noch ein ziemliches Tabuthema, aber das wird sich auch noch ändern, wegen der aktuellen Präsanz.

    Na jedenfalls wünsch ich Dir hier schöne und interessante Kontakte

    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (13.07.2009 um 09:49 Uhr)

  4. #4
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Moonshine!
    Erst mal herzlich willkommen hier.
    Es ist leider so: es gibt eine genetische Komponente und der Rest ist dann noch dazu anerzogen. Gegen die Gehirnchemie ist nicht so leicht anzukommen aber wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, findet man doch viel Werkzeug, welches man verwenden kann
    Viel Erfolg hier-ist doch schonmal gut zu wissen, dass es anderen auch so geht.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  5. #5
    Neuling
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    Danke für die herzliche Begrüssung!

    Zu einem Angstzahnarzt gehe ich auch gerade, ist immer nett nicht alllein mit seinen Problemen zu sein.
    Stimmt, es beruhigt in einem gewissen Maße zu wissen, dass es nicht nur einem selbst so geht.

    Auch da muss ich euch Recht geben:

    Und auch die krankmachende Wirkung, wenn man dauerhaft trotz Arbeit von Wohlstand abgehängt ist und die damit verbundene Chancenungleichheit. Das ist immer noch ein ziemliches Tabuthema, aber das wird sich auch noch ändern, wegen der aktuellen Präsanz.
    Ja, leider ist dies ein Tabuthema.
    Viele Menschen schuften sich kaputt, und können trotzdem nichtmal ihre Familie oder sich selbst ernähren,weil es einfach zu wenig Lohn gibt.
    Es spricht ja keiner davon, dass man jetzt in einer Villa leben will oder jede Woche in den Urlaub fliegen will, aber man sollte durch Arbeit zumindest seine Familie und sich selbst ernähren können und vielleicht ab und an mal eine Kleinigkeit leisten können.

    Es ist eine Katastrophe, dass viele heute selbst mit zwei Jobs nicht über die Runden kommen können mit ihren Familien wegen so manchem Dumpiglohn.
    Besonders ärgert es mich dann, wenn dann einige Leute mit dem Argument kommen, man solle sich nicht so anstellen, in anderen Ländern sei der Lohn noch geringer.

    Ja, ist er, aber in besagten Ländern sind auch die Lebenshaltungskosten nicht so hoch wie in Deutschland, dass darf man dabei nicht vergessen.

    Viel Arbeit, wenig Lohn / Gehalt und keine Annerkennung...
    Es geht vielen heute so, es zermürbt sie und dies ist garantiert ein Grund, warum die psychischen Erkrankungen immer mehr zu nehmen.

    Ich denke, wenn man offener mit diesen Themen umgehen würde, dann würde dies viele Blockaden aufheben und vielen helfen.

    Aber viele schieben negative Seiten des Lebens einfach weg, verdrängen sie, und Menschen, die offen mit solchen Sachen umgehen werden dann verhöhnt.
    Kommt man dann als ehemals Verhöhnender selbst in eine solche Situation, dann muss man erstmal selbst lernen, damit zurecht zu kommen und erkennt dann vielleicht den Fehler, den man mit der Verhöhnung begangen hat.

    Aber vielleicht verbirgt sich unter diesem Gesichtspunkt wenigstens ein positiver Effekt der Wirtschaftskrise...

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