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Thema: Und wenn die Welt nun doch untergeht ?

  1. #1
    Loewenzahn
    Gast

    Standard Und wenn die Welt nun doch untergeht ?

    Wir glauben vielleicht nicht ernsthaft daran ,trotzdem sind wir davon fasziniert .

    Wie muss man sich den Weltuntergang denn so ganz konkret vorstellen ?

    Werden alle sterben oder nur wenige Auserwählte überleben ?

    Wer erfindet eigentlich solche Katastrophenszenarios und warum ?

    Sollte die Welt zur Jahrtausendwende nicht auch schon untergehen ?

    Ist es nicht logisch ,dass der Maya-Kalender irgendwann mal zu Ende geht ?

    Und wenn ihr 100%ig sicher wäret nur noch ein Jahr zu leben ,was würdet Ihr in diesem Jahr an Euerm Leben noch ändern wollen und welche Langzeitwünsche würdet Ihr Euch erfüllen ?

  2. #2
    Verleger Avatar von Physalis
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    Standard

    Na ja, die Maya....

    Haben es geschafft, ihr Volk von 20 Mio Menschen auf dem Höhepunkt seiner Blütezeit durch eine hausgemachte Dürrekatastrophe verhungern zu lassen. Deren Weltuntergang war doch längst und damit hat sich für mich auch deren Kalender erledigt.

    Wenn nächstes Jahr Schluss wäre, würde ich mich mit Langzeitwünschen nicht mehr befassen, eben mangels "langer Zeit".
    Aber wahrscheinlich meinst Du damit Wünsche, die man schon lange hegt, sich aber nicht erfüllt hat.
    Was in meiner Macht steht, habe ich mir immer erfüllt. Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, könnte ich auch im Angesichts des Weltuntergangs nicht erzwingen.
    Geändert von Physalis (12.12.2011 um 10:59 Uhr)

  3. #3
    Loewenzahn
    Gast

    Standard

    Na ja ,es gäbe eine Menge Dinge ,die man nicht mehr tun müsste .

    -Arbeiten gehen
    -Kinder zur Schule schicken
    -Schulden oder Steuern bezahlen
    -Kindererziehung
    -Haus zu Ende bauen
    -die Schwiegermutter besuchen
    -auf Diät gehen

    Das macht alles ja nur langfristig Sinn .

    Stattdessen die Freiheit zu haben zu tun ,was man immer schon wollte .

    Verkaufen ,was man hat ,vielleicht noch Schulden aufnehmen und dann z.B.:

    -eine Weltreise machen
    -eine Seegeljacht ,ein Cabrio ,ein Reitpferd kaufen
    -ein teures Hobby anfangen
    -essen und trinken ,wozu man Lust hat
    -freie Liebe
    -mit Drogen experimentieren
    -dem Chef und der Schwiegermutter endlich die Meinung sagen

    Klingt schon fast zu schön um wahr zu sein .

  4. #4
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Standard Ginge sie unter?

    Und wenn die Welt nun doch untergeht ?
    Würde sie denn wirklich untergehen, die "Welt"?

    Die Welt als solche mit sehr großer Sicherheit wohl nicht (dieser Planet und das Leben auf ihm hat schon ganz andere Katastrophen überstanden als einen ablaufenden Kalender).
    Was untergehen würde, wäre die Welt, so wie wir sie gewohnt sind - es träte etwas ein, das wir Menschen nicht überblicken, nicht einschätzen oder "kontrollieren" könnten.

    Vielleicht liegt darin ja der Schlüssel für diese Ängste, die sich dann immer mal wieder an irgendeinem Fixpunkt festmachen.
    Eine tief verwurzelte Angst vor einem Umbruch und dem Zusammenbrechen aller Erfahrungswerte: eine Situation, auf die wir uns nicht vorbereiten könnten und ihr daher auch hilflos ausgeliefert wären

    "Nichts ist mehr so, wie es einmal war" - "was stattdessen kommt, kann niemand wissen" ...
    Es wäre wie eine Einbahnstraße ins Dunkel des absolut Unbekannten, ohne die Möglichkeit der Umkehr und ohne "Landkarte": eine Leere, wie geschaffen für die menschliche Phantasie - und die Ängste.
    Hinzu kommt dann sicher noch, dass sich ja nicht nur alles ändern wird, sondern dass das Unbekannte, das dann kommt, auch noch viel schlimmer sein wird.
    Ist fast so wie bei der Angst vorm Tod, wenn man des Glaubens ist, als von Natur aus sündiger Mensch mit Sicherheit erst einmal auf unbestimmte Zeit in der Hölle geparkt zu werden

    Mir fällt auf, dass solche Gedanken immer dann Hochkonjunktur haben, wenn die gewohnte "Weltordnung" in eine Phase des Umbruchs, des Wandels gerät. Das Bekannte (das, auf das man sich "verlassen" und an dem man sich immer orientieren konnte) löst sich spürbar immer mehr auf, während das, was danach kommen wird, noch nicht erkennbar ist.

    Zukunftsängste eben, wie sie jeder Mensch mal hat, die sich dann an einem sichtbaren "Zeichen" festmachen und eine Eigendynamik entwickeln?
    Die Y2K-Panik hatten wir schon einmal, sogar noch viel heftiger - halt nur im sogenannten "christlichen Abendland", weil überall sonst auf der Welt ganz andere Kalender benutzt wurden (wenn überhaupt)
    Jahrhundertwechsel sind alleine schon deswegen nicht attraktiv, weil wir schon so viele "überlebt" haben, ohne dass etwas passiert wäre. Wir haben auch direkt oder indirekt (über die Eltern-/Großelterngeneration) persönliche Erfahrungen damit machen können.
    1.000 Jahre sind da eben etwas anderes: die, die darüber berichten könnten ...

    Vielleicht wird den Menschen (gut: nicht allen) nur auch immer bewusster, wie abhängig unsere ganze Zivilisation inzwischen von einer Welt geworden ist, die sich eben nicht schnell verändert. Je komplexer alles miteinander verzahnt ist, umso störanfälliger wird es - und umso weniger kann ein Einzelner das noch überblicken. Und noch viel weniger es auch alleine beeinflussen.

    Bei diesen Szenarien kommt noch etwas hinzu: es gibt keinen Ort, zu dem man sich noch flüchten könnte (-> "Weltuntergang") - auch die letzte Möglichkeit, sich vielleicht doch noch retten zu können, wäre so dann verbaut.
    Hilflos, schutzlos, ausgeliefert - und noch nicht einmal die ultimo ratio des Weglaufens ginge mehr ...

    Wer erfindet eigentlich solche Katastrophenszenarios und warum ?
    Gute Frage
    Ich würde sie aber anders stellen: was bringt jemanden dazu, aus an sich neutralen Fakten solche Szenarien aufzubauen, die sich immer weiter von jeglicher Realität und Vernunft entfernen?
    Es gibt den Maya-Kalender, der endet (um dann wieder neu anzufangen); es gibt Meteoriten und die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann mal wieder einer einschlagen wird (passiert ja jeden Tag: es geht nicht ums Ob, sondern ums Wann und in welcher Größe) usw. usf.
    Fact meets phantasy

    Die Vorstellung eines Weltuntergangs scheint ja für viele (auch für ansonsten durch und durch nüchtern-rationale) Menschen so anziehend zu sein, dass sie jedes Hinterfragen und jedes Gespür für Logik über Bord zu werfen bereit sind. Es scheint also Urinstinkte anzusprechen - bei den "Verkündern" wie bei den "Glaubenwollenden".

    Was ich machen würde, wenn ich wüsste, dass ich nur noch ein Jahr zu leben hätte?
    Keine Ahnung. Wie soll ich wirklich wissen können, wie sich dies anfühlte und was es in mir in Bewegung setzte, wenn ich mir dies gar nicht wirklich vorstellen kann?!
    Und selbst wenn man mir dies heute mitteilen würde: wann könnte ich es in seinen Konsequenzen auch realisieren?
    Vielleicht (hoffentlich ) würde ich erst einmal ...
    ... nichts gravierend ändern.


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:


  6. #5
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    Standard

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Na ja ,es gäbe eine Menge Dinge ,die man nicht mehr tun müsste .

    -Arbeiten gehen
    -Kinder zur Schule schicken
    -Schulden oder Steuern bezahlen
    -Kindererziehung
    -Haus zu Ende bauen
    -die Schwiegermutter besuchen
    -auf Diät gehen

    Das macht alles ja nur langfristig Sinn .

    Stattdessen die Freiheit zu haben zu tun ,was man immer schon wollte .

    Verkaufen ,was man hat ,vielleicht noch Schulden aufnehmen und dann z.B.:

    -eine Weltreise machen
    -eine Seegeljacht ,ein Cabrio ,ein Reitpferd kaufen
    -ein teures Hobby anfangen
    -essen und trinken ,wozu man Lust hat
    -freie Liebe
    -mit Drogen experimentieren
    -dem Chef und der Schwiegermutter endlich die Meinung sagen

    Klingt schon fast zu schön um wahr zu sein .
    Auf diese Ideen würden sehr viele kommen. Ich glaube es wäre schwierig, sein Haus zu verkaufen und einen Flieger zu buchen etc.
    Geändert von Farnon (12.12.2011 um 15:29 Uhr)

  7. #6
    Loewenzahn
    Gast

    Standard

    Hallo Darkstar !

    Zur Jahrtausendwende hatte ich keinerlei Ängste .

    Aber jetzt ist das anders .
    Es liegt irgendwie eine ungeheure Spannung und Erwartungshaltung in der Luft ,die nicht auf Aberglauben beruht .

    Seit Anfang 2011 ist sehr viel passiert .
    Angefangen von Naturkatastrophen ,dem Atomunglück in Japan ,mehrere Diktaturen sind gestürzt .
    Eine Katastrophe schien irgendwie die andere zu jagen .
    Der Finanzmarkt ist am Zusammenbrechen ,die Sozialsysteme sowieso .
    Die Menschen organisieren sich in Bewegungen (Occupy ,Stuttgart 21)

    Und die Politiker reden sich und uns die Wirklichkeit schön ,was einer der Gründe für die diffuse Angst ist .
    Die Leute sind nicht mehr so verdummbar und autoritätshörig wie früher .

    Auch der zunehmende raue Ton, die zunehmende Gewalt im Alltag,und ein hoher Anstieg der seelischen Krankheiten sind ein Anzeichen für einen anstehenden Umbruch .

    Leider sind grössere Veränderungen in der Geschichte oft mit Gewalt einhergegangen .( Kriege ,Revolutionen )
    Das Alte weicht nicht von alleine sondern zerbricht oder wird zerbrochen .

    Vielleicht werden zur Zeit uralte Überlebensinstinkte geweckt .
    Es soll ja so etwas wie ein kollektives Gedächtnis geben ,wo alle Erfahrungen gespeichert sind .

    Davor ,dass die Menschheit tatsächlich ausstirbt ,habe ich eigentlich keine Angst .
    Wenn wir alle ausgestorben sind ,gibt es ja keine Probleme mehr .

    Ich habe mehr Angst vor dem Ungewissen und dem Chaos ,dass entstehen könnte .
    Schwere Krisen bringen nicht immer das Beste im Menschen hervor .

  8. #7
    Loewenzahn
    Gast

    Standard

    Hallo probdi !

    Jetzt sei doch nicht so ein Pessimist .

    Ich hab doch schon geplant ,wo ich hinfliegen werde .

    Und wenn ich jetzt sagen würde ,dass ich auch eine Bank überfallen würde antwortest Du ,dass das die anderen schon längst gemacht haben .

    Es geht ja auch mehr um die Idee der absoluten Freiheit .

    Ein Jahr lang nur versuchen glücklich zu sein .

    Und wenn ich schon sicher sterben sollte ,dann doch ganz gerne an einem tropischen Strand mit einem Cocktail in der Hand .

  9. #8
    Schreiberling
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    Standard

    Warum muß dazu erst die Welt untergehen? Macht du dein Glück auch billiger?

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