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Thema: Unglück in der Gegenwart, Angst vor der Zukunft

  1. #1
    Neuling
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    Standard Unglück in der Gegenwart, Angst vor der Zukunft

    Hallo zusammen!

    Ich bin 17 Jahre alt, männlich, und mache 2010 mein Abitur.

    Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Als ich mir die Forenstruktur angesehen habe, dachte ich mir: Am besten machst du gleich in allen Foren einen Thread auf, da mich sehr viel davon betrifft.
    Allerdings lassen sich die Probleme, die ich habe, wohl am besten als Depressionen charakterisieren.

    Ich fange mal so an: Wenn ich morgens aufwache, habe ich extremes Herzrasen und eine furchtbare Angst vor der Zukunft, Angst davor dass ich in meinem Leben unglücklich werde, erfolglos bleibe oder generell, dass ich aus meinem Leben nichts mache. Da ich nicht an Gott glauben kann (ich würde es gerne), habe ich nicht den Trost eines ewigen Lebens.

    Wenn irgendetwas bevorsteht, etwa wie momentan ein Gitarrenkonzert, bin ich Wochen im Voraus schon furchtbar aufgeregt und habe eine unheimliche Angst - Angst davor, dass ich ausgelacht werde, dass das was ich mache keine Anerkennung findet, dass die Leute schlecht von mir denken.
    Generell ist es so, dass ich mit der ständigen Angst herumlaufe, erst recht wenn ich unter Leuten bin, von anderen schief angeguckt oder gar ausgelacht zu werden und bilde mir dann teilweise auch ein, dass die Leute mich angucken und auslachen.

    Wenn ich mich selbst im Spiegel sehe, finde ich mich hässlich, obwohl mir von einigen Leuten schon gesagt wurde, dass ich eigentlich ganz in Ordnung aussehe. Ich habe allerdings etwas Übergewicht, wobei ich mich nicht als "fett" bezeichnen würde.

    Mir fällt es auch sehr schwer, mit anderen Menschen zu reden, erst recht mit weiblichen Personen.
    Wenn ich in fremder Umgebung bin, bringe ich meist kein Wort raus, was sehr hinderlich dabei ist, neue Kontakte zu knüpfen.

    Ich habe zwar einige Freunde an meiner Schule, die ich zu schätzen weiß und die, wie ich glaube, auch mich zu schätzen wissen, allerdings lebe ich auch hier mit der ständigen Angst, dass sie sich plötzlich von mir abwenden, weil sie mich nicht mehr mögen oder mich kindisch finden. Nach dem Abitur werde ich sie wohl auch aus den Augen verlieren.

    Hinzu kommt, dass mein ganzes Leben mit einer tiefen Leere überzogen ist. Wenn ich mich an vergangene Zeiten erinnere, wünsche ich mir immer wieder, mein Leben nochmal leben zu können und mehr Zeit mit den Leuten zu verbringen, die mittlerweile verstorben sind (u.a. Großeltern und ein verstorbener Onkel).
    Ich finde in der Gegenwart kein tiefes Glück mehr, nur die kleinen Freuden des Alltags.
    Meine Kindheit brach aprubt ab, als meine Eltern sich getrennt haben. Da war ich 6. Seitdem empfinde ich kaum noch echtes Glück.
    Mittlerweile sind meine Eltern wieder zusammen, jedoch werde ich wohl nie wieder das schöne Gefühl von Familie haben, das ich vor dieser Zeit hatte.
    Ich bin fast rund um die Uhr unglücklich, was sich auch in meinem Gesichtsausdruck widerspiegelt, worauf mich schon viele Leute angesprochen haben. Im Moment kommt auch eine schwere Familienkrise dazu. Erbstreitigkeiten haben dazu geführt, dass sich in unserer Großfamilie zwei Parteien gebildet haben. Meine Großcousine ist vor einem Jahr geboren und ich habe sie noch nie zu Gesicht bekommen.
    Außerdem hat meine Tante vor kurzem eine schizo-affektive Psychose erlitten. Sie ist jetzt zwar schon in der Tagesklinik, allerdings droht ihre Ehe zu zerbrechen, was mich auch sehr traurig macht. Ich habe auch Angst, wie sich das auf ihre Tochter, meine Cousine auswirken könnte, die erst 4 ist. Schon die jetztige Situation nimmt sie total mit.

    Auch in der Zukunft sehe ich kein Glück. Ich hatte noch nie eine Freundin, kaum jemand scheint sich für mich zu interessieren. Ich habe Angst vor dem Abitur, Angst dass die Leistungen die ich erbringe nicht ausreichend sein werden, um im Berufsleben erfolgreich zu sein und Anerkennung zu finden.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Ich habe Angst, ein unerfülltes Leben zu führen, ein Leben, das nicht lebenswert ist. Ich will wieder Glück empfinden und am Ende meines Lebens sagen können, dass ich das Leben gelebt habe, das ich mir gewünscht hatte.

    Wie kann ich dieses Unglück und diese Ängste nur los werden? Wie kann ich mein Selbstbewusstsein steigern und so vielleicht mehr Freunde gewinnen und erfolgreich im Beruf zu sein?
    Ich weiß nicht mehr weiter.

    Gruß
    Michael

  2. #2
    Neuling Avatar von CocoHazy
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    Lächeln ...

    hey ...

    ich denke nicht das du unter depressionen leidest ... jedoch <könntest du trotzdem mal einen termin beim psychologen machen ... es wird dir helfen mal mit jemandem reden zu können ...

    das du unter leistungsdruck usw. stehst ... das wird schon alles sein einfach offener anderen menschen gegenüber und lerne ... duschffst das ...

    gruß Coco
    Die Anderen

    von Johann Wolfgang von Goethe

    Woran dein Herz im Stillen hängt,
    lass es nur niemand hören:
    Du sprichst es aus und alles drängt,
    dein Glück dir zu zerstören.

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Krümel
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    Standard

    Hallo AlliedAntagonist.
    Erst mal vorneweg: Ich bin 19, habe selbst Theater gespielt (bin emnach auch viele Stunden auf Bühnen und vor Publikum gestanden) und dieses Jahr auch Abitur gemacht.

    Wenn du sagst, dass du Angst vor der Zukunft hast, frag doch mal in deinem Bekanntenkreis andere 17jährige, ob es ihnen nicht auch so geht. Wenn sie ehrlich antworten, dann wärst du überrascht herauszufinden, dass das ein ganz normales Problem in dem Alter ist. (By the way: Ewiges Leben wäre für mich kein Trost, sondern ein ewiger Albtraum!)

    Zu dem Gitarrenkonzert: Wenn du dich auf einer Bühne so unwohl fühlst, dass du dir nur Gedanken um die Reaktion deines Publikums machst, dann bist du da eindeutig falsch und solltest es vll lieber bleiben lassen. Egal ob Konzert oder Theaterstück - das sollte man machen, wenn man ne Rampensau ist und sich dabei wohlfühlt und nicht, weil man die Anerkennung von Leuten sucht. Die merken das nämlich und dann bekommst du sie eigentlich erst recht nicht.

    Zum Abi: Um das zu bestehen reichen dir durchschnittlich läppische 5 Punkte (Note 4,0) pro Fach und wenn deine Lehrer dich da zugelassen haben und du dich noch ein bisschen auf den A**** setzt und lernst, dann schaffst du das auch. Wenn du nicht gerade etwas mit NC studieren willst, dann interessiert sich keine alte Sau mehr für deinen Abischnitt, auch nicht im späteren Berufsleben. Das Abi brauchst du eigentlich nur, um dich für einen Studien- oder Ausbildungsplatz zu bewerben und wie schon gesagt, wenn da kein NC drauf ist, sind der Schnitt und die Noten sowieso piepegal.
    Wenn du sagst, du hast Angst nach deinem Schulabschluss deine Freunde aus den Augen zu verlieren, kann ich dir sagen: zu einer Freundschaft gehören immer mehrere! Tu doch dann einfach was dafür, dass es nicht soweit kommt. Ruf sie an, schreib ihnen und wenn es wirklich deine Freunde sind, werden sie auch antworten.

    Zu deiner Familie: Was wäre dir lieber? Deine Eltern sind getrennt, du siehst sie nur abwechselnd, kannst aber dafür eine schöne Zeit mit ihnen gemeinsam verbringen oder deine Eltern sind zusammen, streiten 24/7 und wenn sie es mal nicht tun, dann haben sie auch keine große Lust, auch noch die Kinder zu unterhalten. Wenn Eltern sich trennen, dann hat das meist einen guten Grund. Klar, es ist nicht schön, weder für die Eltern, noch für die Kinder, aber wenn sie zusammenbleiben, dann ist es meist wesentlich hässlicher.
    Meine Eltern haben sich getrennt als ich 3 war und ich sage ihnen bis heute, dass war eines der besten Dinge, die sie (auch für mich) tun konnten. Wenn sie es nicht getan hätten, hätte das in Mord und Totschlag geendet und ich wäre mit 6 Vollwaise!

    Wenn du sagst, dass du das schöne Familiegefühl vermisst, dann kann ich dir nur den gleichen Rat geben, wie mit deinen Freunden: Tu doch selbst auch mal was. Organisier einen Familienabend, spielt was, guckt einen Film, kocht miteinander. Oder macht mal einen Sonntagsausflug auf den Minigolfplatz. Du bist Teil deiner Familie und trägst damit auch Verantwortung, das gemeinsame Leben angenehm zu gestalten!

    Und zu den Erbstreitereien: schalt die Ohren einfach auf Durchzug. Bei mir in der Familie streiten sie seit mindestens 5 Jahren um das Erbe meiner Großeltern und die sind nicht mal tot! (Das geht sogar so weit, dass mein Vater nicht mehr mit seiner Schwester spricht) Wenn da das Thema aufkommt, verkrümel ich mich auch ganz schnell in mein Zimmer, mach Musik an und sitz die Sache aus. Da kannst du nicht viel mehr machen und wenn du stattdessen lieber mitschreien willst "Ich will aber die 2000 Jahre alte, 400 000 Euro wertvolle Ming-Vase haben", dann bist du selbst schuld.

    In diesem Sinne: Hör auf, dich in deinen Ängsten zu suhlen und nimm dein Leben in die eigene Hand, du bist alt genug!
    Viel Glück dabei!
    Krümel
    Und will ich die Sterne dann finde ich selbst dorthin
    Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin
    Ich wehr mich bevor ich mich verlier
    Denn ich gehör nur mir!

    Elisabeth, "Ich gehör nur mir"

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