psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: Unnötige Verlustängste...

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    03.10.2011
    Beiträge
    3
    Danke
    1
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Unnötige Verlustängste...

    Hallo,

    erstmal zu meiner Situation: Ich war eine ganze Zeit in Therapie und konnte in dieser Zeit auch so gut wie alle Probleme beseitigen. Was halt geblieben ist, sind herbe Verlustängste. Bei meiner Ex-Freundin war das noch ziemlich extrem. Geäussert hat sich das immer in Eifersuchtsähnlichen Symptomen, wobei die Ursache halt nicht die typischen Eifersuchtssymptome sind, sondern eben Verlustängste, weil ich in meinem Leben irgendwann immer alleine da stand. Es gab bei den Leuten, an die ich mich gebunden hatte, 2 möglichkeiten: Entweder sie waren ganz schnell wieder weg, oder es gab herbe Probleme, was z.B. bei meinen Eltern der Fall war. Das über 2 Jahrzehnte hinweg, etwas mehr, führte zu entsprechenden Verlustängsten.
    Meine jetzige Freundin wohnt ein Stück von mir weg, etwa 2 1/2 Stunden mit der Bahn. Das funktionierte sogar sehr gut und das, obwohl ich bei allem was sie tut in der Woche keine Kontrolle hatte. Sehen konnten wir uns sowieso nur am Wochenende, da ich Student bin und in der Woche einfach immens viel zu tun hab (ja, solls als Student auch geben ^^) und sie im Abistress war. Aber dennoch funktionierte alles wunderbar.
    Nun ist sie auch angefangen zu studieren und ist gestern in eine neue STadt gezogen. Hierbei gibt es für uns keine großen Unterschiede. Wir sehen uns immernoch bei ihr zu Hause (also nicht der neue Zweitwohnsitz), weil es für uns beide halt am günstigsten ist, sie mich ja auch sehen will und sie da am Wochenende auch arbeitet. Es ändert sich also im Prinzip für uns beide nicht viel.
    Allerdings wüten meine Verlustängste seit gestern wieder ganz extrem, auch wenn ich eigentlich weiß, dasses absolut unnötig ist. Da schwirrt immer in meinem Kopf rum, dass sie dort jemanden kennenlernen könnte, der ihr mehr zusagt, oder sonstiges in dieser Richtung. Und das obwohl, mir eigentlich vollkommen bewusst ist, dass das nicht der Fall ist und meine Angst grundlos ist.
    Ich hatte vorhin mit ihr telefoniert. In den Ersti-Tagen haben sie dort irgendwie ein Spiel gespielt, wo man sich auf ne Brücke stellen musste, sich ausziehen sollte und wer am weitesten so in die Stadt läuft, hat gewonnen. Sie meinte zwar T-Shirt und so hatte sie angelassen, was ich ja auch durchaus so glaube, aber letztendlich ist das wieder neues Holz für das Feuer...

    Ich weiß einfach nicht so ganz, was ich dagegen tun soll. Mir ist ja eigentlich vollkommen bewusst, dass ich da keine Angst haben brauche. Ich versuch das mal an einem Beispiel zu erklären:

    Man stelle sich vor man hat eine Turnhalle, die voller Bienennester und Millionen von Bienen ist. Nun stellt man einen Bienenallergieker vor die Scheiben, sodass er diese Millionen Bienen sieht. Dann entfernt man alle Bienen und lässt nur die Nester da und stellt den Allergieker, dem man gesagt hatte, dass alle Bienen weg sind, in die Halle. Auch wenn er weiß, dass keine Bienen mehr da sind, wird ihm trotzdem sicherlich verdammt komisch sein.

    Und so ists bei mir im Prinzip halt auch. Nur weiß ich halt irgendwie nicht, was ich dagegen tun soll.
    Habt ihr da vielleicht ne Idee?

    Danke in Voraus....

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
    Registriert seit
    01.03.2009
    Beiträge
    1.510
    Danke
    95
    144 mal in 111 Beiträgen bedankt

    Standard Hallo Matterno,

    vielleicht suchst Du in der verkehrten Ecke nach einer Lösung. Ich persönlich
    würde befinden dass Verlustängste und Eifersucht eng mit dem Selbstwertgefühl gekoppelt sind. Wer in sich ruht und ein gesundes Selbstbewusstsein hat macht sich nun wirklich keine Gedanken darüber ob ihm
    seine Freundin auch dauerhaft erhalten bleibt, ob sie evtl einen "besseren"
    Partner kennenlernt, und und und.....

    Ausserdem offenbart diese Denkweise einen Ruf nach Absicherung, Perfektionismus, für alles braucht man die absolute Sicherheit sonst gerät
    die eigene Zukunftspanung ins Wanken.

    Was wäre zum Beispiel wenn Du keine Fernbeziehung führen würdest, wenn Deine Freundin ein paar Häuser weiter wohnen würde ? Hättest Du die
    gleichen Probleme und Vorbehalte ?


    Gruss
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Neuling
    Registriert seit
    03.10.2011
    Beiträge
    3
    Danke
    1
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo glasheuler,

    Nein ich glaube die hätte ich nicht. Damals bei meiner Ex-Freundin, war es so. Die kam nen Ort weiter weg. Aber durch die Therapie wurde das halt alles schon ein ganzes Stück besser. Die Entfernung, die meine aktuelle Freundin jetzt hat, bzw auch vorher hatte (Entfernung ist im Prinzip etwa gleich), wäre damals nicht denkbar gewesen.
    Allerdings vor ihrem aktuellen Umzug lief alles insgesammt wunderbar. Es gab zwar hin und wieder mal Punkte, wo sich die Ängste bemerkbar gemacht haben, aber nicht übermäßig.

    Dass Eifersucht oft mit dem Selbstwert zusammenhängt, ist richtig. Das haben wir in der Therapie auch thematisiert. Demnach ist es bei mir ja auch im Prinzip keine eigentliche Eifersucht. Es sind halt regelrecht Verlustängste, die durch mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung entstanden sind. Und die äußert sich in diesem Fall halt eifersuchtsähnlich. Es gibt also quasi viele Paralellen, aber ist keine eigentliche Eifersucht, weil die Ursache halt eine andere ist.

    Insgesammt bin ich mit mir ja auch zufrieden. Ich halt mich nu nicht für den tollsten von allen, aber insgesammt bin ich größtenteils mit mir zufrieden.

    Ich vermute mal, auch im Zusammenhang mit dem, was wir in der Therapie thematisiert hatten, dass das einfach dieser neue Umschwung ist.
    Erst wäre eine Beziehung auf diese Entfernung nicht möglich gewesen, also zu Zeiten meiner Ex-Freundin. Jetzt, seitdem ich mit ihr zusammen bin, hat das aber halt insgesammt sehr gut funktioniert, bis auf kleine Aussetzer halt, die aber nicht tragisch waren, was sie genau so sieht.
    Jetzt, seitdem sie gesterhn umgezogen ist, ist es halt wieder etwas verstärkt. Ich vermute mal, dass es daran liegt, dass ich nach den starken Problemen das Ganze recht gut hinbekommen habe und dann doch was schneller, jetzt schon wieder ein Umschwung mit sich kommt. Sehr, sehr viele neue Leute, die sie kennenlernt und mit einigen inner größeren WG auch zusammenwohnt, Alkohol usw. Theoretisch gesehen ja die Möglichkeit jemand anderen und aus ihrer Sicht besseren kennenzulernen.
    Das nährt ziemlich meine Angst. Praktisch weiß ich, dass sie nur mich liebt und ich vertraue ihr da aus dem Herz heraus auch 100%, keine Frage. Meine Erfahrungen haben aber anderes gezeigt. Viel anderes, quasi bei fast jedem Menschen, den ich in meinem Leben kennengelernt hab. Und das ist der Teil in mir, der rebelliert. Ich glaube ich wurde quasi einfach in diese Richtung konditioniert.
    Einfaches Beispiel aus der Biologie: Wenn man einem Hund Futter zeigt und dabei eine Klingel leutet und das immer und immer wieder, dann fängt der schon an zu sabbern, wenner nur dir Klingel hört, weil damit eben Essen verbunden wird.
    Ich hoffe es ist verständlich, was ich damit meine.

    Demnach ist es halt keine regelrechte Eifersucht, sondern, auch wenn die Äußerungen ziemlich ähnlich sind, Verlustängste, weil der Grundstein halt etwas vollkommen anderes ist.

    Nur ich weiss nicht, wie ich diesen Teil in mir, der noch rebelliert, angehen soll. Im Prinzip ist das alles, was aus der Therapie über geblieben ist. Es geht ja so weit, dass ich ihr von ganzem Herzen vertraue und das mein ich so wie es da steht. Wenn sie mir sagt, dass sie nur mich liebt, dann glaub ich ihr das aus ganzem Herzen.
    Aber mein Kopf rebelliert da halt gerne, weil der eben nur die andere Seite kennengelernt hat.

    Nur was kann ich machen um quasi meinem Kopf das ganze abzugewöhnen? Meine Therapeutin meinte, dasses Zeit brauchen wird, damit auch da ankommt, dasses anders gehen kann. Aber vielleicht kann ich diesen Prozess irgendwie unterstützen?

  4. #4
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
    Registriert seit
    01.03.2009
    Beiträge
    1.510
    Danke
    95
    144 mal in 111 Beiträgen bedankt

    Standard Hallo Matterno,

    viel mehr Zuversicht als Deine Therapeutin, betrifft ihre Aussage dass die Zeit
    für Dich arbeitet, kann man Dir nicht geben. Für nichts gibt es eine Sicherheit,
    auch dass Deine Freundschaft ewig hält ist von dieser Feststellung betroffen.
    Wer soll Dir die Sicherheit vermitteln ? Du selbst, Deine Freundin, ein dritter ?

    Auch wenn für vieles für "die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" herhalten muss
    - die vermeintliche Sicherheit die einen ruhig und zufrieden stellt hat seine natürlichen Grenzen. Ich würde mir eher Gedanken darüber machen wie Dein
    Leben im Falle einer Trennung weitergehen würde, es wünscht Dir natürlich niemand dass dieser Fall mal eintreten könnte ! Wie schwer wird der weitere
    Lebensweg wenn man einzig und allein auf eine Person fixiert ist ? Rafft man sich auf einen neuen Weg zu finden oder steht am Ende nur noch Verzweiflung ? Liebe bedeutet im Leben sehr viel, aber halt nicht alles.


    Gruss
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei glasheuler für den sinnvollen Beitrag:

    Matterno (05.10.2011)

  6. #5
    Neuling
    Registriert seit
    03.10.2011
    Beiträge
    3
    Danke
    1
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Sollte es zu einer Trennung kommen, wäre ich sicherlich erst ordentlich am Boden. Das war beim letzten Mal ja ähnlich. Dennoch konnte ich mich insgesammt doch recht schnell aufraffen, da war meine Therapeutin zu der Zeit auch ordentlich überrascht.
    Ich hab echt ne ganze Menge Schei** gefressen und ich lag oft genug im Dreck, aber ich bin schon ein ziemliches Stehaufmännchen.
    Dass man mir keine Sicherheit geben kann, weder jemand anderes, noch ich selbst, ist mir vollkommen klar. Aber genau so klar ist es, dass diese Verlustängste absolut unnötig sind. Dabei nicht in Hinblick auf eine mögliche Trennung, sondern eher das, was (rein hypotetisch) in einer Beziehung passieren kann. Und in diesem Punkt ist es mit einer Wahrscheinlichkeit, die gegen 100% geht (100% direkt wird wohl nie gehen), dass sowas nicht eintreten würde. Bevor es zu sowas kommen würde, würde es wohl zur Trennung kommen.
    Ich mein, es ist ja auch nicht so, dass dieses eifersuchtsähnliche Zeug jetzt groß Probleme in unserer Beziehung macht. Ich kann ja insgesammt ganz klar beurteilen, wo meine Eifersucht berechtigt ist und wo nicht. Und bei allem, wos unberechtigt ist, lass ich sie ja auch machen. Also in dieser Hinsicht hat sie ja auch keine Einschränkungen oder derartiges. Von daher ist das in Bezug auf uns beide eigentlich nicht wirklich tragisch.

    Der zentrale Punkt ist eher, dass es mich selbst tierisch nervt. Ich fühle mich da halt dann nicht so gut, obwohl es absolut keinen Grund dazu gibt. Ich hatte gehofft, dass die Zeit nun vielleicht einer von mehreren Faktoren ist, die das Ganze positiv beeinflussen können. Klar muss man das, was über Jahrzehnte hinweg schief gebogen wurde auch mit entsprechender Zeit erstmal wieder gerade biegen. Ich suche nur nach Möglichkeiten, die das geradebiegen vielleicht noch etwas vereinfachen können.

Ähnliche Themen

  1. Verlustängste
    Von Norddeutscher25 im Forum Ängste
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 20.12.2010, 14:32
  2. Verlustängste?
    Von Zuckerschnude im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 25.11.2010, 18:20
  3. Verlustängste
    Von Engelchen._ im Forum Ängste
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 11.09.2010, 10:52
  4. Verlustängste
    Von schnattchen 31 im Forum Ängste
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 18.08.2010, 11:43
  5. Verlustängste... oder was ist das?!
    Von Nele im Forum Ängste
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 27.09.2006, 08:24

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!