Hallo,
vielleicht sagt ihr jetzt, dieses Thema gibt es schon öfter. Ich habe auch schon viele gelesen und versucht, mir die Antworten zu Herzen zu nehmen, aber es geht einfach nicht.
Soweit ich weiß, war mein Selbstwert schon immer nicht so groß aber seit mehreren Monaten halte ich es immer schlechter aus. Dabei ist nichts Großes passiert, nur etwas mehr Stress an der Uni, kleinere Probleme mit den Eltern und andere kleine Sachen. Und dass mein Exfreund (wegen mir) in der Psychiatrie ist, aber ich habe den Kontakt abgebrochen und würde eigentlich behaupten, dass es mir nicht sooo viel ausmacht, also dass nicht das der Grund für meinen schlechten Selbstwert und meine Unruhe in der letzten Zeit ist. Aber leider kann man ja nicht sagen wie einen soetwas unterbewusst beeinflusst.
Das akuteste Problem ist nun mit meinem Freund. Als wir vor knapp einem Jahr zusammenkamen, war ich ziemlich lebensfroh, mutig und lustig etc. und weiß auch genau, dass er eben das an mir zu schätzen wusste. Ich weiß nicht genau wie es dazu kam, aber jetzt bin ich immer öfter der Überzeugung, dass er gar nicht mehr mit mir zusammen sein will. Zum einen weil ich es eigentlich schon von Anfang an nicht wirklich glauben konnte und zum anderen weil viele seiner Freundinnen/Bekannten viel interessanter, attraktiver und sowieso toller sind. In solchen Phasen bin ich WIRKLICH der Überzeugung, dass er mich eigentlich gar nicht mehr haben will. Wenn ich dann versuche, mir zu sagen: Jetzt hältst du einfach durch und lässt dich nicht runterziehen, geht das eben nicht weil ich wie gesagt wirklich denke, dass er mich gar nicht wollen kann.
Und das Ganze ist ein furchtbarer Teufelskreis. Je öfter ich das denke, desto öfter bin ich niedergeschlagen und total nervös und bin eben nicht mehr so wie ich früher mal war und wie ich mich wieder gerne hätte und was mein Freund wie oben beschrieben am meisten an mir schätzt. Somit habe ich dann noch mehr Angst, dass er so ein Wrack wie mich nicht mehr wollen kann (was ja auch irgendwann stimmt). Und ich habe leider Angst, dass ich mich von ihm abhängig mache.
Zum anderen sagt er, er fängt bald selbst noch an, zu glauben, was ich da behaupte und verliert nach und nach die Geduld, mir einzutrichtern dass ich mich irre und ich merke das leider auch schon.
Öfter wird geraten, sich Hobbies, Beschäftigungen zu suchen, neue Leute kennenzulernen etc. , weil man dadurch merkt, dass man mehr wert ist und die Gefühle langsam verschwinden. Wenn ich mich dann mal aufraffe und eines von diesen Dingen tue, fühle ich mich auch kurzzeitig gut, aber es kommt mir so vor, als würde ich die meiste Zeit davon damit verbringen, nur so zu tun als würde es helfen und somit alle diese Strategien gegen Minderwertigkeitsgefühle nur Selbstbetrug sind. Auch die Idee, dass man sich jeden Morgen vor dem Spiegel sagt, was man an sich mag und dass man viel wert ist, hilft kurzzeitig, aber ein kleiner Rückschlag reicht schon aus, damit ich mich dafür hasse, soetwas zu mir selbst gesagt zu haben. Und mit Rückschlag ist natürlich kein echter Rückschlag gemeint, sondern es reicht bloß ein (unbegründeter) negativer Gedanke, der einen dann ständig begleitet.
Ich bin sehr oft so nervös, dass ich nichts machen, v.a. nicht lernen kann und dann alle möglichen Leute anrufe bis es endlich Abend ist und ich total erschöpft irgendwann einschlafe.
Meint ihr, ich kann etwas Bestimmtes machen, um das mit meinem Freund zu retten? Ich meine, ich will auch von mir aus wieder lebensfroh werden, aber das dauert bestimmt lange und ich weiß nicht wie lange er das noch mitmacht. Denn was mich gerade am meisten aufregt, ist dass ich eigentlich gar kein Problem habe, sondern mir schrecklich große Probleme ausdenke und damit so viel kaputtmache…
Entschuldigt den langen Text. Danke im Voraus für Antworten.


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