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Thema: Unsicherheit

  1. #1
    Gast4348
    Gast

    Standard Unsicherheit

    Hallo,

    ich bin neu hier und hab dieses Forum über Google entdeckt Also ich habe ein großes Problem, das mir Sorgen macht...ich bin extrem unsicher im Umgang mit anderen...ich fürchte mich zum Beispiel sehr vor negativen Bewertungen und Kommentaren, neige zu Ängsten und Grübeleien und Depressionen. In Gegenwart anderer bin ich nur ganz selten ich selbst und auch sonst bin ich allgemein sehr angespannt (reagiere z.B. übertrieben empfindlich auf Geräusche etc.)

    Die Ursachen dafür sind mir sehr bewusst geworden in letzter Zeit, früher hab ich nicht so sehr darüber nachgedacht...also es ist so, dass ich in der Schule schon Mobbingerfahrungen hatte. Abgesehen davon, und das ist das Eigentliche, was mich bedrückt, habe ich Probleme mit meiner Familie.

    Ich habe mit meinen Eltern über meine Unsicherheiten gesprochen - sie verstehen mich nicht, unterstellen mir zum Beispiel ich sei faul und unselbständig oder ähnliche Dinge, wenn ich Angst vor einem Bewerbungsgespräch habe (hab noch keinen Job sondern bin noch Studentin und leider auch noch keine Berufserfahrung, was mich sehr belastet). Sie wissen von einigen Dingen, die mir passiert sind, sie sehen aber immer nur meine Leistung und werfen mir ständig Inaktivität vor, auch wenn ich Dinge für die Uni tue, und ich solle doch "endlich sagen was ich will und initiativ werden" (O-Ton). Dadurch bedrängen sie mich aber enorm und setzen mich sehr unter Druck, und der Druck lähmt mich - weil ich weiß, wenn ich etwas tue, reicht es nie aus, weil gleich wieder irgendwas hinterher kommt - also quasi Dauerdruck.

    Manchmal fühle ich mich wie ein einziges Problem - also quasi jemand, der nur Schwierigkeiten macht und immer alles tun soll, was sie wollen, und bin darüber sehr unglücklich Meine Eltern haben auch extreme Angst (geht schon in die Hysterie) vor dem Tod - das ist immer schlimmer geworden, je älter sie halt werden... sie reden ständig darüber und steigern sich da manchmal richtig rein, lesen jeden morgen Todesanzeigen und sowas. Sind aber nicht besonders krank oder so... (sie sind übrigens beide etwa um die 60 Jahre alt und beide sone Art Lehrer, vielleicht hat das alles ja mit dieser Generation und damit was zu tun?).

    Naja, soviel erstmal dazu...

    LG
    Geändert von Gast4348 (02.03.2010 um 10:25 Uhr)

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Moin Isabel,

    schrecklich dass Deine Eltern kein richtiges Gehör für Deine Sorgen aufbringen können, das tut weh. Sie sind zu sehr gefangen in ihren
    eigenen, realitätsfernen Problemen.

    Du bist leider schon weit fortgeschritten was Deine Selbstzweifel und
    Unsicherheiten betrifft. Bedeutet aber noch lange nicht wieder auf die
    Sonnenseite des Lebens zu gelangen. Dreh- und Angelpunkt ist Dein
    angeknackstes Selbstwertgefühl. Damit untrennbar verknüpft ist Die Meinung der anderen, sie halten Dir sozuagen einen Spiegel Deines
    Verhaltens vor und reflektieren auf Dein Leben.

    Nun zur Gewichtung dieses Spiegels... eindeutig legst Du zu grossen Wert
    auf diese Reflexion. Natürlich soll es für Dich ein wichtiger Punkt sein-jedoch musst Du selbst stets Dein bester Freund bleiben !

    Was ist mit Freizeitinteressen, Kontakten zu verständnisvollen,lieben Menschen ? Diese Dinge haben massgeblichen Einfluss auf Dein Selbstwertgefühl.

    Liebe Grüße
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Neuling
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    02.03.2010
    Ort
    Cottbus
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    Standard Hallo Isabel,

    ich finde, du hast den wichtigsten Schritt schon hinter dir: Du weißt was in deinem Leben falsch läuft. Du lachst jetzt sicher, aber ich denke, es ist schon die halbe Miete überhaupt zu wissen, was einen eigentlich belastet.

    Da du ja schon studierst geh ich mal davon aus, dass du so um die 20 bist.
    Was hältst du denn davon, etwas Abstand zu deine Eltern zu gewinnen und eigene Entscheidungen zu treffen? Wohnst du noch bei ihnen? Wenn ja, wie wäre es denn stattdessen mit einer WG? Hört sich erstmal abenteuerlich an, aber ich denke, für dich wäre es eine super Gelegeheit, aus dem negativ eingestellten Einzugsgebiet deiner Eltern zu flüchten und du bekommst Kontakt mit gleichgesinnten. Oder villeicht hast du ja auch eine gut Freundin, mit der du zusammen ziehen könntest? Ganz egal, aber ich bin der Meinung, wenn du dich nicht von deinen Eltern abnabelst, werden sie dich immer weiter runter ziehen. Mag sein, dass viele sagen, Eltern wollen nur das beste und immer helfen. Kann ja sein, aber letztlich bist nur DU allein dir rechenschaft schuldig. Du musst wissen, wo du hin willst. Und wenn du eben noch Zeit brauchst um dich zu entscheiden, dann ist das eben so! Nimm dir dein recht raus, dein Leben selbst zu gestalten, die anderen haben ein eigenes Leben, darum sollen sie sich gefälligst kümmern.

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